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Donnerstag, 27. April 2017

Ermordung online




Ein Mann in Thailand hat zwei Videos auf seine Facebook-Seite gestellt, die ihn bei der Ermordung seiner elfmonatigen Tochter zeigen. Die Filmclips waren 24 Stunden lang zugänglich, bevor das Online-Netzwerk sie am Dienstag entfernte. Nach Angaben der Polizei nahm sich der Vater anschließend das Leben. Die Leiche des Mannes sei neben dem Baby gefunden worden. „Er hatte Paranoia, dass ihn seine Frau verlässt und nicht liebt“, sagte der leitende Ermittler der Nachrichtenagentur Reuters. | Erst vergangene Woche war auf Facebook für etwa zwei Stunden ein Video gestellt worden, auf dem zu sehen war, wie ein Mann in Cleveland erschossen wird.

Mittwoch, 26. April 2017

Volkes Stimme ...

... versammelt sich bei ZEIT Online. Auszug:


Es gibt zwei Gründe, warum das moslemische Prekrariat in Scharen nach Europa strömt:

1. Es geht ihnen hier trotz Ghettobildung und hoher Arbeitslosigkeit immer noch dreimal besser, als es ihnen in ihren Heimatländern gehen würde.

2. Langsam und schleichend hat sich unter vielen Muslimen in Europa - insbesondere ausgelöst sowohl durch die von aussen gesteuerten Islamvereine als auch durch das desaströse Fuhrwerken der Atlantiker im Nahen Osten - eine "Fünfte-Kolonne-Mentalität" breit gemacht. Originalton türkischer Jugendlicher in D: "Was wollt ihr? Bald gehört uns hier sowieso alles."

Der Unterschied zu den alten Zeiten: Seinerzeit standen die Türken vor Wien. Heute sind sie schon längst drinnen.

Aber ich bin nur ein böswilliger Ignorant, der den hohen Anspruch des Islam an die ethischen Grundwerte der Freiheit, des Friedens, der Toleranz und der Demokratie einfach nicht erkennt.

Dienstag, 25. April 2017

Fakten! Fakten! Fakten!

Das Folgende wollte ich schon lange mal sagen. Jetzt hat es ein ZEIT-Artikel rausgekitzelt. Nun denn:

"Die Realität kann sehr präzise in Zahlen, Daten, Fakten dargestellt werden."

*wunder* *staun*

In der analytischen Philosophie und beim Wiener Kreis gibt es lange, lange Einlassungen zu diesem Thema. Ich fasse mal zusammen: Fakten gibt es, aber sie haben so gut wie keine Bedeutung. (Wer mag kann mal nach dem Stichwort "Protokollsatz" suchen.) Erst wenn die Fakten verbunden und im Rahmen von Theorien gedeutet werden, bekommen sie einen Sinn und werden zu Handlungsanleitungen im Rahmen der Naturwissenschaft.

Im Bereich von Politik und Geisteswissenschaft warte ich noch auf den Artikel, der ruhig klar macht, dass allein die Konsensustheorie der Wahrheit Klarheit schafft. Diese Klarheit lautet: Es gibt außerhalb der Naturwissenschaft keine ideologiefreie Wahrheit. Die, die anderes behaupten, sind zu faul oder zu unfähig, sich ihre eigene Ideologie klar zu machen. Oder kürzer: Der Ideologe ist immer der andere.

Montag, 24. April 2017

Flexible Salafisten

Da sage einer, der strenge Islam sei nicht flexibel, wenn es darauf ankommt!

Nur wenige Anti-Terror-Einheiten können mit der französischen „National Gendarmerie Intervention Group“, oder GIGN, mithalten. ... Eine der außergewöhnlichsten Einsätze in der Geschichte der GIGN war ... die Besetzung der Großen Moschee 1979 [in Mekka]. Weil es Nicht-Muslimen untersagt war, die heilige Stadt zu betreten, konvertierten drei GIGN-Kommandos kurzzeitig zum Islam, bevor sie den saudischen Streitkräften dabei halfen, die Moschee wieder zurückzuerobern. (businessinsider.de)

In dem oben verlinkten Wikipedia-Artikel liest sich die ganze Sache ein wenig anders:

Die saudische Regierung erwirkte eine Fatwa der obersten Theologen, die die Anwendung von Gewalt in der heiligen Stadt erlaubte. Erst nach langwierigen und verlustreichen Kämpfen im labyrinthischen Gebäude gelang es nach mehr als zweiwöchiger Besetzung, unter Mitwirkung der Anti-Terroreinheit der französischen Gendarmerie GIGN, die überlebenden Aufständischen zur Aufgabe zu zwingen. Dass der saudische König „Ungläubige“ in die heilige Stadt Mekka rief, war für das Empfinden vieler Muslime eine nicht wieder gut zu machende Schande, auch wenn im Nachhinein behauptet wurde, die französischen Gendarmen seien vor ihrem Einsatz noch schnell zum Islam konvertiert. | Die Besetzung forderte nach offiziellen Zahlen 330 Todesopfer unter den Geiselnehmern, den Geiseln und den Sicherheitskräften, andere Schätzungen sprechen sogar von tausend Opfern. 63 Aufständische, darunter al-Utaibi, wurden am 8. Januar 1980 in einer Massenexekution in acht verschiedenen Städten Saudi-Arabiens enthauptet. |  Der iranische Revolutionsführer Ayatollah Khomeini verbreitete in einer Radiobotschaft, dass US-Amerikaner für die Besetzung verantwortlich seien. Daraufhin wurde schon am 21. November in Islamabad die amerikanische Botschaft von einem Mob niedergebrannt. Weitere antiamerikanische Proteste gab es auf den Philippinen, in der Türkei, Bangladesch, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Libyen. | Für die Fatwa sollen die saudi-arabischen Religionsgelehrten Milliarden gefordert haben, um damit die wahhabitische Missionierung im Ausland zu intensivieren. Diese Bemühungen werden später Grundlage für die Radikalisierung der Muslime in einigen Nachbarländern.

"Flugpassagier findet geladene Waffe"

Die Frage wieder mal: Wer gefährdet die Öffentliche Sicherheit mehr, der Terrorist oder sein  amtlicher Verfolger? Auch: amtliche Verfolgerin natürlich.

22. April 2017 | Flugverkehr | Flugpassagier findet geladene Waffe auf Bordtoilette [Launige Einleitung, die man sich aber schenken kann.] | Das Fundstück, das jetzt in einer Bordtoilette auf einem Transatlantikflug entdeckt wurde, ist allerdings potenziell gefährlich: Ein Passagier fand dort eine geladene Waffe, als sich die Maschine gerade mitten über dem Atlantik befand. Die Website The Aviation Herald, die Zwischenfälle in der Luftfahrt dokumentiert, versieht die Meldung mit der schönen Überschrift "Lavatory or armoury", auf deutsch: Waschraum oder Waffenkammer. ... | Relativ schnell war dann klar, dass es kein Gangster oder Terrorist war, die die Waffe liegen ließ. Eine Luftsicherheitsbeamtin, einer der sogeannten Air Marshalls, die nach dem 11. September 2001 eingeführt wurden, hatte sie im Toilettenraum vergessen. (sueddeutsche.de)

Sonntag, 23. April 2017

Sony Xperia hängt ...

... oder: reagiert nicht. Oder: rührt sich gar nicht mehr.

In diesem Fall: Das Display leuchtet -- es wird der Wecker angezeigt --, aber sonst lässt sich gar nichts mehr machen. Kein Neustart, keine Rektion des Displays. Steckt man es an ein Laderät, dann leuchtet nicht mal die Diode, die sonst das Laden anzeigt. Verbinden mit dem PC -- nix.


Sony Xperia Z: Neustart erzwingen

Wenn Ihr Sony Xperia Z hängt, hilft meist nur ein Neustart, um wieder auf das Gerät zu zugreifen. In diesem Praxistipp zeigen wir Ihnen, wie das funktioniert.

  • Da Sie beim Sony Xperia Z nicht so einfach den Akku entfernen können, um das Gerät zum Neustart zu zwingen, müssen Sie eine Tastenkombination für den Neustart verwenden.
  • Drücken und halten Sie dazu die "Lautstärke erhöhen"-Taste (obere Läutstärkewippe) und den Ein/Aus-Knopf gleichzeitig für etwa fünf Sekunden. |
  • Nachdem das Handy kurz vibriert hat, können Sie die Tasten wieder los lassen. Das Smartphone startet jetzt neu.
Ja, es hat tatsächlich geklappt mit Wippe oben + Einschaltknopf zugleich drücken.

Samstag, 22. April 2017

"Diskriminierung der Zuzügler"

Ich bin mir nicht sicher, ob das bei der ZEIT stehenbleibt. Manche der Überwacher erkennen Ironie nicht gleich. Und stehen ja auch unter Lesestress. Also kopiere ich mal hierher:

"... durch die jahrzehntealte Diskriminierung der Zuzügler aus den ehemaligen Kolonien, ihre Ausgrenzung und Ghettoisierung in den Banlieus ..."

Wir könnten doch allmählich die Einwände und die Antworten auf die Einwände katalogisieren und dann auf die Katalognummern verweisen. Im vorliegenden Fall also: 182, 183 und 199.

--

182: Die Integration in die aufnehmende Gesellschaft ist Aufgabe der Ankommenden. Dann gibt es auch keine Ghettos und keine Diskrinierung.

183: Die Inder und Vietnamesen jammern doch auch nicht so rum! Sie lernen was und werden was und sind wohl gelitten.

199: Die Sache mit den Kolonien ist echt lang her. (Sidestep: Die Menschen aus den ehemaligen deutschen Kolonien sind wirklich nicht das Problem in Deutschland.) Die Leute hätten zuhause bleiben und, nachdem die kolonialen Besatzer gegangen waren, was Ordentliches und vorbildlich Freiheitliches aufbauen können! Warum haben sie es nicht getan? Weil sie es nicht können.

Holla die AfD!

Ich kann mal wieder nicht widerstehen und kommentiere bei der ZEIT.

"Oder ist die AfD – wie andere Beobachter der politischen und akademischen Szene glauben – eine rechtsradikale Partei? Eine, die von dem latent immer vorhandenen Potenzial der Wahlberechtigten gewählt wird, das für rechtsradikales Gedankengut anfällig ist?"

Vielleicht ist sie ja unscharf-rechtsradikal, diese AfD. Wahrscheinlich ist sie von allem etwas und damit nichts so recht. Vor Wochen habe ich einmal irgendwo gelesen, die AfD könnte sich als eine Art bundesweite CSU etablieren. Das hätte, wenn sie sich noch ein wenig stärker anti-islamisch und anti-immigrationistisch ausrichten würde, sicherlich im Moment ein großes Stimmpotential.Aber so? Ein Haufen von delirierenden Querköpfen, die regelmäßig die in ihren Reihen absägen, die denken können, um auf diese Weise die dumpfe Egalität wieder herzustellen. Von einer solchen Partei geht wahltechnisch gesehen keine Gefahr aus.

Lob der Zigarette



Zigarette in der Hand,
Wer ist die Schönste im ganzen Land?

Freitag, 21. April 2017

Hallo sueddeutsche.de!


[ Auf das Bild klicken = Vergrößern ]

Welche Zeitung hatte eigentlich als erste die PLUS-Idee? Die Idee, dass man noch ein Geldquellchen aufmachen könnte. Ich glaube, es war die BILD. Inzwischen ist der SPIEGEL dazugekommen, auch die Süddeutsche. Ich habe SPIEGEL und Süddeutsche abonniert, als Papier- wie auch als Online-Ausgabe. Dass ich jetzt auch noch zusätzlich zahlen soll, wenn ich das da oben lesen will, das ist einfach zu viel. Es mag ja sein, dass die Zeitungen finanziell unter Druck stehen; aber auch da sollte man mit Fingerspitzengefühl vorgehen, wenn es um die Erschließung von zusätzlichen Einnahmen geht.

Heißt: Es ist hier wie in der Werbung. Die Zeitungen und die "Werbetreibenden" dürfen einfach den Bogen nicht überspannen. Ich überlege mir, ob ich nicht meine Abos kündige und dann schaue, welche Zeitungen ich am Kiosk hin und wieder kaufe.

Donnerstag, 20. April 2017

Bürgers Schwabenmädel

Ach, das Internet! Es gräbt die schönsten alten Dinge aus:

"Bürgers Neugierde und Erwiderung des Gedichtes. 281

Obgleich Bürger in einem Briefe an Boie sagt, die Verse des anonymen Gedichtes seien leider nicht viel wert, hatten sie tiefen Eindruck auf ihn gemacht. Seine Phantasie wurde durch den poetischen Heiratsantrag mächtig erregt, seine Gedanken gehörten fortan nur seiner unbekannten Verehrerin. „Ist die ganze Geschichte nicht drollig? Es ist doch wenigstens eine artige Anekdote in der Geschichte der deutschen Litteratur," meinte der arglose Dichter, der von dem Ausgange dieses Abenteuers keine Ahnung haben konnte, da er sonst vor der poetischen Ehewerberin schleunigst die Flucht ergriffen hätte. Der Bedauernswerte dachte sogar mit Vorliebe daran, ob nicht doch vielleicht daraus Ernst werden könnte; dieses kühne Schwabenmädchen wäre vielleicht imstande, ihm die unvergessliche Molly zu ersetzen. Er sah ein, „dass das Weib, welches das Bild der Einzigund Höchstgeliebten unvergesslichen gänzlich in Schatten zurückzudrängen vermöchte, ein wahres Meister- und Schöpferwerk an ihm verrichten würde", aber warum sollte es dieser feurigen Emanzipierten nicht gelingen? Gewiss eher ihr, als einer anderen! Längst hatte er geglaubt, dass ihm ein solches Glück an seines Lebens „Nachmittag" nicht mehr beschieden sei -- was er jedoch dafür hielt, war nur ein Unglück, das seinen Lebensabend noch verkürzte."  (Wurzbach)

Mittwoch, 19. April 2017

Kosten der Migration

Eine Frage, die ich im Wikipedia-Café eben (19.04.2017 - 13:11 Uhr) gestellt habe:

Vorausgeschickt: Wir wissen alle, dass das, oft ironisch zitierte, de-Maizière-Diktum "Ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern" oft durchaus seine Berechtigung hat. Eine der Größen, die ich bei diesem Spruch verbuche und vielleicht darum so gut wie nie lese: Die laufenden und für die Zukunft hochgerechneten Kosten der "Migrationsbewältigung" in Deutschland. (Irgendwo habe ich mal gelesen, aber nich notiert wo: Im Durchschnitt werde für die nächsten 10 Jahre mit 420.000 Euro pro Verfahren / Migrant gerechnet.) Wenn diese Zahlen nicht oder selten genannt werden, hat das also vielleicht einen guten Grund, denn bekanntlich hört auch bei vielen Gutwilligen beim Geld die Gutwilligkeit schnell auf. Auf der anderen Seite gehören, meine ich, solche basalen Dinge natürlich auch bei einer freien Diskussion dazu. -- Bleiben unterm Strich zwei Fragen: a) Gibt es diese Rechnungen längst, auch seriös veröffentlicht, und ich kenne sie nur nicht? b) Wenn solche Zahlen bewusst nicht veröffentlicht werden: Sollte man sie einfordern oder nicht? -- Gleich hier: Dass die Sache mit der Betrag-Ermittlung schwierig ist, ist wohl jedem klar. Aber das ist sehr oft in Haushaltsrechnungen so, und wohl keine vernünftige Begründung für ein Nicht-Rechnen.

Mal schauen, was daraus wird.

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25.04.2015 Also das ist daraus geworden: Nach kurzen Relativierungen am Anfang hat sich "eine IP'", wie das bei der Wikipedia heißt, unglaublich ins Zeug gelegt und extrem hohe Kosten vorgerechnet. Zunehmend genervte Reaktionen vieler vom Stammpublikum. Dann: Die IP wurde gesperrt -- das muss ein Administrator machen. Und dann wurde, gegen die Gewohnheiten des WP-Café, bei dem die Diskussionspunkte normalerweise "oben rauslaufen" und dann erst archviert werden, herausgeschnitten und ins Archiv verbannt. Ich habe noch eine kurze Bemerkung eingefügt. Die Sperrung und die Nachbemerkungen:

@217....: Ich habe Dich jetzt gesperrt und werde auch weitere Inkarnationen von Dir sperren. Du bist herzlich eingeladen, an Wikipedia mitzuarbeiten und anschließend hier im Café rumzuhängen. Reine Diskussions-Accounts sind aber verzichtbar. Dafür gibt es im Netz besser geeignete Orte. --Zinnmann d 18:43, 20. Apr. 2017

Weil ich das angestoßen habe, will ich doch noch anmerken: Mir ging es nicht darum, hier Unfrieden zu stiften. Meine Fragen a) und b) da oben waren ja auch leicht andere als die Antworten, die dann gestellt (sic) wurden. Aber so ist das halt nun mal -- wohin sich eine Kaffeehaus-Diskussion bewegt, lässt sich schlecht einschätzen. Und der Menschen Wille und Ansicht ist ihr Himmelreich. -- Ach und das noch: Ich bin eigentlich ziemlich oft hier, und ich sehe das zum ersten mal: dass jemand, ob IP oder Normalo, im Café gesperrt wird. Wer hat denn da den Sheriff gerufen, der doch sonst hier nicht verkehrt. weil es im Café doch so lustig und friedlich zugeht? Dass ich keine Parallelfälle kenne, kann aber natürlich daran liegen, dass ich manchmal unaufmerksam bin. --Delabarquera 16:26, 22. Apr. 2017

Alles geschieht irgendwann zum ersten Mal. Aber wie kommst du darauf, dass der Sheriff gerufen wurde? Ein guter Sheriff sollte auch einfach nur mal so in den Saloon gehen, um nach dem Rechten zu schauen. Sperrungen sind immer unerfreulich, aber bei reinen Laberaccounts als "Kein Wille zur enzyklopädischen Mitarbeit" doch überall in der Wikipedia Gang und Gäbe. Warum nicht auch im Café? Tatsächlich hat die altbayrische IP ja immer und immer wieder nur ihre gleichen Grundthesen wiederholt, egal, ob andere Cafébesucher argumentativ darauf eingegangen sind oder nicht. Geoz 16:45, 22. Apr. 2017

An der Sache sieht man: Freiheit ist halt so eine Sache. Wenn man jemanden vor sich hat, der meinungsmäßig ausbüchst, dann wird die Freiheit sehr schnell beschnitten. Und bei der Wikipedia, das ist auch an anderer Stelle zu bemerken, werden IP-Nummern schon sehr gerne überprüft. Ein gewisser verfassungschützerischer Zug ist da nicht zu übersehen.

Sollte jemand nachlesen wollen: Hier steht die ganze Abfolge im Wikipedia-Café-Archiv.


Dienstag, 18. April 2017

Bohrer, Karl Heinz

Im Radio höre ich eine Besprechung des, sagen wir: Lebensrückblicks von KHB. Ich muss unmittelbar denken: Bohrer, einer von den Männern, die sich die Welt nicht ohne sich selbst vorstellen wollen. Sie sagen sich, dass sie doch immer dazugehört haben! Es war doch alles so herrlich aufregend auf sie ausgerichtet. Sie wurden hoffiert, ihnen hörte man zu. Und auf einmal -- Peng! Über Achtzig. Und die Uhr tickt ihrem Ende entgegen.


Da passt doch auch dies vorzüglich:

"Bei seinen Recherchen stieß Sven Michaelsen auf Erzählungen über Bohrers Regentschaft beim Merkur. Als der neue Chef von einem Redakteur gefragt wurde, ob er die Bleiwüste der Zeitschrift mit Bildern auflockern wolle, antwortete er: »Nein, ich finde Fotos vulgär.« Für die monatlichen Themenkonferenzen führte er den Namen »Apostelgespräche« ein." (sueddeutsche.de)

Was soll ich sagen? Ich habe auch Männer kennengelernt, die vor ihrem 60. Lebensjahr gar nicht und anschließend nur mit großer Mühe das Phänomen Zeit mit sich selbst in Verbindung bringen konnten. Ständig schienen sie sich selbst zu sagen: 'Aber ich, ich bin ewig!' Angenehm waren diese Männer allesamt nicht. Was ja nicht heißt, dass ich nicht instinktiv Mitleid mit ihnen habe, wenn sie, alt und tatterig geworden, dasitzen und sich beständig wundern, dass sie nicht mehr allüberall hofiert werden. Wenn sie erkennen müssen, dass die Welt sich wahrscheinlich auch ohne sie dreht.

Montag, 17. April 2017

https://www.bwin.com/de

Die PEST unter den Web-Seiten.

Begründung: Eine der Seiten, die so programmiert sind, dass man sie, zumindest unter meinem Android, nicht mehr wegdrücken kann. Schlichtweg ekelhaft. Wie überhaupt dieses Gewerbe der Online-Wetten, Marschrichtung Abzocke, einfach extrem unangenehm ist.

Und im Autoradio höre ich: Dass auch Experten Sportergebnisse nicht vorhersagen können. Ergebnis einer groß angelegten Untersuchung. Aber natürlich glaubt jeder, der sich von Deppenevents anfixen lässt, dass er die große Ausnahme ist.

Das noch (womit ich nicht einmal ansatzweise sagen will, das bwin damit etwas zu tun hat):

"30.03.2015 14:56 Uhr Wie Betrüger Millionen verdienen Gold aus Stroh – der neue Trick bei Fußball-Wetten || Wettbetrüger setzen im Internet mittlerweile auf erfundene Fußballspiele – und verdienen damit Millionen. Allein in den letzten sechs Monaten seien weltweit etwa 20 so genannte Geisterspiele aufgefallen." (tagesspiegel.de)

/

Samstag, 15. April 2017

Wie A zu Z wurde (Reihe)




  • Wie aus dem Christenverfolger Saulus der Heilige Paulus wurde. 
  • Wie aus einem linken Terroristen Horst Mahler ein Rechtsradikaler wurde.
  • Wie aus dem RAF-Verteidiger Schilly der Innenminister Schilly wurde
  • Wie aus Richter "Gnadenlos" Schill der Skandalo "Kokainschnupfer" Schill wurde
  • ...
Eine neue Frage für die interdisziplinäre Forschung: Wie wird aus einem Vertreter des Extrems A ein Vertreter des gegenläufigen Extrem Z?

Dienstag, 11. April 2017

Sebastian Fitzek

"Das Paket" von Sebastian Fitzek || Wäre Sebastian Fitzek ein englischsprachiger Autor, wäre die einhellige Kritik wohl ein unaufgeregtes "Da weiß halt einer wie´s geht". Er kommt aber aus Berlin, und so werden im gern die Zeigefinger der Hochkultur entgegengeklappt. Wie's geht weiss er trotzdem. | Nulllinie der deutschen Gegenwartsliteratur. So hat der Literaturkritiker Denis Scheck Florian Fitzek mal genannt. Das ist lustig, und sehr gemein, und tatsächlich nicht die Wahrheit. (wdr.de)

Ja, dieser hochpotente, gutaussehende Literaturkritiker Scheck! Er hat's halt raus, wie man Schriftsteller in den Dreck zieht.

"Saulus Populi Romani"

"Ihr Leute, kommt zu Trödler Abraham!"


Capelia Borghese, Santa maria Maggiore, Rom

Bild ~ - die Lukasikone | Artikel wird nach Auftragseingang in Deutschland gefertigt. Lieferzeit voraussichtlich 10 – 14 Werktage. Zuzüglich 9,95 € Versandkosten pro Bestellung. | mit faksimilierter Handschrift von Papst Johannes XXIII | Material: Leinwand / Massivholzrahmung | Format: 34,5 x 41,5 cm | Preis: 498,00€ (sz-shop)

Montag, 10. April 2017

Die AfD

Ja da schau her, die AfD!

"Bei der AfD streiten seit längerer Zeit Realpolitiker und Fundamentalisten erbittert um die Ausrichtung. Die Debatte ist eng verknüpft mit dem Machtkampf zwischen Petry und ihren Kritikern, zu denen Gauland, der Co-Vorsitzende Jörg Meuthen und Höcke zählen. | Petry befeuert den Streit mit Anträgen für den Parteitag. Zur Ausgrenzung rechter nationalistischer Strömungen will sie das Grundsatzprogramm der AfD ergänzen lassen. Dort solle eine Passage aufgenommen werden, in der es heiße, dass in der Partei insbesondere für "rassistische, antisemitische, völkische und nationalistische Ideologien kein Platz" sei." (t-online.de)

Gestern war irgendwo zu hören, dass die veränderte AfD als eine Art bundesweite CSU auflaufen könnte. Da sage noch einer, dass ich in der "Parteienlandschaft" nichts tut!

Polyamorie

Ist das mit der ~ jetzt das Modernste vom Modernen oder doch das, was meine kindliche Erziehung mit Sodom und Gomorrha und dem Schwefelregen in Beziehung setzt?

"Polyamorie: So ist es wirklich, in einer Viererbeziehung zu leben || Johanna und Max sind ein Paar, Antonia und Lars auch. Gemeinsam leben sie in einer Viererbeziehung – mit zwei Kindern und dem Wunsch nach weiteren." (zeit.de, via SuperSuper-Site ze.tt)

Und die Kinder sagen dann in der Schule: "Meine Papas und meine Mamas ham gesagt, ich muss die Mütze aufsetzen, weil es so kalt ist."

Und warum warte ich nun bei solchen Modernst-Meldungen immer auf Jan Böhmermann?

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Was bemerkenswert ist: Nahezu alle systematischen Provokationen nutzen sich mit der Zeit ab. Nur Gewalt und Sex scheinen immer Konjunktur zu haben. Natürlich zielen die Provokationen auf unterschiedliches Publikum. Kopfabschneiden mag sich nicht jeder anschauen, manche Metzgernaturen aber sind offenbar ganz wild, so etwas zu sehen. Und manche Subthemen sind in verschiedener Weise out, werden also nicht genutzt. Sex mit Kindern und Kinderpornographie wird wohl bis auf Weiteres auch von den wildesten Sex-Provokateuren eindeutig abgelehnt. (Das war, wie wir wissen, nicht immer so.) Und Sex mit Tieren wird, man staunt, irgendwie als sehr schmuddelig angesehen. Letzteres aber vielleicht nur zu dem Tag, an dem Susanne Wendel*, feinfühlig und differenziert und dabei auch noch humorvoll, das richtige Buch zum Thema schreibt.

* Susanne Wendel: Gesundgevögelt in 12 Wochen. Praxisbuch für Paare und alle, die es wieder werden wollen. Berlin: Goldegg Verlag. (Mit eigener Website nur für dieses Buch!)

Sonntag, 9. April 2017

Krämer Nick > Voodoo

Wer sind denn nun diese wieder?

Meine Voodoo-Puppe lacht sich halb kaputt und schickt dem Krämer Nick so einige ihrer Möglichkeiten auf den Hals.

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Sehr geehrter Kunde,

das von Ihnen vorliegende Girokonto ist nicht hinreichend gedeckt um die Kontoabbuchung vorzunehmen. Sie haben eine nicht beglichene Forderung bei unseren Mandanten Mail & Media GmbH.

Aufgrund des andauernden Zahlungsrückstands sind Sie gebunden außerdem, die durch unsere Inanspruchnahme entstandenen Gebühren von 26,54 Euro zu bezahlen. Die Zahlung erwarten wir bis spätestens 17.04.2015 In Vollmacht unseren Mandanten ordnen wir Ihnen an, die offene Gesamtforderung sofort zu begleichen.

Bitte beachten Sie, dass keine weitere Mahnung erfolgt. Nach Ablauf der festgelegten Frist wird die Angelegenheit dem Gericht und der Schufa übergeben. Die vollständige Kostenaufstellung, der Sie alle Positionen entnehmen können, ist beigefügt. Für Rückfragen oder Unklarheiten erwarten wir eine Kontaktaufnahme innerhalb des gleichen Zeitraums.

Mit freundlichen Grüßen

Inkasso Abteilung Krämer Nick

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Spam: Angebliche Mahnungen enthalten Trojaner - Tarnkappe
https://tarnkappe.info/spam-angebliche-mahnungen-enthalten-trojaner/
Bewertung: 5 - ‎1 Abstimmungsergebnis
03.01.2014 - Wer den Anhang (Inkasso Buro.zip) öffnet, schleust Schadsoftware auf ... Albrecht, Frieda Klein Inkasso, Karl Neumann, Joel Peters, Nick von ...

Samstag, 8. April 2017

Özdemir vs. Broder (und umgekehrt)

Fund im Vorbeigehen:

Jan B.

Eigentlich geht Jan B. an mir vorbei. Und ich an ihm sowieso. Wir spielen in unterschiedlichen Ligen. Das jetzt nicht Erste gegen Dritte Liga, sondern Fußball vs. Basketball. Aber dann doch: Der ist schon einsame Spitze, der Song. Man könnte ihn für vollkommen ernst nehmen. Und dann: "Messer, Gabel, Schere, Licht / Sind für kleine Kinder nicht". "Was man nicht im Kopf hat, das hat man in den Beinen."


Und als Zugabe noch: "Campino zum Streit mit Böhmermann".

Tja, manche wissen, wann man aufhören muss. Andere schaffen den Absprung nicht rechtzeitig. Heißt doch nicht, dass Campino aufhören muss zu leben. Nein, um Himmels willen! Warum nicht den eigenen bürgerlichen Namen Andreas Frege reaktivieren (Nachkomme von Gottlob F.?) und einen Bierverlag aufmachen. Ein Obergäriges vor allem müsste sein. Genannt "Lebendige Hosen".

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Der Text, ja nicht immer so ganz verständlich, hier:

Jim Pandzko Lyrics
Jim Pandzko feat. Jan Böhmermann
"Menschen Leben Tanzen Welt" | NEO MAGAZIN ROYALE

Was du hast, können viele haben
Aber was du bist, kann keiner sein
Es ist ein schönes Gefühl
Zu wissen, dass Du da bist

Ich brauch mal wieder Zeit mit dir
Das schwarze mit der blonden Seele
Der gute Stern auf allen Straßen

An alle da draußen: Anders sein ist gut
Alle Wege führen nach Rom
Wir trampen nach Alaska
Barfuß durch den Regen

Menschen, Leben, Tanzen, Welt
O-eo-o, o-o-ehooo!
Menschen, Leben, Tanzen, Welt
O-eo-o, o-o-ehooo!
Menschen, Leben, Tanzen, Welt
O-eo-o, o-o-ehooo!

Sonntag, 2. April 2017

Trump USA <--> BRD Schulz

Ich lese, man sollte es nicht glauben, über gleich zwei Trump-Erklärer, wenn schon nicht Trump-Versteher! Beide Male im SPIEGEL, auf Papier. Und suche anschließend im Internet. 

"Für Trump-Unterstützer wie mich ist es so: Wir hassen keine Mexikaner und auch keine Muslime. Ich bin auch überhaupt nicht generell gegen Einwanderung. Aber ich denke, es gibt diese Terrorgefahr, und es ist legitim zu diskutieren, wie viele und welche Einwanderer in die USA kommen sollten. | Trump hat aus meiner Sicht einige tiefgehende Fragen zu Ethik und politischer Theorie aufgebracht, über die man lange Zeit nicht mehr nachgedacht hat. Zum Beispiel: Wer hat das Recht, in den Vereinigten Staaten oder einem anderen Land zu leben? Überraschend viele Leute glauben, jeder Mensch habe das Recht überall zu leben. Aber das käme im Zweifel einer Invasion gleich, wobei ich Invasion und Einwanderung nicht gleichsetzen möchte." (spiegel.de)

Daniel Bonevac ist Philosophieprofessor an der University of Texas. Er outete sich bereits vor der US-Wahl als Trump-Anhänger. In einem längeren Beitrag für die "Washington Post" warb er um Stimmen für ihn. Nach dem Amtsantritt zeigt sich Bonevac von Trump zunehmend begeistert - wohl wissend, dass er damit unter US-Wissenschaftlern, noch dazu im Fachbereich Philosophie, eine Ausnahme darstellt. (Ebd.)

Klingt das nicht wie ein Text zur Lage in Deutschland?

"Und tat­säch­lich, hät­te man Van­ce' Buch im Som­mer vor der Wahl ge­le­sen, man hät­te Angst be­kom­men kön­nen vor die­sem Ame­ri­ka und die­sen Ame­ri­ka­nern im Her­zen des Lan­des. Ob­wohl der Name Trump kein Mal fällt, las­sen sich die 300 Sei­ten kaum le­sen, ohne eine Fi­gur wie Trump am Ende für un­aus­weich­lich zu hal­ten. | Van­ce be­rich­tet vom wei­ßen Pre­ka­ri­at, von ei­ner Be­völ­ke­rungs­schicht, der es spä­tes­tens seit der Jahr­tau­send­wen­de im­mer schlech­ter geht und die in den ver­gan­ge­nen Jah­ren in ra­san­ter Ge­schwin­dig­keit aus dem öf­fent­li­chen Blick­feld ge­ra­ten ist und sich vom ge­sell­schaft­li­chen Kol­lek­tiv ver­ab­schie­det hat. Mehr oder min­der un­ter sich le­ben sie ab­ge­schie­den in den Ber­gen der Ap­pa­la­chen und in den ver­fal­le­nen Mit­tel- und Klein­städ­ten des ehe­mals in­dus­tri­el­len Mitt­le­ren Wes­tens." (spiegel.de)

JD Vance (born 1984) is an American author and venture capitalist known for his memoir Hillbilly Elegy. The book is about the Appalachian values of his upbringing and their relation to the social problems of his hometown. The book was on the New York Times best-sellers list in 2016 and 2017. It attracted significant attention during the 2016 election from national media as a window into the white middle class. Vance attracted criticism from some Kentuckians who said he was 'not a hillbilly', while others supported him. | In December 2016 he indicated that he plans to move to Ohio to start a nonprofit and potentially run for office and work on drug addiction. (en.wikipedia.org)

Und dann kommt die 1-Mio-$-Frage: Wer ist schuld an der Lage dieser Menschen, das Establishment in Washington, das sie vergessen hat, oder die Leute selbst, die faul und ohne Antrieb sind?

"Als hart ar­bei­tend, sagt Van­ce, wür­den sich all sei­ne Fa­mi­li­en­mit­glie­der be­zeich­nen. Das sei ihr Selbst­bild, ob­wohl ei­gent­lich die we­nigs­ten ei­nen Job ha­ben. In Midd­le­town ar­bei­ten 30 Pro­zent der jun­gen Män­ner we­ni­ger als 20 Stun­den pro Wo­che, und doch, sagt Van­ce, wür­de man kei­nen ein­zi­gen fin­den, dem sei­ne Faul­heit be­wusst wäre. Er er­zählt von ei­nem Be­kann­ten, der ihm mit­ge­teilt habe, er habe es satt, mor­gens so früh auf­zu­ste­hen, er habe sei­nen Job ge­kün­digt. Spä­ter schrieb der­sel­be Be­kann­te auf Face­book, er habe sei­nen Job ver­lo­ren, und mach­te da­für die „Oba­ma Eco­no­my“ ver­ant­wort­lich." (spiegel.de)



Drei Schönlinge ...

... die unser Vertrauen verdienen!


Oder doch -- eher nicht?

Gabriel, Macron, Habermas

"A Gift for Young People"

Die schlichten bis halbschlichten Scherze sind halt immer noch die besten!


Im Englischunterricht ("false friends") jederzeit einsetzbar!

Freitag, 31. März 2017

"Ein modernes Kalb"

Und gleich noch eine Stelle, eine ganz andere. Als Kommentar zu einem erschütternden Bild.

"Ein modernes Kalb in einer Fleischfabrik. Kurz nach der Geburt wird es von der Mutter getrennt und in einen Käfig gesperrt, der kaum größer ist als das Tier selbst. Dort verbringt es sein gesamtes Leben – durchschnittlich etwa vier Monate. Es darf seinen Käfig nie verlassen und sich nie bewegen, geschweige denn mit anderen Kälbern spielen, damit sich seine Muskeln nicht kräftigen. Weiche Muskeln bedeuten zarte und saftige Steaks. Nur ein einziges Mal hat das Kalb Gelegenheit, sich zu bewegen, seine Muskeln zu strecken und andere Kälber zu berühren: auf dem Weg zum Schlachthof. Aus rein evolutionärer Sicht ist das Rind eine der erfolgreichsten Arten aller Zeiten. Gleichzeitig ist es eines der unglücklichsten Tiere auf unserem Planeten." (S. 125)

Freie Zeit

Woher das kommt, sage ich erst mal nicht. Ich möchte dieses "Schriftstück" erst mal für mich haben. Aber dass es auf S. 114 steht, kann man wohl schon mal sagen.

"Früher hat es viel Zeit gekostet, einen Brief zu schreiben, einen Umschlag zu kaufen, ihn zur Post zu bringen und abzuschicken. Die Antwort ließ Tage und Wochen auf sich warten. Heute können wir innerhalb einer halben Minute eine E-Mail schreiben und sofort eine Antwort bekommen. Haben wir jetzt mehr Zeit für uns selbst?"

Gefährliche Körperverletzung

Manchmal möchte man schon die Feinheiten der Justiz verstehen: Wo verläuft die Grenze zwischen versuchten Mord, versuchten Totschlag und gefährlicher Körperverletzung? Bzw. wie werden die Grenzen festgestellt?

Köln | Der brutale Messerstecher von der Schwulenbar „Iron“ am „Bermuda-Dreieck“ in der Schaafenstraße ist gefasst. Der Angreifer (21) und seine Begleiter (17/21) waren am frühen Samstagmorgen am Eingang vom Türsteher abgewiesen worden. | Opfer in Klinik || Daraufhin zückte der 21-Jährige ein Messer und stach dem Sicherheitsmann mehrfach in den Rücken. Das Opfer erlitt schwere Verletzungen und wurde in eine Klinik eingeliefert. Während die Polizei ermittelte, stellte sich der Messerstecher später auf der Wache und wurde vernommen. || Keine Haftgründe || Aber: Er kam anschließend wieder auf freien Fuß. Der Grund: ein fester Wohnsitz, daher keine Fluchtgefahr. Und gegen ihn wird „nur“ wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt – nicht wegen versuchten Totschlags. (express.de)

Hier natürlich politisch ganz korrekt: 'Der Angreifer und seine Begleiter'. BILD macht es ein wenig konkreter: 

"Gegen 4.30 Uhr versuchte ein Iraker (21) am Samstagmorgen mit zwei Begleitern (17, 21), in die Schwulenbar zu gelangen, war aber vom Türsteher abgewiesen worden."

Montag, 27. März 2017

Biodeutsche et al.


Eine Massenschlägerei, offiziell ein Tumult auf dem Kölner Rheinboulevard, und die Auskünfte dazu:

"Während über die Herkunft der Verdächtigen in den Sozialen Medien spekuliert wird, wollte die Polizei noch keine eindeutigen Aussagen dazu treffen. Die Herkunft der Verdächtigen werde noch geprüft, erläuterte eine Sprecherin am Montag. Unter den Beteiligten fänden sich sowohl türkei- und arabischstämmige, als auch deutschstämmige Bürger." (ksta.de)

x-stämmig sind sie, von irgendwoher, auch aus Deutschland "stämmig". Nun gut.

Wolf Wondratschek

Aus der Wikipedia-Diskussionsseite zu Wolf Wondratschek, über den hier, unter Vermischtes, schon mal gesprochen wurde.

"Geldfragen || Bei diesem wie bei vergleichbaren Schriftsteller-Artikeln stelle ich mir immer die Frage: Wovon lebt der Mann / die Frau eigentlich? Vom Verkauf der Bücher doch sicher nicht. Die Honorare von Büchern, Hörspielen, Vorträgen können auf keinen Fall ausreichen, um halbwegs über die Runden zu kommen. -- Ist das eine ungebührliche Frage? Ich meine nein. Wir sind hier ja nicht beim städtischen Kulturausschuss, der solcherlei Fragen zu persönlich und für indiskret hält."

Typus: 'Das wird man doch wohl noch fragen dürfen!' Die Antwort auch gleich: Der Herr W. lebt von gelegentlichen Verkäufen, Honoraren und der Künstlersozialversicherung. Üppig ist der Betrag, den er da ausgeben kann, nicht; aber W. war und ist ja auch ein eher bescheidener Typ. Damit erkauft er sich seine künstlerische Freiheit. Hoch soll er leben!

Freitag, 24. März 2017

Die Explosion einer Wasserstoffbombe

Unterlegt mit getragen-kraftvollen Tönen: Die Explosionen von Wasserstoffbomben, digital aufbereitet.



Menschliche Zerstörung, ein ästhetisches Ereignis, wie in jedem guten Katastrophenfilm?

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Physicist declassifies rescued nuclear test films | The U.S. conducted 210 atmospheric nuclear tests between 1945 and 1962, with multiple cameras capturing each event at around 2,400 frames per second. But in the decades since, around 10,000 of these films sat idle, scattered across the country in high-security vaults. Not only were they gathering dust, the film material itself was slowly decomposing, bringing the data they contained to the brink of being lost forever.

Geheimnisse der Bibliotheken

Eigentlich bei der Universität Erlangen gesucht. Aber dann das. Auch recht und richtig.

Gattung/Form:Kammerliberale || Physisches Format Online version: || Müller, Hildegard. || Liberale Presse im badischen Vormärz. || Heidelberg : C. Winter, 1986 || (OCoLC)741383877 || Name: Karl Mathy; Mathy; Karl Mathy; Karl Mathy; Karl Mathy || Medientyp: Internetquelle || Dokumenttyp: Buch, Internet-Ressource || Alle Autoren: Hildegard Müller || Weitere Informationen zu: Suchen || ISBN: 3533038394 9783533038399 3533038386 9783533038382 || OCLC-Nummer: 21593074 || Anmerkungen: Originally presented as the author's thesis (doctoral) -- Universität Tübingen, 1984. || Beschreibung: 393 pages ; 22 cm || Verfasserangabe: Hildegard Müller.

Mittwoch, 22. März 2017

Homer and Magnus

You never should forget: "Magnus Carlsen, my cousin!"

Rechtschreibung

Die meisten Menschen, die klare, einfache Regeln brauchen, werden schreiben: herum stromern. Wobei -- viele dieser Menschen werden das Wort herumstromern wahrscheinlich nicht kennen. Oder jedenfalls nicht benutzen.

"... in ein Hotel gehen und von dort aus herumstromern"

Und siehe da: der Duden schreibt tatsächlich: herumstromern. Warum denn nun? Weil da Sprach- und Rhythmusgefühl zuhause ist? Normalerweise doch eher nicht ... 

Dienstag, 21. März 2017

"Millionen auf dem Sprung nach Norden"

Afrika will nach Europa kommen. Also die Afrikaner wollen. Dazu ein Artikel in der ZEIT.

"Fünf vor acht / Migration. Millionen auf dem Sprung nach Norden. Eine Kolumne von Theo Sommer || Wir werden uns noch lange schwertun mit dem Flüchtlingsproblem. Und so sehr der Gedanke erschreckt: Europa könnte auch zu drastischen Abwehrmaßnahmen gezwungen sein.
21. März 2017, 7:31 Uhr 711 Kommentare

Zwei Ängste plagen gegenwärtig viele im Lande: kurzfristig die Angst, dass die Türkei das Flüchtlingsabkommen mit der EU aufkündigt und Zehntausende aus ihren Lagern nach Europa in Marsch setzt; und längerfristig, dass Hunderttausende, ja Millionen von Afrikanern auf dem Sprung nach Norden sind – die nächste große Flüchtlingsbewegung, noch ehe wir die letzte verkraftet haben."

Und viele gut gemeinte Kommentare. Meine Stellungnahme zu einem:

"Also kann die Lösung doch nur sein, [dass man] die o. a. Missstände [vor Ort, in Afrika] beseitigt."

Da wird kaum einer widersprechen. Die komplexe Frage ist nur: Wer macht das mit welchem Aufwand / welchen Kosten wie? Es wird nicht klappen, es sei denn, man führt eine Quasi-Rekoloniasierung durch, die in Europa, schon allein aus Kostengründen, niemand stemmen kann und stemmen will.

Was die "undemokratisch an die Macht gelangte Diktatoren" anlangt (ich denke, die Anführungszeichen bei _undemokratisch_ dürfen wir weglassen), da gibt es immer wieder die Diskussion, ob es denn nicht richtig ist: Wird der Diktator gestürzt, kommt in vielen Ländern Afrikas erst einmal: das Chaos und der Bürgerkrieg -- der Flüchtlinge produziert -- und dann kommt der nächste Diktator. Der neue Flüchtlinge produziert.

Die These, die ich manchmal lese und am Wochenende von einem Kenner der Problematik auch gehört habe: Deutschland wird weitere Flüchtlinge aufnehmen, die soziale und politische Lage wird sich bis 2050 sehr destabilisieren, es wird ein großes Flüchtlingsprekariat entstehen, das irgendwie versorgt werden muss. Mit entsprechenden Verteilungskämpfen und einem politischen Rechtsruck. Und die wirtschaftlichen / technischen Leistungsträger werden sich rechtzeitig in Greencard-Länder verabschieden: nach Australien, Neuseeland, Kanada. Am Ende auch in die USA."

O wie gut, dass niemand weiß ...

Es gibt im Internet so vieles. Man kann nicht alles kennen. Dass die FAZ einen Blog führt -- für wen, muss ich noch heraufinden --, das wusste ich bisher nicht. Hier also das:

"[...] Anders ist der Fall und Niedergang des Milo Yiannopoulos nicht zu erklären, dem letztlich ein lang bekanntes Video zum Verhängnis wurde, in dem er über die Frage der Zustimmung von Minderjährigen zu sexuellen Handlungen unter anderem an seinem eigenen Beispiel spekulierte. [...] Amerikanern ist diese Parallele völlig entgangen, denn es gibt Waugh nicht als Serie bei Netflix, und obendrein sind sie in ihren moralischen Werten immer noch eine Gesellschaft, die mit britischer Exzentrik und Lust an Provokation nur begrenzt umgehen kann. Anders ist der Fall und Niedergang des Milo Yiannopoulos nicht zu erklären, dem letztlich ein lang bekanntes Video zum Verhängnis wurde, in dem er über die Frage der Zustimmung von Minderjährigen zu sexuellen Handlungen unter anderem an seinem eigenen Beispiel spekulierte. Das Thema ist schwierig und komplex, wäre aber im europäischen, gebildeten Kontext rund um die Frage des sexuellen Erwachens junger Menschen nicht ungewöhnlich – nicht umsonst erscheinen Beiträge über den Pornovideokonsum und das Sexualverhalten von Minderjährigen. Milo erzählt erkennbar sarkastisch von Sex mit einem Priester, und am eigenen Beispiel, dass er sich durchaus in der Lage fühlte, selbstbestimmt in sexuelle Handlungen einzuwilligen. Ausserdem diskutiert er die – in der Debatte durchaus sinnvollen – Unterschiede zwischen Pädophilie und sexueller Attraktion im fortgeschrittenen Jugendalter." (faz.net)

Freitag, 17. März 2017

Herbert Ernst Brekle vs. Hans Arens

Ein Fund im Vorbeigehen. Zu den Stichworten 'Wissenschaftsgeschichte' und 'Polemik'.

  • Sollte man Kritik so wie im folgenden Abschnitt formulieren?
  • Sind Abstufungen der Kritik möglich? Wenn ja: in welcher Weise?
  • Kritisiert Brekle Hans Arens auch, weil Arens nicht Universitätsprofessor war und keine wissenschaftsinterne Hausmacht hatte? (Darf man oder muss man in solcher Weise spekulieren?)

Hans Arens 1911-2003. Ab 1953 Gymnasiallehrer in Bad Hersfeld.

»[...] Eine Geschichte der westlichen Sprachwissenschaft ist Arens’ äußerlich beeindruckendes Buch [...] sicherlich nicht. Die meist sehr kurzen Kommentare und Verbindungstexte zwischen den Exzerpten zeigen, daß Arens aus Mangel an einem differenzierten Beschreibungs- bzw. Interpretationsapparat nicht in der Lage ist, die wesentlichen sprachtheoretischen Positionen der von ihm zitierten Autoren herauszuarbeiten. Die fundamentale methodologische Schwäche seiner Kommentare besteht weiterhin darin, daß er grundsätzlich dazu neigt, die Ansätze und Ergebnisse früherer Philosophen und Grammatiker an der Elle der von ihm als ›eigentliche‹ Sprachwissenschaft verstandenen historisch-vergleichenden Sprachwissenschaft und der neohumboldtischen Weisgerber-Schule zumessen. Die mangelnde Strukturierung des ganzen Opus bringt es darüber hinaus mit sich, daß Arens zu dem mißlichen Verfahren des ›name-dropping‹ verleitet wird. Erklärlich wird dies alles dadurch, daß Arens sich mit ungenügendem sprachwissenschaftlichem Rüstzeug an eine solche enorme Aufgabe gemacht hat. Sein Buch ist sowohl für den Sprachwissenschaftler als auch für jemanden, der einen verläßlichen Überblick über die Geschichte des Faches gewinnen möchte, ungeeignet, ja sogar ein Ärgernis.« (Brekle, Einführung in die Geschichte der Sprachwissenschaft. Darmstadt 1985. S. 30.)

Mittwoch, 15. März 2017

Höhle Gruta da Aroeira

Seit wann ist denn nun "der Mensch" auf der Erde?

"Am letzten Tag der Grabungssaison des Jahres 2014 entdeckten Forscher in der portugiesischen Höhle Gruta da Aroeira die Schädelfragmente eines Frühmenschen. Über zwei Jahre lang dauerte es, den im Block geborgenen Fund freizulegen, zu scannen und zu analysieren. Jetzt macht das Team die ersten Ergebnisse öffentlich. Wie Juan Luis Arsuaga von der Universidad Complutense de Madrid und Kollegen berichten, stammt der Schädel aus einer Zeit vor ungefähr 400 000 Jahren. Neben der Schädeldecke haben sich noch der obere Teil des Gesichts und zwei abgenutzte Zähne erhalten. | Der Fund stammt aus einer Zeit, als Europa vom Frühmenschen bewohnt wurde, der noch nicht alle klassischen Neandertalermerkmale zeigt und von manchen Forschern als Homo heidelbergensis bezeichnet wird. Ein berühmter Fundort liegt ebenfalls auf der iberischen Halbinsel: Aus den etwa gleich alten Knochen der Sima de los Huesos im spanischen Atapuerca gelang es Wissenschaftlern sogar, die DNA zu extrahieren. Aber auch in Deutschland, etwa in Schöningen, fanden sich Hinterlassenschaften dieser Menschen."

Man wird wohl zu nebligen Aquarellen greifen müssen, um die Frage da oben zu beantworten. Die Übergänge sind wie immer: fließend.

Dienstag, 14. März 2017

Die Me 109

Auch so ein Fund im Vorbeigehen:

"Die Me 109 war der Standardjäger der deutschen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg. Mehr als 30 000 Exemplare wurden allein in Deutschland von 1935 an hergestellt, von der Baureihe A, die im spanischen Bürgerkrieg, bis zur Serie K, die in den letzten Bomberschlachten über dem Reichsgebiet zum Einsatz kam. Aber auch Tschechen und Spanier bauten das von Willy Messerschmitt und seinen Ingenieuren entwickelte Flugzeug nach Kriegsende weiter, und sogar die junge Luftwaffe Israels setzte die tschechische Version des G-Modells im Palästina-Krieg von 1948 gegen die Spitfires der Ägypter ein. Erst der Triumphzug der Düsenflugzeuge brachte die unter neuem Namen weiterfliegende Me 109 auf den Schrottplatz. Heute stehen etwa zwei Dutzend motorlose Exemplare in den Technik- und Luftfahrtmuseen der Welt. Flugfähig ist in Europa dagegen nur noch eine Handvoll Maschinen. Drei davon besitzt das Flugmuseum Messerschmitt in Manching." (faz.net)

Was wieder zeigt, dass Waffen universell sind. Die Israelis flogen Maschinen, die die Nazis entwickelt hatten.

Fujitsu ScanSnap *kopfschüttel*

Mal wieder so etwas, das bei mir, dem "Endbenutzer", Kopfschütteln hervorruft:

ENDBENUTZER-LIZENZVERTRAG | FÜR ScanSnap Manager / ScanSnap | Organizer / CardMinder / ScanSnap Receipt / ScanSnap Online Update || Unabhängig davon, ob für diese Lizenzvereinbarung Übersetzungen in andere Sprachen vorliegen, wird nur die in Englisch abgefasste Version als offizielle Version anerkannt. In Bezug auf die Interpretation und Auslegung dieses Vertrages ist nur die englische Version dieses Vertrages gültig.

Ich meine, sind die anderen Länder und Sprachen eine Kolonie der über die Welt verstreuten Angelsachsen? Wie kommt die japanische Firma Fujitsu dazu, dass ich in Deutschland etwas rechtlich verbindlich akzeptieren soll, das nur auf Englisch vorliegt? (OK, in diesem Fall kommt dann ein ellenlanger deutscher und dann englischer Text. Aber rechtsverbindlich ist eben der englische.)

Nun gut, das ist nur ein Beispiel, und Fujitsu ist natürlich bei weitem nicht die seltsamste Software-Schmiede. Die meisten schicken ja ohne jeden Zusatz eine englische Vereinbarung, wohl in der Erwartung, dass 99,8% zustimmen, ohne einen Blick auf das zu werfen, was sie da "unterschreiben".

Freitag, 10. März 2017

Von einer gewissen Sarah Lombardi ...

... kann man lernen, wie man es anstellen muss, um im Gespräch zu bleiben. Normalerweise rutschen die Teilnehmer an Star-werden-Wettbewerben ja schnell wieder aus den Zeitungen. Aber wenn man oder: wenn die Berater wissen, wie man dem entgegenwirkt, dann kann man schon mal ein paar Monate immer wieder in den Zeitungen stehen.

Trotz regelmäßigem Sport | So schlimm ist der Kilo-Frust bei Sarah Lombardi 10.03.17 || Trotz regelmäßiger Sporteinheiten schmilzen einfach nicht ihre überschüssigen Pfunde: Sarah Lombardi. | Schon seit längerem versucht Sarah Lombardi ihre Schwangerschaftspfunde wieder loszuzwerden ... . Doch trotz regelmäßiger Fitness-Einheiten verliert sie einfach nicht an Gewicht. (berliner-kurier.de)

Das mit dem Übergewicht nach Schwangerschaft kennen natürlich viele. Aber die wissen eben nicht, wie man singt, heiratet, ein Kind bekommt, fremdgeht, sich trennt und immer schön die Zeitungen unterrichtet. 

Jetzt ist die Frage: Wie schafft man, also sie, es in die Tagesschau? Das ist doch mal eine echte Herausforderung!

Mittwoch, 8. März 2017

Thomas Fischer und Jan Böhmermann

Gestern hat mich eine Diskussion auf der ZEIT-Seite die Kolmne von Thomas Fischer interessiert.  Und ich habe als BDLB bei den "Kommentaren" mitgemacht.

Als ich jetzt nachschaue, was sehe ich? "Entfernt". Ich antworte.

"Entfernt. Wir bitten um sachliche Kommentare. Die Redaktion/rgo"

Als ich das jetzt gesehen habe, war ich -- zum ersten Mal seit hier mitlese und mitschreibe -- vollkommen platt. Ich kann eigentlich ganz gut einschätzen, wie 'sachlich' meine Kommentare sind, ich werde sehr selten hier rausgenommen, und bei diesen sehr seltenen bisherigen Fällen habe ich gegrinst: "Schon ok!" Was ich gestern hier geschrieben habe, war, da bin ich sicher, zwar an einer Stelle leicht polemisch, aber in der Gesamtheit zur Sache und nicht unsachlich. 

Na gut, ich hatte eine Kopie. Sollte es jemanden wirklich interessieren -- anschließend lässt es sich mit den üblichen Mitteln an anderer Stelle finden und beurteilen.

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Nämlich hier. Geschrieben hatte ich also:

“Mir geht es hier nicht um Kritik eines Urteils, das ich gar nicht kenne, sondern um das grundsätzliche Problem.“ [Thomas Fischer in seiner Kolumne]

Warum erinnert mich das Zitat an die Causa Böhmermann? “Mir geht es hier nicht um Kritik eines Urteils, das ich gar nicht kenne, sondern um das grundsätzliche Problem. Vielleicht weil es in beiden Fällen um eine eingeübte juristische Finte geht?
Nun denn, Böhmermann: »Also das jetzt, das dürften Sie auf keinen Fall sagen. Denn was wäre ein Schmähgedicht: ›Sackdoof, feige und verklemmt, / ist Erdogan, der Präsident. / Sein Gelöt stinkt schlimm nach Döner, / selbst ein Schweinefurz riecht schöner.‹ Also, das dürfte man auf keinen Fall sagen!
Fischer: »Mir geht es hier nicht um Kritik eines Urteils, das ich gar nicht kenne, sondern um das grundsätzliche Problem. ›Stellen Sie sich vor, Sie möchten ein (illegales) Straßenrennen bestreiten. Was ›denken‹ Sie, falls Sie etwas denken? Was ›fühlen‹ Sie? Was wollen Sie? Und vor allem: Welche ›subjektive Vorstellung‹ haben Sie im Hinblick auf die Schädigung der Rechtsgüter Unbeteiligter (hier: das Leben Dritter)? Konkret: Ist es Ihnen ›egal‹ ob Sie ...‹«
Ich meine, wenn das, was Herr Fischer sagt, nichts mit dem Berliner Urteil zu tun hat, und zwar als kritische Anmerkung – was soll es denn dann hier?

In meinem Fach gibt es den Terminus ›Präsuppostion‹. Mal grob übersetzt mit: ›das, was alles mit angenommen wird, wenn man über eine Sache spricht‹. Ich schlage mal vor, dass die Juristen zur Erweiterung ihres Horizonts sich mal ausführlicher mit diesem Begriff beschäftigen.

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Nun denn, beim Wiederlesen eben habe ich allmählich verstanden, was den Zensor der ZEIT aufgeregt hat. Das hier ist eine doppelt gedrehte Finte: ein Zitat im Zitat eines Zitats. Jedenfalls kann man es, wenn man müde ist vom andauernden Mitlesen, so sehen und empfinden. Noch dazu, da die Böhmermann-Worte, zitiert, die in der ZEIT ja nun keinen Platz haben, weil sie -- wirklich geschmacklos sind. Jetzt steht das Ganze also nicht mehr im ZEIT-Forum, sondern hier.

Das beste Land der Welt: die Türkei

Ich kopiere jetzt lieber meine Kommentare aus der ZEIT-Seite hierher, bevor sie von übermüdeten Zensoren gelöscht werden. (Dazu anschließend noch ein wenig.)

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"Deutschtürken. "Die Türkei ist das beste Land der Welt". Viele Deutschtürken fühlen sich hier noch immer zu wenig angenommen. Auch deshalb identifizieren sie sich mit Erdoğan und seiner Erzählung von Stolz und Stärke."

Beginnen wir mit dem Anfang: Was müsste sich denn hierzulande ändern, damit die hier lebenden Türken sich "angenommen" fühlen? Diese Frage muss dann aber verbunden werden mit der anderen: Was müssten die Türken tun, um "angenommen" zu werden?

Müssten die hier lebenden Türken -- nein, der Teil der Türken, der sich benachteiligt fühlt, vielleicht weniger wehleidig tun und einfach hier, nach hiesigen Gepflogenheiten mitleben, sich zu Deutschland bekennen, und zur deutschen Fußballnationalmannschaft halten, auch wenn die gegen die Türkei spielt? (Das Letztgenannte sollten die ausblenden, die keine Fußballfans sind.)

Und wenn das alles nicht klappt und dieser Teil der hier lebenden Türken von Erdoğans Türkei, das beste Land der Welt, mit so großem Stolz erfüllt wird -- ja, warum dann nicht in der Erdoğan-Türkei leben statt in dem ungeliebten Deutschland?

Und wie sieht Django Asül eigentlich die ganze Angelegenheit ...?

Fragen über Fragen.

Dienstag, 7. März 2017

Imad Karim: Massenmigration und Muslime

Bei der ZEIT sehe ich einen Link auf einen CICERO-Artikel

Massenmigration. Von Imad Karim. 7. März 2017 | Bereits 2014 mehrten sich die Zeichen einer bevorstehenden Massenmigration aus dem Nahen Osten. Doch die Politik reagierte spät. Heute sind Islamkritiker nicht erwünscht und viele junge Muslime nicht an westlichen Werten interessiert

Und dann steht da unter anderem:

Weil ich erfahren wollte, was die zugewanderten Syrer über Deutschland denken und wie sie sich ihre Zukunft in der Bundesrepublik vorstellen, habe ich mich unter einem Aliasnamen in den drei großen Facebook-Gruppen von syrischen Flüchtlingen in Deutschland angemeldet. Die erste Facebook-Gruppe hat etwa 227.000 Mitglieder, die Zweite ebenfalls rund 227.000, die Dritte hat über 100.000 Mitglieder. Dort traf ich unter denen, die posteten und kommentierten, nahezu ausschließlich auf Leute, die im politischen Islam das Allheilmittel für die Lösung ihrer Probleme sehen. Diese Gruppen werden dominiert von Menschen, die das westliche Lebensmodell regelrecht verachten. Es gab nur selten Kommentare von Syrern, bei denen man sich vorstellen mag, dass sie künftig ein Teil unserer offenen Gesellschaft sein könnten. | In diesen Foren wurde beispielsweise ein Interview mit einer Syrerin weitergegeben, die seit einem Jahr im Kölner Raum lebt und sich als Atheistin outete. Die Reaktionen der Kommentatoren reichten von Beleidigungen bis hin zu Drohungen. Einige schrieben, sie würden sie suchen und köpfen, andere wollten die Frau vierteilen. Eine weitere nach Deutschland gekommene Syrerin teilte in einem Video ganz leidenschaftslos mit, sie würde jetzt das Kopftuch ablegen, respektiere allerdings jede Frau, die das Kopftuch behalten wolle. Auch sie wurde von den nach Deutschland gekommenen Syrern auf das Übelste beschimpft und bedroht. Innerhalb weniger Tage gab es mehr als 4.300 Kommentare. Nur sieben davon gingen in die Richtung, die Frau könne machen was sie wolle. Der Rest hörte sich so an: „Du bist eine Nutte, wir verachten Dich!“, „Hure, nur eine kleine Hure bist Du“, „Du hast unsere Religion in den Schmutz gezogen!“ Und so weiter.

Wird sich diese Haltung in einer Generation ändern? -- Imad Karim, eine besonnene Stimme, sagt:

"Sollte es uns und der kommenden Generation nicht gelingen, den muslimischen Immigranten die Werte der Aufklärung und die Leitlinien unserer demokratischen Kultur zu vermitteln, werden die Folgen verheerend sein – und zwar für uns alle. Als gebürtiger Libanese, der seit vielen Jahrzehnten gern in Deutschland lebt, sage ich: Die Werte der offenen Gesellschaft sind nicht verhandelbar! Leider scheinen vor allem die neuen Mutlitkulturalisten in dieser Hinsicht taub zu sein."

Erdoğan I.

Mal ein Versuch bei der ZEIT, im Forum. Nehmen wir's auch hierher.

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Es ist an der Zeit, ein großes Geheimnis zu lüften. (Ein großer Dank an meine Freunde beim türkischen Geheimdienst! Die selbstverständlich Quellenschutz genießen.)

Recep Tayyip Erdoğan sieht sich, nach seinen langen historischen Studien, in einer alten Tradition.


Osman I. (1259-1326) Das Osmanische Reich ist gegründet!
Murad I. (1326-1389) Auf nach Europa!
Bayezid I. (1360-1403) Große Eroberungen allüberall! (Na gut, dieser schlitzäugige Timur. Einfach verschweigen.)
Mehmed II., Der Eroberer (1430-1481) Ha! 1453 ist Konstantinopel ist erobert! Eine neue große Hauptstadt!
Süleyman I., Der Prächtige (1495-1566) Ha! 1529 vor Wien! (Pech. Hat nicht ganz geklappt.)
Mehmed IV. (1642-1693) Ha! Wieder vor Wien. (Hat wieder nicht ganz geklappt.)
Erdoğan I. (1954-2954) Großer politischer Denker in der osmanischen Tradition. Entwickelt erfolgreich die Strategie der Chuzpe, pardon – Yüzsüzlük. ›Eroberung von Innen‹. – Ha! Türken in Berlin, in Wien und praktisch überall.

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Nachtrag:

"Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten."

Erdoğan am 6. Dezember 1997, auf einer Wahlveranstaltung. Er zitiert hier offenbar, so ist es verschiedentlich zu lesen, ein altes religiösen Gedicht von Ziya Gökalp (1876-1924). Im Jahr 1998 wurde Erdogan aufgrund dieser Aussage zu einem Jahr Haft verurteilt. (Vgl. welt.de)

Sonntag, 5. März 2017

Dr. Dietmar Moews vs. Prof. Martin Haase

Ein verrückter Fund, als ich eben nach der Pirtenpartei gesucht habe.

Professor Martin Haase Bamberg als Pirat Maha Liquid-Faschist in Lichtgeschwindigkeit | Veröffentlicht am 28.12.2012 | Professor Martin Haase Bamberg als Pirat Maha Liquid-Faschist in Lichtgeschwindigkeit 2591 -- Freitag, 18. Dezember 2012 von Dr. Dietmar Moews als IT-Soziologe und Künstlergelehrter Einzelheiten zur Lage (Youtube-Vortrag)

Nächster Aufruf:

Antisemitismus unter Piraten | Relativ rechts | Hat die Piratenpartei ein Problem mit Antisemitismus und Rassismus? Und wenn ja: Kann sie es lösen, ohne normal zu werden? || 14.04.2012, von HARALD STAUN | Dietmar Moews präsentiert sich auf Youtube | Es ist nicht leicht, unter den Mitgliedern der Piratenpartei als Spinner aufzufallen, aber es geht. Einer, der sich seit Jahren richtig Mühe gibt, ist Dietmar Moews. Moews entspricht nicht unbedingt dem mittlerweile geläufigen Klischee eines Piratenpolitikers, er ist zu alt (61), zu glatt rasiert, zu ordentlich gekleidet. Und sehr viel mehr lässt sich schon kaum über ihn sagen - was nicht an Google liegt. Das Internet kennt Moews als „Künstlergelehrten, Philosophen, Hafenbauer des Hafens von Insel Norderney (1972), Soziologen, Musiker und Publizisten“ und als „Maler der deutschen Pop-Art und Postmoderne“. Die englische Wikipedia behauptet, er habe als 17-Jähriger die gesamte Bibliothek seiner Eltern gelesen, inklusive der gesammelten Werke von Goethe und Nietzsche; aus der deutschen Version wurde Moews’ Eintrag mit dem Hinweis „Selbstdarsteller-Wiedergänger“ mehrfach gelöscht, genauso wie Moews’ Versuch, auf der Wikipedia-Seite seiner Heimatstadt Springe in der Rubrik „Persönlichkeiten“ seine ausführliche Vita einzustellen. (faz.net)

Und dann auch das noch: Die Selbstdarstellung Dr. Dietmar Moews.

Der Literatur-Kanon

Dass die Menschen möchten, dass es eine Auswahl aus der unglaublichen Fülle gibt, eine Auswahl, an die sich halten können, das ist verständlich. Für die Schulen und für interessiert gebliebene Erwachsene erscheint darum hier und dort immer wieder ein "Literaturkanon". Nun also ist, nicht mehr ganz neu, das im SPIEGEL zu lesen

Ausgabe 42/2016 | SPIEGEL-Kanon || Die 50 wichtigsten Romane unserer Zeit || Vor 15 Jahren präsentierte Marcel Reich-Ranicki im SPIEGEL die wichtigsten Werke der deutschen Literatur. Nun haben sechs SPIEGEL-Redakteure einen neuen Kanon erstellt - denn unsere Welt hat sich verändert.

Was ist der Witz an der Sache? Nun, es wird hier der Begriff des Kanons munter auf den Kopf gestellt und dann aufgelöst. Denn wenn der Kanon etwas sein soll, dann doch wohl etwas Überzeitliches. Natürlich weiß jeder: Das ist unmöglich! Aber so ist das halt mit den großen utopischen Begriffen -- Liebe, Freiheit, Gerechtigkeit --, in den Niederungen des Alltags sind diese Begriffe allesamt sehr relativ. Aber als utopische Begriffe sind sie in Stein gemeißelt und für die Ewigkeit. Wenn einer also einen Kanon für das Lesen von Romanen aufstellt, dann muss er den Anspruch haben: So und nicht anders, für immer und ewig! Nicht so der SPIEGEL, dessen charm aus seiner Anpassungsfähigkeit herrührt. Diesem "Nichts ist erfolgreicher als der Erfolg." (Wer mag, der kann einmal die Berichterstattung des SPIEGEL über die Piraten-Partei verfolgen. Als diese kurz, doch komentenhaft aufstieg, war der SPIEGEL voll des erschütternten Lobes. Dann gings dahin und wieder hinunter mit der Partei, und der SPIEGEL kommentierte genüßlich das Niedergehen.

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Und über aller Schönen Literatur: ein sich drehender Rasierapparat, die Werbung. Und dann die Frage: Wie geht es dem SPIEGEL eigentlich so. Wirtschaftlich meine ich. Wenn er solche gefühllosen Sperenzchen nötig hat.

Samstag, 4. März 2017

""Wer Wilders wählt ,,,"

Und noch eine Kopie, diesmal vom ZEIT-Forum:

"Wer Wilders wählt, scheint entweder in Geschichte nicht aufgepasst zu haben oder mit der Erziehung scheint irgendetwas schiefgelaufen zu sein."

Sie müssen sich darüber im klaren sein: Mit dieser Argumentation werden einfach Gruppen geschaffen, die sich wechselseitig für ungebildet erklären. In der Schule hat man doch mal gelernt, so etwas wie einen 'Besinnungsaufsatz', heute: eine Erörterung zu schreiben. Da wurden Pro- und Kontra-Gründe aufgelistet und dann wurde eine Schlussfolgerung gezogen. Man musste auch die Argumente, denen man nicht anhing, halbwegs vernünftig darstellen. Mir scheint, wenn ich in diversen Foren so mitlese, dass diese Fähigkeit, andere Standpunkte zu würdigen, gleich nach der Schule nicht mehr vorhanden ist.

Und dann weiter:

RESSIW RESSEB
Sorry, aber bei Dummheit zieht kein Argument.


Was ich sagen wollte: Es finden sich gewiss auch Menschen, die dann Sie für dumm erklären. Denn auch die anderen haben ihre schlichten Überzeugungen. Dann stehen also die Grüppchen mit den festen Überzeugungen in ihren jeweiligen Ecken der Agora und bestätigen sich untereinander darin, dass sie selbst Recht haben.

Mülltrennung

Auch das noch schnell aus dem WP-Café rübergezogen:

--

Zwei Themen in einem: (1) So alle fünf Jahre beschäftige ich mich mit diesem Thema: Könnte der Müll nicht längst automatisch und dann viel sortenreiner getrennt werden als das mit dem Gelben Sack usw. geschieht? ... Vor ca. 10 Jahren habe ich in diesem Zusammenhang schon gelesen: Der Grüne Punkt, genauer: das Duale System Deutschland mit Sitz in Köln sei inzwischen so mächtig, dass es jeden Versuch der Einführung automatisierter Systeme hintertreibe, weil dadurch seine Punkt-Existenz gefährdet wäre. Für mich ist die Frage: Ist an dieser Vermutung was dran? Denn -- ganz egoistisch -- ich würde gerne wieder Flaschen, Papier, Plastik, grünes Zeug in eine Tonne werfen. Es wäre auch, was die Müll-Abholung angeht, viel einfacher.

Dann (2): Gestern hat ein Nachbar, der gerade Müll rausbrachte, beim Übern-Zaun-Gespräch gesagt: Das Getrennte würde eh alles wieder zusammengeschmissen und verbrannt. Der Mann ist Ingenieur und ein sehr sachlicher Charakter. Hat er denn Recht? Vor Jahren habe ich, als ein Journalist der Frage nachging, was mit dem Plastikmüll geschieht, gelesen: Die Recycling-Firma sagte, daraus würden Plastik-Parkbänke für die sibirische Stadt X gemacht würden. Womit die Firma wohl nicht gerechnet hatte: Der Journalist hat in X angerufen. Antwort: Wegen des Wetters dort gäbe es überhaupt keine Parkbänke. Frage also: Wer weiß genauer, ob der getrennte Müll anschließend wieder zusammengeschmissen wird oder was da genauer abläuft?

Freitag, 3. März 2017

Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann. "In mir ist die Hölle los". In einem neuen Buch zitiert der amerikanische Germanist Joseph McVeigh erstmals aus den Briefen von Ingeborg Bachmann an ihren Mentor und Geliebten Hans Weigel. Von Thomas Mießgang. DIE ZEIT Nr. 14/2016, 23. März 2016

Ach ja, die Schriftsteller ...

Bannon

Auf SPIEGEL Online stand das zu lesen:

Christian Stöcker: Medienschelte der Populisten | Auf die Presse || Populisten, selbst ernannte Revolutionäre, die neue Rechte in Europa und den USA -- sie alle hassen "die Medien". Eine unsinnige Verallgemeinerung. Dahinter steckt eine gefährliche Strategie. | Sonntag, 26.02.2017 || Steve Bannon ist das derzeit eindrucksvollste Beispiel für die Heuchelei der selbst ernannten Medienkritiker der jüngeren Zeit. Donald Trumps rechtsnationaler Vertrauter hat sein Vermögen vor allem Geschäften mit Medien zu verdanken, unter anderem einer höchst lukrativen Beteiligung an den Einnahmen, die bis heute mit der eher nicht rechten NBC-Comedyserie "Seinfeld" erzielt werden.

Nun ist es, unvoreingenommen betrachtet, ein Problem, dass man den Widerspruch gegen Bannon, veröffentlicht in einem sehr etablierten deutschen Magazin, natürlich auch als Besitzstandswahrung auslegen kann. Die etablierten Journalisten bangen um das Privileg der Weltüberlieferung und -deutung. Und was die Beteiligung Bannons angeht: Er kann immer sagen, dass er weiß, wovon er redet. Er sei ja so eine Art Wallraff der national gesinnten US-Revolutionäre, der da in seiner Zeit bei Breitbart Insider-Wissen zusammengetragen habe.

Die türkische Nebenregierung in Deutschland

Ich habe schon manchmal schon von der "türkischen Nebenregierung" in Deutschland gesprochen. Es war vielleicht etwas vorschnell; aber jetzt scheint es soweit zu sein:

Türkei. Außenminister Çavuşoğlu droht Deutschland mit Konsequenzen || Will Deutschland Erdoğans angestrebtes Präsidialsystem verhindern? Den Vorwurf erhebt die türkische Regierung. Im Rathaus Gaggenau ging eine Bombendrohung ein. (zeit.de)

Und die Gebräuche der fernen Türkei, der neuen politischen Klasse dort, werden weiter hier inszeniert. Was soll denn das sein und werden?

Donnerstag, 2. März 2017

Christopher Schmidt

Christopher Schmidt, Literaturchef der Süddeutschen, ist, offenbar überraschend, in der Nacht von vorgestern auf gestern gestorben. Er war 52 Jahre alt. Ein Nachruf von Sonja Zekri in der SZ, heute.

Zu den Klischees über Feuilletonisten gehört, dass sie handwerklich nur begrenzt einsetzbar sind. Christopher Schmidt, Feuilletonredakteur der Süddeutschen Zeitung seit 2001, war wie in vielem anderen auch in dieser Hinsicht eine Ausnahme. Er konnte unangemeldet in einer vollgerümpelten, frisch bezogenen Wohnung auftauchen, zerkaute eine Begrüßung zwischen den Zähnen, stellte den Werkzeugkasten auf den Boden und schritt als Erstes mit Fahnderblick die Zimmer ab. Drückte Klinken. Schraubte Griffe. Fixierte Knäufe. Er hasste Pfusch und halbe Sachen. Schlampereien beim Dübeln oder beim Denken waren ihm gleichermaßen wesensfremd. Dass sich andere an ihm ausrichteten wie Eisennadeln an einem Magneten, hatte eine fast physikalische Logik.

Das ist ein schöner, nicht alltäglicher, anrührender Beginn. Wahrscheinlich war damals die "frisch bezogene Wohnung" die der Autorin. Dass Schmidt nicht nur gut schreiben konnte, sondern auch noch gut aussah -- vielleicht nicht richtig, das im Augenblick der Todesmeldung zu sagen. Aber dieses sympathische, jugendliche Aussehen, das das SZ-Bild vermittelt, es steigert halt die Überraschung über diesen Tod noch um einige Stufen.

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Wenn es darum geht, einem tragischen Tod etwas Tröstliches, weil Bemerkenswertes abzugewinnen, so habe ich das Bemerkenswerte, glaube ich, gefunden.

Auf einer mir bisher nicht bekannten Seite turi2.de eine kurze Notiz zum Tod von Christopher Schmidt. Ein einzelner Forumsbeitrag darunter. Der lautet wie folgt:

Ein Gedanke zu „Christopher Schmidt ist tot. | Bastian Conrad | 2. März 2017 um 9:53 | Habe Christopher Schmidt nicht gekannt, aber nie verstanden, warum er nicht bereit war, eine Rezension über das Shakespeare/Marlowe-buch zuzulassen.

Ich habe da gestutzt. Schreibt man so etwas, wenn jemand gerade gestorben ist? Und um welches Shakespeare-Marlowe-Buch geht es denn? Ich schaue nach und glaube, jetzt wird es doch ein wenig peinlich: Bastian Conrad, der Verfasser des Hinweises, er höchstselbst ist offenbar der Autor dieses 'Shakespeare-Marlow-Buches'!

Also das finde ich jetzt echt schräg! Jemand vom Feuilleton ist gestorben, und das erste, das einem Autor da einfällt, was er sogleich anführt: 'Das ist -- nein, das war der, der seinerzeit keine Rezension meines Buches bringen wollte!' Eine Form der extremen Egozentriertheit, ohne die man vielleicht nichts werden kann in der akademischen Welt; aber wenn diese Egozentriertheit so ungefiltert auftritt, dann -- ja dann ist offenbar doch eine Filter in Sachen Konventionen kaputt gegangen.
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* Bastian Conrad, ehemaliger Leiter der Neurologischen Klinik der TU München, also ein seriöser Mann, [!] präsentiert uns nun, wenngleich keineswegs als Erster, auf siebenhundert mit Herzblut geschriebenen, wiederholungsreichen Seiten Marlowe als Shakespeare, und damit „die einzige überzeugende [...] Lösung des jahrhundertealten Problems“. Das ,tödliche’ Argument gegen eine derart ausgedehnte posthume Existenz ist schnell vom Tisch: ein konspiratives Komplott, angeordnet von höchster Stelle, muss es sein, ein Scheintod, durch den seine hochmögenden Beschützer den Leichtfuß vor Folter und Galgen bewahren, um den Preis eines Identitätstausches mit einem tumben Stratforder Kaufmann namens Shakspere. (Um sich von seinem Strohmann wenigstens orthographisch abzusetzen, zeichnet Conrads Marlowe von nun an als Shakespeare.) Zum ,Beweis’ seiner These stellt uns der Autor für das Marlowesche Begräbnis sogar die Leiche eines Frischgehenkten zur Verfügung. (faz.net)

Mittwoch, 1. März 2017

Fastenzeit. Wissenschaftlich.

Heute ist Aschermittwoch. Zeit, über das Fasten nachzudenken. Oder sich wenigstens etwas zu diesem Thema vordenken zu lassen.

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SPIEGEL ONLINE: Herr Madeo, es ist jetzt drei Uhr nachmittags. Wann haben Sie das letzte Mal etwas gegessen?


Frank Madeo:* Gestern Abend.

SPIEGEL ONLINE: Und wann gibt es die nächste Mahlzeit?

Madeo: Heute Abend.

SPIEGEL ONLINE: Haben Sie Hunger?

Madeo: Nein, mein Körper ist daran gewöhnt, dass ich nur alle 20 Stunden abends etwas esse. Ich fühle mich dadurch fitter, gesünder und energetischer als früher.

SPIEGEL ONLINE: Ich fühle vor allem ein Loch im Bauch, wenn ich morgens nichts esse.

Madeo: Das war bei mir früher auch so. Aber der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Die meisten berichten - und mir ging es genauso -, dass die Umstellung etwa zwei Wochen dauert. Dann ist der Hunger weg und der Körper braucht stundenlang keine Nahrung mehr. Wenn man einen wiederkehrenden Rhythmus für die Fastenphasen wählt und die natürliche Esspause in der Nacht nutzt, hat man sich schnell an Pausen von 15-16 Stunden gewöhnt.

SPIEGEL ONLINE: Wo sind die fünf bis sieben kleinen, über den ganzen Tag verteilten Portionen geblieben, die Ernährungswissenschaftler gerade noch predigten?

Madeo: Davon entfernen wir uns tatsächlich. Wer ständig isst, dessen Insulinspiegel wird ständig hochgehalten, was wiederum hungrig macht. Es gibt da einen interessanten Mäuseversuch: Eine Gruppe von Tieren durfte 24 Stunden lang fressen. Sie wurden fett und bekamen Diabetes. Die zweite Gruppe kam täglich nur zwischen 10 und 12 Stunden an dieselbe Menge Futter heran. Diese Tiere blieben schlank und gesund.

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* Frank Madeo ist Biochemiker und lehrt am Institut für Molekulare Biowissenschaften an der Karl-Franzens-Universität in Graz. Er leitet die "Interfast-Studie", die systematisch die Auswirkungen von periodischem Fasten auf den menschlichen Organismus untersucht.