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Sonntag, 23. Dezember 2007

Fundsachen: Karrieren

Erst mal ein aus dem Zusammenhang gerissenes Zitat:
"... Die Zierde, Lothar Bossle, war Juso-Vorsitzender und führender SDS-Funktionär, bevor er sich zur CDU bekehrte. 1972 gründete er rechtsaußen eine „Aktion der Mitte", die mit Industrie-Millionen in Wahlzeitungen und großen Zeitungsanzeigen Schlammschlachten („ein Sozialismus, der von 1933 bis 1945, war genug") gegen die sozial-liberale Koalition führte."
Der Kontext ist hier nachzulesen.
Und zu dem Mann der Wikipedia-Eintrag.

Sucht und Süchtig machen

Was ich mir noch vornehme: die Übergänge vom legalen zum illegalen Anfixen genauer zu bestimmen. Also denn. Die offizielle, gesetzlich vorgeschrieben Schnellsprechansage: "Glücksspiel kann süchtig machen..." Die Schnäppchen-Versprechungen. "Mediamarkt. Ich bin doch nicht blöd!" Ergänze: "Aber latent konsumsüchtig!" Und dann vor allem, meine Lieblingssparte: Die Anfix-Probepackungen auf den PCs, die man so kauft. Vorinstalliert. Drei Monate zur Probe. Oder: Die Vollversion, leicht hier online zu erwerben, kann noch das. Und das. Und das auch noch. -- Bitte geben Sie ihre MasterCard-Nummer an." Ein kleiner Ekel kann da nicht mehr runtergeschluckt werden.
Was wir aber festhalten wollen, eben: Die Übergänge sind absolut fließend. Vom Schulhof-Ansprech: "Hey, willste mal Stoff? Kostenlos!" bis zu den Handy-Versprechen: "Flatrate Festnetz, Flatrate PC, Flatrate Handy. Alle 0,00 Euro."

Donnerstag, 20. Dezember 2007

Sprachfragen: der oder das Blog?

Die Frage sollte eigentlich entschieden sein, denn Blogs sind ja wichtig und eingeführt. Sagt man also der Blog oder das Blog. Zuerst die reinen Fakten, die faktischen Fakten sozusagen, wie sie uns von Google übergeben werden:

85.500 für "das Blog von"
80.100 für "der Blog von"

Auch wenn Blog als Neutrum knapp an der Spitze liegt -- man muss sich die absoluten Zahlen ansehen --, ist die Sache doch, was die Sprachnorm angeht, unentschieden. Die Gründe für die Abweichungen sind auch klar: der Blog erinnert an der Block. Das schlägt durch. Und das Blog geht auf die Wortzusammensetzung ein WWW+das Logbuch.
Der Wikipedia-Befund:

"Genus Im deutschen Sprachgebrauch überwiegt leicht der Gebrauch des Wortes mit sächlichem Artikel vor dem mit männlichem Artikel. Mit der 24. Auflage wurde das Wort in den Duden aufgenommen (zusammen mit bloggen, Blogger und Bloggerin); dabei wurde die sächliche Form als Hauptvariante und die männliche Form als zulässige Nebenvariante dargestellt, was jedoch weiterhin umstritten ist, nicht nur aufgrund anderer, erwiesenmaßen falscher Schreibweisen im Duden (siehe z.B. Dönerkebab)."

Das Witzig-Unfachliche an der Argumentation der WP: Die WP-Leute, die hier sprechen, können es nicht lassen, irgendwo im tiefen metaphysischen Hintergrund das vorhandene und mit den richtigen Mitteln zu entdeckende "Sprachrichtige" zu postulieren. Das es auf jeden Fall gibt, das der Duden aber nur nicht kennt, usw. Aber linguistisch sinnvoll sind nur zwei Vorgehensweisen: a) Wiesenweg-Methode: 'Mal sehen, wie es sich in der Schreib- und Sprechpraxis so entwickelt.' Und, b) jenseits unserer angeborenen Bescheidenheit müssen wir uns beteiligen mit dem Satz: 'Mein sehr gut entwickeltes Sprachgefühl sagt mir, dass wir die Variante X der Variante Y vorziehen sollten.'

Ich mit meinem Sprachgefühl bin für: der Blog. (Argument: Hoch lebe die oberflächliche, lautliche Analogie!)

Donnerstag, 13. Dezember 2007

Noch ein Spiel: Literaturnobelpreisträger -- wann?

Auf der Suche nach Sprachspielen (als Partyspiele geeignete!)

Heute morgen wache ich auf und überlege: Wann hat eigentlich Böll, wann Grass den LNP bekommen. Ich schätze grob:

Böll 1984 (richtig: 1972. Ach so, er ist ja auch schon 1985 gestorben!)
Grass 2002 (richtig: 1999. Verflixt! Ich hatte zuerst 2000 da stehen.)

Wie Lösungen liegen sehr nah ...

Wie doch im Gedächtnis alles ins Ungefähre zerfließt. Bei dem einen weniger, bei dem anderen mehr. (Bei mir: mehr.)

Und, wussten Sie denn: "Derek Walcott, Nobelpreisträger für Literatur 1992"


Kritik der reinen Tüchtigkeit


















Lebte Kant heute (1964 - ?) , er würde die Vernunft -- als Begriff und praktische Wirkung -- immer noch im Dunkeln liegend vorfinden. Er wüsste gegen seinen Vorfahren Immanuel (1724 - 1804), dass die Vernunft immer in den Tiefen von Überzeugungen und Emotionen wurzelt und nicht die geringste Chance hat, sich von diesen irrationalen, irr-rationalen Wurzeln zu lösen. Nachaufklärer, der er somit wäre, würde er sich von der Kritik von Vernunft und Urteilskraft ab und der Kritik der Tüchtigkeit zuwenden. Anregend fände er in diesem Zusammenhang vieles, zum Beispiel den "Hochschulanzeiger" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, November 2007. Unterzeile des Titels in Kapitälchen: "KARRIERE STUDIEREN"*.

Leicht würde dem neuen Herrn Kant auffallen, dass die Hochschulanzeiger-Titelzeile "Jahrmarkt der Talente" eine intertextuelle Verbindung hat. Zum "Jahrmarkt der Eitelkeiten", natürlich. Er würde lächeln, der neue Herr Kant. Ihm wäre sofort klar, dass diese Verbindung kein Zufall ist. Dann würde ihm die unerträgliche Leichtigkeit des halbgar schlechten Gewissens der Journalisten ins Auge stechen: "Was Jobmessen wirklich bringen". Jobmessen? Job? Dieses Wort aus hingehauchter Flüchtigkeit und ironisch versuchtem modernen Unernst. "Ich mach halt meinen Job." Nirgendwo Beruf und Berufung. Ernst, Zukunft und Vergangenheit, Lebensfragen unf -aufgaben. Sondern Geld, Prestige, Porsche wenn möglich. Basta. Der Aufruf anbei: "Schließt alle aus, mobbt alle, die da nicht mitmachen wollen!" Alles ein dümmliches Spiel, dessen Dümmlichkeit nicht zu transzendieren ist. Prinzpiell nicht! Die stillschweigende Anerkennung des Larifari per Common-sense der jungen Tüchtigen wird vorausgesetzt.

Dann würde unser Post-Aufklärer im Blattinneren (auf der Seite 24f.) entdecken: "Was ziehe ich an? Die optimalen Messeklamotten." (Bildliche Antwort: s. oben) Fortsetzung des auf dem Titel eingeschlagenen Kurses also. Klamotten trägt der junge Tüchtige auf der Messe. Selbst auf der Messe dieses sich hinziehende Gewissen, das mit dem so überaus modernen Unernst verschliert ist. (Wie Joschka Fischer, der Altrebell, zu sagen pflegte: "Der Anzug, das ist halt meine Arbeitskleidung." So geschickt formuliert, dass zwischen Blaumann, Jeans und Dreiteiler mit Nadelstreifen kaum ein Millimeter Unterschied mehr war. Der Immer-noch-Rebell im Tarnanzug, so fühlte er sich wohl [sic], unser Herr Ex-Außenminister.) Klamotten nicht Kleidung also auf der Messe.



Und was dann abgebildet wird, bringt den neuen Herrn K. dazu, sich halb abzuwenden, um dann doch wieder hinzuschauen. Zwanghaft. Diese beiden sollen es sein, die die Zukunft erringen? Kein Bücherwurm und keine Denkerin. Diese kokette Haltung bei beiden, die die Lässigkeit als geschäftliche Tugend im Spielbein trägt.

Dann würde sich Herr K. hinsetzen, sich das Pseudonym Martin Henkel ausdenken, weil er zu anschließenden Diskussionen mit der FAZ und den Tüchtigen im Land überhaupt keine Lust hat. Hinter dem Pseudonym wird er sich konsequent verstecken. Und unter diesem Pseudonym wird er in einer wüsten 120-Seiten-Polemik den Begriff 'Karriere' und die Tüchtigkeit der Karrieremacher niederbügeln. So gekonnt und umfassend, dass anschließend eine Zeit anbricht, die eine Mischung aus Barock und Romantik ist. Und in dieser neuen Zeit, siehe da, würden alle Abiturienten wissen, was es heißt und welche Konsequenzen es für das Berufsverständnis hat, dass sie nun in einer modernen Zeit leben, die eine Mischungaus Barock und Romantik ist.


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* Bedeutung höchst unklar. "Studieren und dann Karriere machen"? "Studieren, wie man Karriere macht"? "Die Karriere von Karrieristen studieren und sich dann angeekelt abwenden"? 'Recht anregend, dieses Schillernde!' denkt der neue Kant.

Dienstag, 11. Dezember 2007

Nicholson's Child was born -- where?

Jack Nicholson lässt uns wissen, er sei potentieller Vater von ca. 7.000 Kindern. Oder waren es 9.000. (Offiziell hat er vier.) Na ja, auch egal. Die Frage, die einen umtreiben kann: Warum muss ein 70jähriger so was bekennen? Ist es die Prahlsucht wie bei einem 17jährigen? Oder verspürt N. so etwas wie die Pflicht des Promis zur Information der Öffentlichkeit auch in solchen Belangen? Schon der Weise Jürgen von der Lippe dichtete: "Man weiß es nicht. Man weiß es nicht!"
Dennoch treibt einen die Frage weiter um. Antwortskizze 1: Warum veröffentlichen Menschen, was sie am Anfang ja immer: privat schreiben oder malen oder komponieren? Ist der Beischlaf für Mr N. das, was für den Dichter das Dichten? Ist er traurig, dass er so oft gedichtet hat und so wenig Gedichte hinterlassen wird?

Dienstag, 4. Dezember 2007

Voodoo ...

... who knows it loves it.

Sonntag, 2. Dezember 2007

Soziopath

Wie das so ist. Manches veröffentlicht sich heute von selbst, durch versehentliches Anklicken. Peinlich oft, wenn da eine Mail zum falschen Adressaten fliegt. Hier ist es nicht schlimm Ein Zitat aus der Wikipedia:

"Die heutige Bedeutung des Begriffes Soziopath bezieht sich auf Personen, die nicht bzw. nur eingeschränkt fähig sind, Mitleid zu empfinden, sich nur schwer in andere hineinversetzen können und die Folgen ihres Handelns nicht abwägen können."

Das lassen wir doch einfach mal so stehen.

Mittwoch, 28. November 2007

Doktortitel im Pass

Der bayerische Ministerpräsident hat im Frühjahr 2007, als er noch bayerischer Innenminister war, den Doktortitel im Pass verteidigt. Der gestrichen werden sollte. Die Süddeutsche zitiert in indirekter Rede und dann wörtlich: "Ein Doktorgrad sei zudem nicht nur Ausdruck einer besonderen wissenschaftlichen Leistung, 'er ist vielmehr auch im täglichen Gebrauch zur höflichen Anrede üblich', schreibt Beckstein an Dr. Schäuble, interessanterweise aber nur unter der Anrede ,'Sehr geehrter Herr Kollege, lieber Wolfgang'."

Mit dem zuletzt vermerkten Punkt ist die SZ nun aber nicht auf dem Altehrwürdig-Laufenden. In Deutschland ist es üblich, dass sich Personen mit gleichem Titel ohne den Titel anreden. Sozusagen von gleich zu gleich. Ganz anders in Österreich, wo man es erleben kann, dass sich zwei Professoren oder Doktoren gegenseitig durchaus mit dem Titel anreden. Die Liebe zu Titeln -- sie ist halt gegen die Vernunft, so ungefähr wie Ferrari- oder Porsche-Fahren. Sagen wir also vernehmlich: Die Menschen sind unvernünftig und legen Wert aufs Prestige.

Wer die Feinheiten erspüren will, bedenke: Bei Buchtiteln nehmen auch in Deutschland nur die den akademischen Titel mit auf, die es nicht besser wissen. Es ist unüblich. Und auch in den Nachrichten wird man den "Dr. Schäuble" ja vergebens suchen.

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Nachtrag.

Witzelt der STERN: "Aber die Wahrheit ist doch: Unsere Freunde in den Einwohnerpassbehördenabstempelungszentralen ertragen es einfach nicht[. dass der Dr.-Titel im Pass steht]. Sie haben die Volksschule mit 'Genügend' abgeschlossen, um sich danach zu Einwohnerpassbehördenabstempelungszentralenmitarbeitern züchten lassen. Nun sitzen sie da in ihren C&A-Anzugshosen unter Neonröhren, die Radiergummis muffeln und das Wochenende im Schrebergarten ist noch weit. Für diese Menschen sind Doktoren ein ständiger Stachel im Fleisch, ein unbeschreibliches Etwas, das sie aus der Ferne hochnäsig und ironisch anblinkert. Sie können ja nicht wissen, dass wir nur promoviert haben, um ihnen genau diesen Eindruck zu vermitteln."

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Ach ja, und danach habe ich eigentlich gesucht, weil ich es vor Monaten mal gelesen habe: "Einst Markenzeichen der „doctores“ – nun akademische Verzierung, von der Bundesregierung traditions- verhaftet und gesetzwidrig geschützt." Der Autor kämpft -- unpromoviert -- gegen die Doktoristen und ihr Begehr. Hätt er doch nur seinen Doktor gemacht vorher! Seine Einlassungen hätten irgendwie glaubwürdiger geklungen.

Amüsant aber schon, was passiert, wenn sich jemand an alle möglichen wichtigen Leute und Gruppen mit so einer Frage wendet. (Zum Nachlesen und Nachlachen klicken Frau Doktor bitte einfach hier!)
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Hier noch ein hübscher Nachtrag aus der Sicht der Österreicher, mit dem feinen Hinweis, dass man doch bitte und besser "honoris causa (Ablativ)" statt "... causae" sagen möge.

Sonntag, 25. November 2007

Energiesparen

Bei einer Diskussion im Bayerischen Rundfunk habe ich das zum ersten Mal gehört: Wenn ein größerer Parkplatz in der Nacht auf seine Beleuchtung verzichtet, können alle Standby-Möglichkeiten in privaten Haushalten in Deutschland angeschaltet bleiben, und es wird dennoch gespart. Oder so ähnlich. Dazu passt diese Feststellung:

"Laut Philips fallen in Deutschland nur 20 Prozent des Energieverbrauchs für Beleuchtung in privaten Haushalten an, 80 Prozent im gewerblichen und öffentlichen Bereich. So werde etwa ein Drittel der Straßenbeleuchtung mit Technologie der sechziger Jahre betrieben."
Geht es also mal wieder um lautsprecherische Tönerei, und keiner weiß, wo die großen Verbraucher wirklich sitzen? Ich meine, was nützt es, wenn wenn alle Otto Normalverbrauchers zusammen bei größter Anstrengung das einsparen können, was die Straßenbeleuchtung zwischen 3:45 und 4 Uhr morgens ständig vor sich hinverbraucht?

Montag, 19. November 2007

Kabelsignal drahtlos übertragen

Man kann es gar nicht deutlich und einfach genug formulieren: Antennen- oder Kabelsignale können nicht in der ganzen Frequenzbreite per Funk übertragen werden! Ich Tolpatsch* hab mir also ein Gerät gekauft, das immer 1 Frequenz überträgt. Wenn ich -- wie ich überall hätte nachlesen können -- einen alten Videorecorder nehme, Antennenkabel rein und dann das Kästchen anschließe, kann ich das jeweils eingestellte Programm übertragen. Mehr aber auch nicht. Also, ihr alle, die ihr das gleiche wollt wie ich es wollte: Bedenket wohl ...
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* Heute auch schon: Toll-Patsch, Komparativ: Toll-Patscher, Superlativ: Toll-Patscherkofel.

Ungebetene Metasuche

Gibt es jemanden, der dabei ist, ein Buch über all das zu schreiben, was das Internet kaputtmacht oder auch nur, was da so alles nervt? Dann mal hier ein Beispiel: die sich ungefragt ausplusternden Metasuchmaschinen. Ich gebe in Google ein ma-620 infrarot treiber und bekomme Dutzende von Hinweisen, wo ich die "Einzelteile" suchen könnte.
Ja, Menschenskind, Leute! Könnt ihr eure geschäftlichen Energien nicht sinnvoller einsetzen? So einen Quatsch zu programmieren und ins Netz zu stellen, kostet doch Zeit und Geld.

Sonntag, 18. November 2007

Will, Meckel und die Sprachbeobachtung

Nachdem ich heute gelesen habe, dass Anne Will und Professor Miriam Meckel ein Paar sind und sich dazu bekennen, wollte ich wissen, wer MiMe ist. Da finde ich unter einem Foto den Satz:

"Schon die Einleitung von Miriam Meckel beschwörte die Zuhörer- schaft mit einer dieser beliebten Folien, wo drauf stand Web 2.0 ist kein Ding, sondern eine Geisteshaltung." (Quelle)

Da interessiert mich dann auf einmal der Gang der Sprachdinge wieder mehr als die Frau Professor Meckel. wo drauf stand? Vielleicht doch ein Komma oder ein Doppelpunkt? beschwören -- N. N. beschwor die Zuhörer, das und das ja nicht zu tun. So ungefähr hab ich mir bisher die Verwendung des Verbs beschwören vorgestellt. Und nun das! Und dass das Web 2.0 kein Ding ist? Je nun, wer hätte denn das jemals angenommen?! Aber dann gleich eine Geisteshaltung? Jesses na!
Wenn da stünde: Geschwafel ist kein Ding, sondern das Produkt einer Geisteshaltung, dann unterschriebe ich sofort.
Bleibt die Frage offen: Wer ist denn nun das interessantere Paar, Will - Meckel oder Illner - Obermann? Oder ist das keine Frage, sondern beschwörte dies, kaum zur Frage geworden, eine Geisteshaltung?

Sonntag, 11. November 2007

Schäuble, der Datenschutz und die festen Meinungen

Rationalität ist ein hohes Gut in der Politik. Was die Online-Durchsuchungen angeht, so ist es schwer, diese Rationalität aufrechtzuerhalten. Die meisten Blogger sind -- natürlich? -- gegen die Online-Durchsuchung durch den Staat. Eine Probe? Nachschlagen nur mal hier, bei blogger.de. Die "schweigende Mehrheit" (oder ist es doch eine Minderheit?), die die alte These unterstützt: "Wer nichts Kriminelles zu verbergen hat, braucht sich vor der Online-Durchsuchung nicht zu fürchten"´kommt kaum vor.
Versuchen wir es mal mit den Vorstufen zu einem guten Besinnungsaufsatz. Zwei Fragen für den Anfang:
  • Wovor fürchte ich mich konkret, wenn meine Festplatte durchsucht wird? (Mögliche Antworten: vor gar nichts; ich möchte das prinzipiell ganz einfach nicht -- ... -- davor, das meine Liebesbriefe an Monika ... meine geschäftlichen Mails mit Firmengeheimnissen ... meine Raubkopien von CDs und DVDs ... meine normalen pornografischen Streifzüge im Netz ... meine kinderpornografischen Files ... meine Absprachen mit den Leuten meiner kriminellen / terroristischen Vereinigung entdeckt werden)
  • Wie soll mit Online-Kriminalität der verschiedenen Formen und terroristischen Aktivitäten via Netz umgegangen werden? (Schäuble hat schon recht; solche Untersuchungen müssen generell mögich sein ... Der bisherige Rechtsweg 'Anfangsverdacht', 'richterliche Genehmigung', 'Durchsuchung in diesem gegebenen Einzelfall' reicht völlig aus)

Das Problem mit der politischen Rationalität, hier wie anderswo, besteht darin, dass die wenigsten Menschen es aushalten, bei sensiblen Bereichen die Alternativen neben ihrer eigenen instinktiven Meinung zu durchdenken. Aber nur unter dieser Voraussetzung ist politische Rationalität möglich. Es hilft nicht, wenn jede abweichende Meinung sofort schabloniert wird und zu allergischen Abwehrreaktionen führt.

Donnerstag, 8. November 2007

Aldis Ferari (Oder: Das erzähl ich Lafontaine!)

Eine Meldung und ein Angebot verdienen es, miteinander verknüpft zu werden. Das Angebot von Aldi: einmal einen Ferrari fahren.

* Fahrt im Ferrari F355 durch den Raum München
* kurze Einweisung durch einen erfahrenen Streckencoach
* Coach als Beifahrer
* Gelegenheit zu einem Erinnerungsfoto
* Kraftstoffkosten
* Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung

Wie lange? Nett0 25 Minuten. Das kommt man auf dem Mittleren Ring nicht allzu weit.

Die Meldung des Abendblatts: "Zehn Prozent besitzen zwei Drittel des Vermögens". Was sich weiter spezifizieren lässt. "Allein das wohlhabendste Prozent der Bevölkerung verfügt demnach über mehr als 20 Prozent der Werte"

Wie lange kann das gut gehen? Vor allem, wenn René Obermann weiterhin Fernsehfrauen freit und gleichzeitig die Leute vor die Tür setzt. Mein sozialrevolutionäres Herz sagt mir: Da passt doch was nicht zusammen!

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Nachtrag: Wer es partout nicht lassen kann, der gehe -- pardon fahre (mit seinem getunten Kleinwagen) doch bitte eher zur Speecacademy nach Österreich.

Donnerstag, 25. Oktober 2007

Was haben Claudia Roth und Joschka Fischer ...

gemeinsam?

Dass ihnen den Willen zur Macht nicht sofort ansieht. Fischer, der jenseits der 40 immer einer war, der prächtig das Bäuerle von der Schwäb'sche Eisebahne hätte darstellen können, Roth, die vielleicht den Stricklieselclub Amelsbüren repräsentiert. Hätte man denken können. Statt dessem? Wackere Streiter für die Grüne Macht. Mal erfolgreicher, mal weniger.

Fazit: Begreife einer das politische Geschäft! Es ist bei diesem Geschäft wie bei den Aktienkursen: Man erkennt die Regeln nicht. Erkennte man sie, man würde ja vielleicht selbst gar auf den Gedanken kommen, nach der Macht zu streben. So aber -- dieses Instinktspiel, gesteuert von Trial and Error, das geht dem normalen Menschen doch ziemlich auf den Keks.

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Zeitmanagement

So, jetzt noch das, und dann ist es aus dem Kopf und es ist gut:

Zeitmanagement-Päpste empfehlen, man soll delegieren. Wenn ich das Geld oder die Untergebenen hätte, um zu delegieren -- ich wüsste ganz genau, wie das geht. Nur hab ich weder das eine noch das andere. Also ist dieser Rat in meinem Fall, der wahrschein der Fall der Mehrheit ist, der größte aller Quätsche.

Donnerstag, 11. Oktober 2007

Tanzen und Fechten

Ist das nicht schön, ja sogar revolutionär?

"Vor mehr als 2000 Jahren wollte bereits der griechische Philosoph Platon Grammatik und Mathematik aus dem Pflichtkanon der Jugend-Schule verbannen. Deren Hauptfächer sollten damals sein. Grammatik und Mathematik durften ernsthaft frühestens ab dem 20. Lebensjahr gelehrt werden." (Quelle)

Ich schlage -- Pardon, Platon! -- eine Modifikation vor, die ein wenig mehr der Entwicklungspsychologie entspricht: Wer als Kind schon Spaß an der Mathematik und der Grammatik hat, der darf so früh beginnen wie er will. Tanzen und Fechten muss er allerdings trotzdem lernen. Die anderen, die die keine Sonderbegabung haben, lernen ab dem 14. ebensjahr Grundzüge der Fächer, immer bezogen auf die praktische Anwendung und die Bereicherung des eigenen Weltbilds. Grundlage sind gute populärwissenschaftliche Bücher.
Was aber ist Realität? Die Bildungspolitiker sehen Platon als Pflichtlektüre. Im Groben. Aber seine kritischen Einlassungen kennen sie nicht. Oder wollen sie nicht wahrhaben.

Mittwoch, 10. Oktober 2007

das geheimnis meines lebens

Woher stammt das? Und was bedeutet es?

Er führte ihn auf den Dachboden. Vor einer versperrten Tür blieb er stehen. Er zog den Schlüssel aus der Tasche und öffnete.

Sie traten in eine Kammer, in die durch eine Dachluke spärliches Licht fiel. Colbert wandte sich Modlizki zu. "Hier", sagte er. Er hatte Modlizki am Knopf seiner Jacke ergriffen. "Nun will ich es dir anvertrauen, mon cher: C'est le secret de ma vie! Es ist das Geheimnis meines Lebens!"

Er sprach ernst und feierlich.

Modlizki hatte den Kopf mit den kurzgeschnittenen schwarzen Haaren leicht geneigt.

"Ich weiß, daß du mir anhängst", sagte Colbert. "Ich habe dich als Sechsjährigen aus dem Waisenhaus des Klosters zu mir genommen und dich gehalten wie mein Kind. Mon enfant, du wirst mich nicht verraten!" Er kämpfte mit den Tränen.

Sonntag, 7. Oktober 2007

Die Globalisierung, oder: Externe Festplatte, zum Zweiten...

Bei Ebay bestelle ich ein USB 2.0 Festplatten Gehäuse 2,5" HDD CASE Neu für -- 1 Euro 99. Aus Hongkong. Das wollte ich schon immer. Mal ausprobieren, was passiert, wenn man in China direkt bestellt. Versandkosten 4,99 unversichert, 5,99 versichert. Wenn da noch eine Nachversteuerung kommt, von der man manchmal im Netz liest, egal. Zu viel kann das nicht sein. Bei Amazon kostet so ein Gehäuse zwischen 25 und 35 Euro.
Nun, ich muss zwar 12 Tage warten, bis das kleine Packl da ist. Kann man sich ja denken. Aber es kommt. Das Kabel sieht ein wenig anders aus als auf dem Bild. Ein einfaches USB-Kabel. (Ich korrigiere. Es sieht aus wie auf dem Angebot. Das mit dem einfachen Stecker war von der anderen Festplatte. Siehe ... zum Ersten.) Aber dafür ist an dem Gehäuse auch ein normaler USB-Stecker, keine von den drei oder vier Varianten, für die man immer das rechte Kabel erst suchen muss, wenn Sache und Kabel einmal getrennt sind. Und -- rührend! Es liegt ein kleiner grüner Schraubenzieher bei, damit man die zierlichen Kreuzschlitz-Schräubchen leicht gleich einsetzen kann.
Nun denn, die vorhandene Platte rein. An das Notebook. Windows-Klingklang und -- nichts mehr. Enttäuschung? In Grenzen. Es war ja vorauszusehen. Für 2 Euro kann das doch nicht funktionieren!
Dann packt mich der Ehrgeiz. Wenn die Platte erkannt wird, muss da doch noch was sein. Ein paar Minuten später sehe ich -- es liegt an der Platte, nicht am Gehäuse. Die Platte ist nicht vorformatiert. Formatierung einschalten und Fußballspielen gehen. Bei Rückkehr habe ich eine Festplatte mehr.
Was bleibt? Erstaunen. Auch darüber, dass so etwas für das Geld gemacht werden kann. Ist es Ausbeutung? Gilt das alte Argument der Billigkäufer: Wenn ich nicht kaufe, haben die da drüben gar nichts davon. Außer dass sie arbeitslos sind. Forderung nach Mindestpreisen, analog zu den Löhnen? "Da lachen ja die ökonomischen Hühner!" grinst der Große Vorsitzende Mao in seinem Mausoleum.

Bayern 2 Radio: Ehe und Indianer

Am Morgen in BR2 zwei Sendungen nacheinander. Die eine, als ich einschalte: "Von der Endlichkeit der Ehe und der Unendlichkeit der Liebe". Nun gut. Bemerkenswert dabei: Ein hasserfülltes Liebesgedicht nach der Liebe, an die Verflossene. Von Brentano, glaube ich. Die andere Sendung: Über die Indianer. Wie gut die doch waren. Kein Tier haben sie getötet, das sie nicht zum Essen oder für die Fellkleidung brauchten. Das Reh haben sie um Entschuldigung gegeten, nachdem sie es erledigt hatten. Die edlen Wilden eben.
Was lässt sich sagen? Zwischen dem, was ist, und dem, was wir glauben und sagen, schieben sich die sinnerzeugenden Interpretationen. Amor omnia vincit auf der einen, Endlich bin ich dich los auf der anderen Seite. Die guten Indianer haben auch in einer unendlich grausamen Weise andere gemartert. Geblieben ist davon die witzige Annahme des Marterpfahls bei Bully Herbig und dem Schuh des Manitu. Dabei war das bei den Indianern doch die reine Bestialität, ob diese edlen Menschen nun die Rehlein, nachdem sie sie getötet hatten, um Entschuldigung gebeten haben oder nicht. Gesichert ist: die denkenden Menschen machen gerne glatte Geschichten, die keine Widersprüche haben. Aber die Geschichte ist ein einziger Widersprch in sich.

Freitag, 5. Oktober 2007

Externe Festplatte, zum Ersten...

Nicht ganz ein Spontankauf. Mediamarkt in Innsbruck. Eine Maxtor Onetouch III. 160 GB. 89 Euro. Angeschlossen. Ein ständiges envervierendes Klickern und ein gelbblinkendes Lämpchen. Es lässt sich abspeichern. Aber dieses Klickern. Dazu ein langes Doppelkabel, das zwei USB-Plätze belegt.

Kurz und gut: gleich zurückgebracht. Der Service-Mann weist streng darauf hin, dass er keinen Fehler feststellen könne. Die nächste würde auf jeden Fall eingeschickt. Na gut.

Ersatz ist eine WD Passport, ebenfalls 160 GB. 20 Euro Draufzahlen. Hier ist die Verpackung aus jenem Extremhartplastik, das wohl vor Diebstahl schützen soll. Man bekommt es mit einem sehr scharfen Messer und unter ständiger Selbstverletzungsgefahr auf, wenn man die Verpackung an der passenden Stelle mühevoll einsticht und aufschneidet. Das ist ungefähr so einfach wie einen gerade erlegten Hirsch aufzubrechen. Inliegend diesmal ein Kabelchen von ca. 35 cm Länge, das in dem Tresor nicht zu sehen war.

Na, dann wolln wir mal...
Ja, die Platte funktioniert. Formatiert ist sie auch. Warum sie so schief designet ist. bleibt ein Geheimnis des Herstellers. Unerreichtes Vorbild an Schönheit: die kleine Schwarze von Trekstor.

Dienstag, 2. Oktober 2007

Karl der Dick-Dünne

Haben wir es nicht geahnt? Dass einer, der so aussieht und so auftritt einen Sprung in der Schüssel hat? Aber -- um dem Sinne nach mit Borwin Bandelow zu sprechen: Wer heute wirklich berühmt werden will, der muss einen in früher Kindheit schon gesetzten Schuss haben, sonst klappt das nicht. Oder, um es mit Joseph Beus kontaminiert durch Wolf Wondrastschek zu sagen: "Zeige deine Schusswunde!"

Ach so. Worum es geht?
Es geht um unseren lieben Karl vom Feldlager, also Karl Lagerfeld. Da hat jetzt jemand geplaudert, geschrieben besser, und der SPIEGEL tratscht es weiter. (Danke, SPIEGEL!) Dass Arnaud Maillard, ein ehemaliger Mitarbeiter Lagerfelds was aufgeschrieben hat. Ein Enthüllungsbuch . Titel: "Merci Karl".
Der SPIEGEL:
"Maillard schreibt über den großen Hunger, den der große Lagerfeld vor seiner radikalen Diät hatte, wie er gnadenlos abspeckte und wie seine Eitelkeit parallel zu den purzelnden Pfunden nach oben schnellte. 'Sein Narzissmus wird peinlich', stellte er fest. 'Er redet mit uns, ohne uns anzuschauen, er antwortet und mustert sich dabei über unsere Schulter hinweg in einem Spiegel.'"
Ich meine, wie so oft geht es auf dem Umweg über das besondere Individuum um den Zustand der Gesellschaft. Wäre diese Gesellschaft rational und mit halbwegs geschmacksicherem Urteil ausgestattet, so hätten die Fernsehredakteure und die Zeitungsmacher in dieser Gesellschaft doch sagen müssen, als der dann dürre Lagerfeld in seinen eng anliegenden Hosen daherkam, in Hosen, die immerzu an den verblichenen Rudolf Nurejew in Dienstkleidung erinnerten: "Das ist so peinlich, dass man diesen Menschen KL nicht mehr bringen darf. Und wer sich so kleidet und so benimmt, der kann eigentlich auch keine Maßstäbe in Sachen Mode mehr setzen." Haben sie das gesagt? I wo. Berühmt bleibt berühmt, Quote bleibt Quote, und eitler Wahn bleibt schöner Wahn. Basta! Um es diesmal mit Gerhard Schröder zu sagen.

Sonntag, 30. September 2007

Langbogen-Flucht

Bei Hugendubel gestern, um der Menge auf dem Marienplatz und allüberall zu entkommen: Hingesetzt und einfach gelesen. Clemens Richter, Bogenschießen. Der abendländische Weg. Fasznierend, auch und gerade in der Handwerker-Monomanie mit Eibe und Esche. Die Geschichte, wie der Autor mit dem Flugzeug neben einem Kloster landet und dabei sofort nach dem Aussteigen einen bogenschießenden Mönch trifft, der auch noch dazu mit einem vom Autor vor Jahren angefertigten Bogen schießt, dazu der beeindruckende Meisterschuss in der Manier des Zen, "Nicht Zielen, sondern einswerden mit dem Ziel"-- das alles erinnert an die Fabulierwut von Enquist. Will sagen: Non è vero, ma ben trovato.
Das chinesische Mädchen im violetten Kleid, mit der kleinen Schwester. Anrührend. Viel Leben in der Stadt, auch in der Zeit des Oktoberfestes.

Freitag, 28. September 2007

Rechtschreibreform ad infinitum

Die RSR hatte einen tiefen Sinn: Damit alle ganz demokratisch im Internet mitschreiben können, musste das ganze elitäre Zeug von ehedem offiziell zerstampft werden. Das ist gelungen, und die Reformer verdienen dafür unser Lob. Jetzt kann über Jim Morrison in der Wikipedia-Diskussion mitgeschrieben werden:

Die Mutmaßung über den Drogentod von Morrison finde ich unangepaßt. Auf seinen ausschweifenden Lebenswandel wird ja bereits oben hingewiesen. Ob und das Morrison an einer Überdosis gestorben ist reine Spekulation. Ich werden den Teilsatz deshalb entfernen. Jeder kann und soll sich eine eigene Meinung über Jim Morrison bilden.
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Gerade deswegen sollte der Hinweis auf einen möglichen Drogentod drinbleiben, woher sollte jemand, der keine Biographien Morrisons hat sonst so etwas erfahren?
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Soviel ich weiss, ist die Todesursache offiziell Herzversagen. Es wird vermutet, dass Morrison Heroin seiner Freundin, dass er für Kokain hielt, konsumierte. So gesehen war es ein Unfall... . Aber was für einer wenn er das "Kokain" von ihr bekam und sie schon lange Heroin süchtig war.


"Heroin süchtig" - das gefällt mir besonders. Das ist RSR im Überfluss.

Donnerstag, 27. September 2007

Wahnsinn und Gesellschaft 2

PLUS, die Ladenkette, überschreibt jeden, aber wirklich jeden Preis im Prospekt mit
WAHNSINN!
Ausnahme ist nur der Sonderpreis. Über dem steht dann:
ECHT IRRE!
Nun denn:
Tu delira Germania eme!

Wahnsinn und Gesellschaft 1

Eine von Dämlichkeiten durchglühte westliche Gesellschaft: Sie verleiht Michael Jackson, wenn er konvulsivisch hervorstößt

I'M BAD!

und sich dabei in den Schritt fasst, platinene Auszeichnungen. Die Leute finden das einfach chic! Aber wenn Michael dann an kleinen Jungen rumfummelt, dann geht das natürlich nicht. Dann ist er abstoßend. Findet die schizoide Mehrheit.
Eine Reminiszenz an MJ im Deutschlandradio, von Oliver Schwesig. Warum eigentlich? (Hab da reingeschaltet. Finde die Sendung nicht im Internet. Fast habe ich den Eindruck, dass man ein Recht hat, alles im Internet zu finden. Eigenartige Zeiten das.)

Mittwoch, 26. September 2007

Mass Media Cycle (Circulus medialis maximus)

Auf der Seite 11 der Mittwoch-26.-September-2007-Ausgabe bringt die SZ zwei Artikel.

Einen über eine Website, auf der Airline-Essen dokumentiert werden. Natürlich wünscht man sich eine etwas differenziertere Datenbank (nicht nur Airline, Jahr, von-nach, sondern auch, direkt suchbar: Fleisch-, Fischgerichte, Bewertung, ...). Aber offenlegend ist die Sache allemal.

Sodann: Oliviero Toscani, der mit der Benetton-Werbung-Schock-Fotos von ehedem, hat eine neue Masche oder Aufklärungskampagne gestartet. Thema: Magersucht. Auch die taz und andere berichten davon. Natürlich. Es ist ja auch eine Idee, an der man die Regeln moderner PR-Verflechtungen trefflich studieren kann:

a) ein allgemein negativ gegutachtetes Phänomen in interessanter Atmosphäre
b) schockierende Offenlegung durch das Bild
c) Aufgreifen der Bilddarstellungen durch die Mediem
d) Aufgreifen des Aufgreifens der ...
e) Schneeball-Lawine-Effekt im Tonzyklus bam-bam-bam: c) - d) - c)

Natürlich: Beziehungen und einen recht hohen Bekanntheitsgrad muss man schon haben, damit das klappt.

Microsoft, Gott und der Gerichtsweg

Das Geschäftsleben ist hart, und irgendwie muss man sich ja ins Gespräch bringen. Wer hätte schon vom Rechtsanwalt Feil aus Hannover gehört, wenn der nicht die Idee gehabt hätte, mal -- quasi -- Microsoft zu verklagen.

"Der Anwalt Thomas Feil aus Hannover hat nun eine Anzeige gegen Unbekannt eingereicht, da dieses Vorgehen von Microsoft einen Verstoß gegen §303a StGB darstellt. Dieser Paragraph stellt Veränderungen von Daten unter Strafe. Vorerst läuft die Anzeige gegen Unbekannt, da ermittelt werden muss, ob Microsoft Deutschland für die heimlichen Updates verantwortlich ist.

In seiner Anzeige nennt Feil das Unternehmen Microsoft bereits als Verdächtigen. Wenn der Staatsanwalt der gleichen Meinung ist, dürfte ein interessanter Prozess entstehen, denn die Redmonder haben das Vorgehen bereits zugegeben. Allerdings kann es noch so genannte Rechtfertigungsgründe geben - dazu zählt beispielsweise eine mutmaßliche Einwilligung. Allerdings wird dies wohl kaum vertretbar sein, denn der Protest der Windows-Nutzer war groß."
(Ausführlicher hier.)

Wobei, seien wir ehrlich und sehen wir klar: Er kommt zu spät, der RA Feil aus Hannover. Denn der Senator von Nebraska, Ernie Chambers mit Namen, hat doch tatsächlich GOTT verklagt. Also nicht Karel oder sonst einen irdischen Gott, sondern den richtigen, den allmächtigen Gott. Und damit hat er es in die Weltschlagzeilen geschafft. Das nenn ich clever!

Montag, 24. September 2007

Netzstandards, gewünschte: Datum bei Beiträgen

Ich habe via Google nach Möglichkeiten gesucht, TV-Signale im Haus drahtlos zu übertragen. Ich finde natürlich vielen Hinweise. Was wieder einmal auffällt: Wenn bei einem Beitrag nicht ein Datum dabei steht, ist die Sache schwierig bis sinnlos. Was nützen mir -- schnellebige (sic) Zeit! --, wenn ein Hinweis aus dem Jahr 2004 ist? Also die Bitte: dass bei technischen Hinweisen und Hilfen das Datum der Erstellung und der Aktualisierung an erster Stelle des Beitrags steht.d

Freitag, 21. September 2007

Wikipedia und die Makler-Mäkler

Das Folgende ist aus der Diskussionseite zum Artikel "Makler"; es lässt sich natürlich auf das gesamte WP-System anwenden:

Zum Artikel: -Im Artikel steht ein solcher Unfug wie ich ihn selten hier gelesen habe. Imo sollte man den einfach bis auf das Wichtigste löschen und sperren. (Der vorstehende, nicht signierte Beitrag stammt von 80.131.229.97

Dann schreibe ihn doch um! WP:SM --Spongo
Sehr richtig! Die Einlassungen -- und vor allem der Ton! -- zeigen, dass dieser WP-Nutzer das WP-Prinzip nicht verstanden hat. Wer genug Sachverstand hat, dass er kritisieren kann, der ist verpflichtet, diesen Sachverstand durch Artikelbearbeitung und -verbesserung einzubringen. WP ist kein Restaurant, bei dem die einen die Köche und die anderen die Gäste sind, die herummäkeln dürfen, wenn es ihnen nicht schmeckt. --Delabarquera 09:15, 21. Sep. 2007 (CEST)

Donnerstag, 20. September 2007

Anne Will (Titelschutz)

In der ZEIT (Nr. 39 / 20.09.2007, S. 3) titel Patrik Schwarz: "Die Anne Will in uns". These: Moderatoren-Stil beherrscht das Land. Der Gedanke etwas willkürlich, aber nicht uninteressant.

Das bringt mich jetzt aber dazu, dass ich überlege, Titelschutz für folgende Titel zu beantragen:

Anne Will ...

... nicht schweigen / sich endlich outen / noch mehr / nicht mehr / (k)einen Cowboy als Mann / alles.

Na ja, und all das, was mir heute nachmittag noch so einfällt.

Wortanatomie: der Schnösel

Wir suchen ein Nachmieter für ein Haus. Da kommen unterschiedliche Menschen, um "das Objekt" zu besichtigen. Einer davon war ein junger Manager. Er ging herum. Sein Blick zwischen kühl und kalt. Wenige Worte. Ist mit so einem Menschen ein normales Gespräch möglich.?
Ich will es jetzt mal wissen. Als ich frage, was er denn beruflich so macht -- eine Frage, die man wohl stellen darf, wenn jemand ein Haus mieten will --, da erfahre ich, dass er von Frankfurt zur Niederlassung der durchaus weltbekannten Firma NN im Münchener Süden wechselt. Nun gut. Es geht gelingt mir sogar, den recht jungen und sicherlich in seinem Metier erfolgreichen Mann ansatzweise in ein Gespräch zu verwickeln. Über die doch sehr hohen Mieten in München. Zwei Sätze, dann Stopp. Ein paar Informationen über das Haus, ja, die solle ich ihm doch noch per Mail schicken. Dann ist er weg. Ich schicke die Informationen. Mit der Bitte um eine kurze Antwort.
Weshalb das Treffen mit dem jungen Mann dennoch für mich von Nutzen war? Weil es mich dazu gebracht hat, wieder einmal über ein altes, selten nur noch verwendetes, aber vielleicht doch gebrauchtes, heißt: nach wie vor notwendiges Wort nachzudenken. Der Schnösel.
Was ist ein Schnösel?
Nun von der Wortnachbarschaft, der Kollokation her, ist der Schnösel jung. Mein junger Mann war, geschätzt, so knapp unter 40 und damit zum wirklich jungen Schnösel 20 Jahre zu alt. Aber es ist eben so, dass sich manche Männer nicht nur ihre Jugend, sondern auch ihre Schnöseligkeit über die normale Zeitspanne hinaus bewahren. Mein Beispielheld war so einer.
Sodann: Es heißt der Schnösel. Der Schnösel ist maskulin. Natürlich gibt es auch junge Frauen, die jung, extrem tüchtig und so unangenehm im Umgang sind, dass ich ihre Gesellschaft meide oder, wenn unvermeidlich, bei sich biedender Gelegenheit, fliehe. Aber, abgesehen davon, dass die Zahl der Frauen-Quasi-Schnösel geringer ist als die der Mann-Schnösel, das Wort wie das mit mit dem Wort Bezeichnete ist und bleibt im Kern maskulin.
Der erweiterte Kern des Wortes, der Begriff: Eine bestimmte Mischung aus tatsächlicher oder zu erwartender Tüchtigkeit im Sinne der Tüchtigen der Gesellschaft, emotionaler Unterversorgtheit und dem instinktiven Annehmen, dass die eigene Person den meisten anderen Menschen überlegen sei. An Wichtigkeit, Können und Einkommen. Das gehört zum Schnösel
*
Bleiben zwei Fragen: Was ist, wenn sich zwei oder mehr Schnösel privat begegnen? Sie halten den jeweils anderen für unangenehm und glauben, sie seien ganz anders als er. Diese Fähigkeit zur spontanen Ausbildung eines blinden Flecks hat natürlichi nicht nur der Schnösel, aber er hat sie sehr ausgeprägt.
Und: Was ist, wenn der Schnösel auf einen normalen Menschen trifft. (Ja, doch die normalen Menschen mit normalen, angenehmen Umgangsformen gibt es. Man findet sie übrigens oft unter Münchener Handwerkern.) Nun, dann ist der Schnösel dem normalen Menschen zum Davonlaufen, und der Schnösel findet, wie zu erwarten, den normalen Menschen einfach nicht wichtig genug. Nicht zu seiner Kaste, der Kaste der Wichtigen und Erfolgreichen, gehörig.
*
Ach so, ja. Die erbetene Antwort auf meine Mail habe ich von meinem Schnösel natürlich nicht bekommen.

Mittwoch, 19. September 2007

Sex mit dem Volksmund

Noch ein Zitat aus der "Webpräsenz" der Damenzeitschrift ELLE (hier ohne die Pünktchen des Originals):

"Dirty Talk ist für Sie Neuland? Dann beginnen Sie im richtigen Moment damit! Ein ungewohnt explizites "Lass uns jetzt sofort vögeln", während Anne Will Gruselnachrichten zur Gesundheitsreform verliest, wäre für Ihren Partner sicherlich eher verblüffend. In erregtem Zustand dagegen findet er es toll, eine neue Seite an Ihnen zu entdecken. Der beste Zeitpunkt, in die Kunst des Dirty Talk einzusteigen, ist deshalb -- natürlich -- beim Sex."

Und weil so etwas immer mal gut ist, um die Seite etwas häufiger aufgerufen werden zu lassen (was ich ja sonst streng vermeide, weil nichts Populistisches an mir ist), also diese Liste und gleich dazu die Weise ihrer Erzeugung (!):
Nein, dazu habe ich jetzt keine Lust. (sic) Das ist doch einfach öde.
Ach ja, und das noch: Mit der Emanzipation der Frau geht auch ein Fortschritt in Richtung verbaler Explizitheit einher. Es tönt fast wie bei den Männern. Ein Fortschritt für die Frauen, nehme ich an. Jedenfalls für die, die sich ale Jungdynamikerinnen sehen. Es muss aber vielleicht doch erlaubt sein, diese Richtung der Entwicklung die Dämlichkeitsemanzipation zu nennen.

Wasserregister ...

... heißen die Wärmetauscher bei Kaminöfen. Habe ich heute von einem netten Kaminkehrermister gelernt. Mein Modell eines Ofens, der einfach mit Wasser ummantelt ist, ohne gleich an die Zentralheizung angeschlossen zu sein, wollte er nicht gelten lassen. Irgendwas wird da zu heiß, meint er. Und ich bin trotzdem sicher, dass ein Stahlbehälter mit Ofenrohr das Beste wäre. Ach und, ja: die Verkalkung: Unser Wäschetrockner erzeugt übers Jahr genug Kondenswasser, um den Wasserbehälter unverkalkt zu lassen. Ich werde also das Modell selbst zusammenschweißen müssen. Nun gut.

Wenn jemand, der den Weg auf diese entlegene Site findet, mir zuvorkommen will, hier die erste Modell-Zeichnung. (Nein, so ganz maßstagetreu ist die jpg-Umwandlung nicht; aber wir wissen was gemeint ist, nicht wahr?)

Montag, 17. September 2007

Anne Will

Die meisten werden die erste AW-Sendung gesehen haben. Der mediale Werbeeinsatz vorher war ja auch entsprechend hoch.
1.Also: Thema "Wert der Arbeit". Ja, warum nicht. Wichtig.
2.Die Geladenen. Immer schwierig. Alle farblos. Am besten noch René Obermann von der Telekom. Kurt Beck einfach nervig mit seinem Parteigequengel, das keinen interessiert. Rüttgers deutlich ruhiger und dadurch besser. Unklar allerdings, wie seine Argumen- tation in der Mindestlohn-Frage läuft wenn a) das Beispiel mit den 5 Euro steht und also klar ist, dass das »freie Spiel der Kräfte« Gewerkschaft gegen Kapitalseigner nicht mehr funktioniert und wenn b) die meisten europäischen Länder einen solchen Mindestlohn haben. Auf Frau Käßmann, Beschöfin, wurde vom sonst sehr gut berichtenden Experten durchgehend mit Frau Kläsmann angesprochen.
3.Summe Gäste: Vielleicht wäre es am Besten, wenn immer nur 1 Politiker geladen würde und auf Experten unddas Volk trifft.
4.Der Einfall, eine Betroffene und einen Experten zu Wort kommen zu lassen war gut. Die Betroffene, eine Ingenieurin, die für 5 Euro Stundenlohn in einem Call-Center arbeitet und es als demütigend empfindet, dass sie dann auch noch Ergänzungsgeld bei einem Amt abholen muss.
5.Verwirrend das »Bühnenbild«. Irgendwie postmodern-mediale Schrankwand. Ein wenig kleiner und vor allem ruhiger hätt es auch getan.
6.Die Moderatorin: sehr gut. Ruhig, unaufdringlich, ruhig nachfragend und steuernd.
7.Alles in allem: eine gute Sendung als Form, im Detail natürlich verbesserbar.

Samstag, 15. September 2007

Meistgesuchten Google-Begriffe

2005 waren das die meistgesuchten Google-Begriffe. Was sagt uns das? Viel.

  • ? Welche Wörter und Wendungen kenne ich gar nicht, bzw. weiß nicht, was sie hier bedeuten sollen?
  • Welche Wörter wurden unterdrückt, weil nicht political correct?

    Myspace
    ?Ares
    ?Baidu
    ?wikipedia
    orkut
    iTunes
    ?Sky News (Warum so oft gesucht?)
    World of Warcraft
    ?Green Day (Der Tag, an dem die Green Cards ausgegeben werden?)
    Leonardo da Vinci

Eine neue Form des Spam

Ich bekomme eine Mail, angeblich von mir selbst.


das großzügige Angebot, das Folgende zu Super-Konditionen zu kaufen!



Freitag, 14. September 2007

Aspekte des Umgangstons im Netz: Drohen und Beleidigen

Natürlich frage ich mich auch gelegentlich, was ein Anonymus an Beleidigungen im Internet so alles von sich geben darf. Wird also so etwas von der Staatsanwaltschaft verfolgt oder ist das Sache einer Privatklage, bei der der Angepöbelte und Bedrohte die IP -- und den Menschen hinter der IP -- gefälligst selbst herauszufinden hat?

Flüge, Klimawandel und Dämlichkeit

In der Schule stellt der Lehrer das Thema für die Erörterung: "Muss angesichts des Klimawandels der Flugverkehr für Urlaubsreisen eingeschränkt werden?" Lustlose Arbeitsatmosphäre. *gähn*
Im Fernsehen fliegt vorgestern ein immer frischfröhlicher Jungredakteur mal eben in die USA, um dort zu überprüfen, ob man, wie im Werbespot gezeigt, wirklich mit dem neuen, starken Küchenmixer auch Coloa-Dosen und Handys zerkleinern kann. Er hat einen normalen Mixer, der gegen den neuen, starken anderen antritt. Was da in den Mixern vor sich geht, das wollte doch jeder schon mal wissen. Dafür muss man mal eben in die USA jetten.
Außerdem das Totschlag-Argument: Am Urlaubs- und am generellen Unterschichtsfliegen* hängen Arbeitsplätze! Nicht nur bei Aldi. Aber eben auch da. "Traumreisen zu Aldi-Preisen."
Nicht dass das Evolutionsprodukt 'menschliche Dummheit und Kurzsichtigkeit' nicht schon dichterisch erfasst wäre. Es nutzt nur nix.
Wir erinnern uns:
  • "Glücklich ist, / wer vergisst, / was nun mal nicht zu ändern ist."

Die ökologische Dämlichkeit des Menschen ist also ein Produkt der Evolution. Wir kommen gegen sie nicht an. Sie ist stärker als Sex und das Bedürfnis nach Speis und Trank. Was uns in den nächsten fünf Jahren nicht unbringt, ist uns recht.

  • "Kost's Benzin auch drei Mark zehn / scheißegal, es wird schon geh'n. / Ich geb Gas, / Ich geb Gas! / Ich will Spaß. / Ich will Spaß!"

Und, wir erinnern uns noch, was wir auch noch wollen? Wir, als großes kollektives Ich?

  • "Ich will Genuss sofort!"

NACHWORT: Auf Phuket stürzt eine Maschine ab. Billigflieger. Urlaubflieger. Die Lemminge sind unterwegs. Ich glaube, es gibt tatsächlich Leute, die damit angeben, dass sie mal wieder just for fun einen kleinen Teil der Atmosphäre ruiniert haben. Es war ja auch nur ein winziges Stückchen. Und die anderen machen es doch auch. Warum sollte da ausgerechnet ich zurückstehen?! -- Und wetten: Wenn das Wasser, von der Nordsee kommend, seinen Weg durch die Norddeutsche Tiefebene gefunden hat und in den Hügel von Thüringen zur zentraldeutschen Haustüre hineinschwappt, werden die deutschen Fernost-Urlauber dastehen und auf ihr Recht zu Fernreisen beharren. Es ist nun einmal so: Der Mensch als solcher hat für einen Zeitraum, der über fünf Jahre hinausweist, kein Sensorium. Das wissen wir doch. Warum sich also aufreagen. Deshalb hat man ja in der Sowjetunion auch immer Fünfjahrespläne gemacht. Fünf Jahre wird es schon noch gehen. Und dann? Nach uns die Sintflut. Was denn sonst. Traurig stimmt nur, dass die, die da den Untergang bereisen, keine sprachlichen Mittel haben, um wenigstens eine Ode zu hinterlassen. (Was würden wir -- schauen wir vom Wasser ins Feuer -- drum geben, wenn wir eine CD mit Neros Gesang kaufen könnten!)

---

* Dieses Wort nehme ich zurück. Natürlich fliegen auch brave Bürgersleut' und auch Oberschichtler nach Thailand oder sonstwohin, nur um sich dort die Haut verbrennen zu lassen.

Montag, 10. September 2007

Wechseljahre -- Wechselzeiten

Man fragt sich ja schon, wie sich rechte Muslime und vor allem Musliminnen fühlen in dieser Gesellschaft. Wenn sie mit Kopftuch oder gar tief verschleiert an einer Plakatwand vorbeigeht, auf der ein Triumph-Model im knappen Büstenhalter abgebildet ist. Ein Gesamtbild, das dann ein Fotograf auch gleich einfängt und in die Zeitung setzt.
Oder wenn eine Frau im STERN mit Bild und vollem Namen über ihre Wechseljahre berichtet und dabei angibt:
Nach einem halben Jahr habe ich gesagt: Schluss damit - ich nehme Hormone. Nach einigem Experimentieren habe ich das richtige Präparat gefunden, und schon nach einer Woche waren alle Symptome verschwunden. Ich war wieder gut gelaunt, schlief die Nächte durch und hatte Lust auf meinen Mann. // In jeder Ehe sollte Sex ein fester Bestandteil sein. Wer sagt, er braucht das nicht mehr, der kann doch gleich alleine leben, das ist viel einfacher. Ich kann trotzdem abends mal nein sagen, wenn ich müde bin und keine Lust habe. Dann wiederum wecke ich meinen Mann unter Umständen nachts um drei Uhr, wenn ich wach werde. Klar kann man um die Zeit Sex haben!
Zwei Fragengruppen: 1. Muss das in der Zeitung stehen? Was bezwecken die Frau und der STERN damit? 2. Was macht diese Frau mit 60, 70, 80, so Gott will mit 90 oder 100? Nimmt sie dann immer noch Hormone?
Und dazu, weil diese Frage heutzutage wahrscheinlich von vielen in der Zielsetzung gar nicht verstanden wird, die Erläuterung: Gehört es nicht zu einen vernünftigen Leben, dass man lernt, sich mit Evolution und biologischen Gegebenheiten abzufinden? Ja, sicher, es ist ein Kennzeichen des Menschen, dass er gegen Alterserscheinungen angeht. Aber wann fangen die Leute an, sich damit abzufinden, dass sie älter und dann alt werden. (Schon merkwürdig: dass der Komparativ weniger alt meint als die einfache, die "positive" Stufe dieses Adjektivs. Noch einmal bemerkenswerter, dass die linguistische Terminologie in der Wikipedia das schon aufgenommen hat: "Es werden diese fünf Steigerungsstufen unterschieden: Positiv (lat. ponere - festlegen) // Komparativ (lat. comparare - vergleichen) // Superlativ (lat. superferre - herausheben) // Elativ (lat. efferre - herausheben) // Exzessiv")
Weil auch das, was ich meine, noch einmal summarisch falsch verstanden werden kann: Nein, ich habe nichts gegen diese Frau und ihre Hormoneinnahme. Ich versuche sie und ihre Bereitschaft, sich damit in die Illustrierte setzen zu lassen, als Zeichen für die Gegenwart zu sehen und zu sagen: Schon gut, aber -- nein, selbstverständlich ist das nicht. Zumal solch liberale Menschen wahrscheinlich auch noch dafür eintreten, dass andere Kulturen natürlich auch das Recht haben, ihre je eigenen Ansichten zu haben. Nur dass eben bei vielen Kulturen dazugehört, das liberale Element dieses Exhibitionismus nicht zu tolerieren.
Und auch hier, bei dieser ambitionierten Kopftuch-Frage, lohnt sich der Blick.

Sonntag, 9. September 2007

Metaphern: die Digitalwaage (Korona vs. Soehnle)

Vor ein paar Jahren: beim Mediamarkt in Innsbruck eine formschöne digitale 100-g-Waage der Firma Korona gekauft. Sie war nicht allzu teuer. Irgendwann erst dämmerte mir, dass diese Waage nicht zu gebrauchen war. Warum? Weil sie, wenn man fünf Mal nacheinander daraufstieg, manchmal vier verschiedene, mindestens aber zwei verschiedene Werte anzeigte. 200-g-Waagen schaffen es relativ leicht, dass sie das Gleiche anzeigen, wenn nacheinander das gleiche Gewicht darauf gestellt wird. Abei 100-g-Waagen schaffen das nur die guten. Vor ein paar Monaten, die neue Waage von Soehnle, die bekommt das hin.
So, und jetzt können wir darüber nachdenken, was das wohl bedeutet, wenn wir das Ganze als Bild nehmen und auf die Politik und im Zweifelsfall auf die Philosophie des Lebens übertragen.

Donnerstag, 6. September 2007

Beyonce

Are Eva Longoria and Beyonce lesbian lovers?

Who knows?

(But as far as I know -- they are not!)

Freitag, 17. August 2007

Harry Potter 7 auf Französisch

Es ging durch die Zeitungen. Beispielsweise im SPIEGEL:
Harte Bandagen: Ein 16-jähriger Schüler aus Aix-en-Provence ist von der Polizei festgenommen worden, nachdem seine französische Übersetzung des jüngsten Harry-Potter-Romans im Internet aufgetaucht war. [...] Die Ermittler hätten gestaunt, wie "professionell" der 16-Jährige das Buch übersetzt habe. Die Website ist mittlerweile gesperrt.
Auf der anderen Seite hätte man doch gerne gewusst, ob die noch vorhandene Übersetzung die gemeinte ist. Oder ob es zwei französische Übersetzungen gibt, von denen nur die eine "gesperrt" wurde. Die jedenfalls, die es noch gibt, ist nicht von einem Schüler, sondern von einem Übersetzer-Gremium + Korrekturlesern erstellt worden, und die Übersetzung ist nach Auskunft des kompetenten Lesers H. nicht recht lesbar. Was den Leser F. nicht daran hindert, sie sich komplett und sehr schnell reinzuziehen.
Tja, und so ein Buch möchte man doch auch mal geschrieben haben:
"C'est le "meilleur livre de tous les temps. J'ai adoréééé les derniers chapitres", a confié un internaute non identifié sur le site internet Mugglenet, tandis qu'un autre y déclarait que c'était "le livre le plus extraordinaire de tous les temps". "

Sonntag, 12. August 2007

Das wahrhaft Schreckliche

Wenn die Einfach-Menschen die anderen Einfach-Menschen herbeirufen, um sich bestätigen zu lassen, dass das Einfach-Menschentum die einzige Möglichkeit der Existenz ist.

Versuch

Was passier eigentlich, wenn man hier >> Kleiner Hinweis zu "Revertiertem" nachschaut?

Samstag, 11. August 2007

Deutschlandfunk -- Kontakt

Versuchen Sie doch mal, dem Deutschlandfunk wegen irgendeiner guten und hochinteressanten* Sendung eine E-Mail zu schicken. Wenn Sie die Suche nach einer vernünftigen E-Mail-Adresse aufmerksam mitverfolgen -- reflektieren sozusgen, dann werden Sie feststellen, dass beim Deutschlandfunk** viel Gehirnschmalz darauf verwenndet wird, damit so ein Sender
a) als welt- und höreroffen dasteht und aber gleichzeitig
b) nicht zu viele E-Mails bekommt, dass er in den Mails ersäuft bzw., was sender-fiskalisch auf das gleiche rausläuft, drei neue Bürokräfte für die Beantwortung der Mails anstellen muss.
Dieses Zwickmühlige zu bewältigen, muss wohl eine Expertengruppe eingesetzt worden sein.
Also doch endlich einmal die Schritte im Einzelnen***:
1. Sie finden die Seite des Deutschlandfunks. Das ist,wie sich denken lässt, weiter kein Problem.
2. Sie suchen nach dem allseits bekannten Wort "Kontakt".
3. Da machen wir morgen weiter. Oder übermorgen. Oder irgendwann. Oder nie.
---
* Btte nicht: hoch interessanten!
** Wie natürlich bei jedem anderen vergleichbaren Sender!
*** Je nun, was machen wir in puncto / punkto / Puncto / Punkto Rechtschreibreform mit und was nicht? Man lacht sich kaputt!

Rechtschreibung, pragmatisch gesehen

Auf die Rechtschreibung gibt man ja heute nichts mehr. Aber dann bleibt doch die Frage im Raume: Würden Sie von jemandem bei Ebay etwas kaufen, der formuliert:

Privatverkauf dacher keine Garantie umtausch oder rückname.
[Diesmal keine Quellenangabe.]

Donnerstag, 9. August 2007

Plenzdorf † 09.08.2007

Im Deutschlandfunk gedenkt man Plenzdorfs. Die Moderatorin telefoniert darum mit: "Ingo Schulze (* 15. Dezember 1962 in Dresden) ist ein deutscher Schriftsteller". Wunderbar der kleine Kampf, der sich in diesem Totengedenken entspinnt. Schulze will über die "Legende von Paul und Paule" sprechen, die Moderatorin hat vor allem "Die neuen Leiden des jungen W." vorbereitet. Es geht hin und her. Schulze bemüht sich. Die Moderatorin insistiert. Immer noch ein Ost-West-Konflikt. Schulze sagt, dass er ja eine andere Generation ist.
Und Plenzdorf ist trotzdem tot.

Dr. Irabu, Deutschlandfunk

Eine attraktive, wenngleich ständig mürrische Krankenschwester. Der Patient Yamashita. Hideo Okuda, der Autor. Dr.Irabus Patienin. Und die Krankheit bei Golfspielern, hieß die nicht Morbus Binswanger, Multiinfarkt-Demenz, subkortikale arteriosklerotische Enzephalopa- thie, also SAE? Nicht Übs oder Ybs oder Yps oder Üps.

Wirklich komische Bellestrik. Man kann sie auch schnell bei Amazon bestellen, diese Belletristik:

Die seltsamen Methoden des Dr. Irabu. Von Hideo Okuda. (Matthias Pfeifer, Übersetzer) EUR 8,00.

Dienstag, 7. August 2007

Geld, Gier und Geltungssucht

Ein Zitat, das verbreitet zu werden verdient:
"Wie sich der kleine Moritz die Weltgeschichte vorstellt, so ist sie auch."
Und weiter:
Gilt dieses Wort Kurt Tucholskys über Stupidität und Eigennutz bei manch historischer Entscheidung auch für das globalisierte Bankwesen? Wie sich gerade im Prozess gegen einst führende Manager der österreichischen Bank für Arbeit und Wirtschaft (Bawag) in Wien beobachten lässt, kann es beim großen Geld noch dümmer und lächerlicher zugehen.
Süddeutsche Zeitung 178 / 4. August 2007, Seite 3
Damit aber die Österreicher nicht allein so schön eigennützlich dastehen, hat Deutschland natürlich nachgezogen:

BANKEN: Ende der Sorglosigkeit
Die Fast-Pleite der Mittelstandsbank IKB zeigt, wie schnell die aktuelle US-Immobilienkrise hiesige Institute erreicht. Und die Gefahren sind noch lange nicht gebannt. Auch in den Bilanzen anderer großer deutscher Geldhäuser lauern gewaltige Hypotheken-Risiken.
DER SPIEGEL 32, 06.08.2007

Vogelnest mit Vogelspinne?

Lustig klingt, was die Süddeutsche gestern aus Peking, der zukünftigen Olympia-Stadt vermeldet:
Hinweisschilder sollen bis dahin in korrektem Englisch verfasst sein und nicht mehr so unfreiwillig komisch klingen wie der Hinweis in einem Fitness-Studio: "Verstauchen Sie sich den Knöchel vorsichtig." Computer sollen Computer heißen und nicht mehr "electric brain machines", und auf Speisekarten soll der Krebs "crab" heißen und nicht "crap", denn das könnte den englischsprachigen Olympia- touristen abschrecken, weil crap nämlich "Scheiße" heißt. Überhaupt die Speisen: Es gibt bekanntlich eine Vielzahl davon in China, 6000, sagt Chen Lin, und die bekanntesten und populärsten will man ebenfalls übersetzen. Das wird sicherlich hilfreich sein, aber vielleicht nicht in jedem Fall. Denn auch wenn das beliebte vegetarische Gericht mit dem Namen "Buddha springt über die Mauer" in makellosem Oxfordenglisch daherkommt - den kulinarisch uneingeweihten Besucher könnte es trotzdem verwirren.
Süddeutsche Zeitung 178 / 4. August 2007, Seite 3.
Quelle (für SZ-e-Paper-Abonnenten)
Gar nicht lustig klingt, was Bayern 5 heute morgen mitteilt. Die Kritik von Amnesty International an China, die man auch andernorts nachlesen kann:
Gut ein Jahr vor den Olympischen Spielen von Peking gibt es in China laut Amnesty International noch immer gravierende Menschen- rechtsverletzungen. Die Regierung habe ihre Zusagen gegenüber dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) nicht eingehalten, beklagt die Menschenrechtsorganisation. Bürgerrechtsaktivisten würden verfolgt, Menschen ohne Gerichtsverhandlung inhaftiert, inländische Medien kontrolliert und das Internet zensiert, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Bericht.
Ja nun -- jetzt fragt sich wieder mal, ob man in einem solchen Fall durch internationales Ächten oder Umarmen die Situation verbessert. Muss sich Peking jetzt verändern, weil die Welt hinschaut, oder sitzt eine stolze kommunistisch-kapitalistische Regierung so was einfach aus?

Sonntag, 5. August 2007

Joschka Fischer

Weil ich vor ein paar Tagen J. F. hier erwähnt habe: Wer denkt noch an ihn? Und doch ist die Vita erstaunlich.
Ausschnitt aus der Wikipedia:

Fischer wurde als drittes Kind eines Metzgers geboren. Die Eltern mussten als Ungarndeutsche 1946 ihren Wohnort Budakeszi, eine im Jahr 2000 zur Stadt erhobene Gemeinde nahe Budapest, nach Langenburg im Hohenlohischen verlassen. Der von ihm geführte Vorname leitet sich von Jóska ab, einer Verniedlichungsform des ungarischen Vornamens József.

Noch vor Beendigung der Untersekunda (10. Klasse) verließ Fischer 1965 das Gottlieb-Daimler-Gymnasium in Stuttgart-Bad Cannstatt ohne Abschluss und begann in Fellbach eine Lehre als Fotograf, die er 1966 abbrach. Während seiner Jugend war er als Ministrant in der katholischen Kirche aktiv.

Danach arbeitete er vorübergehend als Spielwarenverkäufer. Im November 1966 starben Fischers Schwester und sein Vater.

Am 29. Oktober 2005 heiratete er in Rom Minu Barati (* 1976), mit der er seit Sommer 2003 zusammen lebt. Erstmals öffentlich hatte sich Fischer mit der Tochter eines iranischen Oppositionellen am 26. November 2004 auf dem Bundespresseball in Berlin gezeigt.

Die vier vorherigen Ehen Fischers – mit Edeltraud Fischer (Geschäftsfrau, verheiratet von 1967 bis 1984), Inge Vogel (Architektin, verheiratet von 1984 bis 1987), Claudia Bohm (Journalistin, verheiratet von 1987 bis 1999) und Nicola Leske (Journalistin, verheiratet von 1999 bis 2003) – endeten jeweils mit einer Scheidung.

Mit Inge, der zweiten Ehefrau, hat Fischer zwei Kinder, einen Sohn und eine Tochter. Im April 2005 wurde er zum ersten Mal Großvater.

Joschka Fischer nahm 1999 ein im Auftrag der Zeitschrift GEO von dem Heraldiker Dieter Krieger entworfenes Familienwappen an.


Das mit dem Familienwappen finde ich am schönsten. Einfach rührend.
Ansonsten: Ein großes Vorbild für alle Schul- und sonstigen -Abbrecher natürlich. JF hat ja gezeigt, wie man es mit Mutterwitz und Politik auch ohne Abitur usw. doch noch zu etwas bringen kann.

Samstag, 4. August 2007

Die Wikipedia ist klasse...

... schon allein deshalb, weil man nirgendwo sonst sehen kann, mit wieviel Emotionen Demokratie und Wissensfestellung verbunden ist. Ein Auszug aus einem Hin-und-Her von heute:
Ichh lege einen WP-Artikel über Oliver Thienhaus an, weil über den in der Süddeutschen Zeituung ein Artikel steht. Und immerhin ist Thienhaus Weltmeister im Bumerangwerfen, in einer bestimmten Disziplin, die der Artikel nicht genau benennt. Ich gehe davon aus, dass WP so aufgebaut ist, dass man so einen Artikel beginnt und andere, die mehr wissen, setzen ihn fort.
Kaum hatte ich den Artikel online gestellt, war ein Löschantrag da.
...

Damit so was nicht untergeht ... ... doch noch mal hierher. Dem geneigten Publikum zur Lektüre. (Nachfolgend alles Zitate aus der der Rubrik "Extrem- schnelllöschung".) Man beachte bitte die Zeitangaben! Welche Art von Verständnis des Begriffs 'Diskussion' mag da dahinterstehen? --Delabarquera 12:07, 4. Aug. 2007

Ich habe den Artikel gerade angelegt, nachdem ich den Artikel in der SZ gelesen hatte. Natürlich noch zu wenig. Wer kann nachtragen? Leben: Geboren usw. Sportliche Entwicklung / Titel. --Delabarquera 11:03, 4. Aug. 2007



Für solche Anfänge bitte eine Unterseite deiner Benutzerseite anlegen und erst, wenn es einigermaßen fertig erscheint, einstellen. -- Jesi 11:19, 4. Aug. 2007 (CEST)


Hi, Jesi! Tja, wir haben da am Samstag Vormittag verschiedene Auffassungen: Ich bin der Meinung, dass es überhaupt nicht und niemandem schadet oder weh tut, wenn so eine Seite schon mal normal da steht und zum Weitermachen auffordert. Wenn ein Schaden anggebbar (natürlich nicht nur: Wir (wer?) machen das eben so!), dann denk ich sofort um. Versprochen! -- Ach, und eben bekomme ich die Meldung, mitten im Schreiben, dass die Seite schon gelöscht ist. Das ist doch wieder mal einer von den Schnellschüssen, die ich schon einmal beobachtet habe. Die WP-Jäger des Überflüssigen gehen ständig um? --Delabarquera 11:57, 4. Aug. 2007
Nachtrag: Ich bin heut gut drauf und lache einfach mal: "Diese Seite wurde bereits früher gelöscht. Bitte prüfe, ob eine Neuanlage sinnvoll ist. Falls die Seite nach einer regulären Löschdiskussion gelöscht wurde, wende dich bitte an die Löschprüfung. Logbucheinträge: 11:52, 4. Aug. 2007 Voyager (Diskussion Beiträge) hat „Oliver Thienhaus“ gelöscht (SLA)" Wie kann eine Löschdiskussion stattfinden, wenn im Minutentakt gelöscht wird?1 --Delabarquera 12:01, 4. Aug. 2007


[Buchstäblich im Sekundenabstand hatte ein "Socrates" den Eintrag oben wieder gelöscht. Darum die Nachfrage.]

Nachtrag, wieder Sekunden später wurde wieder gelöscht mit der begründenden Bemerkung, die es verdient, festgehalten zu werden:

12:13, 4. Aug. 2007 Voyager (Extremklugscheissing entfernt)
---
Auf meiner WP-Benutzer-Seite bittet Voyager darum, dass ich aber auch das Folgende hinzufügen möge:

Eine Bitte

Bitte unterlasse es, Diskussionsseiten von gelöschten Artikeln bei mir zu "parkieren". Das halte ich für "Extremklugscheissing". --Voyager 12:14, 4. Aug. 2007

Du solltest meinen letzten Revert ebenfalls in deinem Blog verewigen, der Vollständigkeit halber. --Voyager 12:39, 4. Aug. 2007

Dieser Bitte komme ich natürlich gerne nach. -- Mit der folgenden Bemerkung: dass mich nur zwei Dinge sehr irritiert haben.
a) Das Löschen im Sekundentakt (nachdem ich z. B. beim Bumerangclub e. V. wegen weiterer Informationen angefragt hatte und halt noch ein wenig warten wollte). Das "Parken" -- eine ironische Notlösung, weil mit dieser Maßnahme sonst einfach jede Spur des angefangenen Artikels verschwunden wäre. (Die Sache erinnert mich an einen Witz aus meiner Schulzeit: Haut der Schäl dem Tünnes eins auf die Nase. Dreht sich einmal um die eigene Achse. Brüllt dann den Tünnes an: "Lass dat mit dem Nasenbluten jefällichst! Isch han eine neue Teppisch!")
b) Und vor allem, ganz klar: die Wortwahl. Ich frage mich immer, was das für Menschen sind, die in einer kurzen Auseinandersetzung sofort zu solchen verbalen Mitteln greifen. Was die WP-Hintergründe angeht: Würden sie auch so formulieren, wenn sie mit vollem Namen und Adresse unterschreiben müssten?

Freitag, 3. August 2007

Ideen

Kann man heute guterdings ein Ideenbüro aufmachen?

Wie man so sagt: "Ich trage mich mit dem Gedanken ..."

Donnerstag, 2. August 2007

Post an Celebrities

Stellen Sie sich mal vor, siie sind halbwegs bekannt / berühmt / ... / sehr, sehr berühmt / ein Weltstar. Dann denken Hinz und Kunz, dass sie Ihnen eigentlich mal schreiben müssten. Mit tollen Ideen, einer kleinen Bitte, einem Autogrammwunsch. Was weiß ich. Sie bekommen drei = 3 Briefe pro Tag ... 679 ... 1.817 solcher Briefe pro Tag.
Was machen Sie da?
Sie werfen alles weg (Fans nehmen so was übel!) oder -- Sie organisieren einen Beantwortungsservice. Am besten auch gleich mit einem Unterschriften-Automaten, der ihre Unterschriften auf Autogrammkarten so aussehen lässt, als hätten Sie selbst geschrieben. Kleinere Abweichungen vom Stanardar natülich inklusive. Der Beantwortungsservice gibt den Anfragern das Gefühl, dass es Sie als Person tatsächlich gibt und dass die Fanpost angekommen ist. Ihnen, der Berühmtheit, gibt er die Sicherheit, dass Sie nie mit den Knallknöpfen, die an die berühmten Leute schreiben, etwas zu tun bekommen.
Denken Sie daran, wenn Sie das nächste Mal an Ihre Lieblingsschauspielerin schreiben!

Zur Kritik der Kritik der Selbsternannten

Wer sind die, die von einem anderen sagen, der sei ein "selbsternannter Sonundso"? Oder die und die seien doch nur "selbsternannte XY"?

selbsternannte Börsen-„Experten” oder eben auch, ZEIT-gemäß:
Erst einmal, ein wenig dialektisch: Die, die ihre Kritik da kundtun, sind selbst selbsternannte Kritiker der angeblich "Selbsternannten". Wer hat sie denn zu Selbsternannten-Kritikern bestellt? Sie haben sich eine Masche, ein Schlagwort links oben ins Gehirn gezogen, das sie jetzt immer wieder einmal abrufen. Sollte man die Selbsternannten-Kritiker für vernünftige Menschen halten? I wo!
Dann: Glaubt wirklich einer der Selbsternannten-Kritiker, die folgenden Personen hätten sich um der demokratischen Wahl im Ortsverein der Nicht-Selbernannten gestellt und seien immer wieder einmal legitimiert worden? Fidel Castro, Karl Kraus, Napoléon Bonaparte, Friedrich Nietzsche. (Bitte fortsetzen) Die alle -- und alle ihres Schlages -- waren von einem bohrenden, selbsternannten Selbstbewusstsein so sehr durchdrungen, dass sie doch erstaunt gewesen wären, hätte man sie mit der Denkfigur des "Selbsternannten" konfrontiert. Sie haben sich so sehr selbst ernannt wie einstens Konrad Adenauer, als er sich mit der eigenen Stimme zu Bundeskanzler gemacht hat.
Nun denn, wer etwas auf sich hält, der ernennt sich selbst. Der wartet nicht auf die Dumpfbacken, die ihn aufs Schild heben. Er sagt: "He, hier stehe ich. Hebt mich endlich hoch." Und alle packen an und heben ihn.
Jetzt zum Ausklang analytisch und ruhiger: Die Selbst- ernennungkritiker suchen sich mit feinem Instinkt immer die unteren Chargen aus, an denen sie ihr demokratisches Mütchen kühlen können. An die wirklich großen Selbsternannten, trauen sie sich nicht ran. Ja, sie erkennen sie nicht einmal als Selbsternannte. Denn der Selbsternannten-Kritiker hat eines sicher: Ehrfurcht vor den Erfolgreichen, egal ob er sich selbst ernannt hat oder nicht.
Und die Selbsternannten-Kritiker, hüten sich in die Nähe einer klaren, schlichten Erkenntnis zu kommen: Die Ernannten vom Schlage eines Joschka Fischer, sagen wir mal, die hatten -- haben eine Fähigkeit, die den Selbstbewussten eben auszeichnet.
Solche Menschen wissen instinktiv, wie sie agieren müssen, damit ihre eigenen Parteigänger sie zum Parteichef ernennen.

Und das soll es dann gewesen sein, das große Andere? Diese Fähigkeit zur Manipulation der anderen, die den Erwählten auszeichnet, das macht die Legitimation?! Dass ich nicht lache!

Und bevor ich es vergesse: Ich - ich bin natürlich: ein selbsternannter Kritiker der Selbsternannten-Kritiker. Aber ich habe eben auch nichts dagegen, wenn sich einer in solchen und vergleichbaren Fällen selbst ernennt.

Mittwoch, 1. August 2007

Malware


Ist da denn was dran, frage ich mich? Irfan war doch immer verlässlich und klasse.


Whetzkys Marktwirtschaft

Der Ebay-Anbieter "Whetzky" hat es mir angegetan! Wie der von Japan aus mit kühnem Schwung das Doppelte und Dreifache des ortsüblichen Preises für einen MD-Player verlangt. Sofort-kaufen natürlich, kein langes Bieten. Hut ab! Das hat Stil.

Verkäufer: whetzky( 388 Bewertungspunktestand von 100 bis 499)
Bewertungen: 98,5 % Positiv
Mitglied: seit 01.04.99 in Japan
Angemeldet als gewerblicher Verkäufer


Dann muss natürlich auch noch sein:

Hinweis: Dieses Angebot ist nur ausgewählten Käufern zugänglich.
Bitten Sie den Verkäufer per E-Mail, Sie auf seine Liste ausgewählter Käufer zu setzen.


Wahrscheinlich ist das alles nur ein Code, mit dem man sich an einem Geldwäsche-Unternehmen der Yakuza beteiligen kann. Mit satten Gewinnen für den Trader, versteht sich. (Aber, ihr Herren Strafadvokaten, das ist eine Vermutung unter dem Schutze der Meinungsfreiheit.)


NACHTRAG: Ich glaube, es gibt wieder eine Steigerung!

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Service nach: Deutschland
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Artikelstandort: Tokyo, Japan
Käufer: Mitgliedsname wird nicht veröffentlicht



Architektur

In einer Häuser-Zeitschrift sehe ich etwas, das mich fasziniert. Rostige Eisenkuben in der Wüste von Arizona. Als ich in den ersten Stock zum PC gehe, lasse ich die Zeitschrift liegen. Aber im Gedächtnis sind zwei Wörter: Joy (eingängiger Name, so heißt der Architekt) und Arizona. Dazu, weil die englischen Seiten sicher mehr hergeben: house. Und schon ist eine Seite gefunden, die Rick Joys Werke zeigt. Einfach phantastisch! Wie da das Unbürgerliche, ja das Asoziale in die bürgerliche Ästhetik gezwungen wird! (Das ist, wirklich, keine Kritik. Nur so entsteht eine neue Ästhetik. Ich sage nur: Rap!) Das kaputte des Rosts, die Wüste mit aller Verlassenheit, die Vereinzelung von kaputten, aufgelassenen Siedlungen. Und dann, Kontrast: die hell erleuchteten Fenster.
Überlegungen, die durch Rick Joy herbeigezwungen werden: Wie sieht das elementare, auch elementar kostengünstige Bauen aus? Vorgefertigte Elemente. Verwitterungsfest. Aber eben doch auch: atmend! Wie könnte man solche Elemente hinbekommen? Holz, mit Glas überzogen -- übergossen wäre besser. Und diie Belüftung? Durchlässe? Wie gegen Regen geschützt? (Not the whole planet is situated in Arizona.) Stapel- und verhakbar.
Auf, auf ihr Kreativen! Und wenn ihr es geschafft habt, schenkt mir solch ein Haus!

Sonntag, 29. Juli 2007

Kinder-Völker

SPIEGEL ONLINE* meldet dies:

"Einem Bericht der "Bild am Sonntag" (BamS) zufolge sei dem [in Afghanistan verschleppten und getöteten] Bauingenieur Rüdiger D. zunächst in beide Knie und dann in den Rücken geschossen worden. Dies lasse einen furchtbaren Tod erahnen, da es keinen Sinn habe, einen bereits toten Menschen in die Knie zu schießen, schreibt das Blatt unter Berufung auf einen ungenannten Spitzenbeamten."

Einige Überleguungen:

1. Kann man bei diesen Entführern und Mördern davon ausgehen, dass sie nach derartigen Sinn-Kriterien handeln? Vielleicht wollen sie auch nur bauernschlau vortäuschen, was jetzt geschlussfolgert wird.

2. Apropos Sinn haben: Höchst eigenartig mutet an, dass in Afghanistan wie im Irak Attentäter sich oder ihre Landsleute in die Luft sprengen oder sonstwie massakrieren, um das dann als erfolgreichen Widerstand gegen Besatzung und Feind auzugeben. Und die öffentliche Meinung im Westen akzeptiert diese im Grunde ja doch aberwitzige Interpretation. Es ist, als ob sich einer, um seinem Feind zu schaden, nacheinander die Finger seiner linken Hand abschneidet, um dann, die blutigen Stummel hochhaltend, stolz zu verkünden, jetzt habe er es aber seinem Feind gezeigt! Er sei der Sieger!

3. Die militärischen Probleme in den dem Westen feindlich gesonnenen Gebieten der Welt rühren im Wesentlichen daher, dass sich der Westen eine wirklich brutale Kriegsführung, wie wir sie aus der Vergangenheit zur Genüge kennen, verbietet. Natürlich tut er das, weil er sich in der komfortablen Lage befindet, nicht oder noch nicht um sein Überleben zu kämpfen. Weil die Mächtigen auch die öffentliche Meinungen sich artikulieren lassen. Würden, wie es noch die Doktrin im 2. Weltkrieg war, für einen von Partisanen getöteten Soldaten willkürlich 1o Zivilisten erschossen und jedes Dorf, auf dem heraus geschossen wird, dem Erdboden gleichgemacht, würde sich die Lage vielleicht nicht total ändern, aber der Widerstand wäre ein anderer und irgendwann würde er aufhören. (Die Deutschen haben eine solche Strategie direkt, die Amerikaner und Engländer indirekt, durch Brandbomben, praktiziert. Eine der beiden Terrormaßnahmen hat schließlich einen Sieger hervorgebracht.)

Nicht, dass hier ein solches Vorgehen gefordert wird! Es muss aber klar sein, dass es einem gewissen Fortschritt, eine graduelle Abstufung in der Unterdrückung der unmittelbarsten Bestialität der Kriegführung gibt. Und dass in diesem Zusammenhang der Irak und Afghanistan vom Westen noch wie verrohte, schwererziehbare Kinder-Völker behandelt werden.

---

* Eventuell nur für Abonnenten des Online-Service.

Samstag, 28. Juli 2007

Image von Firmen

Ich nenne mal keine Namen... (Es geht jedenfalls nicht um Opel!)

Was macht ein Unternehmen, das sehr gute Produkte herstellt, aber über die Jahre ein mieses Image aufgebaut hat? (Nicht gemeint: Jeder Popel, fährt 'nen Opel. Oder: Mann mit cremefarbenen Schuhen und weißen Socken + Hut + im Auto = Opelfahrer.)

Umfirmieren? (Muss man sich in jeder Hinsicht erst mal leisten können. 'Aus Raider wird jetzt Twix. Sonst ändert sich nix. (Achtelgenial)) Werbung machen, um das Image zu ändern? (Aussichtslos!) Sich selbst durch den Kakao ziehen, um auf sich aufmerksam zu machen. (Wär einen Versuch wert!) Sagen: So ist es nun mal. Wir haben unsere Stammkunden. Immerhin haben wir unsere Stammkunden! (Sehr defensiv.)

Wer bei Opel, aber natürlich nicht nur dort, eine Lösung in einer solchen Situation sucht, wende sich an mich.

Mittwoch, 25. Juli 2007

Ein Barockmensch

Ich ging davon aus, dass es ein Leichtes ist, Genaueres über diesen Satz zu erfahren: "Er is halt a Barockmensch!." Es genügt,da war ich sicher, barockmensch und franz josef strauß bei Google einzugeben, und schon kommen ca. 70 Seiten daher, die den genaueren Zusammenhang klären: Wer hat das wann warum über FJS gesagt? Aber, siehe da: kein einziger Treffer!

Dabei bin ich sicher, dass einer diesen Satz gesagt hat. Mit vielfältigem Hintergrund: Essen, Trinken, Sex, Politik, Ruhm- und Streitsucht. Körperfülle war wahrscheinlich das eine, das öffentliche Verweisen. Das stille Verweisen auf Sex wahrscheinlich das andere. ("Denkt er dabei an Franz-Josef Strauß, dem eine Prostituierte in New York die Brieftasche klaute oder hat er das österliche Bagdad im Kopf?")

Also mache ich mich mal auf die Suche ...

Montag, 16. Juli 2007

Sehnsucht ...

... heißt das alte Lied der Taiga!

Einmal wieder Zeit haben, um hier etwas Vernünftiges zu schreiben!

Mittwoch, 11. Juli 2007

Saugen

Im Web, nicht erst im Web 2.0, werden neue Wörter kreiert. Wie sollte es anders sein. Einige dieser Wörter scheinen einfach gegeben. Machen ein wenig Schwierigkeiten wegen des Englischen, Eingedeutschten: "gedownloadet". So what! Aber dann gibt es Wörter, die ekelerregend weil dumm und dumm weil ekelerregend sind: "funzen" für "funktionieren" ist dämlich, aber halt normale Dümmlichkeitssprache. (Manche Menschen mögen so was, ungefähr aus dem gleichen Grund, mit dem sie im Feinripp-Unterhemd in den Petersdom zur Besichtigung gehen.)

Wirklich grässlich wird die Sache erst mit dem Verbum "saugen". Das Bild: dass einer an einer Art Gartenschlauch hängt, saugt und saugt und saugt, und dann hat er etwas -- umsonst. Welch ein Triumph! Oder er saugt auf Mallorca an seinem Strohhalm, vor dem "Ballermann" aus einem Plastikeimer Sangria. Oder eben auch: Internet-Fellatio, im Jargon der neuen ungeisteswissenschaftlichen Internet-Eigentlichkeit vorgetragen. Oder, so ähnlich: einen anderen aussaugen und dann sagenhaft reicher Kapitalist sein. Herr Abramowitsch lässt grüßen. Immer weit genug von den Arbeitern entfernt, dass man unmöglich sehen kann, was das Aussaugen, das einem den eigenen Reichtum beschert, in den unteren Kasten so alles anrichtet.

Und am Ende sind es die so Ausgesaugten, die Computerprogramme "saugen", und dazu den ihnen gemäßen Rap. Wenn das kein Triumph des Aberwitzigen ist!

Mittwoch, 4. Juli 2007

Macht

Überliefern wir mal rasch diesen schönen Link, unter der Rubrik "Blicke hinter die Oberfläche der Macht".

Sonntag, 1. Juli 2007

Ach du heilige Grammatik!

Welchen Kasus nach mitsamt? Genitiv oder Dativ? Hier heißt es:

mitsamt Mit Dativ
das Böse mitsamt der Wurzel ausrotten
Er wurde mitsamt seinen Büchern auf dem Scheiterhaufen verbrannt.


Das ist insofern keine sehr glückliche Beispiel-Ansammlung als beim ersten Beispiel "der Wurzel" der Genitiv und der Dativ gleich lauten; beim zweiten lenkt das Bild von der Sache ab. Man fragt sich dauernd: Um wen mag es da gehen. Und dann bleibt noch die hochinteressante (nicht: hoch interessante) grammatiktheoretische Frage, ob denn eine Präposition nicht zwei Kasus "regieren" kann. Entweder einfach so, weil wir in einem Umbruch des Sprachgefühls leben (wegen dem / des) oder weil es eine systematische Unterscheidung gibt, deren Hintergründe wir erst noch bestimmen müssen: mitsamt dem Vogel, nicht: des Vogels. Aber vielleicht doch: mitsamt des Körpers?

Samstag, 30. Juni 2007

Grenzen des guten Geschmacks ...?

Ist das die richtige Überschrift für das hier, wenn den Test eines elektrischen Messerschärfers mit Kenntnisnachweisen über die Rolle von Messern in der Bartholomäusnacht, bei der US-Kavallerie (gegen Indianer) und, ja auch das: der "Nacht der langen Messer" (= Röhm-Putsch) garniert. Auf jeden Fall wieder ein Fund für die Rubrik "Was es nicht alles gibt!"

Donnerstag, 28. Juni 2007

Tessin Traum Albtraum

Manchmal ergeben sich in der Realität Konstellationen, von denen man annehmen möchte, dass sie sich nur ein über-kreativer Drehbuchschreiber ausdenken kann. Es passt eben, dass selbst der Ortsnamen -- der sowieso jeden zuerst an die Schweizer Traumlandschaft denken lässt -- am Ende auch noch einen deutschen Doppelgänger hat. Wie ein Kundiger in der Wikipedia mal eben klarstellt:

Folgende Aussage "Bundesweite Bekanntheit erlangte Tessin Anfang Januar 2007. In der Nacht vom 13. auf den 14. Januar 2007 erstachen zwei 17-Jährige Gymnasiasten ein Ehepaar in deren Wohnhaus in Tessin ..." ist geografisch falsch. Es stimmt zwar, dass dieses verbrechen in Tessin stattgefunden hat. Aber es handelt sich hierbei um das Tessin, dass bei Boizenburg an der Elbe liegt.

Hier also die wenigstens die geografische Sicherheit, die längst keine Sicherheit mehr ist.

Ach, und auch das gleich noch: Ein Psychiater stellt fest, dass die beiden jungen Männer nicht psychisch krank sind. Die Frage muss erlaubt sein, ist der Psychiater geistig in Ordnung? Und mit ihm sein Fach? Es müsste doch in einem solchen Fall sofort eine psychiatrische Fachgruppe eingesetzt werden, die diese Krankheit als Spezialfall des Columbine-Syndroms beschreibt. Es kann ja wohl nicht sein, dass wir Menschen, die so etwas machen, als junge Mörder beschreiben, die dennoch "geistig gesund" sind.