Mittwoch, 25. August 2010

Ein Bier für 73,50 Euro

Die Überschriften oben wie unten sind, wie die Textauszüge, Original-SZ von heute, S. 35.

Hinzugefügt sei: Da wiehert der Amtsschimmel von der Polizei. Und der Journalistin Gudrun Passarge sei gedankt, dass sie es überliefert hat:

Altstadt-Fußgängerbereich-Satzung wird für Schülerin zur teuren Falle
Die 'Tatzeit' ist unstrittig: 25. Februar 2010, 14.50 Uhr. Der 'Tatort' auch: Fischbrunnen, Marienplatz 8. Es war einer der ersten schönen Tage in diesem Jahr, erinnert sich die Schülerin Sophie B. aus Moosburg. Nach Schulschluss schlenderte sie mit ihrer Freundin durch die Fußgängerzone und kaufte sich unterwegs eine Breze und eine Flasche Bier. Ihr Zug fuhr erst um 15 Uhr ab. Deswegen beschloss die 19-Jährige, zusammen mit ihrer Freundin am Fischbrunnen Halt zu machen, Leute zu beobachten, die Sonne zu genießen und 'gemeinsam zu vespern'.
[...]
Im Kreisverwaltungsrefererat zeigt man sich auf Nachfrage der SZ überrascht. 'Zu einer Verhängung von Bußgeldern kommt es immer nur dann, wenn ein Wiederholungsfall vorliegt', sagt Referatssprecher Klaus Kirchmann. Man wolle damit beispielsweise die Punkerszene treffen. Sophie B. beteuert dagegen, bis zu jenem Tag im Februar noch nie etwas mit der Polizei zu tun gehabt zu haben. Es sei ihr erstes Bier in der Fußgängerzone gewesen. 'Und ich sah auch ganz ordentlich aus.' Das Kreisverwaltungsreferat versprach, den Fall noch einmal zu prüfen.

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