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Mittwoch, 30. November 2016

Disco an Karfreitag

So, nachdem ein Posting mit der Überschrift "Ein Nachtrag" bei SPIEGEL Online einfach verschütt gegangen ist, mache ich mir die Mühe, es hier noch einmal zu rekonstruieren.

Die SPIEGEL-Meldung war also die:

"Bundesverfassungsgericht | Bayern muss Tanzverbot an Karfreitag lockern | In Bayern sind öffentliche Partys am Karfreitag verboten - ohne Ausnahme. Das ist nach Ansicht des Bundesverfassungsgerichts nicht rechtens. | Mittwoch, 30.11.2016 || Das Bundesverfassungsgericht hat das strikte Verbot von Tanz und Unterhaltungsveranstaltungen am Karfreitag in Bayern gekippt. Die Karlsruher Richter gaben einer Verfassungsbeschwerde des Bundes für Geistesfreiheit statt."

Meine Meinung dazu:

Das gibt es schon lange: Städter, die in ein Dorf ziehen, von wegen der Ruhe, und kaum da angekommen klagen sie gegen das Läuten der Kirchenglocken, gegen krähende Hähne und gegen die Misthaufen vor den Bauernhöfen. Was hat das mit den BVG-Urteil zu tun? Da kommen dann die Zuagroastn, die Preußen, vor allem auch die aus dem Osten, weil es hier in Bayern so schön ist, weil es Arbeitsplätze gibt und weil die Kultureinrichtungen groß und die Biergärten gemütlich sind. Und dann möchten Sie ihre Berliner Discokultur mitbringen und hier zu jeder Zeit Remmidemmi machen. Warum gehen Sie nicht nach Berlin und Brandenburg? Da können sie dann immer feiern, auch am Karfreitag. In Bayern is a Tradition, dass a Ruah is, von Gründonnerstog bis Karsamstag. Wer des net wuill, joa mai -- dann schlaichts eich halt.

Political Correctness

Meine Anmerkungen zu einem ZEIT-Artikel

Kiyaks Deutschstunde / Political Correctness:Schluss mit dem dummen Geschwätz! Eine Kolumne von Mely Kiyak ZEIT ONLINE Gabriel, Kretschmann, von der Leyen: Hochrangige Politiker fordern ein Ende der Political Correctness. Sie handeln damit unverschämt, undemokratisch und asozial. 30. November 2016

Aus diesem Artikel:

"Political Correctness wollte anfangs vor allem die Reflexion über eine unverhältnismäßige Hierarchisierung von Minderheiten, 'fremden' Völkern und ihren Kulturleistungen erreichen. Wessen Schriften werden verlegt, gelesen, gelehrt? Inwieweit zeugen Sprache und Gesetze von Benachteiligung einzelner Gruppen?"

Bin ich heute nur verstehensmäßig schlecht drauf, oder sind solche Sätze kaum zu verstehen? Warum nicht von den clear cases ausgehen, in einfacher Sprache? Gute Absicht PC: keine Ausgrenzung von Minderheiten und 'Sondergruppen' -- für die Gleichberechtigung von Frauen -- gegen Rassismus. Das sind alles gute Ziele. Dann war es, wie es immer ist: Die lautesten Schreier mit den wahnsinnigsten Beispielen und die Bürokraten haben sich an die Spitze gesetzt. So lange, bis PC zur Bezeichnung für 'eine weitere Spielart des Sektierer- und Gutmenschentums' geworden ist. (Wer das mit dem 'Gutmenschen' noch nicht gerafft hat: Da sind nicht die guten Menschen gemeint, sondern die, die alles 'unglaublich gut machen' wollen, dabei sich als die moralisch Überlegenen gerieren, ohne die Probleme einzukalkulieren, die die sich mit dem jeweiligen gut machen zwangsläufig verbinden. Was darauf hinausläuft, dass sie sich auf die Bösen verlassen, die die bösen Dinge tun, ohne die sie, die Gutmenschen, nicht gut leben könnten.)

SPIEGEL Online

Eine Anfrage im Forum von SPIEGEL Online, unter

Wohin ...

... ist eigentlich mein Beitrag von soeben, überschrieben mit "Ein Nachtrag" verschwunden? Eben war er noch zu sehen und dann -- perdu? Nicht auf meiner persönlichen Seite, nicht im Forum mehr zu sehen. Steht möglicherweise das Wort "Gschwerl" auf einer PC-Liste und führt zur automatischen Löschung von Forumbeiträgen? Na, das werden wir ja sehen. Wenn das hier stehenbleibt oder besser: durchdringt, dann ist das nicht der Fall.

Bayern als Einzelstaat

Wer hätte das gedacht? Ich bin auf einmal für die Loslösung von Bayern von der Bundesrepublik Deutschland. Der Grund:

"Bundesverfassungsgericht | Bayern muss Tanzverbot an Karfreitag lockern | In Bayern sind öffentliche Partys am Karfreitag verboten - ohne Ausnahme. Das ist nach Ansicht des Bundesverfassungsgerichts nicht rechtens.30.11.2016|| Das Bundesverfassungsgericht hat das strikte Verbot von Tanz und Unterhaltungsveranstaltungen am Karfreitag in Bayern gekippt. Die Karlsruher Richter gaben einer Verfassungsbeschwerde des Bundes für Geistesfreiheit statt. Die anerkannte Weltanschauungsgemeinschaft vertritt die Interessen konfessionsloser Menschen und setzt sich für die strikte Trennung von Kirche und Staat ein. Um die bayerische Regelung gerichtlich prüfen zu lassen, hatte die Gruppierung am Karfreitag 2007 eine Veranstaltung in einem Münchner Theater organisiert." (spiegel.de)

Ich möchte, dass die, die am Karfreitag unbedingt Party machen müssen, nach Berlin oder sonstwie nach Preußen umziehen. Da können sie dann tanzen so lang sie wollen.

Sonntag, 27. November 2016

Marx, Hitler und Popper

Weil ich eben beim Konstruktivismus war, radikal oder nicht, wollte ich endlich mal mein Gedächtnis mit der entsprechenden Stelle kurzschließen. Hier ist sie, die Stelle!

"Einige Verwirrung richten auch Mißverständnisse und Vorurteile an. So geht aus wiederholten Andeutungen von M. Wandruszka deutlich hervor, daß ihm besonders die Rede von einem Weltbild einer Muttersprache recht suspekt ist. Ich sehe nicht ein, was dagegen spricht, die bestehenden inhaltlichen Eigentümlichkeiten einer Sprache als zu ihrem geistigen Weltbild gehörig zusammenzustellen. Ein Vergleich kann es leicht deutlich machen: wenn für Europa seit Hipparch und Ptolemäus der sichtbare Sternhimmel in 48 Sternbilder aufgegliedert war, während in China für den dort sichtbaren Ausschnitt seit dem 3. Jhd. 283 Sternbilder galten, so wird man wohl mit Recht sagen können, daß diese Aufgliederungen zum Weltbild der Völker gehörten, bei denen sie galten. Sind die im engeren Sinne sprachlichen Felder, das Verwandtschafts-, das Farbenfeld nicht ebenso zu beurteilen? Was soll dagegen sprechen, sie zum muttersprachlichen Weltbild der Sprachgemeinschaften zu rechnen, bei denen sie gelten? Und was die ‘Bevormundung’ durch solche sprachlichen Weltbilder angeht: wird sie erleichtert durch einen nivellierenden Sprachvergleich? Ich wüßte nicht, daß ich eine Befreiung verspürt hätte, als ich die Gliederung von Wortfeldern, deren muttersprachlicher Geltung ich selbst unterstehe, wissenschaftlich durchschauen lernte." (Weisgerber, Die geistige Seite der Sprache und ihre Erforschung)

Was habe ich immer dazu gesagt? 
  • Weltbild ist mir, nicht nur hier und in diesem Zusammenhang, ein viel zu großes Wort für die Sprachgebundenheiten. Bessere Begriffe wären schlicht Zusammenhänge oder Zusammenhangskonstrukte. So vielleicht.
  • Was soll das Weltbild der deutschen Sprache sein, wenn doch Marx, Hitler und Popper ihre Ideen auf Deutsch niedergeschrieben haben?



Habermas et al., Politikexperten?

Das, was ich eben ins ZEIT-Forum bei einem Habermas-Artikel geschrieben habe, halte ich in Kopie auch mal hier fest:

"Mal was Generelles: Ich frage mich immer wieder mal, warum Schriftsteller und Philosophen für die großen bürgerlichen Zeitungen immer mal wieder die Kassandra geben müssen. Verstehen diese Menschen wirklich mehr von Politik und Moral als der durchschnittliche gut informierte Zeitungsleser? Ich meine -- diese Leute sind (hoffentlich) Fachleute für Romane usw. und Philosophie; aber was qualifiziert sie für die Politik? Ich gehe doch auch nicht zu meinem Kfz-Meister, Herrn Z., und frage den, wenn ich was Substantielles zur Verkehrspolitik brauche."

Donnerstag, 24. November 2016

Sarah, Pietro und die Kunsttheorie

Achtung jetzt! Was haben -- Moment, wie heißen sie noch mal? Ja, Sarah und Pietro Lombardi. Also, was haben die beiden mit der Kunst zu tun? Nun, der Hype um sie folgt den gleichen Mediengesetzen: In der Zeitung und vor allem, heute, im Internet sein, das ist's. (Ja, im Sinne von "Rühmen, das ist's!" Und: "Mein Name ist Barbara Ehligmann ..." Ja, genau.) Wie haben bei beiden das geschafft? Initialzündung: DSDS, dann: kleine Interssantheiten. Jun heiraten, fremdgehen, "Wie steht es wirklich um sie?"-Fragekaskaden. Und immerzu so weiter.

"© dpa Die vierte Staffel der Doku-Soap mit Sarah und Pietro liegt auf Eis. Michal T. soll schon vor Jahren mit Sarah zusammen gewesen sein. | Seit einer Woche gibt es die Fremdgeh-Gerüchte um DSDS-Sängerin Sarah Lombardi (24). Seitdem ist viel passiert. Ihr Noch-Ehemann Pietro (24) übernachtete kurzzeitig bei seinem Freund, dem Kölner Fußball-Star Dominique Heintz (23). Sarah flüchtete nach Kreta. Ihre Show bei RTL2 liegt auf Eis. | Kaum ein anderes Thema hat die Promi-Fans in den vergangenen Tagen so beschäftigt wie die angebliche Fremdgeh-Affäre von Sarah Lombardi (24). Die Sängerin flüchtete im Flieger nach Kreta. | Eine sehr gute Freundin von Sarah sprach nun mit der MOPO über die Wahrheit in Sarahs Liebesleben. „Sarah ist natürlich nicht begeistert, wie ihre Liebe zu Michal an die Öffentlichkeit gelangt ist, aber auf der anderen Seite ist ihr auch ein Stein vom Herzen gefallen!“, sagte sie."

Natürlich muss man, wenn man Ulrich Rückriem oder gar Georg Baselitz heißt, den Hype anders angehen, anders planen. Aber ohne Management geht auch da nichts, da bin ich ganz sicher.

Bemerkenswert: "ihre Liebe zu Michal". Was da wohl Liebe heißt, bei der -- nun? Künstlerin!

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|* "Pietro Lombardi ist väterlicherseits italienischer Abstammung und wuchs mit zwei Geschwistern in Karlsruhe auf. Nach dem Verlassen der Hauptschule ohne Abschluss arbeitete er im Rahmen eines Minijobs auf 400-Euro-Basis als Swarovski-Steinleger in der Werkstatt eines Schmuckgeschäfts. Im März 2013 heiratete er seine ehemalige DSDS-Finalgegnerin Sarah Engels, mit der er seit 2011 liiert war. Am 19. Juni 2015 kam ihr gemeinsamer Sohn zur Welt. Das Paar trennte sich im Oktober 2016."

Mittwoch, 23. November 2016

"Die große Liebe"

Das noch rüberkopiert, und dann ist Schluss für heute!

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Nur mal so, was sich so alles in die Berichterstattung einschleicht und wie das so mit den Quellen ist bzw. wäre, also als Beispiel:

"1973, auf dem Höhepunkt ihrer Karriere lernt Uschi im Alter von 39 Jahren den Filmproduzenten Bernd Tewaag (76) kennen und lieben. Schon bald kommt ihr erstes Kind Benjamin (40) auf die Welt. 1981 geben sich die beiden das Ja-Wort. Sohn Alexander (34) und Tochter Julia (30) komplettieren die Familie." (jaja, die BUNTE!)

Hört sich ja so an bzw. liest sich, als habe die 39-jährige Uschi G. einen 76-jährigen geheiratet. Was nicht stimmt, wie das Geburtsjahr T. hier zeigt. Und hinzu kommt ein Zahlendreher! 67 ist er jetzt, nicht 76. Also, Vorsicht mit den Quellen! :-)

Rolf H., Berlin (Ahnenfoscher) ...

... und das "gleiche Jahr" (Wikipedia-Diskussion)

Das ziehe ich jetzt einfach mal hier her, weil es mir interessant erscheint:

Es gibt mehrere Stellen in dem Artikel, die ich als falsch einschätze. Hier möchte ich nur die Formulierung "Im gleichen Jahr" monieren. (Es gibt viele Jahre, die sich gleichen, aber nur ein und dassebe Jahr. Von: Rolf H., Berlin (Ahnenfoscher) (nicht signierter Beitrag von 37.120.57.2. ... 28. Dez. 2014

Zum Thema "im gleichen Jahr": Nichts an Sprachen ist einfach, nur 30% (sag ich als Kenner jetzt) sind formallogisch und formal analogisch. Sonst gilt: "So sagt man halt einfach! Kann man nix machen." (Es gab da mal eine Diskussion, in der einige sagten, dass vom Standpunkt der Sprachlogik her Selbstmord nicht verwendet werden sollte, weil das ja kein Mord sei. Ich habe damals darauf hingewiesen, dass ein Schneebrett auch kein Brett ist.) Was das Problem mit dem Jahr angeht: "Im gleichen Jahr ist er auch in die USA gereist." ist ein absolut perfekter deutscher Satz.* (Ggf. man die linguistische Begründung nachlesen: Zillig, Werner (1998): Ähnlich, gleich und identisch. Einige Probleme der Bestimmung von Adjektivbedeutungen, dargestellt an drei ›schwierigen‹ Adjektiven. In: Schmitsdorf, Eva / Hartl, Nina / Meurer, Barbara (Hgg.): Lingua Germanica. Studien zur deutschen Philologie. Jochen Splett zum 60. Geburtstag. Münster etc.: Waxmann. S. 362-376.) -- Da wird, wenn ich mich recht entsinne, darauf hingewiesen, dass das mit der gleiche / der der selbe nur sinnvoll unterschiedn werden kann, wenn es um 'konkrete Gegenstände' geht. Wenn A den denselben Roman wie B gelesen hat, heißt das nicht, dass A und B das identische Papierexemplar in der Hand gehalten haben. (Interessanter noch einmal, wie es sich verhält, wenn A The old man and the sea und B Der alte Mann und das Meer gelesen hat. :-) )

Dienstag, 22. November 2016

"Kulturfremdes Verbrechen" ?

Es ist ein altes, schwieriges Thema: Was soll die Zeitung bringen und was nicht? Und wenn sie etwas über 'Untaten' bringt, was soll sie über den Täter sagen? Das neue Beispiel:

"21.11.2016 | Bluttat an einer 28-Jährigen | Am Tatort in Hameln sichern Polizisten Spuren || Im niedersächsischen Hameln wurde eine Frau bei einem brutalen Gewaltakt lebensgefährlich verletzt. Nach Angaben der Polizei zog ein 38-jähriger Mann eine 28-jährige Frau durch die Stadt. Der Täter hatte der Frau ein Seil um den Hals gebunden und das andere Ende an der Anhängerkuppelung seines Autos befestigt. Dann stieg er in sein Fahrzeug und fuhr mit großer Geschwindigkeit durch die Innenstadt."* (faz.net)

Also Alter und Mann / Frau, das ist's und mehr gibt es nicht.

Die berühmte Seite für das politisch inkorrekte Verhalten, pi-news.net, ergänzt dann natürlich das, was nicht gesagt wurde:

"... In der Kaiserstraße ließ er sein Opfer zurück, wo es blutüberströmt und lebensgefährlich verletzt von Passanten gefunden wurde. Kurz darauf stellte der Täter sich bei der Polizei und ließ sich festnehmen. Die junge Frau wurde in eine Spezialklinik gebracht. Noch unbestätigten Meldungen zufolge sollen Opfer und Täter aus sogenannten 'Großfamilien' stammen. Update: Polizei bestätigt nun, Täter und Opfer stammen aus Kurdenclan."

Dass die pi-news die Tat ein "besonders grausames und bis dato bei uns kulturfremdes Verbrechen" nennt ist natürlich gefährlich für die Sache der Ausländerfeindlichkeit. Da denkt dann mancher, dass Fritz Hamann und Jürgen Bartsch seinerzeit Verbrechen entsprechend der heimischen Kultur begangen haben.

Aber zurück zur Ausgangsfrage: Was soll dieses Verschweigen? Glauben die Zeitungen wirklich, dass sie damit Fremdenfeindlichkeit verhindern?

--

| * Soll man, wenn es um die Demokratie und die Medien geht, die Internet-Öffentlichkeit gut finden? Wahrscheinlich schon. Weil die "Fakten" halt am Ende doch die Fakten sind und nicht politisch korrekt camoufliert werden können. Wenn man jetzt bei Google das Wort "Hameln" eingibt, was sieht man dann? Das hier:


Selbstverständlich ist auch das ein Einzelfall. Aber das Menschliche Gehirn neigt nun mal zum Generalisieren. Da kann man noch so lang auf die schlichten Gemüter herabschauen. 

Egde, RTL und Kabel Deutschland

Seit der neue Internet-Browser von Microsoft mit Windows 10 gekommen ist, Edge heißt er, glaub ich, verwende ich ihn ziemlich oft; er startet einfach schneller als Chrome. (Sollen wir Edge mit Vorteil oder mit Kante übersetzen?) Und dann steht dann da msn, die Nachrichtenseite von Microsoft. Auch recht, ich habe gar nichts gegen Politik, Sport, Dies und Das & Klatsch und Tratsch. Aber! Was mich und wahrscheinlich viele andere auch verrückt macht und weglaufen lässt, dass ist das, nennen wir es mal: schnelle Geblinke. Dieses Aufzischen von Werbung und Nachrichten mit noch einem Blinkebewegtbildchen oder noch einem Videöchen davor.

Ich meine: Warum begreifen die Zeitungen und warum begreifen die meisten Webseiten nicht, dass der große Erfolg von Google, neben den guten Suchergebnissen, auf einer guten, dezenten Werbung ohne Zischen und Flackern beruht?!

Das Gleiche ja auch beim Fernsehen! Die, die den Hals nicht voll bekommen, und die, die glauben, wenn sie noch ein wenig lauter schreien, dann würden mehr Leute zuhören und ihr Zeug kaufen oder anschauen. Einen Teufel tun die Leute! Sie zappen einfach weiter! Und wenn das Vorspulen "auf Wunsch des Senders" RTL bei Kabel Deutschland nicht geht? Nun, dann schauen wir halt kein RTL mehr und verabschieden uns über kurz von Kabel Deutschland.

"Meine Mutter lügt ..."

Am Morgen, besser: am Vormittag stolpere ich über

"Ben Tewaag: „Meine Mutter lügt leider über meinen leiblichen Vater" BUNTE.de

Dann komme ich surfend hierher:

Uschi Glas - Ich weiß, wo ich herkomm' 14.11.2016 | 44 Min. | UT | Verfügbar bis 14.11.2017 | Quelle: Bayerischer Rundfunk 2016 Jahrzehntelang steht Uschi Glas im Blitzlichtgewitter als "Schätzchen der Nation", genießt ihre Bekanntheit und bemüht sich jedoch um ein intaktes Privatleben. Dann folgt eine Zeit schwerer Rückschläge. Inzwischen bekommt sie wieder Filmrollen, die sie ausfüllen. Und sie hat eine neue Liebe gefunden. Ihr zweiter Mann und sie kümmern sich gemeinsam mit ihrem Verein "BrotZeit" um benachteiligte Schulkinder.

Montag, 21. November 2016

"Sie verbrannte sich selbst"

Eine Frage an die Sachverständigen: Was geht in den Köpfen des Dorfrats vor? Wer kann das erläutern?

"Als Strafe für ihren Vater: Pakistanischer Dorfrat lässt Frau vergewaltigen | Hamburger Morgenpost | vor 4 Tagen | Als Strafe dafür, dass ihr Vater ein anderes Mädchen sexuell belästigt haben soll, wurde eine junge Frau in Pakistan auf Beschluss des Dorfrates vergewaltigt. Durch die Vergewaltigung sei sie schwanger geworden. Sie sah anscheinend nur noch einen Ausweg: Sie verbrannte sich selbst."

Sonntag, 20. November 2016

Ein paar große Alte

Zur Abwechslung mal was anderes:

1829 Friedrich Schlegel (* 10. März 1772 in Hannover; † 12. Januar 1829 in Dresden)
1832 Rasmus Rask (* 22. November 1787 in Brændekilde (Insel Fünen); † 14. November 1832 in Kopenhagen)
1835 Wilhelm von Humboldt (* 22. Juni 1767 in Potsdam; † 8. April 1835 in Tegel)
1867 Franz Bopp (* 14. September 1791 in Mainz; † 23. Oktober 1867 in Berlin)
1868 August Schleicher (* 19. Februar 1821 in Meiningen; † 6. Dezember 1868 in Jena)
1900 Max Müller (* 6. Dezember 1823 in Dessau; † 28. Oktober 1900 in Oxford)
1904
Otto von Böhtlingk (* 11. Juni 1815 in Sankt Petersburg; † 1. April 1904 in Leipzig)
1919 Karl Brugmann (* 16. März 1849 in Wiesbaden; † 29. Juni 1919 in Leipzig)
1922
Berthold Delbrück (* 26. Juli 1842 in Putbus auf Rügen; † 3. Januar 1922 in Jena)

Donnerstag, 17. November 2016

"... sie wissen nicht, wie Amerika tickt."

Der Broder -- ach, ich mag ihn einfach! Er bringt es mal wieder auf den Punkt.

"... Dieser Höhenflug der Arroganz und Verachtung des „flachen Landes“ wurde nur noch durch ein Statement des Präsidenten der EU-Kommission, Jean-Claude Juncker, übertroffen. Er habe mit Präsident Hollande und mit Frau Merkel, mit Herrn Schulz, Herrn Tusk, Herrn Renzi und anderen geredet, „niemand kennt ihn, aber ich habe den Eindruck, wir werden ihn kennenlernen, er uns aber auch“, wobei Juncker die Bedeutung der letzten Worte mit einen satanischen Lächeln unterstrich. | Was lernen wir daraus? Die politischen Eliten, angefangen bei den Thinktanks bis zu den Spitzen der EU, haben von den USA keine Ahnung. Sie wissen, wo es in New York die besten Margaritas, in Washington die besten Spareribs und in Los Angeles die besten Tacos gibt, aber sie wissen nicht, wie Amerika tickt." (welt.de)

Und die, die wie die Junkers vollständig europazentriert sind, die werden nicht begreifen, dass viele Amerikaner nichts mit ihnen anfangen können. In den Augen eines US-Mannes: arrogante wimps eben. So steht dann Meinung gegen Meinung. Wieder mal.

Mittwoch, 16. November 2016

Göbekli Tepe

Ist es zu fassen? Da schaut man in diesen Bereichen des Wissens ständig herum, und hat von Göbekli Tepe noch nie was gehört!

"Der Göbekli Tepe (deutsch bauchiger Hügel) ist ein prähistorischer Fundort auf dem mit 750 Meter höchsten Punkt der langgestreckten Bergkette von Germuş. Er liegt 15 Kilometer nordöstlich der südostanatolischen Stadt Şanlıurfa in der Türkei. Es handelt sich um einen durch wiederholte Besiedlung entstandenen Hügel (Tell) mit einer Höhe von 15 Metern und einem Durchmesser von rund 300 Metern. Er wird seit Mitte der 1990er Jahre als Langzeitprojekt des Deutschen Archäologischen Instituts ausgegraben. Bei diesen Arbeiten wurden bisher etwa 1,5 % des Areals freigelegt, eine vollständige Ausgrabung ist nicht geplant. | Derzeit werden zwei Nutzungsphasen unterschieden, von denen die erste bis in das 10. Jahrtausend v. Chr. zurückreicht. Aus dieser Nutzungsphase (Epipaläolithikum/frühes PPNA) wurden sieben kreisförmige Steinanlagen ausgegraben, die aus zum Teil reliefierten T-förmigen Pfeilern bestehen. Aufgrund geophysikalischer Untersuchungen kann vermutet werden, dass über 200 weitere Pfeiler in etwa 20 Kreisanlagen noch unter dem Erdboden liegen. Die einzelnen Pfeiler sind dabei bis zu 6 Meter hoch und bis zu 20 Tonnen schwer und waren in aus dem anstehenden Felsen geschlagene Sockel eingepasst. In der zweiten, der jüngeren Nutzungsphase (Präkeramisches Neolithikum B) fanden sich weitere, aber kleinere Pfeiler in rechteckigen Räumen. Diese Räume besaßen in der Regel einen Fußboden aus geschliffenem Kalk. Danach wurde der Ort offensichtlich aufgegeben. Die Grundmauern eines quadratischen Gebäudes auf dem Südplateau werden in römische Zeit datiert. | Die Funktion der Anlagen ist unklar. Am verbreitetsten ist die vom Ausgräber Klaus Schmidt (1953–2014) etablierte Hypothese, dass es sich um ein steinzeitliches Bergheiligtum gehandelt habe." (Wikipedia)

Nun ja, 'ein steinzeitliches Bergheiligtum', das sagt auch noch nicht viel. Aber mal abwarten ...

"Das bisschen, was ich lese ..."

Und gleich noch ein Ausschnitt aus der heutigen Süddeutschen, zunächst in der Papierausgabe gelesen.

"Kultur | Mittwoch, 16. November 2016 | Artikel 9/20 | Vorschlag-Hammer | Wörterfön* | An Menschen, die schreiben, ist kein Mangel, es fehlt eher an Menschen, die sich Zeit zum Lesen nehmen | Von Antje Weber || Wer schreibt, der bleibt. Ob der Schriftsteller Hanns-Josef Ortheil wohl diesen alten Spruch im Sinne hatte, als er bei der Eröffnung des Literaturfests vehement für das tägliche Aufschreiben plädierte? Dabei ist an Menschen, die schreiben, ja heutzutage sowieso kein Mangel, wie der Medienwissenschaftler Jochen Hörisch später beim Symposium bestätigen sollte, es fehlt eher an Menschen, die sich noch die Zeit zum Lesen nehmen. 'Das bisschen, was ich lese, schreibe ich mir selbst', dieser Tucholsky-Spruch passt da ebenfalls schön dazu, und ich muss gestehen, dass ich ihn in allzu arbeitsreichen Phasen selbst schon zitiert habe -- um mich sofort ähnlich zu schämen wie Eröffnungs-Moderatorin Luzia Braun, die einmal errötend in der U-Bahn auf einer Jute-Tasche las: 'Haben Sie schon mal einen Sarkasmus vorgetäuscht?'"

So, um nun noch die ZEIT-FRAGE zu stellen: Wozu hätten Sie den Zeit (in der Sie natürlich auch nicht bzw. nichts anderes lesen können!)? Kleine Liste aus dem Weber-Artikel extrahiert:
  • Mathias Énards hochgelobten Roman "Kompass" (Mittwoch, 16. November, 20 Uhr, Literaturhaus)  ["als Romanlektüre ... eine Geduldsprobe]
  • Peter-Rühmkorf-Abend (Mittwoch, 16. November, 19 Uhr, Einstein)
  • Pop-Kollektiv Fön, zwei Tage später im Einstein (Schriftsteller Tilman Rammstedt, Kollegen Florian Werner, Michael Ebmeyer und Bruno Franceschini)
  • Bänkelbar (Mittwoch, 16. November, 21.30 Uhr, Hofspielhaus; Stimmen von Jan Wagner bis Najet Adouani)

Frage noch einmal: Wann soll ich eigentlich noch lesen? Und wenn ich da überall hinginge -- wie sollte ich noch zum Denken kommen? Aber gut, es ist ja vielleicht das Ziel solcher Veranstaltungen, Kultur dadurch zu schaffen, indem sie das eigene Denken unterdrücken! (Denken sie darüber auf dem Nachhauseweg mal nach.)

--

* Da habe ich, in der Neueinrichtung von Geschichten, den Fön fürs Haartrocknen mit Bauchgrimmen an die neue Rechtschreibung angepasst: Föhn. Und jetzt das!

" Jojo mortale"

So, und festgehalten werden soll heute, aus der SZ von diesem Tag, das Folgende:

"Mittwoch, 16. November 2016 | Diäten | Jojo mortale || Wer ständig Gewicht verliert und wieder zunimmt, weist ein hohes Risiko für Infarkte und andere Herzleiden auf. Auch Normalgewichtigte, die abnehmen wollen, können Probleme mit Herz, Kreislauf und Stoffwechsel bekommen. | Von Werner Bartens* || Der Weg durch die Adventszeit und die anstehenden Feiertage führt an vielen Verlockungen vorbei, ist aber mit guten Vorsätzen gepflastert. Klar, ein paar Lebkuchen, Plätzchen und den Weihnachtsbraten will man sich schon gönnen - aber danach wird die Figur wieder in Form gebracht. Die Diät-Industrie bietet dazu zahlreiche Hilfestellungen an. Ein einträgliches Geschäft, denn allein in Europa und den USA beträgt der Jahresumsatz der Branche 150 Milliarden Dollar. | Menschen, die abnehmen wollen, bringt das auf Dauer wenig. Ihnen wird zwar das Portemonnaie erleichtert, das Gewicht kehrt hingegen fast immer wieder zurück. Der Jojo-Effekt schlägt zu. "In der Regel haben die Menschen die verlorenen Kilos bald wieder drauf", stellen die Schweizer Ernährungswissenschaftler Abdul Dulloo und Jean-Pierre Montani von der Universität Fribourg lakonisch fest. "Nach spätestens einem Jahr hat man ein bis zwei Drittel des ursprünglich verlorenen Gewichts wieder auf den Rippen, nach fünf Jahren den Rest." Ein Drittel der Menschen, die doch eigentlich abnehmen wollten, trifft es besonders schwer: Sie wiegen hinterher sogar mehr als zu Beginn ihrer Diätbemühungen."

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* Dr. med. Werner Bartens. Leitender Redakteur, Wissen. Werner Bartens wurde 1966 in Göttingen geboren. Studium der Medizin, Geschichte und Germanistik in Gießen, Freiburg, Montpellier (F) und Washington D.C. (USA). Nach dem US-Staatsexamen Medizin (1992) Forschungsjahr an den Nationalen Gesundheitsinstituten (NIH) in Bethesda (USA). 1993 Staatsexamen Medizin in Freiburg und Promotion zum Dr. med. mit einer Doktorarbeit über genetische Grundlagen des Herzinfarktes. 1995 Magisterexamen in Deutsch und Geschichte mit einer Abschlussarbeit über Rassentheorien im 19. und 20. Jahrhundert. Bartens arbeitete zwei Jahre als Arzt in der Inneren Medizin an den Unikliniken Freiburg und Würzburg, anschließend Postdoktorand in der Arbeitsgruppe des Nobelpreisträgers Georges Köhler am Max-Planck-Institut für Immunbiologie in Freiburg. Seit 1997 Buchautor, Übersetzer, Ko-Autor einer WDR-Seifenoper und tätig für SZ, Zeit, FAZ und taz. Von 2000 bis 2005 Redakteur im Reportage-Ressort der Badischen Zeitung und zuständig für Medizin; daneben Mitarbeit bei SZ, Zeit und taz. Seit 2005 ist Bartens Redakteur im Ressort Wissen der SZ, seit 2008 Leitender Redakteur. Er hat mehr als 20 populäre Sachbücher veröffentlicht, darunter etliche Bestseller wie "Das Lexikon der Medizin-Irrtümer", "Körperglück", "Heillose Zustände", "Was Paare zusammenhält" und "Wie Berührung hilft". Bartens ist zu Fragen der Medizin und Gesundheitspolitik oft im Fernsehen zu Gast. Er wurde vielfach mit Journalistenpreisen geehrt und 2009 als "Wissenschaftsjournalist des Jahres" ausgezeichnet. Weitere Infos: www.werner-bartens.de

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Mein langjähriges Nachdenken zu diesem Thema hat zur Lösung geführt. Sie lautet natürlich: 42. Um genau zu sein: 42 (d). Die Antwort ist ein Teil der Superlösung einer Vereinheitlichten Sinntheorie. Diese Zahl, Abt. (d), verlangt nach einer Interpretation, ganz klar. Diese Interpretation kommt später mal. Für die Neugierigen aber hier schon mal eine Antwortskizze, ohne Lösungsweg.
  • "Die entscheidende Frage ist, wie der Wille einer Person X so gestärkt werden kann, dass X einem einfachen Ernährungsplan + Sportvorgaben i. w. S. leicht und mit Freude folgen kann. Diese Frage verweist mithin auf die zentrale Frage jeglicher Suchtproblematik."

"Eine politische Lösung für Syrien u. a."

Was wird wohl aus dieser durchaus ernst gemeinten, komplexen Frage im Wikipedia-Café? Wir werden sehen. Eingerückt habe ich da das Folgende:

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Ich meine mich vage zu erinnern, dass wir das so oder so ähnlich hier schon mal hatten. Aber diese Frage passt immer, wenngleich sie vielleicht ein wenig zu ernsthaft fürs Café ist, das gebe ich zu. Aber sei's drum. -- Eben lese ich beim SPIEGEL:

"Der syrische Machthaber Baschar al-Assad hat sich dem künftigen US-Präsidenten Donald Trump als potenzieller Verbündeter im Kampf gegen Terrorismus angedient. Dafür müsse sich Trump allerdings über Widerstand in der US-Regierung hinwegsetzen, sagte Assad dem portugiesischen Fernsehsender RTP in einem Interview." | spiegel.de

Jetzt ist nicht das multiple Stereotyp gemeint (= "Trump ist blöd und Assad ist blöd und extrem grausam"), sondern die Frage, was mit Ländern wie Syrien im halbwegs realistisch gedachten Idealfall überhaupt möglich wäre. Meine Vorannahme ist diese: Demokratien westlichen Typs sind in vielen Teilen der Welt, darunter die arabischen Länder, einfach nicht machbar. Das zeigt die Erfahrung: Ein Diktator verschwindet, auf welchem Weg auch immer > Es folgt der Bürgerkrieg > Der nächste Diktator hat sich durchgesetzt. Also, wer hat -- es darf auch was Angelesenes sein -- einen realistischen Vorschlag, a) für Syrien, b) für Länder wie Afghanistan, Simbabwe und, demnächst wohl: Südafrika? Rauslassen würde ich persönlich alle wohlfeilen Schuldzuweisungen, die nicht für eine Lösung taugen: der Kapitalismus ist schuld, der Einfluss des Westens verhindert das Heil, die alten Kolonialverhältnisse haben die Verantwortung, usw. Was letzte angeht: 50 bis 70 Jahre nach der der Kolonialzeit sind die Länder endlich mal für sich selbst verantwortlich. -- Nun denn, was soll passieren? In Syrien und anderswo?

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Mal schauen. Ich bin auf die Antworten gespannt. Wird es überhaupt Antworten geben, bei so einem komplex-aussichtslosen Thema?

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Nachtrag (21.11.2016): So, ich habe soeben noch mal ins Wikipedia-Café geschaut. Eine wirklich umfangreiche Diskussion ist da entstanden. Nur eben -- relativ schnell ist diese Diskussion vollständig von meiner Frage da oben weggegangen. (Ich nehme an, weil niemand auch nur die Andeutung einer vernünftigen Antwort kennt.) Am Ende hat die Diskussionsteilnehmer die Frage interessiert: Was ist eigentlich eine "echte Demokratie" und was nicht? Auch interessant, aber meine Fragen war das nicht.

Demokratie - Führer - Experten

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"Demokratie: 96 Prozent der befragten Flüchtlinge unterstützen die Aussage, dass 'man ein demokratisches System haben sollte'. Damit stimmen sie fast vollständig mit deutschen Befragten überein. 21 Prozent der Flüchtlinge und 22 Prozent der Deutschen sind jedoch der Ansicht, dass man einen 'starken Führer' haben sollte, der sich nicht um ein Parlament und Wahlen kümmern muss. Eine Expertenherrschaft statt einer Regierung wünschten sich bei den Geflüchteten 55 und bei den Deutschen 59 Prozent." (msn.com/de-de)

Dienstag, 15. November 2016

Die Politik, die Argumentation und die Logik

Ich nehme einmal an, dass die Mexiko-Mauer, die Trump so vorschwebt, wenn sie ihm denn immer noch vorschwebt, technisch extrem aufwendig und also teuer und wahrscheinlich einfach blöd ist. Durchgerechnet habe ich das nicht, noch nicht mal wirklich durchdacht. Was mir aber schnell klar wird: Dass auch die menschenfreundlichen Gegner dieser Idee, Professoren gar, manchmal bar jeden Sinns daherkommen. Nehmen wir mal diese Stelle:

"Im Kampf gegen illegale Einwanderung könnte die Mauer sogar kontraproduktiv sein. "Eine stärkere Grenzsicherung erhöht die Kosten eines illegalen Grenzübertritts, was dazu führt, dass die Menschen länger in den USA bleiben müssen, um die Reise profitabel zu machen", sagt der Soziologe Douglas Massey von der Universität Princeton."

Welche Struktur hat dieses Argument? Es besteht aus diesen drei Elementen: 
  • Kosten für Grenzübertritt werden durch Mauer erhöht.
  • Es folgt: Längere Verweildauer für Abbezahlen notwendig.
  • Also: Besser keine Mauer, weil dann: geringere Verweildauer.
Da sind zunächst mal ein paar Dinge klärungsbedürftig. Angenommen wird, dass ein Mexikaner, der es in die USA geschafft hat, dort das Geld a) für den Schleuser und b) einen gewissen Betrag für sich und die Seinen verdienen will. Hat er das geschafft, geht er zurück.

Ist diese Annahme auch nur für 10 % der Fälle korrekt? Ich vermute: Nein. Vermutlich kommen die Menschen um zu bleiben. Aber selbst angenommen, die Annahme stimmt, dann stimmt die Logik dahinter nicht. Denn wenn man annimmt, dass der Grenzübertritt eines ist, nämlich illegal, dann würde auch gelten:
  • Kosten für Einbrüche werden durch Haussicherungen (Alarmanlagen etc.) erhöht.
  • Die Einbrecher müssen mehr Versuche machen und zu härteren Mitteln greifen.
  • Also besser: keine Schutzmaßnahmen ergreifen, dann geringere Einbruchzahlen und geringere Verweildauer der Einbrecher im Haus.
VORWEG: NEIN, ICH WILL DIE MEXIKANER NICHT ZU EINBRECHERN MACHEN!

Sie auch nicht mit Einbrechern vergleichen. Es geht um das abstrakte Legal / Illegal.
Und nicht vergessen: die Einbrüche haben, per se sozusagen, auch Vorteile. Sie kurbeln wegen der notwendigen Neuanschaffungen die Wirtschaft an und sichern Arbeitsplätze bei Glasern, Schlossern und in der Versicherungswirtschaft. (Das geht in die Richtung, dass in den USA die Einwanderer für die reichen Alteingesessenen auch viele Vorteile mit sich bringen. Billige Putzkräfte zum Beispiel.)

Oder, weiter in dieser Logik, noch einfacher: Wir stellen ein paar extrem schwach gesicherte Häuser mit viel Geld drin auf die grüne Wiese bei Aschaffenburg, warten ein wenig, bis sich das bei den Einbrechern herumgesprochen hat und glauben daran, dass dann all überall sonst die Einbruchsdiebstähle aufhören.

Aber seien wir realistisch. Alle diese argumentativen Spiele sind für 90% des Wahlvolks einfach und um mehrere Stufen "zu hoch". Die Menschen entscheiden aus ihren jeweils unterschiedlichen Bäuchen heraus, mal so, mal so. Logik ist da nicht mal ansatzweise nötig. Es geht prima auch ganz und gar ohne. Und überzeugt, dass sie recht haben, ja, das sind alle -- das ist das Verbindende über alle Lager hinweg.*

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* Sehr gute Beispiele für die Möglichkeiten des "freien Argumentierens" finden sich immer wieder im ZEIT-Forum. Zu diesem Thema hier.

"... aus der queer-feministischen Szene"

Was für eine Welt und was für eine Sprache!

"Im Skandal um die verdeckte Ermittlerin Iris P., die unter dem Tarnnamen „Iris Schneider“ in der linksalternativen Szene Hamburgs ermittelte, hat die Polizei erneut einräumen müssen, dass der Einsatz der Beamtin rechtswidrig war. Wie die Sprecherin des Hamburger Verwaltungsgerichts der Frankfurter Rundschau bestätigte, hatte eine Aktivistin aus der queer-feministischen Szene gegen das Vorgehen der Polizistin geklagt." (fr-online.de)

"Das Publikum feixt"

Ach ja, Schach wird auch noch gespielt! Bei allen Remis doch mit Unterhaltungswert, wie es scheint.

"Auf der Schachgrundschule lernt man so was nicht. Da bekommt man eine 5 dafür. Der Zug sieht superkrank aus. Sofort ist er das Thema im Saal. Was soll das denn? Hat das schon mal jemand gespielt? Irgendwer behauptet zu wissen, Carlsen habe den Zug mal versehentlich gespielt, beim Blitzen im Internet, Maustaste zu früh losgelassen. Dann habe er angefangen, darüber nachzudenken, und so weiter. | Karjakin, der bis eben die Züge hinuntergekloppt hat, verfällt ins Grübeln. Das hat er noch nicht gesehen. Oder er hat es schon mal gesehen, aber eben nur mal. Wenn Carlsen das im WM-Kampf bringt, hat er nicht versehentlich die Maustaste losgelassen, sondern eine Tür aufgestoßen, von der er weiß, was hinter ihr ist, während Karjakin es nur ahnt." (zeit.de)

Sonntag, 13. November 2016

Ominöse Botschaften

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"Polizei untersucht ominöse Botschaft in Vergewaltigungsfall | Von Christin Otto | Veröffentlicht am 18.10.2016 | Die Polizei Düsseldorf hat den mutmaßlichen Täter – einen Südeuropäer mit nordafrikanischen Wurzeln – inzwischen gefasst || Der Fall schien gelöst: Der mutmaßliche Vergewaltiger der 90 Jahre alten Düsseldorferin sitzt in Haft. Doch eine Botschaft am Tatort wirft Fragen auf – und bringt den Namen eines Pfarrers ins Spiel.|| Eigentlich schien der Fall so gut wie abgeschlossen: Nachdem die Düsseldorfer Polizei Ende vergangener Woche jenen Mann gefasst hat, der eine 90-Jährige vergewaltigt haben soll, sitzt der 19 Jahre alte Verdächtige in Untersuchungshaft.Doch nun gibt ein weiteres Detail den Ermittlern Rätsel auf: Auf der Tür, hinter der sich der gebürtige Marrokaner an der Rentnerin vergangen haben soll, hat ein Unbekannter eine Nachricht hinterlassen. Das berichtet die „Bild“-Zeitung. || „Es gibt noch mehr zu dem Fall hier an St. Lambertus zu wissen ... doch Kirchenmann M. Ulrich Hennes wollte nicht“, steht auf der grauen Stahltür gekritzelt. Will jemand dem Düsseldorfer Stadtdechant Vertuschung vorwerfen? Wusste der Pfarrer mehr? Die Polizei jedenfalls ignoriert die Botschaft nicht. „Wir gehen jedem Hinweis nach“, versicherte eine Sprecherin der Düsseldorfer Polizei am Dienstag auf Anfrage."

"... Schläger vielleicht bald auf freiem Fuß | Nach dem Willen der Ausländerbehörde soll Sanel nach Serbien abgeschoben werden. Dagegen wehrt er sich nun vor dem Verwaltungsgericht Wiesbaden. Mit einer ersten Entscheidung im Eilverfahren ist nach Angaben einer Gerichtssprecherin in drei bis sechs Monaten zu rechnen. Der inzwischen 20-Jährige wurde in Deutschland geboren und ist hier aufgewachsen."

Duden: "Aktrice"

Nur fürs Protokoll. So komme ich darauf nachzuschlagen:

"1979 erhielt die brünette Aktrice eine der Hauptrollen in dem Fernsehmehrteiler ..." (Wikipedia)

Ja, ich weiß jetzt also: Der Duden schreibt das Wort Aktrice so. Und die anderen Wörterbücher folgen. Aber kann man nicht doch mal sagen, dass das eine komische Entscheidung ist: Das erste "c" des französischen Worts wird eingedeutscht und zu "k", aber das "-ice" wird nicht zu "ise"? Schräg, wie gesagt. -- Ach, und auch das noch: Der Satz da oben ist eine wundersame sprachliche Pretiose, an und für sich! 

Freitag, 11. November 2016

Sprachliche Feinheiten

Die Feinheiten der Sprache, immer wieder mal:

"Wie hätte sich das Lebenswerk Yves Kleins weiterentwickelt, wäre er nicht von einem relativ frühen Tod heimgesucht worden." (grin.com)

von einem relativ (!) frühen Tod heimgesucht (!) werden -- auf diese Formulierung muss man erst mal kommen! Und dass da ein Fragezeichen stehen könnte -- geschenkt.

Tom oder Bill. Melania oder ? .

Ach ja, die Welt der Täuschungen! Zwei vergleichbare Meldungen:

"Dieses Foto treibt das Internet schon seit mehr als drei Jahren in den Wahnsinn: Ist das nun Bill Murray oder Tom Hanks?"

Und jetzt also:


"Melania Trump: So sah sie vor ihren ganzen OPs aus BUNTE.de"

Kann es sein, dass sich die Community und die BUNTE auch da täuschen? Ist das vielleicht eine ganz andere Frau als die hier?




Surfen. Gerhard Richter. Tante Marianne. Leonard Cohen.

Das man im Internet "surft" -- wer war wohl der Erste, der das gesagt hat?* Aber egal. Ich surfe. Komme von artstack.com auf Gerhard Richter. Surfe weiter.** Bin irgendwann bei "Tante Marianne". Mir wird ein wenig schwindelig ob der komplexen, vernetzten Zusammenhänge.

Und dann, auf einer Seite sehe ich: Leonard Cohen ist gestorben. Gestern habe ich ein paar Lieder von ihm angehört. Er schien doch immer so lebendig! Auch wenn ich in einer Biographie von seinen Depressionen gelesen habe. Aber die hatte er doch hinter sich gelassen. Wer erst mal 80 ist, der zeigt doch, dass er es geschafft hat, das Leben. Ab jetzt nur noch Zugabe!


Gestern also hatte mich mir vorgenommen, auf jeden Fall sein nächstes Konzert in München zu besuchen. Ich war ganz sicher, dass es das bald geben wird. Nun denn ...

--

* Die Erste! Wäre auch verwunderlich, wenn das Internet nicht eine Antwort zur Verfügung stellte: "Bekannt gemacht wurde der Begriff 'Surfing the Internet' durch den gleichnamigen Artikel der US-amerikanischen Bibliothekarin Jean Armour Polly, der im Juni 1992 im Wilson Library Bulletin erschienen ist. Sie kam auf den Namen, als sie ihr Mauspad ansah, auf dem ein Surfer abgebildet war." (cosmiq.de)

** Man kann ja, wenn einem schwindelig wird, die Zusammehnhänge via "Verlauf" rekonstruieren. Nun denn:


Dass ich dabei bei Sven Schalenberg lande? Nicht schlecht. Ein Mosaikstein im Nachdenken über die Relevanzwerdung moderner Kunst. Vielleicht entsteht der lang geplante Essay ja aus dieser Stelle des Suchens uns Findens.

"Strafvereitelung im Amt"

Ja, ja, die Spielfilme mit den dunklen Machenschaften aus den Zentren der Macht und des Anstands machen Schule!

"Die Staatsanwaltschaft Nürnberg ermittelt gegen sechs LKA-Beamte wegen des Verdachts der Strafvereitelung im Amt, wegen Urkundenunterdrückung, Betrug, Datenveränderung, Falschaussagen vor Gericht.

• Zwei der Beschuldigten sind nach Informationen der Süddeutschen Zeitung hohe Führungskräfte - und sie sind nach wie vor im Dienst.

• Es war offenbar nicht die erste Razzia beim LKA. Nun herrscht in der Behörde angespannte Stimmung.

Es war ein durch und durch ungewöhnlicher Einsatz. Am Donnerstag durchsuchten acht Polizisten und Staatsanwälte eine Polizei-Dienststelle an der Münchner Barbarastraße - aber nicht irgendeine. Die Razzia fand in den Räumen des bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) statt, in denen besonders brisante Fälle behandelt werden: das Dezernat 62. Ausgerechnet in jener Abteilung, in der laut LKA-Organigramm die "Organisierte Kriminalität" und "besondere Deliktsformen" bekämpft werden, haben sechs Beamte womöglich schwere Straftaten begangen."

Sarah Lombardi

Das ist jetzt doch wichtig: Irgendwie ist die Sache mit einer gewissen Frau Lombardi komplett an mir vorbeigeschrammt. Ich wusste und weiß einfach nicht, wer das ist und warum sie mir jetzt dauernd auf den Klatschseiten von msn.com/de-de mit neuen Meldungen entgegenschaut. Das hält man dann irgendwie doch nicht mehr aus. Also klicke ich mal auf einen der Links von heute:

Erstes Statement: Sarah Lombardi steht öffentlich zu ihrer Affäre | Sarah Lombardi möchte nur das beste für ihren Sohn || Sarah Lombardi (24) spricht endlich Klartext! Nachdem vor einigen Wochen Fremdgehgerüchte rund um Sarah aufkamen, gab es kurz darauf die Bestätigung: Sarah und Pietro Lombardi (24) lassen sich scheiden! Sarah ließ die Gerüchte um eine Affäre stets unkommentiert – bis jetzt! Auf Facebook gab sie nun offen zu, einen großen Fehler begangen zu haben. So schrieb sie: „Was ich euch sagen will ist: Ich weiß, dass es ein Fehler war und kann jetzt nur dazu stehen und die Konsequenz, dass Pietro mir nicht verzeihen kann, nur akzeptieren. Ich hätte mir gewünscht, dass Pietro es von mir selbst erfahren hätte.

Mein Gott, der Sex als Instinkt!* Und ich schaue endlich mal nach. Ja, Frau Lombardi hat einen Wikipedia-Eintrag, der alles erklärt.

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Ich weiß nicht, warum ich gerade da an Princess Diana denken muss.

"Bis heute hält sich das Gerücht, dass Diana 1985–1986 mit ihrem Leibwächter Barry Mannakee ein Verhältnis hatte. Mannakee, ab 1985 für ihren Schutz zuständig, begleitete sie in jener Zeit auf Reisen nach Italien, Australien und Amerika, und Diana genoss seinen beruhigenden Einfluss bei öffentlichen Auftritten. Tina Brown ist überzeugt, dass dieses Verhältnis Dianas erste außereheliche Beziehung gewesen sei; Dianas enger Freund Dr. James Colthurst sowie ein hoher Beamter von Scotland Yard hätten ihr das bestätigt. James Hewitt gibt in seinem Buch „Love and War“ an, Diana habe ihm gesagt, sie und Mannakee seien ein Paar gewesen. Die Leibwächter Ken Wharfe und Colin Tebbutt widersprechen diesem Gerücht. Sie glauben, dieses sei von eifersüchtigen Angestellten erfunden worden. Nachdem Diana und Mannakee am 22. Juli 1986 von Prinz Charles’ Leibwächtern in einer verfänglichen Situation ertappt worden waren, wurde Mannakee aus königlichen Diensten abgezogen. Er starb am 22. Mai 1987 bei einem Motorradunfall. Diana war stets überzeugt, dass er ermordet worden sei,"

"Diana genoss seinen beruhigenden Einfluss bei öffentlichen Auftritten"! Na dann. Nur -- was sagen die Wikipedia-Wahrer, die immer dafür stimmen, dass so etwas Klatsch ist, der nicht in die Wikipedia gehört? Dabei ist es doch einfach so, dass der Versuch, die Wikipedia als ein Mädchenpensionat der 1950er Jahre aufzuziehen, ziemlich lächerlich ist. Die Menschen wollen den Klatsch und Tratsch und die Sex-Geschichten! Und wenn ein Buch drüber geschrieben wird, wird das sogar in der deutschen Wikipedia akzeptiert. Warum dann nicht schon vorher? Nun ja, weil die Wikipedia ein Verein von bildungsbeflissenen Bürgersöhnchen ist. Die die Maßstäbe der Mädchenpensionate hochhalten. Ein paar Bürgermädchen sind natürlich auch darunter.

Mittwoch, 9. November 2016

Das Versagen der Demoskopie (Eine Erklärung)

Ich kopier das jetzt einfach mal aus dem Wikipedia-Café hierher.

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Ich hatte ja oben gefragt, wie es ausgeht. Es hat sich keiner getraut, was vorauszusagen. Kein Wunder! Und eben lese ich die Erklärung eines US-Ökonomen*, der in Deutschland lehrt, bei SPIEGEL Online. Darum also versagt die Demoskopie. Mal wieder! Und einen Kommentar dazu:

"Das ist ein Tag, an dem ich viel lerne! Nicht nur, und diesmal endgültig, dass die Demoskopen Nulpen sind. Nein, ich erfahre auch, warum sie Nulpen sind.

'Die Meinungsforscher gehören wie die Journalisten zu den Gebildeten, die fast keinen Zugang zu den Trump-Wählern haben.' (Snower)

Also nicht so, wie ich bisher dachte: Dass die Demoskopen eine hinreichend große Zufallsauswahl der Bürger befragen; nein, sie gehen zu ihren Freunden, trinken mit denen einen Bourbon und fragen bei der Gelegenheit diese paar Freunde, wie denn wohl die Wahl so ausgeht. Und das, was sie da von 6, 7 Leuten so hören, das rechnen sie dann hoch. Ja dann!"

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* "Dennis J. Snower ist Präsident des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel und einer der renommiertesten Ökonomen in Deutschland."

Montag, 7. November 2016

Kunst-Infarkt

Ich stoße zufällig darauf. Na gut, nicht ganz zufällig. Ich habe die Lebensläufe der beiden mir durchgelesen. Diese beiden Künstler sterben an einem Herzinfarkt in einem Alter, in dem man das doch normalerweise nicht zu seinem Schicksal werden lässt. Ist das ein generelles Risiko bei Extrem-Künstlern?
  • "Wenige Monate nach der Heirat, am 6. Juni 1962, starb Yves Klein mit 34 Jahren an einem Herzinfarkt."
  • "Am 6. Februar 1963 starb Manzoni, keine 30 Jahre alt, in seinem Atelier in Mailand an einem Herzinfarkt." [Ja, das ist der mit der berühmten merda d'artista!]

Samstag, 5. November 2016

Dieter Drabiniok

Manchmal gibt es halt doch kleine Überraschungen. Um es mal so zu sagen. Ich mische mich wieder mal in eine ZEIT-Forum-Diskussion ein, und das geht so:

Die böse Königin schreibt, wohlgemerkt zu einem Artikel über die nun vielleicht doch kommende Pkw-Maut: "Es gibt schon viele Gründe AfD zu wählen - und täglich kommen neue hinzu..."

Darauf antwortet Dieter Drabiniok: "Ich habe noch nicht einen einzigen Grund gefunden, um AfD zu wählen."

Worauf ich kommentiere: "Nun ja, das ist der argumentative Rückzug ins Persönlich-Beliebige. Denn andere finden ja offensichtlich Gründe. Und 'Igitt! Diese anderen ...' hat noch nie geholfen."

Hierzu dann Dieter Drabiniok: "Was schreiben Sie da? Rückzug ins politisch beliebige? Was ist das für ein bullshit? Sprechen Sie mir ab politisch zu denken?!"

Und ich: "Nur mal so: Wer andere mit der Sentenz bedenkt 'Was ist das für ein bullshit?' der mag politisch denken, aber halt in anderen Kreisen und Gruppierungen als in denen, die ich mag und mit denen ich zu tun haben will."

Pause.

Heute morgen überlege ich: Dieter Drabiniok, das ist ja mal ein wirklich echt klingender Nickname! So ganz was anderes als Die böse Königin oder meerwind7. Oder sollte etwa ...?

Ich schaue nach. Und siehe da, da ist sie: die Überraschung!

"Der Mann, der Otto Schily fast gestoppt hätte. Dieter Drabiniok war Mitglied der ersten grünen Bundestagsfraktion. Zum Parteijubiläum ist er nicht eingeladen. Den Hausmeisterjob bei der Heinrich-Böll-Stiftung bekam er auch nicht". (taz.de)

Wohlgemerkt: Natürlich ist es möglich, dass sich jemand, ein XYZ, dieses Namens für das ZEIT-Forum bemächtigt hat. Es wäre kaum zu verhindern. Aber seien wir mal ehrlich: Sehr wahrscheinlich ist das nicht.

Hummels' neue Liebe

Die Journalisten und die Websites müssen Leser gewinnen, also ganz altmodisch Quote machen im Kampf mit den anderen Journalisten und deren Websites. Ein Rezept ist da die zweitdeutig-eindeutige Ankündigung mit einem Prominenten in der Mitte. -- Beispiel:

Denkt der Leser und soll er denken: "Das hab ich ja gar nicht mitbekommen! Mats Hummels, ein Schwerenöter, der alle Naselang eine Neue hat? Wahnsinn! Gleich mal nachlesen..."

Dann kommt die Auflösung, und die geht so:

"Vor Spitzenspiel: Hummels schwärmt von Hoffenheim | Spitzenspiel hin, Spitzenspiel her: Mats Hummels ist so etwas wie ein Fan von 1899 Hoffenheim. Zumindest in seiner Rolle als virtueller Manager am Laptop führte für den Nationalspieler von Bayern München bislang kein Weg am Bundesliga-Konkurrenten vorbei. "Ich mache ja so Managerspiele. Da habe ich dieses Jahr voll auf Hoffenheimer Spieler gesetzt", sagte Hummels ausgerechnet vor dem Gipfeltreffen des Rekordmeisters am Samstag gegen den Tabellendritten 1899 Hoffenheim (15:30 Uhr)." (msn.com/de-de)

Da lacht sich der Leser schlapp! Wenn er denn Humor hat. Die, die in solchen Fällen keinen Humor haben, die fühlen sich natürlich vera... Verachtet. Ach, egal. Hummels schwärmt also für, nein, nicht Sampdoria Genua oder Inter Mailand, sondern für -- Hoffenheim! Das steht hinter der neuen Liebe. Na dann.

Freitag, 4. November 2016

"...heimlich als Prostituierte"

Ja, der deutsche Film und seine naheliegenden Spannungsbögen!

"Um ihren Kindern ein gutes Leben zu bieten, arbeitet die alleinerziehende Elmas heimlich als Prostituierte. Bis eines Tages ihr eigener Sohn als Freier vor ihr steht. Für beide bricht eine Welt zusammen."

Das nehmen wir mal als Sequel zu -- nein, nicht "Das Schweigen der Lämmer", sondern Jeremy Irons, und, ja genau: Damage, Fatale, Verhängnis. Werde ich diesen leicht veränderten Folge-Film ansehen? Iii! Nein! Auf der andere Seite: Die Welt ist natürlich durchgeknallt, was den Sex angeht. War sie wahrscheinlich immer.

"Aus "Neugier" | Vater filmt Sohn heimlich beim Sex || Ein Brite installiert eine Kamera im Zimmer seines Sohnes. Der bekommt Besuch von seiner Freundin. Der Vater beobachtet die beiden. Zufällig fliegt er auf. Auch die Tochter berichtet Unglaubliches. | In Oxford wurde ein Familienvater zu vier Jahren Gefängnisstrafe verurteilt, weil er seinen 21-jährigen Sohn und dessen 19-jährige Freundin heimlich beim Sex gefilmt hatte. Zudem gab der 53-Jährige vor Gericht zu, acht Misshandlungen an seiner Tochter begangen zu haben. “Ein größerer Vertrauensbruch ist kaum vorstellbar“, sagte der Richter Ian Pringle bei der Urteilsverkündung laut dem “Mirror“."

Typus: Der Politiker

Begriffsbestimmung: Was zeichnet den typischen Politiker aus?
  • Durchsetzungsfähigkeit, im Extremfall (iE) wörtlich: über Leichen gehen zu können
  • Korruptheit, iE: öffentliche Gelder für sich abzuzweigen
  • Belastbarkeit, iE: das eigene Leben aufs Spiel setzen
  • Machtinstinkt, iE: anderen Befehle erteilen und sie in den Tod schicken können
  • ...
"So tickt der Diktatoren-Sohn mit den Luxusautos || Der Diktatorensohn Teodorín Obiang aus Äquatorialguinea liess am Montag elf wertvolle Luxusautos aufs Rollfeld am Genfer Flughafen bringen, um sie mit einem Frachtflugzeug aus der Schweiz zu schaffen. | Doch die Genfer Staatsanwaltschaft liess die Autos beschlagnahmen, weil gegen Obiang wegen Korruption, Geldwäscherei und Veruntreuung öffentlicher Gelder ein Verfahren eröffnet wurde. || Eines der korruptesten Länder || Obiang, der mit vollem Namen Teodoro Obiang Nguema Mangue heisst, kommt aus dem zentralafrikanischen Ölstaat Äquatorialguinea. Die meisten der rund 850.000 Einwohner leben in Armut, obwohl das Land ein riesiges Ölvorkommen hat und zu den reichsten Staaten Afrikas gehört. Das Vermögen hortet die Familie Obiang." (msn.com/de-de)

Amnesty und die Folgen

Und dann gleich auch das noch, aus dem ZEIT-Forum:

"Mal aufs Ganze gesehen: Diese Kommentare hier sind wieder mal unglaublich lehrreich. Vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass Aussage gegen Aussage, Überzeugung gegen Überzeugung steht. Und dann? -- Ist Amnesty noch glaubwürdig oder nur ein Interessenclub der 'Migrationsindustrie', neben Anwälten, der immer nur die eine Seite sieht? Darf man Flüchtlingen mit ansteigenden Gewaltmitteln zur "Abgabe" der Fingerabdrücke zwingen oder nicht? Usw. | Ich beobachte mich selbst, wie sich die eigenen Vorurteile bündeln. Meine *Vorurteile* sind meist noch in Fragen gefasst. Beispiel: Kann man das Migrationsproblem handeln, ohne Verwaltungsstandards zur Personenerfassung durchzudrücken? (Hintergrund: Terrorismus, aber auch Mehrfach-Melden mit Mehrfach-Sozialleistungen.) Was, wenn sich Migranten 'mit Händen und Füßen' gegen eine Erfassung wehren? | Und unterm Strich würde ich wieder einmal viele 'Foristen' hier gerne zu Generalbevollmächtigten machen und sehen, wie sie die Probleme so lösen. (Es soll jetzt nicht despektierlich klingen, aber wäre das nicht eine Idee für unsere Spiele-Industrie? "Der Migrationsmanager": Ich ergreife die Maßnahme X und beobachte die Auswirkungen Y und Z.)"

Die ferne Türkei

Und das übernehme ich noch aus dem ZEIT-Forum:

"Irgendwann in den letzten Tagen, Präsident Erdogan sei dank, kommt eine sehr seltsame Frage in mir hoch: Welche Mechanismen waren es denn, die vor langen Jahren ausgerechnet die nicht nur geographisch ziemlich ferne Türkei zum bevorzugten Auswanderungsland Richtung Deutschland gemacht haben? War es tatsächlich die Brüderschaft im Ersten Weltkrieg oder waren es die Fluchtmöglichkeiten für Nazi-Verfolgte im Zweiten? Oder doch die Tatsache, dass nach Atatürk, als schnell neue gesetzliche Standards her mussten, das seinerzeitige deutsche Rechtssystem in Teilen in die Türkei importiert wurde? -- Ich denke noch darüber nach ..."

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Die Foristin Kioto-Zeit liefert eine gute Antwort!

"Es war, soweit ich weiß, eine auf Drängen der USA erfolgte Maßnahme, um die Türkei, die in wirtschaftlichen Problemen steckte, als westlichen Partner vor dem Kommunismus zu schützen. Siehe auch diesen, des Populismus unverdächtigen Link."

msn.com/de-de -- Ein wenig schizo

Die Leute von msn.com/de-de sind ja vielleicht Schlawiner! Da steht die Seite mit der Werbung. Und weil ich gerne mal bei verrückten Versprechen nachsehe, will ich halt mal nachsehen ...


Und was passiert? Na klar ...


Microsoft gibt eine Warnung aus, dass ich besser nicht zu dieser Seite wechseln soll. Prima!

Donnerstag, 3. November 2016

Der syrische Flüchtling

Die Folgerungen aus Meldungen wie dieser?

"Weil er seine drei Kinder aus dem Fenster einer Flüchtlingsunterkunft warf, ist ein Mann zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Die Anklage lautete auf dreifachen Mordversuch und Körperverletzung. | Das Landgericht Bonn verurteilte den syrischen Flüchtling am Donnerstag zu dieser Strafe. Als Höchststrafe drohte daraufhin lebenslange Haft. || Als Motiv für die Tat nahm die Staatsanwaltschaft in dem Prozess an, der Mann sei nicht damit einverstanden gewesen, dass seine Ehefrau in Deutschland nicht mehr das aus ihrer Heimat gewohnte Rollenbild akzeptieren und sich nicht mehr alles von ihm gefallen lassen wollte. | Die beiden Töchter des Manns im Alter von einem und sieben Jahren sowie sein fünfjähriger Sohn hatten die Tat am 1. Februar in Lohmar überlebt, aber teils schwere Verletzungen erlitten." (msn.com)
  • Nicht "alle Syrer / Muslims / Männer / ..." sind so!
  • Aber manche "~" halt doch.
  • Die Wahrheit ist immer grob und statistisch und abhängig vom Verfahren der Erhebung.
  • Kulturelle Unterschiede verflüchtigen sich nicht, wenn man das Land wechselt. (Was wurde eigentlich aus Conny, die damals diesen Iraner geheiratet hab?)

Mittwoch, 2. November 2016

Poldis Super-Ferrari

Lesefrüchtchen:

Heißer Schlitten: So lässig zeigt uns Poldi seinen Super-Ferrari | Schnittige Kanten, große Lufteinlässe und eine schier unendlich lange Schnauze! || Hier zeigt Lukas Podolski (31) seinen Super-Ferrari! Der Profi von Galatasaray Istanbul lehnt lässig auf der Karosse des Sportwagens, es ist ein seltener Blick in die Garage des Weltmeisters.

Soso, "eine schier unendlich lange Schnauze". Hmm.

Dann die Überlegung: Sollte Poldi nicht vielleicht doch ein wenig mehr in seine Altersvorsorge statt in Ferraris investieren?