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Freitag, 28. Februar 2014

GGS -- Das Spiel

Da hat der Wikipedia-User Geezer im Café eine lustige Idee! Wir wollen diese Idee zu Ehren des Erfinders "Geezers Google-Spiel" nennen und mit GGS abkürzen. Welche Bilder werden gefunden, wenn man bei Google möglichst unzusammenhängende Wörter eingibt. Geezers Beispiel: " Papst Giraffe Regenrinne". Er wählt als lustigstes Bild, das da zu finden ist, dies aus:


Individuell, je nach Cookies, die gespeichert sind? Vielleicht doch nicht. Meine Suche ergibt dieses Bild in diesem Bild-Kontext, ungefähr auf dem zweiten Bildschirm, wenn ich nach unten scrolle. 


Erstaunlich ist, dass man das Spiel relativ einfach auf die Spitze treiben kann. Mein Test "Taubenschlag Thronfolger Sayonara" ergibt einen einzigen Treffer, nämlich dieses Cover: 


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P. S. Seltsam, dass ich das Label "Google-Spiel" schon in der Label-Sammlung hatte. Das hatte ich glatt vergessen.

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Nachtrag: Das mit dem Cover war vorgestern. Heute sind es ein paar Bilder mehr, einige davon durch meinen Eintrag hier im Blog bewirkt. Ja, ja, die Selbstreferentialität eben! (Stand: 01.03.2014)

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Das neue Bild, das mir gut gefallen hätte von einer neuen "Taubenschlag Thronfolger Sayonara"-Suche, ist auf der fraglichen Web-Site leider schon nicht mehr zu fnden. Also hier nur die sehr kleine Darstellung von der Google-Suche. 


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Auf der anderen Seite -- wozu gibt es denn die Ähnliche-Bilder-Google-Suche. Hier schon etwas größer und echter:



(03.03.2014, ein stiller, sonniger Rosenmontag.)

Donnerstag, 27. Februar 2014

Herr Keuner, der Denkende

Heute morgen spontaneamente daran gedacht. An die Keuner-Geschichten. Gesucht. Und sieh da -- Brechts Keuner-Geschichten sind im Netz. Nur halt -- nicht sorgfältig redigiert.

Als Herr Keuner, der Denkende, hörte daß der bekannteste Verbrecher der Stadt New York Ein Spritschmuggler und Massenmörder wie ein Hund niedergeschossen und Sang- und klanglos begraben worden sei Äußerte er nichts als Befremden."Wie", sagte er, "ist es so weit Daß nicht einmal der Verbrecher seines Lebens sicher ist Und nicht einmal der zu allem bereit ist (?) Einigen Erfolg hat? Jeder weiß, daß die verloren sind Die auf ihre Menschenwürde bedacht sind.

So also sollte es wohl heißen. (Wobei man die daß- / dass-Frage natürlich nach Geschmack entscheiden muss, und das letzte Anführungszeichen kann auch ein Problem sein. Aber soll man wörtliche Rede über die Absatzgrenzen hinweg gehen lassen?).

Als Herr Keuner, der Denkende, hörte, dass der bekannteste Verbrecher der Stadt New York, ein Spritschmuggler und Massenmörder, wie ein Hund niedergeschossen und sang- und klanglos begraben worden sei, äußerte er nichts als Befremden. "Wie", sagte er, "ist es so weit, dass nicht einmal der Verbrecher seines Lebens sicher ist? Und nicht einmal der, der zu allem bereit ist, einigen Erfolg hat? Jeder weiß, dass die verloren sind, die auf ihre Menschenwürde bedacht sind."

Hat da jemand mit der Hand getippt und nicht mehr durchgelesen? Und die Frage ist dann natürlich auch, ob das Copyright auf die Texte Brechts schon erloschen ist. Der arme tote BB, 1898-1956. 1956+70 = 2026! Da sind es noch ein paar Jährchen hin.

Aber wer weiß, vielleicht ist das Urheberrecht tatsächlich längst obsolet geworden, und der arme Sven Regener schreit sich vergebens die Kehle wund.

Fleischesser sind seltener krank ...

Ich halte das jetzt einfach mal fest. Und warte darauf, dass vielleicht doch herauskommt, dass die Untersuchung von der österreichischen Fleischindustrie in Auftrag gegeben war. Oder zumindest, dass zwei Vegetarier-Vereine behaupten, dem sei wahrscheinlich so.

Gesundheitsrisiko Fleischverzicht / Fleischesser sind seltener krank als Vegetarier / Mittwoch, 26.02.2014, 20:38 von FOCUS-Online-Redakteurin Sybille Möckl / Streng vegetarische Ernährung - gesund oder nicht? / Steak-Liebhaber können aufatmen: Laut einer österreichischen Studie bekommen Menschen, die Fleisch essen, seltener Krebs, einen Herzinfarkt oder Allergien. Über die Gründe sind die Forscher noch uneins. / Dem weitverbreiteten Klischee, dass Fleischverzicht generell gesundheitsfördernd ist, tritt das Ergebnis einer aktuellen Studie entgegen. Demnach bekommen Menschen, die sich vegetarisch ernähren, häufiger Krebs und öfter Herzinfarkte als Fleischesser. Das ergab die Auswertung der Forscher der Medizinischen Universität Graz, die ihre Ergebnisse jetzt im Fachjournal „Plos One“ veröffentlichten. Darüber hinaus ist die Lebensqualität der Vegetarier niedriger und sie benötigen mehr Leistungen des Gesundheitssystems.

Allerdings, man beachte: Fleisch essen heißt nicht Dauernd-zuviel-Burger-essen!



Iceman4 und die reine Utopie

Auch die SZ hat es gemeldet. Hier nach RP. 27. Februar 2014 | 07.27 Uhr

Studie von Wirtschaftsforschung 1 / So ungleich ist Vermögen in Deutschland verteilt / Berlin. Nirgendwo in Europa sind Vermögen so ungleich verteilt wie in Deutschland. Immerhin nahm die Ungleichheit seit 2002 nicht zu, zeigt eine Studie. Westdeutsche haben doppelt so viel wie Ostdeutsche, Männer ein Drittel mehr als Frauen. Von Birgit Marschall.

Schon um 08:11 Uhr kommentiert ein iceman4 -- der Name passt ja irgendwie -- meinungsstark und argumentschwach:

Na, da wird mal wieder kraeftig neid geschuert. In einem gesunden staat kann es nur ein ungleichgewicht geben. Es gibt keine chancengleichheit. Das ist reine utopie. Nur idioten glauben an eine gerechte verteilung.

Mit welcher Entschlossenheit unser Mann aus dem Eis dekretiert! Nur Idioten ... Glaubt unser Ötzi wirklich, dass auf diese Weise irgendein Argument entsteht? Und das Stichwort Neid soll die Inhalte in den Boden stampfen. Neid -- ein so wohlfeiles, wie in diesem Zusammenhang unsinniges Wort. Ich bin nicht im mindesten auf irgend jemanden neidisch. Ich kann aber trotzdem noch denken und mir die Auswirkungen ausmalen. Wie bei der Freien Fahrt für freie Bürger, bei der unser sozialdarwinistischer Eismann mit hoher Wahrscheinlichkeit auch sagt, dass die Menschen eben unterschiedlich schnell fahren und auch unterschiedlich schnell 'fahren dürfen müssen' -- wie bei der Freien Fahrt also gilt: Man muss auf die anderen Staaten schauen!* In einigen Ländern gibt es eine deutlich geringere, in anderen eine deutlich größere Ungleichheit der Einkommens- und Vermögensverteilung. Ungleichheit wird natürlich politisch gemacht, via Steuergesetzgebung und Erbrecht usw. Und wie wir inzwischen zur Genüge wissen auch durch Steuerhinterziehung. Man muss, denke ich, die Länder betrachten, die auf der einen, und die, die auf der anderen Seite stehen. Wo lebt es sich besser? In den Staaten der Großkapitalisten und Tellerwäscher-Millionär-Ansichten (prototypisch: die USA) und der Oligarchen (prototypisch: Russland, China) oder in den Staaten, die mit geeigneten Maßnahmen ausgleichend eingreifen (die skandinavischen Staaten beispielsweise)? In letzteren gibt es ja auch Wohlhabende und sogar Superreiche. Es kommt halt auf die Anzahl und die Relationen an. Die Frage ist: Wollen wir auf lange Sicht zu einem Großkapitalisten, gar zu einem Oligarchenstaat werden oder wollen wir das nicht?

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|* Ok, in Sachen Geschwindigkeit steht Deutschland ziemlich einzigartig da. Wie immer man das interpretiert, gewichtet und wertet. Das hatten wir hier schon ziemlich oft. Bei der Geldverteilung sieht das aber ganz anders aus. -- Wenn man argumentieren und mitreden möchte ist es im Übrigen von Nutzen, wenn man mit dem Stichwort Gini-Koeffizient was anfangen kann und diesen Koeffizienten für die verschiedenen Länder kennt.
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Nachtrag: Hey, wie man sich täuschen kann! Ein Fund mit der rechten Sucheinstellung bei Google: "iceman4:

"Ich bin sehr wohl der meinung, dass man den beschriebenen personenkreis [der Autobahn-Drängler] zum umdenken bewegen kann. [...] Zum beispiel: 5 jahre (in worten: fuenf) fahrverbot und / oder eine geldstrafe von 3 bis 5 monatsgehaeltern und eine meldepflicht an die versicherung des risikofahrers, die dann einen riskozuschlag zu erheben hat, wuerden da wunder wirken und die draengler in aller kuerzester zeit zum umdenken bewegen. Gut zureden bringt bei diesen charakterschwachen ueberhaupt nichts." (Hier. Kommentar 13 / 16

Jetzt, nach diesem Fund, überlege ich tatsächlich schon, ob das da oben mit dem Neid und der reinen Utopie vielleicht ironisch gemeint ist ...

Mittwoch, 26. Februar 2014

Die Verwaltung ...

... in die Produktion!

Was manchen Leuten in der Verwaltung irgendwie nicht aufgeht -- ist diese Art der Beschränktheit eigentlich eine formale Voraussetzung, um in der Verwaltung zu arbeiten? --, das ist: dass sie nur verwalten, während andere etwas anderes zu tun haben, als die immer neuen Einfälle der Verwaltung abzuarbeiten.

In diesem Zusammenhang zwei Vorschläge:
  • Alle, die in der Verwaltung tätig sind, müssen alle drei Jahre für ein halbes Jahr in die Produktion, die Lehre usw. Halt an den Platz, den sie sonst verwalten. Da müssen sie dann nach Kräften produzieren, lehren oder was es denn sonst noch vor Ort zu tun gibt. Hoffnung: Die Verwalter erkennen, dass und in welchem Umfang Verwaltungsmaßnahmen, die sie sonst immer mit wichtiger Miene anderen auf den Tisch legen, von der Arbeit abhalten.
  • Jede Maßnahme der Verwaltung X, die an die Verwalteten geht, wird mit einem 'doppelten Zeitaufdruck' versehen, bei dem a) die Verwaltung angibt, wie lange man ihrer Meinung für dieses X wahrscheinlich braucht, und b) der Ausführende angibt, wie lange er tatsächlich gebraucht hat. Am Jahresende wird erhoben, wie viel Zeit die Verwaltung dem Produktionsprozess usw. entzogen hat, und das Ergebnis wird in einem Zeit- und einem Euro-Wert angegeben. Auf dass die Maßnahmen in Zukunft durchsichtig und dann vielleicht auch weniger werden.


Dienstag, 25. Februar 2014

Dear USA ...

Ich dachte schon, dass ich nach dem SPIEGEL (9 / 2014, S. 144) der zweite bin, der das in die Welt setzt. Aber weit gefehlt!*


| *Dear USA, no wonder you want to fuck the EU by Blush lingerie | by Alberto López on 18 febrer 2014 in Anunci, Disseny Gràfic | Fa un parell de setmanes un vídeo d’una conversa telefònica entre Victoria Nuland, secretària d’Estat adjunta per a assumptes europeus dels EUA, i Geoffrey Pyatt, ambaixador nord-americà a Kíev, reflectia que la diplomàcia nord-americana no era massa diplomàtica, perquè Victoria Nuland va llançar 1 ja famós FUCK THE EU!

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Schöne Gesamtaufstellung der blush-Anzeigen!

Donnerstag, 20. Februar 2014

松尾 芭蕉


古池や
蛙飛び込む
水の音

Mittwoch, 19. Februar 2014

Der Weg zu einem bestimmten Restaurant?

Nachdenken in der SZ.

"Googles Datenschatz soll sich vervielfachen || Natürlich hofft Google aber darauf, dass sich mit der öffentlichen Markteinführung der smarten Brille der eigene Datenschatz vermehrt. Allerdings dürfte auch hier eher der Brillenträger im Fokus stehen, als all jene, die von der Kameralinse aus sichtbar sind. Wo der Besitzer sich aufhält, wenn er nach bestimmten Begriffen sucht. Wann er sich den Weg zu einem bestimmten Restaurant beschreiben lässt. Oder welche Nachrichten-Überschriften auf dem sogenannten Prisma, dem durchsichtigen Mini-Bildschirm, sein Interesse wecken, so dass er schon unterwegs den ganzen Artikel aufruft und sich von der Software vorlesen lässt. || Bis es aber so weit ist, muss Google den Vorurteilen begegnen und für Akzeptanz werben. Am Körper tragbare Geräte, sogenannte "wearable devices", gelten zwar als großer Trend der Branche. Bei den Kunden haben sie es aber nach wie vor schwer. Auch, weil sich viele von ihnen beobachtet fühlen - die Geräte wirken präsenter als das Smartphone in der Hosentasche, das seinen Besitzer schon jetzt umfassend überwachen kann."

Warum auf Google Glasses warten? Wenn das gute Spionage-Werkzeug liegt so nah, bei Amazon.

5.0 von 5 Sternen gute Mini Cam, 20. März 2013 | Von Rudl || Funk Mini Mikro Kamera Überwachungskamera + Empfänger + Zubehör *2.4G Wireless* - RBrothersTechnologie | Kann mich über die Kamera nicht beschweren, sondern im Gegenteil finde sie insgesamt gut bis sehr gut. Mit der Anleitung, auch für Anfänger die noch nie mit so etwas zu tun hatten, sehr leicht in gang zu bringen. Am besten man schließt sie gleich mal am Fernseher an, die Bildqualität ist sehr gut und die Tonübertragung klappt auch gut. Für versteckte Aufnahmen sehr gut geeignet da natürlich sehr klein. Insgesamt Note also 1 bis 2.

Die Grammatik von Mord und Selbstmord

Mein Gott ist diese deutsche Sprache kompliziert. Phraseologismen. Redewendungen. Grammatik.

Über Werner Landsburgh lese ich in der Wikipedia:

"Obgleich er schwer unter seiner Lebenssituation im schwedischen Exil litt, beging er keinen Selbstmord, wie dies Kurt Tucholsky 1935 in seinem ebenfalls schwedischen Exil getan hatte."

Dieses keinen ist nun aber strikt für den Mord reserviert. Er beging keinen Mord. Aber: Er beging nicht Selbstmord. Schon erstaunlich, was es für Sprachfeinheiten gibt.

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Eine Weiterführung auf der Diskussionsseite des Artikels. Den zitierten Satz gibt es also nicht mehr.

Kann gestrichen werden, danke für den Hinweis und erl. --Neitram 17:29, 19. Feb. 2014

Dank zurück, Neitram. -- @ Alle. Was mir noch aufgefallen ist, als ich eben noch mal drübergelesen habe: Es wird nicht klar, woher W. L. so gut Englisch konnte. Dunkle Erinnerung an die Lektüre von Dear Doosie vor vielen Jahren: Er hat auch mal für längere Zeit in England gelebt. (Ich dachte sogar, bevor ich das hier gelesen hatte, dass er nach England emigriert sei.) Wer kennt da einen Hinweis, den man einbauen könnte? 11:10, 20. Feb. 2014

Ich weiß nichts Näheres, aber vermutlich könnte das in seiner Autobiografie Feuer kann man nicht verbrennen. Erinnerungen eines Berliners. stehen. --Neitram 11:12, 20. Feb. 2014

Prima der Hinweis, Neitram! Vorschlag: Wer von uns beiden zuerst an das Buch rankommt, schaut nach und meldet sich hier wieder. (Lansburgh steht auf meiner Agenda allerdings nicht sonderlich weit oben. ;-) 09:12, 24. Feb. 2014

nvxdsync.exe -- Usw. Usf.

Immer wieder mal der Gedanke, dass Computer so viel Zeit auffressen. Bin hinter den Ursachen für Festplatten-Rattern her und stoße auf Dinge wie dieses:

Zusammenfassung: Durchschnittliche Bewertung von nvxdsync.exe: basierend auf 5 Bewertungen mit 4 Kommentaren. || Ein Mitglied hält nvxdsync.exe notwendig für Windows bzw. für eine installierte Software. 2 Mitglieder halten es weder für wichtig noch für gefährlich. Ein Mitglied vermutet Gefahr. Ein Mitglied hält es für schädlich und empfehlen, nvxdsync.exe zu deinstallieren. Ein Mitglied gab kein Urteil ab ("bin nicht sicher").

Je nun, wenn da die Meinungen soweit auseinandergehen, was dann. Was tun?

Philosophie des Pragmatismus

Am Morgen eine Sendung in Bayern 2: "Die Philosophie des Pragmatismus. Wahr ist, was Erfolg hat. Ein Beitrag von Michael Conradt." Schön, verständig, differenziert. Man kann alles nachhören.

So viel über Pragmatismus gelesen, und doch sind die Thesen im Kopf irgendwo abhanden gekommen. Ein Zeichen, dass ich mich wieder einmal damit beschäftige.

Dienstag, 18. Februar 2014

Alexander Kissler und die Argumentation

Manchmal gibt es interessante argumentative Volten. Hier zu Beispiel, im FOCUS:

"11.02.2014, 11:04. Kisslers Konter. Politiker sind die wahren Steuerhinterzieher. | Von Alexander Kissler. || Die Debatte um Steuerbetrug und Steuergerechtigkeit läuft in die falsche Richtung. Für viele Deutschen ist ihr einziger Gott der Staat – dabei plündern dessen Gehilfen, die Politiker, Steuerkassen am schamlosesten. Neuestes Beispiel: Andrea Nahles. | Über eine Million Euro lässt die „Bundesministerin für Arbeit und Soziales“ es sich kosten, um für den größten anzunehmenden Anschlag auf die Generationengerechtigkeit zu werben. 1 Million und 150.000 Euro teuer war die Plakatkampagne der Andrea Nahles für „Das neue Rentenpaket“. Das Amt der Verantwortlichen steht unten links, der Hinweis auf eine Webseite ihres Ministeriums unten rechts, über beiden prangt sehr groß ein knallrotes Päckchen. Der Bund der Steuerzahler sieht in dieser PR-Aktion zu Recht eine Zweckentfremdung von Steuermitteln. Denn natürlich öffnete Andrea Nahles nicht ihre Privatschatulle, sondern bediente sich im noch nie so prall wie jetzt gefüllten Staatssäckel - beim Geld also anderer Leute."

Das klingt doch auf den ersten Blick originell. Und lehrreich. Und auf den zweiten Blick? Ist es immer noch originell. Aber von der Art dieser argumentativen Fügung: Die Mörder und Totschläger schließen sich zusammen und lassen ihren Sprecher, der natürlich selbst kein Mörder ist, sondern Rechtsanwalt -- ihren Sprecher also lassen sie verkünden: Man solle bitte nicht auf sie böse sein. Jedenfalls nicht so sehr. Schließlich gebe es da diese vielen Autofahrer, die jemand totgefahren hätten. Manche von diesen Autofahrern seien gar betrunken gewesem, und manche  seien fahrerflüchtig davongefahren.

Ist das ein Argument? Das nennt man dann wohl eine Relativierung der Schuld mit ausgestrecktem Zeigefinger. Wird am Ende jemand da die Mörder und Totschläger weniger schuldig finden? Morden die Mörder vielleicht nur, weil die Autofahrer ein so schlechtes Vorbild sind?

Der Edathy-Diskussionsverlauf

Ja, wenn die Welt nur einfach wäre! Dann würde ich allen Datenschutz-Überlegungen bedingungslos zustimmen. Aber so?

Vorweg und "erst mal": Man lese heute die Seite 2 der Süddeutschen ganz. Da gab es also Abmahnungen, weil eine Porno-Seite ohne Bezahlung benutzt wurde. Natürlich gibt es aber gleich Abhilfe aus dem Netz. Man will schließlich seine Pornos unbeobachtet und unbezahlt schauen. Das Folgende ist nicht von einer Schmuddelseite, sondern eine Anzeige in der renommierten Computerzeitschrift CHIP.


Nun gut. Die Frage ist, auch angesichts des Edathy-Diskussionsverlaufs, ob wir nicht doch in einer verblödend-oversexten Gesellschaft leben. So ganz allmählich werden die Fragen gestellt, die man lange Zeit angesichts der großen Freiheit, die alle lieben, nicht gestellt hat: Wie steht es mit der anderen Seite? Der Seite der Opfer, der Kinder. Mit denen Geld verdient wird.

Jetzt also. Auf der Seite 2 der Süddeutschen ist heute dies zu lesen:

"Markus R. bot Karate-Kurse an – kostenlos; entsprechend groß war der Andrang. Viele Eltern waren wohl froh, dass ein freundlicher junger Mann sich ihrer Kinder annahm. Sie wussten nicht, was geschehen würde: dass Markus R. Kinder halbnackt und nackt filmte und später in einer E-Mail damit warb, einer der Jungen habe eine Erektion gehabt. Die Videos trugen Titel wie „Boys Fights“ oder „FKK Water Guns“, Azov-Films bewarb sie mit schmierigen Zeilen: „Lass dich nicht täuschen von seinen unschuldigen Locken, denn hinter diesen Augen steckt ein schelmischer Knabe.“ Dann werden anzügliche Witzchen gemacht über die „Spielgeräte“, an denen sich die Jungen abarbeiten.

Im Fall Edathy scheint es, wohin man auch blickt, nur Opfer und Beschädigte zu geben. Ruf und Leben von Sebastian Edathy sind zerstört. Die Ermittler haben sich, weil sie dilettantisch und juristisch fragwürdig vorgingen, lächerlich gemacht und das Vertrauen in den Rechtsstaat erschüttert. In Politik und Behörden wird nach Geheimnisverrätern gesucht, und die noch junge große Koalition ist in eine große Krise geraten. Der als Landwirtschaftsminister zurückgetretene CSU-Politiker Hans-Peter Friedrich kann sich als Bauernopfer fühlen.

Was aber ist mit den Kindern, die herhalten mussten für Filme, die sich Pädophile und Pädokriminelle für ein paar Dollar bestellen konnten? Wer fragt nach denen? Und was sind das für Menschen, die nackte Kinder ohne das Wissen der Eltern filmen und diese Aufnahmen dann kommerziell vertreiben? Und was sind das für Leute, die solche Videos kaufen? Im Fall Edathy geht es auch um ein Milieu, in dem Kinder zur Ware werden. Hier tummeln sich viele, für die der Begriff „Täter“ bestimmt nicht zu hart ist. Vielleicht ist dies, wenn nicht eine Entschuldigung, so doch eine Erklärung dafür, warum Ermittler, die seit Jahren gegen diese Szene kämpfen, mitunter das richtige Maß verlieren."

Immer mal wieder die Frage, auch mit Blick in die BILD usw.: Verblöden wir gerade an einer Überdosis Sex? Kommen darum alle Maßstäbe ins Rutschen? Sollten wir nicht endlich anfangen, über diese Maßstäbe zu diskutieren? Und wie weit darf die "Freie Fahrt für freie Porno-Bürger" eigentlich gehen?

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Nein, ich bin kein Prüderant! Wer mag, soll seine Pornos schauen. Aber das Umfeld sollte vielleicht mal ein wenig relativiert werden. Gestern im Zappen: Eine TV-Sendung, in denen schwabbelig-brabbelige Bundesbürger sich dabei filmen lassen, wie sie sich mit dem Gestus des braven Lehrlings von einem Experten in "Bondage-Techniken"* unterrichten lassen. Meinetwegen. Sollen sie ruhig machen. Nur -- muss das dann auch noch ins Fernsehen? Immer wieder: Wo verläuft die Grenze hin zur Verblödung?

Und: Könnte der Herr Ex-Politiker Edathy nicht mal darauf kommen, eine halbe Woche still zu sein und sich nur zu schämen? Ganz unabhängig von der Frage, ob er die feine Grenze zwischen nicht strafbaren Nur-Nackfotos und strafbaren Porno-Fotos nun überschritten hat oder nicht.

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|* Nein, das war wahrscheinlich nicht der Lehrer in der TV-Sendung. Das ist nur ein Beispiel.

Picasa ...

... muss ein tollen Programm zur Foto-, genauer: Pixelgrafik-Verwaltung sein! Muss wohl. Ich sehe das Potential aufblitzen, wann immer ich in das Programm reinschaue. Wie es die Bildchen zusammenholt und seine Datenbank aufbaut! Einfach wunderbar.

Die Frage allerdings ist: Warum ist dieses offenbar so mächtige, schöne Programm so gottsgräuslich dokumentiert und erklärt? Weil die göttlich begabten Programmierer mitsamt ihrem Google-Umfeld so unglaublich schlechte Erklärer ihrer selbst sind? Wahrscheinlich. 

Also -- wer findet im Netz oder, wenn nicht vorhanden, wer schreibt die gute Erklärung und Anleitung, die einem solch wunderbaren Programm gerecht wird?

Montag, 17. Februar 2014

Festplatten-Probleme

Ja, so geht das. Normales Arbeiten mit OpenOffice. Dann ein Programm runtergeladen, FreeCommander XE 2014 von der Site der CHIP. zip entpackt. Bei der Installation hängt sich der PC auf, es rührt sich nichts mehr. Es muss natürlich nicht an der Programm-Installation liegen. Auch der Taskmanager (> Klammeraffe) lässt sich nicht mehr starten. Also Kaltstart. CHDSK springt an und prüft qälend langsam die Festplatte. Bei 36 Prozent bleibt die Sache endgültig stehen. Jedenfalls für 1 Stunde. Ich breche ab. Zweiter Versuch, gleiches Ergebnis. Exakt 36 Prozent werden erreicht, dann steht das Ganze.

Ich hole eine Computerbild-Hilfe-DVD. Nicht die neueste Version, aber die Virensignaturen werden immerhin aktualisiert. (Wohin werden die eigentlich geschrieben?) Da der Virentest sehr lange dauert, führe ich erst einmal einen Smart-Test durch, der 2 Stunden und 11 Minuten in Anspruch nehmen soll. Wenn es was bringt, soll mir das recht sein. (12:09 Uhr. Fortsetzung folgt.)

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18.02.2014, 10:10. Ok, die Fortsetzung: Nach großem Zittern. Verflixt es waren doch nicht alle wichtigen Dinge im Backup! Wie das halt so ist.

Ende gut?

Also: Nachdem diese SMART-Analyse durchgelaufen war. Ich komme an den PC zurück. Nix. Auch kein wie immer gearteter Kommentar,  auch nicht einfach "Kein Fehler gefunden" oder "17 Fehler wurden repariert". Enttäuschend. Aber was soll's. Herunterfahren. Irgendwann muss es ja sein. ...

Wieder hochfahren. Grrrh! Wieder CHKDSK. Also das gleiche Lied. Nein, doch nicht. Diesmal kann ich CHKDSK stoppen bevor es anläuft. Ging ja vorher nicht, wie gesagt. Windows normal starten. Was bleibt mir schon anderes übrig.

Lange warten. Und siehe da -- Windows ist da als wäre nichts gewesen. Dennoch Zittern. Aber ich kann jetzt wenigstens "Festplatte reparieren" von IOBit laufen lassen. Das war ja vorher nicht möglich, weil ich gar nicht an Windows rangekommen bin.

Das IOBit-Programm zeigt, wie es sich langsam voranarbeitet. Ich schaue eine Weile zu, dann mache ich den Bildschirm -- nicht den PC! -- aus und gehe schlafen.

Am Morgen: Programm ist offenbar durch. Auch da keine Rückmeldung vorhanden. Mal schauen, was aus der Reparatur geworden ist. Herunterfahren.

Hochfahren. Alles geht schnell und sauber vonstatten. Der PC läuft wieder.

Vermutung: Dieses CHKDSK-Auslösen war ein Fehler von Windows. Es war von Anfang an gar nichts kaputt oder gefährdet. Ist nur so ein Gefühl.

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Dankbar. Sehr dankbar. Ich beschließe, einen Festplatten-Grundputz zu veranstalten. Überflüssige Programme raus. Duplikate suchen. Backup-System erarbeiten. Backups anlegen. Ich hoffe, ich halte mich an meine guten Vorsätze. Dann hätte diese Herzschlag-Gefahr etwas sehr Gutes bewirkt.

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18.012.2014, 12:05: Eine Antwort auf meine Anfrage auf einer CHIP-Forumsseite bringt mich ins Grübeln. Spyware? Vielleicht doch. Ich überlege, ich hatte doch mal Spybot auf der Festplatte. Ich schaue nach. Das Unterverzeichnis ist noch da, aber es ist leer. Habe ich das Programm wirklich gelöscht? Dann: Jetzt meldet sich auch das Notebook und macht gleich beim Hochfahren Proben. Will auf die letzte Installation zurück. Was ist da los? Ich beschließe erst einmal, Spybot - Search & Destroy wieder zu installieren und kontrollieren zu lassen.


Sonntag, 16. Februar 2014

Sex mit kamaikanischen Bobfahrern

Woran erkennt man, dass man langsam wirklich alt wird? Daran, dass einem die Gepflogenheiten, dieses indiskrete Herausposaunen von allem und jedem, das in der Gegenwart üblich geworden ist, unglaublich auf die Nerven geht. Daran, dass man sagt: 'Das ist wirklich nicht mehr meine Welt!' Und dabei keinerlei Trauer verspürt. -- Beispiel: Die WELT war mal eine konservative, auch politische Zeitung. Jetzt aber?

Olympia 2014 | Sotschis Winterspiele als erotische Goldgrube | Bei den Winterspielen geht es längst nicht nur um sportliche Höchstleistungen, die Athleten treffen sich auch gern privat. Behilflich ist dabei eine Dating-App. Mancher wird der Andrang schon zu viel. Von Christoph Cöln
...
Für Snowboarderin Rebecca Torr war die intensive "Tinder"-Nutzung jedenfalls von Erfolg gekrönt: Das ersehnte Treffen mit den kamaikanischen [?!] Bobfahrern kam doch noch zustande. In ihrem olympischen Wettbewerb, dem Slopestyle der Damen, scheiterte Torr dagegen schon im Halbfinale.

Dass man bei derlei Gedudel keine Zeit für Noch-mal-Durchlesen des eigenen Texts hat, schon klar. Und dann gibt es auch noch das Persiflage-Filmchen mit einem ekeligen Teaser-Bild unten auf dieser Seite.

Also, dass da Jungen und Mädchen und die anderen Paar- und Mehrfachvarianten, die heute so den Regenbogen bevölkern, in Sotschi Sex haben, das sei ihnen gegönnt. Aber muss dann eine Zeitung gleich daraus eine große, klebrige Meldung machen?

Samstag, 15. Februar 2014

Anti-NSA

Irgendwie ist es rührend. Auf der Seite der CHIP diese schönen Worte:

"
Verschlüsseln, knacken, tarnen: Die 50 besten Secret-Tools | Top-Secret-Downloads | Von Markus Grimm, 24.01.2014 | Verschlüsseln, knacken, tarnen: Die 50 besten Secret-Tools | Verschlüsseln, verstecken, überwachen: Mit der passenden Software tarnen Sie Ordner und Dateien, knacken Windows-Passwörter und surfen spurenlos im Netz. Wir zeigen die 50 beliebtesten Secret-Tools.
"

Männer und Frauen Gottes! Um es politisch korrekt zu sagen. Die NSA wäre nicht die NSA wenn Sie nicht ein paar popelige Freeware-Verschlüsselunge + die gängigsten Kaufversionen in Sekundenschnelle "knacken" würde. Wie man sich dann davor schützt? Na ja, indem man dem Google-Motto folgt: "Don't be evil!" 

(Und wenn das jetzt einer zynisch nennt, dann nenne ich ihn weltfremd!)

P. S. Mal genauer hinsehen da oben! Knacken und überwachen wollen sie auch. Nur die eigenen vergessenen Passwörter? Wirklich? Nur den eigenen PC überwachen gegen Angriffe? Wirklich?

P.P.S. Irgendwo im Fernsehen eine Grafik. Die größen Ängste der Deutschen. Arbeitslosigkeit, Terrorismus, Kriminalität. Und irgendwo ganz, ganz hinten: Datenklau. Das passt aber der veröffentlichten Meinung gar nicht. Darum geht sie daran, ein neues Volk zu wählen. (Und hier finde ich erst gar kein entsprechendes Stichwort. Sicher nicht, weil die Befrager den Datenschutz / NSA vergessen haben.)

Freitag, 14. Februar 2014

Dokumenten-Fotografie: Summarisch


Ich habe immer mal wieder den Versuch gemacht, bezahlbare Lösungen für die Doku-Fotografie zu finden. Selbstkritisch muss ich hier nun anmerken, dass sich das Thema bei mir verselbständigt hat. Ich suche und suche und habe doch im Grunde genommen alles, was ich brauche. Außer vielleicht Zeit und Konzentration, um die Arbeit, die ich machten möchte, wirklich zu machen.

Also dann: Es gibt in meinem Fall (wie wahrscheinlich im Fall vieler anderer Zeitgenossen) nur drei Bereiche, in denen die Doku-Fotografie mit unterschiedlichen Ansprüchen eine Rolle spielt. Und da gibt es einfache Lösungen, mit denen man sich zufrieden geben kann:

a) Gelegenheits-Doku-Fotografie: Eine Seite einer Zeitung, die man gerne aufbewahren möchte, ein Notizzettel, der auf einmal wichtig ist, ... LÖSUNG: kleine Allerweltsdigitalkamera. Alle sind heute so gut, dass der Text sehr gut lesbar ist, selbst bei schwierigen Lichtverhältnissen im Café. Oft tut es auch das Foto-Handy.

b) Viele-Seiten-Doku-Fotografie: Ein Tagebuch, ein viele Seiten umfassende Briefe-Sammlung, Akten, die aus irgendeinem Grund aufbewahrt werden sollen oder müssen,...: LÖSUNG, Beispiel: Ipevo Ziggi HD für unter 100 Euro. Sieht auf dem Schreibtisch ungemein popelig aus, tut aber ihre Dienste. An den USB-Eingang / PC gesteckt, das mitgelieferte Programm aufgerufen, Bild eingerichtet (am besten mit einem Rahmen, in dem die Vorlage liegt), Umblättern - ENTER, Umblättern - ENTER, ... Die Qualität ist allemal so gut, dass man prima lesen kann. Wer will, kann die Einzelbilder dann noch -- sehr schnell -- mit einem kostenlosen Programm wie pdf24 zu pdf-Büchern zusammenfassen.

c) Wichtige Dokumente in hoher Qualität: LÖSUNG: Mit Stativ und Spiegelreflex abfotografieren. Es gibt für die Nikons-DSLRs eine kostenlose Möglichkeit, die bei mir (Nikon D5100) auch prima funktioniert. ("digiCamControl nennt sich diese OpenSource-Lösung für Windows Rechner. Damit kann die Kamera entweder per USB-Kabel vom PC aus gesteuert und ausgelöst werden oder man löst an der Kamera aus und die Fotos werden sofort zum Rechner übertragen.") Aber um ehrlich zu sein: Bei solch wichtigen Aufnahmen kann man auch die Speicherkarte benutzen und dann wie üblich übertragen.

Donnerstag, 13. Februar 2014

Was wäre, wenn Google ...

Mein Beitrag im Wikipedia-Café und die zwei Antworten bisher:

Heute Nacht plötzlich die Frage: Was wäre, wenn Google sich entschlösse (!), ein Betriebssystem, Name: Androidissimo oder so, für PCs zu offerieren? In der Basis kostenlos, mit gängigen Anwendungsprogrammen 60 Euro. Wichtig: Androidissimo holt den Windows-Benutzer dort ab, wo er gerade ist. Nix mit neuer Terminologie und Linux-Rooten oder so. Alles schön vertraut. Und was patent- und copyright-geschützt ist, wird sorgfältig mit eigenem, vollkommen neuen Programmcode nachgebaut. Viel schneller und sicherer ist Androidissimo auch noch! Was geschähe dann mit der Microsoft-Aktie? Oder würden die Leute dennoch bei Windows und Word bleiben? Gewohnt ist gewohnt... -- Wie gesagt, eine Frage im Halbschlaf-Traum. 11:20, 13. Feb. 2014

Ja. --91.0.171.78 13:46, 13. Feb. 2014

Nein. --Jack User 13:49, 13. Feb. 2014

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Ja, und dann entspann sich eine rege Diskussion ...

Mittwoch, 12. Februar 2014

Gendergap


"Ein Artikel zum Brautkleid von Kate Middleton wurde zum Gegenstand einer Kontroverse auf der englischen Wikipedia, nachdem sofort nach Einstellung ein Löschantrag auf den Artikel gestellt wurde. Bei der Wikimania 2012 führte Jimmy Wales, der sich persönlich für das Behalten des Artikels eingesetzt hatte und sich in seiner Begründung auf die Berichterstattung beim Onlinemagazin Slate bezog, das Kleid als Beispiel für den Gendergap – die mangelnde Beteiligung von Frauen wie auch die mangelnde Beachtung von Frauenthemen bei Wikipedia allgemein – an. Wikipedia habe kein Problem, Dutzende von Linuxvarianten in separaten Artikeln zu beschreiben, aber die vor allem männlich geprägte Community würdige ein derart kulturgeschichtlich wichtiges Kleidungsstück nicht ausreichend. Wales' Äußerungen und die Kontroverse an sich hatten ein mehrfaches Presseecho.*"

Aufgepasst Deletionisten! Den Artikel gibt es immer noch, und es gibt sogar die Entsprechung in der deutschen Wikipedia! Der deutsche Artikel umfasst (Stand: 12.02.2014) 3.836 Wörter. Zum Vergleich: Der Artikel Günter Grass hat einen Umfang von 8.043 Wörtern.

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|* Ganz nebenbei: Ob man so sagen kann? "... Wales' Äußerungen und die Kontroverse an sich hatten ein mehrfaches Presseecho." "... ein mehrfaches Presseecho"?!

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Nachtrag:

"Unlängst wurde sogar ein Beitrag eines der beiden Wikipedia-Gründer wegen angeblicher Irrelevanz von einem 19-Jährigen mit Zensorenbefugnis gelöscht. Jimmy Wales hatte in dem von ihm aus der Taufe gehobenen Lexikon über die staunenswerte Karriere eines Restaurantbesitzers geschrieben."

Das aus diesem WELT-Artikel: 17.10.2007 Wissen || Hendrik Werner: Wikipedia laufen die fleißigen Autoren weg || Schlechte Nachrichten für das Mitmach-Lexikon: Laut einer aktuellen Studie hat die englischsprachige Wikipedia erstmals sinkende Mitgliederzahlen zu beklagen. Einer der Hauptgründe: Der Umgangston innerhalb der Gemeinde wird immer rauer.

Dienstag, 11. Februar 2014

Inklusionistisch: Ashley Alexandra Dupré ...

... und andere!

Das Internet wäre nicht das Internet, wenn es nicht Alternativen zu den Wikipedia-Löschungen gäbe. Als da in erster Annäherung wären:
* Marjorie-wiki.de
* Pluspedia.org
* Alternativen-Liste bei Pluspedia

Gestern für "Hart aber fair" ...

... einfach zu müde. Nein, nicht zum Schlafen müde. Sondern zu müde, um politische Kontroversen anzuschauen und einzuordnen. Die ersten fünf Minuten angesehen, dann auf einen Spielfilm geschaltet. Heute nachgeschaut, was aus der Sendung so geworden ist.

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„Es geht schlicht um Selbstbestimmung, darum, dass das Volk über Zuwanderung bestimmen kann und nicht Brüssel“, findet Köppel. Und mit spitzem Mund schiebt er hinterher: „Demokratie bedeutet, das Volk ist der Chef und nicht bezahlte Politiker.“
...
In seiner üblichen, leicht professoralen Art dozierte Lucke dann über den Migrationsbericht der Bundesregierung. Laut diesem kämen nur gut 12 Prozent der Zuwanderer wegen der Arbeit, die große Mehrheit der Zuwanderer komme über den Familiennachzug. Man dürfe im Übrigen „nicht alle Zuwanderer über einen Kamm scheren“: Jene aus Indien, China, Amerika oder Kroatien kämen, weil sie arbeiten wollen. Unter den Zuwanderern aus der Türkei sei die Erwerbstätigenquote am niedrigsten. (faz.net)

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Ja, und nun? Ich glaube, dass keiner so recht zugeben will, dass das mit der Demokratie und ihren möglichen Attributen ein extrem schwieriges Gedankenspiel ist. Direkte vs. repräsentative? Volksdemokratie? Treue Katholiken gehen wahrscheinlich soweit, eine Heilige Demokratie zu postulieren. Der Vatikan! Das eine Demokratie? Ja, die Gebete des Volkes steigen auf zu Gottes Thron, und Gott lässt dem Heiligen Vater durch den Heiligen Geist die rechten Botschaften zukommen. Voilà,die perfekte, die göttliche Demokratie. -- Und für Rationalisten gesprochen? Wenn man beim Schach "das Volk" gegen Magnus Carlsen antreten lässt, dann hat das Volk schlechte Karten. Auf der anderen Seite: Carlsen gegen Aronjan, wer hat da wohl recht? "Aronjan begann vergnügt, grinste oft schelmisch, während er nacheinander den vorigen und den jetzigen Weltmeister abfertigte." Und was bedeutet das jetzt für die Politik, die Demokratie? Wie finden wir da jetzt einen politischen Carlsen, um ihn zum Bundeskanzler zu machen? Ist Angela Merkel gar der politische Carlsen? Und Steinmeier ist der politische Aronjan?

Montag, 10. Februar 2014

Fritzbox - AVM - Gehackt - neue Firmware

Man liest überall, dass verschiedene Fritzbox-Typen eine Sicherheitslücke haben und dass neue Firmware bereitsteht. Ich schaue nach. Gebe meinen Typ ein. Das Ergebnis? Nichts. Ob das beruhigend ist? Dann finde ich über Umwege doch was. Die Firmware ist aus dem Jahr 2007! Hinweise auf Gefahren gibt es keine.

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Alles zurück. Auf halb. Gestern, nachdem ich das geschrieben hatte, eine Mail von AVM / Fritzbox mit der Aufforderung, neue Firmare aufzuspielen. Gemacht. Lief im Hintergrund. Ob das jetzt sicher ist. Diese Sache, dass der Betrug nur geht, wenn die Fernwartung der Fritzbox eingeschaltet ist. Ich nutze sie nicht. Aber heißt das, dass ich sie vor langer Zeit nicht vielleicht doch eingeschaltet habe. Nachsehen!

Sonntag, 9. Februar 2014

BILD-Girl Susanne

Als Adelprädikat wird auf dem Appetizer Susannes Satz überliefert: "Ich hatte schon 45 Männer". Sie scheint da Buch zu führen. Wie sonst kann sie wissen, dass es genau 45 waren. Aber vielleicht ist das auch nur so gesagt. Eine runde Zahl eben. Nun denn. Eine Einladung, das BILD-Girl Susanne als einen Teil der BILD-Popkultur einmal näher anzuschauen. Von den 45 Männern sagt sie in dem kleinen Film nichts. Wenn ich das nicht aus Verlegenheit überhört habe. Aber dass sie aus Waldbröl kommt. Wo liegt das eigentlich? "Waldbröl ist eine Stadt im Süden des Oberbergischen Kreises in Nordrhein-Westfalen (Deutschland)." Susannes Akzent klingt allerdings nicht nach Oberbergischem Kreis. Anyway. Ihr Freund ist eines ihrer "Hobbys", und nach dem Hobby-Freund kommen gleich ihre Hunde. "Als Kinderersatz."

Aufgabe für die Kulturgeschichte der Gegenwart: Die Äußerungen von 100 BILD-Girls abtippen und analysieren. Ohne auf die Mädchen herabzuschauen, ohne sich über sie lustig zu machen. Sachlich. Dann Schlussfolgerungen ziehen, auch über Ausbeutungsverhältnisse. Über das Vorführen von Menschen, die einmal in der BILD, einmal im Fernsehen sein wollen. Hypothese: Eigentlich müsste der Presserat viel, viel früher eingreifen. Der Widerstreit von Freiheit und Verführbarkeit zum Bösen geht heute immer für die zerstörerische Freiheit aus. 


"Ich war da mal weg" ...

... ist die Überschrift eines grafisch aufbereiteten, eine Doppelseite einnehmenden Kurzbeitrags von -- keinen Verfasser / Ersteller gefunden.* Anyway. Jedenfalls im SZ-Magazin Nr. 6, 07.02.2014, S. 14-15. Der Inhalt irgendwie interessant, aber auch ein Anlass für eine formale Sprachkritik:

"Leben Journalisten längere Zeit im Ausland, schreiben sie darüber oft ein Buch. Scheinbar die einzige Bedingung für den Titel: ein möglichst albernes Wortspiel. Ein Kalauer-Kompendium."

So, und dann sucht man. Nach Wortspielen und Kalauern natürlich. Und findet wirklich nur wenige Wortspiele und kaum einen Kalauer. (Ok, wie immer auch eine Definitionssache.) Was ja nicht heißt, dass die Titel geistreich sind.

Das war der erste Anlauf. Ein Problem der Lesetechnik. Ausgerechnet die Großbuchstaben werden überlesen. Erststaunlich.

"Auf Heineken können wir und eineken". "Kann denn Fado fade sein?" Usw. Von wegen keine Kalauer! Ich nehme alles zurück! "Mordsgouda"! Das sind tatsächlich Kalauer. "Fish and Fritz". "Finne dich selbst". WowWowWow!

Aber dann -- dann gibt es da wieder mal die Frage, ob der alte bildungsbürgerliche Unterschied zwischen anscheinend und scheinbar unter Journalisten inzwischen aufgegeben wurde. Wenn nicht, müsste es wohl "Anscheinend die einzige Bedingung" heißen. Aber wie gesagt, vielleicht gilt der Unterschied heute nicht mehr.

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|* Ha! In der Online-Ausgabe, die ich gerade aufschlage, steht: REDAKTION: WOLFGANG LUEF. Auf Papier finde ich den Wolfgang Luef nicht. (Wortspiel? Vielleicht auch nicht. Aber jedenfalls eine historisch getränkte Anmerkung: "Das ist falsch, Herr -- Lüf!" -- "Vielen Dank, Herr Wöhner!" (Für die Jüngeren lässt sich das tatsächlich hier nachschauen und -hören.))


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Und weil es geht, werde ich einmal ausführlich und stelle hierher:

  1. ALTER SCHWEDE! | Zwei Hochzeiten und ein Elchgeweih | Gunnar Herrmann & Susanne Schulz
  1. MORDSGOUDA | Als Deutsche unter Holländern | Annette Birschel 
  1. AUF HEINEKEN KÖNN WIR UNS EINEKEN | Mein fabelhaftes Jahr zwischen Kiffern und Kalvinisten | Kerstin Schweighöfer
  1. IN BRASILIEN GEHT’S OHNE TEXTILIEN | Ein Deutscher in Rio de Janeiro | Andreas Wunn
  1. DAS KOMMT MIR SPANISCH VOR | Madrid für Anfänger | Andrea Parr
  1. FISH AND FRITZ | Als Deutscher auf der Insel | Wolfgang Koydl
  1. KANN DENN FADO FADE SEIN? | Meine Abenteuer in Portugal | Christina Zacker
  1. Alles wegen Dänen! | Überleben mit Smørrebrød | Elmar Jung
  1. ALLES NEISSE, ODER? | Meine Geschichten aus dem Osten | Petra Nadolny
  1. WER HAT´S ERFUNDEN? | Unter Schweizern | Wolfgang Koydl
  1. DIE SPINNEN, DIE FINNEN | Mein Leben im hohen Norden | Dieter Hermann Schmitz
  1. WERFT DIE GLÄSER AN DIE WAND! | Meine russische Familie und ich | Juliane Inozemstev
  1. FINNEN VON SINNEN | Von einem, der auszog, eine finnische Frau zu heiraten | Wolfram Ellenberger
  1. SITZEN VIER POLEN IM AUTO | Teutonische Abenteuer | Alexandra Tobor
  1. FINNE DICH SELBST! | Mit den Eltern auf dem Rücksitz ins Land der Rentiere | Bernd Gieseking
  1. ALLES AZZURRO | Unter deutschen Campern in Italien | Markus Götting
  1. UNTER GALLIERN | Pariser Leben | Sascha Lehnartz
  1. ZWISCHEN BOULE UND BETTENMACHEN | Mein Leben in einem südfranzösischen Dorf | Christiane Dreher
  1. SPAGHETTI IN FLAGRANTI | Überleben in Italien | Angela Troni
  1. LE FETTNAPF | Wie ich lernte, mich in Frankreich nicht zum Horst zu machen | Anja Kuchenbecker
  1. AVANTI AMORE | Mein Sommer unter Italienern | Dana Phillips
  1. SPÄTZLE AL DENTE | Neue Geschichten von meiner sizilianischen Familie | Luigi Brogna
  1. RUSSKI EXTREM | Wie ich lernte, Moskau zu lieben | Boris Reitschuster
  1. MADONNA, EIN BLONDER! | Ganz und gar nicht alltägliche Geschichten aus Rom | Martin Zöller
  1. ELCHTEST | Ein Jahr in Bullerbü | Gunnar Herrmann
  1. KANADA KANN MICH MAL | Von einem, der mit seinen Kindern in die Ferne zog | Wolfram Ellenberger
  1. BITTE EIN BRIT! | Neue Abenteuer auf der Insel | Wolfgang Koydl
  1. HOPP HOPP! ES GEHT WEITER | Von Glück und Unglück eines Reiseleiters im Wilden Westen | Oliver Tappe
  1. PAPA ANTE PALMA | Mallorca für Fortgeschrittene | Stefan Keller


Freitag, 7. Februar 2014

Ach ja, die Wikipedia, ...

... wenn man mal Zeit hat oder sich die Zeit nimmt, ist sie ein steter Quell der Erheiterung und des Nachdenklichmachens! Ein Ausschnitt aus einer Diskussion um das "Sperrverfahren Striegistalzwerg", ein Ausschnitt:


Und für Namenkundler, vulgo Onomasiologen, im Klartext: Pvanderloewen, Anti, Oltau, Biologos, Northside, Paul Peplow, Nyan, Orientalist.

Jan Cuspinian und Kölderer

Ich räume ein Nebenbei-Mail-Konto auf, weil es seinen -- schönes Wort -- "Füllstand" 75% erreicht hat. Auf dieses Konto kommt all das, was werblich ist. Eine Mail fällt mir auf, Anfang Dezember 2013. Seltsamerweise taucht die Absender-Adresse tatsächlich in der Suche auf, wenn auch nur zwei Mal. Wahrscheinlich wurde die Adresse gekapert und die arme Collette weiß gar nichts von ihrem Glück.

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Von riviere.collette@neuf.fr

"Sehr geehrte/r ...,

der Betrag konnte nicht von Ihrem Konto automatisch abgezogen werden. Einzelheiten Ihrer Rechnung und die Kontonummer zur Nachzahlung finden Sie im angehängten Ordner. Es wurden Zahlungen bis einschließlich 29.11.2013 berücksichtigt. Unser Anwaltsbüro wurde berechtigt die fällige Gesamtsumme für Ihre Bestellung einzufordern. Zuzüglich wird Ihnen eine Mahngebühr von 19,00 Euro verrechnet und die Kosten unserer Tätigkeit von 37,67 Euro.

Die Gesamtsumme der Bestellung inklusive der Versandkosten entspricht 328,00 EURO.

Falls Sie die Zahlung nicht tätigen müssen Sie mit sehr erheblichen Bußgeldern rechnen. Ersparen Sie uns bitte weitere Maßnahmen gegen Ihre Person. Wir geben Ihnen bis zum 9.12.2013 die letzte Chance die Summe zu zahlen. Sollten Sie allerdings den Rechnungsbetrag in den letzten Tagen schon überwiesen haben, so sehen Sie bitte dieses Schreibe als gegenstandslos.

Mit freundlichen Grüßen

Anwalt Rechnungsstelle Jan Cuspinian und Kölderer für ..."

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Was tue ich in einem solchen Fall? Natürlich, wie immer in solchen Fällen: Ich hole meine Voodoo-Puppe raus!

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Wie viele Vornamen der Herr Anwalt Cuspinian doch hat! Das ist schon fast wieder lustig. XY Cuspinian wird natürlich in allen Varianten und unter seinem wahren Namen der Voodoo-Bestrafung nicht entgehen.

Canon Pixma iP4600

Dass die Welt zu komplex ist -- geworden ist, dass ist eine gängige, wohlfeile Einlassung. Aber das mit dem wohlfeil ändert nichts daran, dass diese Feststellung stimmt. Vor allem bei Kaufentscheidungen. Ich habe hier einen Drucker, Canon Pixma iP4600, und der hat nach Jahren guten Druckens den Geist aufgegeben. Es gibt auch da natürlich die Diskussion um das Stichwort Obsoleszenz.* Aber was soll's. Es gibt Leute, die da widersprechen. Das sei ein unvermeidlicher Vorgang.

Sollte man sich nicht sicher sein, ob ein Fehler mit einem vollen Resttintentank zusammenhängt, so kann man den Stand des Resttintenzählers auch der Informationsseite entnehmen, die man im Service-Mode mit Hilfe des Service-Tools ausdrucken kann. Wie man in den Service-Mode kommt und wie man das Service-Tool bedient, ist auf der Seite "Schritt 1: Zähler zurücksetzen" näher beschrieben. // In der obersten Zeile der Informationsseiten findet man die Angabe "D=" gefolgt von einer dreistelligen Zahl mit einer Nachkommastelle. Diese Zahl gibt in Prozent an, wie voll der Resttintentank ist. Bei 100.0 ist also Schluss. (Quelle)

Nun denn, die Schwämme, die die Patronenflüssigkeit bei der Reinigung aufnehmen, die seien halt voll. Man kann das sogar reparieren, denn es gibt Anleitungen wie diese hier. Nur -- das Ganze soll 1 Stunde dauern, und die neuen Schwämme, die man sich natürlich erst mal besorgen muss, die kosten so um die 24 Euro, hab ich irgendwo gelesen. Man könne die alten auch auswaschen, aber die hielten dann nicht so lange. Die Gefahr bei mir, vielleicht auch bei ein paar anderen: dass das Unternehmen 3-5 Stunden dauert und dass der Drucker dann nicht funktioniert. 

Was also tun? Neue Drucker kosten so zwischen 80 und 150 Euro. Wichtig wäre wieder: Duplexdruck, Bedrucken von CDs / DVDs. Schön wäre: Scanner mit kleinem Einzug, so 25-30 Blatt. Aber eigentlich nicht notwendig, denn rechts steht ein Universalgerät von Brother, das scannen kann. Immer dabei, aber für mich unwichtig: WLAN, Faxmöglichkeit. (Ach ja, ich will mich seit ewigen Zeiten mal für ein Fax-durch-Mail umsehen! Vielleicht heute bei gmx einrichten. Googles Lösung ist für Extrem-wenig-Faxer wie mich nicht so gut.)

Jetzt die große Frage: Bei Canon bleiben oder den kleinen Ärger über den vollen "Resttintentank" ausleben und zu Brother wechseln? Ja, ich denke ich kaufe einen Brother ... 

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|* Die Grenzen zwischen geplanter Obsoleszens und normalem Verschleiß sind natürlich fast immer fließend. Am vorliegenden Beispiel kann man das sehr gut zeigen: Wenn diese Resttintenschwämme so verbaut wären, dass man sie mit zwei Handgriffen austauschen könnte, ohne den kompletten Drucker auseinanderzubauen und wieder zusammenzusetzen, dann würde ich noch weitere 3 Jahre mit diesem Drucker drucken. Aber so? Technisch wäre das mit dem schnellen Austauschen wahrscheinlich kein Problem. Aber klar ist auch, dass die Frage ist: Wie soll ein Druckerhersteller überleben, wenn die Drucker 7-10 Jahre halten? Es ginge schon. Nur müsste dann ein völlig anderes Wirtschaftssystem her. Ist so etwas irgendwo zu sehen?

Donnerstag, 6. Februar 2014

Genealogische Zeichen

Per Zufall komme ich auf diese Wikipedia-Diskussion, alle Beiträge vom 3. Februar 2014. Um es vorweg kurz zu sagen: Es geht darum, ob zur Kurzkennzeichnung des Todestags eines Israelis / eines Juden ein Kreuzzeichen verwendet werden sollte. (Hab ich da eine Meinung? Nein, noch nicht.)

Genealogische Zeichen in diesem Artikel

Betreffend der Verwendung der genealogischen Zeichen hier siehe Wikipedia: Meinungsbilder / Verwendung des genealogischen Kreuzzeichens. Das ist der aktuell hier gültige Konsens. Ich selbst halte das zwar für unangemessen, aber das ist hier ohne Bedeutung. So sind die aktuell gültigen Regeln. Erneute Änderungen hin zu einem anderen Format gelten daher als Vandalismus bzw. Edit-War. -- Wolfgang Rieger

Dann pass mal gut auf, dass ein Konsens zu lasten von Minderheiten durch die Mehrheit auch weiterhin strikt eingehalten wird. Gut dass Arik Scharon das nicht mehr erlebt, wie auf sein Grab das Kreuz gepflanzt wird (übrigens ausschließlich ausgerechnet in de.wp). --Hardenacke

Sollten die Regeln durch ein MB geändert werden, fände ich das sehr erfreulich. Ich bin aber nicht dazu da, meine Privatmeinung umzusetzen, sondern die von der Community gesetzten Regeln. Vor allem aber geht es darum, end- und fruchtlose EWs zu verhindern, die sonst hier das Arbeitsklima noch mehr vergiften. Sorry. -- Wolfgang Rieger

Es ist ein Skandal, wenn berechtigte Minderheitsanliegen durch Mehrheitsvotum entschieden werden sollen. Hier versagt die Schwarmintelligenz eindeutig und wird zum digital maoism. Das Arbeitsklima wird genau durch solche Regelhuberei unerträglich. --Hardenacke

Von der Schwarmintelligenz kann nur enttäuscht werden, wer zuvor an sie geglaubt hat. Die Regeln könnten ja durchaus geändert werden, die Aussichten sind aber eher trüb, da das neue MB vermutlich auch vergurkt ist und abgelehnt wird. Wenn nicht, würde mich das sehr wundern. Man kann sich über die Community manchmal ärgern, ärgern kann man sich aber vor allem über MB-Initiatoren, die es auch im x-ten Anlauf nicht schaffen, einen konsensfähigen Vorschlag zu machen. Grüße -- Wolfgang Rieger

Die Zigaretten mal wieder

Ja, ich bin Nichtraucher. Seit vielen, vielen Jahren. Und: Ja, ich habe mal geraucht. Ich kenne "das". Nun denn -- ja, die Bilder der Raucher-Deformationen, die die WELT da bringt, sind wirklich recht ekelig. Man muss da nicht hinklicken, wenn man schwache Nerven hat.

05.02.14 EU-Hoffnung || Wer diese Bilder sieht, wird nie wieder rauchen || Verrußte Lungen, verstopfte Adern, Geschwüre: Die Tabakrichtlinie der EU schreibt schockierende Bilder auf Zigarettenpackungen vor. Jetzt hat die Kommission die Bilder erstmals veröffentlicht. Von Birger Nicolai

Ob sie was bewirken = die Anzahl der RaucherInnen reduzieren, diese Bilder? Ich wage es zu bezweifeln. Was mich aber ärgert, das ist dies: Es ist mal wieder eine alte = lang bekannte Sau erneut gefunden, die man EU-kommissionell durchs Mediendorf treiben kann.

Wie wäre es es mit entsprechenden Ekelbildern auf Zucker (und entsprechenden Getränken wie Coca Cola, das Original, ohne Zero oder Light), auf fette Burger usw.



auf Wein, Bier, Schnaps und sonstige Alkoholika.


Vorher



Nachher!

und natürlich, am allerwichtigsten, auf Autos! Außen, auf Front- und Heckpartie, und innen, oberhalb des Tachos.


Auf Autos müssten die Bilder der schlimmsten Verkehrsunfälle aufgebracht werden! Die Bilder aus Platzgründen nur außen. Außen und innen aber die deutlich lesbare Zeile: 

Autofahren kann Sie -- und andere! -- töten!

Und es sollte per EU vorgegeben werden, dass nicht nur, wie heute in den Zeitungen üblich, die kaputten Autos gezeigt werden. Nein, natürlich geht es um die Unfallopfer in allen grausigen Details! Was wohl die Autoindustrie dazu sagen würde, liebe EU-Kommission? Und jetzt bitte nicht kommen und sagen, Autofahren müsse man, rauchen aber nicht! Kein Mensch muss Auto fahren! Und vor allem nicht -- Hallo, Deutschland! -- mit 140-240 km/h! Eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung auf 100 km/h. Schon mal durchgerechnet, was das jenseits der Unfallstatistik für Energieeinsparungen bringen würde, liebe EU-Kommission? Vielleicht könnten wir auf die deutsche Nord-Süd-Stromtrasse komplett verzichten.

Nun denn -- Vernunft muss her! Und gleiche Warnbilder für alle entsprechenden Gefahrenquellen!

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Nachtrag (27.03.2014, 08:07): FAZ.NET 18.03.2013, 09:14 Uhr bringt: Greser & Lenz: Gesammelte Werke 2012 4/88, mit einer sehr originellen Interpretation möglicher Wirkungen von Raucher-Schock-Bildern.

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Stichwörter zu einem wichtigen Thema: Rauchen, Zigaretten, Gesundheit, Alkohol, Autofahren, Auto fahren, Autobahnen, Tempolimit, Bremsweg, Geschwindigkeitsbegrenzung, Unfälle, Gesundheitspolitik, EU-Kommission.

Frege-Prinzip?


Wo steht das bei Frege selbst?!

In der WP wird ja immer wie wild nach Quellen gefragt. Im vorliegenden Fall geht es darum, dass angegeben werden muss, wo die Sache bei F. selbst ausgeführt ist. Einige Zitate wären gut. Um ehrlich zu sein: das klingt im Artikel alles sehr halbseiden und unklar, und Lexika sind da ein schlechter Beleg. (Ich bin "vom Fach" und weiß, wovon ich rede! ;-) Also -- wer macht sich dran? -- NACHTRAG (06.02.2014): In den ganzen Beleg- und Quellenhypes, die immer mal wieder hochkochen, sollte man mal diskutieren bzw. klar machen: Lexika und Einführungen in das Fach X sind als Quellen-Angaben generell denkbar ungeeignet. Es hat dieses Fachwörterbücher-Anführen was ungemein Kindliches! Die Verfasser solcher Bücher schreiben von den letzten Einführungen und Wörterbüchern in der Regel einfach ab. Wenn es ein Begriff mal in ein Wörterbuch oder eine Einführung geschafft hat, dann klebt er da und wird kaum je hinterfragt. Wie im vorliegenden Fall. Die Originalveröffentlichung sollte in der WP zählen, nicht der Wörterbuch-Aufguss! Also, ihr Frege-Kenner, her mit den Stellen!

Montag, 3. Februar 2014

Gibt es Regeln in der Sprache?

Keine vorschnellen Antworten! Die nächste Frage: Wie weit reichen die Regeln? -- Ich lese:

ALLGEMEINES | 18.10.2013 Redaktion agrarheute.com | Warenterminbörsen: Soja steigt am Deutlichsten || Paris/Chicago - An der Matif ergaben sich nur gerige Veränderungen. Somit blieb der Weizen weiterhin unter der 200 Euro-Marke. Die Sojabohne an der CBoT konnte einen deutlicheren Anstieg verzeichnen.

am Deutlichsten? Oder besser doch nicht groß? am Abend? Wenn es am Schönsten / schönsten ist, soll man aufhören?

Die Lehrer wollen, dass es für alles eine Regel gibt. Wenn es keine gibt, formulieren sie schnell eine, dann gibt es sie ja. Aber solche Regeln sind eben Ad-hoc-Konstruktionen, damit die Kinder nicht sagen können: Das ist ja alles willkürlich!

"Tatort": Was isn in Dortmund los?

Mein Gott! Was habe ich mich durch den Tatort gestern abend gequält! Wieder mal in einer fremden Welt gelebt, denn die Kritiker fanden das alles gut bis sehr gut. Ich fand da keinen "guten Lauf", ich fand es zum Davonlaufen. Wenn das die Drehbuchautoren-Form des Lebens ist, dann Gnade uns Gott. 

Regisseur Dror Zahavi hat einen guten Lauf. Erst bescherte er dem Publikum den beeindruckenden Geisel-Krimi „Franziska“, mit dem Tessa Mittelstaedt das Team des Kölner „Tatorts“ verließ. Und jetzt legt Zahavi einen weiteren starken „Tatort“ nach: „Auf ewig dein“ heißt der vierte Fall von Depri-Fahnder Faber (Jörg Hartmann) und seiner Dortmunder Truppe. Den Kölner wie den Dortmunder Krimi verbinden Psycho-Duelle, bei denen die Luft brennt. // Die brillanten Vorlagen lieferte in beiden Fällen Drehbuch-Autor Jürgen Werner, der im Augenblick in der Form seines Lebens ist. Wie beim Kölner „Tatort“ geht in dem Dortmunder Krimi um die dunkle Seite der Sexualität, um krankhaften Lustgewinn durch Macht, um Kontrolle eines Menschenleben bis hin zum Tod. (Dortmunder Tatort besticht mit starken Psycho-Duellen | WAZ.de)

Grundproblem: Dieses Totalverzahnen der Handlungsebenen. Polizist und Polizistin als Paar, und die Schwangerschaft / Abtreibung. Die verheiratete Polizistin, die was mit dem Call-Boy hatte. Faber, der kaputte Cheffander, der gleich mit dem Täter im Generationenclinch liegt. Und dazwischen quält sich das Unlogische hindurch. Etwa: Der Täter, der als wortgewandt-souveräner Zyniker daherkommt, aber bei einer Putzkolonne arbeitet. An den sich Faber mit der Handschelle kettet, um ihn mit in die Hochhaus-Tiefe zu reißen. Psycho-Duelle? Mein lieber Schwan!

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Es ist ein besonders aus US-Serien bekanntes Muster: das Privatleben holt die Protagonisten auch in ihrer beruflichen Rolle ein und der Erzählstrang führt über eine einzelne Folge hinaus. Für den Dortmund-Tatort bedeutet das im Fall von Nora Dalay, die von ihrem Kollegen und Partner Daniel Kossik geschwängert wurde, gar nichts. Im Falle von Kommissar Peter Faber bedeutet das ziemlich viel für diejenigen, die zum ersten Mal in den Dortmund-Tatort reinschalten, vielleicht zu viel.

Ich kenne ein paar US-Serien. So plump und übertrieben wie in diesem Tatort kommt das Vorleben der Agents dort nicht daher.