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Donnerstag, 19. Oktober 2017

"Hätte, hätte - Fahrradkätte"

Jemand macht mir meine Bayern madig! Na warte! -- Kommentar bei SPIEGEL:

Hätte, hätte - Fahrradkätte

"... sie hatten Glück, dass sie gegen Celtic und nicht gegen Paris spielen mussten, das sie schlicht hinweggefegt hätte ..."

Sowas nennen wir ENZVV, "eine niemals zu verifizierende Vermutung". Also bleibt nur: Abwarten bis PSG nach München kommt und zwischenzeitlich Tee trinken.

Dienstag, 17. Oktober 2017

Rassismus und Wohlstandschauvinismus?

Ich nehme das mal sicherheitshalber aus der ZEIT hier rüber. Wer weiß, vielleicht wird es ja gelöscht.

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"'Anbiedern macht die Rechten stärker' Rassismus und Wohlstandschauvinismus treiben Wähler in die Arme von FPÖ und AfD, sagt der Politologe Claus Leggewie."

Ist es Rassismus, wenn einen Meldungen wie diese ratlos und dann fassungslos zurücklassen? Soll man da ständig an die Einzelfälle glauben, wenn die Zeitungen Meldungen bringen? Helfen da klingelige Wortschöpfungen wie 'Wohlstandschauvinismus', wenn gestern der SPIEGEL das Folgende vermeldet?

"Montag, 16.10.2017 -- Mit rund 40 Messerstichen wurden die Frauen in Lüneburg getötet, die Wohnungstür war zuvor abgeschlossen worden: Ein aus dem Irak stammender Jeside hat Anfang Januar 2015 seine Ehefrau und deren Freundin ermordet. ... Der aus dem Irak stammende Angeklagte hatte laut Polizei verschiedene Identitäten, zu seinem Alter gibt es unterschiedliche Angaben. Er war Ende der Neunzigerjahre nach Deutschland gekommen. 'Es gibt keine erkennbare Integrationsleistung', sagte der Vorsitzende Richter Axel Knaack mit Blick auf die mangelnden Deutschkenntnisse und die fehlende Ausbildung. 'Er hat sich in 15 Jahren nicht bewegt.' So habe er in seiner Lebensvorstellung die Heimat nie verlassen und sei jahrhundertealten Werten gefolgt. Er habe den Verlust der Kinder und den Verlust für seine Glaubensgemeinschaft gesehen."

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Nachtrag: Das hätte ich jetzt wirklich nicht für möglich gehalten. Das, was ich da oben in den Kommentarspalten der ZEIT geschrieben hatte, wurde innerhalb von Minuten von "der Redaktion" gelöscht. "Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen. Die Redaktion/sq".*

Das mache ich sonst selten, aber diesmal musste dieser Hinweis einfach sein:

"Ich habe da doch tatsächlich angemerkt, auch wenn ich es nicht wirklich erwartet habe, dass da gelöscht wird: "Rassismus und Wohlstandschauvinismus? Ich nehme das mal sicherheitshalber aus der ZEIT hier rüber. Wer weiß, vielleicht wird es ja gelöscht." Natürlich würde ich jetzt gerne wissen, was an dem, was ich geschrieben hatte, "Pauschalisierung" -- was'n Wort! -- war! Vorschlag zur Güte: Ich setze jetzt keinen Link, und Sie, Herr oder Frau sq, lassen das stehen. Falls wir uns nicht einigen, überlege ich doch, ob ich demnächst unser ZEIT-Abo kündige.

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* Da die Google-Suche in diesem Punkt erstaunlicherweise funktioniert, kann man sehen, wem diese Form des Gelöschtwerdens mit der wortgleichen Begründung auch widerfahren ist.

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Und dann kann man auch das noch lesen:

"LEITBILD DER FRIEDRICH-EBERT-STIFTUNG - Der Umbau von Deutschland | VON ALEXANDER GRAU am 18. Februar 2017 || Kolumne: Grauzone. Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat zum Zusammenleben in der Einwanderungsgesellschaft einen Leitfaden veröffentlicht. Darin steht, wie sich die Linke offenbar die Zukunft vorstellt: Deutschland soll zu einer transformatorischen Siedlungsregion in der Mitte Europas werden" (cicero.de)

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Auch das noch: Versuch heute vormittag, das mit einer anderen Einleitung an passender Stelle beim SPIEGEL einzurücken. [ Druck auf den Knopf ] = Übersenden zur SPIEGEL-Kontrollstelle. Dann: Schweigen. Schön wäre es, wenn irgendeine Reaktion käme. Bis jetzt ist keine gekommen. Ich vermute mal, dass man solche Meldungen wie die aus dem SPIEGEL zwar lesen, aber nicht weiterverbreiten darf.

John Rains Erkenntnis

Wie oft habe ich das schon gepostet? Die Übertreibung ist die Mutter des werblichen Misserfolgs. Oder anders herum: Je weniger Sie den Leuten auf die Nerven gehen, umso erfolgreicher wird Ihre Werbung sein. 

Hier also eine Seite, die für den Misserfolg durch Übertreibung steht: deutschland.physiolux.eu


[ Vergrößern = auf das Bild klicken ]

Erstens sind die beiden da -- nun ja, doch eher unangenehm. Wer so aussieht, verbringt jede freie Minute im Fitnessstudio und im Solarium. Möchten Sie mit solchen Leuten leben? Sie einladen? Eher nicht. Jedenfalls gilt das für mich. In einem gewissen Umfang steht der gesunde Körper -- so das denn gesund ist, was die beiden da machen -- doch im Gegensatz zu einem gesunden Geist.

Außerdem muss ich wieder einmal daran denken, was John Rain, der melancholische Auftragskiller, einmal gesagt hat. Frei und aus dem Gedächtnis: Wenn die Leute wüssten, wie viel Training man mit dem eigenen Körper, ganz ohne Geräte, durchführen kann, dann würden die Gerätehersteller schlechte Geschäfte machen.

Maly Trostenez

"Maly Trostenez" (Wikipedia). 

Ich hatte diese Wörter wahrhaftig noch nicht gehört. Nun gut, korrekter: Ich habe keinerlei Erinnerungen an diese Wörter und glaube also, dass ich sie noch nie gehört habe. Heute eine Radiosendung, als Podcast. Aberwitzige Vorstellungen, die da aufgerufen werden. Und der Kommentar sagt, dass die Deutschen, die diese Verbrechen in der Nazi-Zeit begangen haben, sich keiner Schuld bewusst waren. Sie hätten wirklich geglaubt, die Welt von "Ungeziefer" zu befreien. Kann es das sein?

WDR ZeitZeichen | 13.10.2017 | 14:58 Min. Maly Trostenez bei Minsk ist einer der größten Vernichtungsorte des Holocaust. Aus deutschen Städten, Köln, Düsseldorf und Hamburg zum Beispiel, wurden Juden in die Hauptstadt der von der Wehrmacht besetzten Sowjetrepublik Weißrussland deportiert und - oft gleich nach der Ankunft - in Maly Trostenez ermordet. Mehr als 60.000 Menschen wurden Opfer dieses Verbrechens. Autorin: Irene Dänzer-Vanotti

Flaubert-Briefe

Vormals hat der SPIEGEL keine Autoren unter die Artikel gesetzt; alles war "die Redaktion". Heute ist das ja anders. -- Ich bin auf der Suche. War es nicht Gustave Flaubert der mit dem Leichenhaus, der Friedhofskapelle oder sonstwas? Nicht Balzac? Ich stoße auf einen SPIEGEL-Artikel. Flaubert-Briefe wurden 1964 auf Deutsch herausgebracht ...

"Flaubert mietete sich seine lang ersehnte Pariser Wohnung. Er verbrachte jährlich mehrere Wintermonate in der Hauptstadt, wurde von Napoleon III. zum Ball in die Tuilerien eingeladen und - auf Betreiben der von ihm leidenschaftlich verehrten Prinzessin Mathilde Bonaparte - zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. In Croisset hingegen blieb alles beim alten. Zwar hatte er nach der Veröffentlichung der "Madame Bovary" die Schreibtisch-Sklaverei eines halben Jahrzehnts bagatellisiert: "Die Arbeit hat dazu gedient, meine Hand geschmeidiger zu machen; nun auf zu anderen Übungen!" "Aber die Hand blieb auch bei den folgenden Exerzitien schwer, bei dem Roman "Salammbô" (fünf Jahre Arbeit) wie bei der zweiten Fassung der "Education sentimentale", der "Erziehung des Herzens" (sechs Jahre Arbeit), und dem Roman "Bouvard et Pécuchet" (sechs Jahre Arbeit). Denn Flaubert ("Im Grunde bin ich ein Deutscher! Erst durch meine Studien habe ich mich von all meinen nordischen Nebeln gereinigt") liebte nicht nur die "Werke, die nach Schweiß riechen". Er wußte auch: "Wir Schreiberlinge alle ... sind von einer ungeheuerlichen Unwissenheit." Um dieser Unwissenheit abzuhelfen, reiste er wochenlang durch Tunesien und studierte, halb Archäologe, halb Landvermesser, den Schauplatz seines Karthago-Romans "Salammbô". Für seine "Education sentimentale" besuchte er Bestattungsunternehmen und Devotionalienläden und beobachtete diphtheriekranke Kinder im Hospital. Er verschlang immense Massen an Lesestoff und klagte: "Was mich betrifft, so habe ich mir den Magen mit Schmökern verdorben. Ich rülpse Folianten." Flaubert wollte um jeden Preis eine vollkommene Kunst - eine Literatur, die sich dem Leser so unpersönlich darbieten sollte wie ein Stück Natur. Er tat die genialen Schludrigkeiten seines Vorläufers Honore de Balzac ab ("Was für, ein Mann wäre Balzac gewesen, wenn er hätte schreiben können") und fand, "daß ein Romancier nicht das Recht hat, seine Meinung über irgend etwas auszudrücken. Hat der liebe Gott jemals seine Meinung gesagt?" Freilich, sosehr Flaubert sich als Autor in seinen Büchern auch verbarg, - in seinen spontanen nächtlichen Briefen hielt er mit drastischen Meinungen nicht zurück. Er verfluchte die Buchdruckerkunst als "eine der dreckigsten Erfindungen der Menschheit"; er stöhnte: "O, die Literatur! was für ein ständiger Juckreiz ...! Es tut mir unaufhörlich weh, und ich kratze mich mit Wonne"; er schmähte die Menschheit, Frankreich und den Bourgeois, seinen Leser: "Die Menschheit wimmelt auf dem Globus umher wie ein dreckiger Schwarm von Läusen auf einem großen Erdklumpen." || 30.09.1964 FLAUBERT-BRIEFE. Tinte trinken

Montag, 16. Oktober 2017

Thomas Sankara

In der Wikipedia-Diskussion zum Artikel T. S. sobeben eine Frage aufgeworfen:

Heute ein ZeitZeichen über TS gehört. Daraufhin diesen Artikel gelesen.

In dem Podcast ging es auch darum:

"Vier Jahre später lässt ihn sein Mitstreiter, Freund und Nachfolger Blaise Campaoré ermorden. Vieles deutet darauf hin, dass der Putsch in enger Zusammenarbeit mit Frankreich geschieht. -- Eine weitere große Chance für einen vorbildlichen Wandel in Afrika ist dahin."

Ich finde, dass in dem ZZ die Gründe für die Ermordung von TS nicht so recht klar werden. Lässt ihn Frankreich wirklich umbringen, weil er "unbotmäßig" gegenüber der ehemaligen Kolonialmacht war? Und wie steht es da mit dem freien Willen des "Freundes" Campaoré? War der einfach nur mal wieder machtgierig? Hat er Geld bekommen?

Die Formulierung in dem Podcast-Erläuteruung ist hochproblematisch: "Vieles deutet darauf hin, dass". Das ist reinstes Spekulieren. Ein Beleg müsste da sein. Der vorliegende WP-Artikel schweigt sich an diesem Punkt, jenseits des faktisch Festgestellten, aus. Mir sind diese geraunten Spekulationen über Einflussnahmen der Exkolonialmächte immer zu wenig. Hatten und haben die Europäer, hier: die Franzosen wirklich ein Interesse daran, "vorbildlichen Wandel in Afrika" zu hintertreiben? Kommt mir vor wie aus der Klippschule der eher schlicht gestrickten Anti-Kolonialisten. Ich will das ja nicht bestreiten, aber: Da müsste Klareres her!

Donnerstag, 12. Oktober 2017

"Alles ist besser als noch ein Tag mit dir" > 4



Ok, ich hab Fleischhauers Buch zu Ende gelesen. Genial im Vollsinn des Wortes war dieser Roman am Ende nicht, aber schon nah dran. Zum Abschied noch drei Zitate:

"Ich bin nur froh, dass wir nicht auch noch Haustiere besaßen. Haustiere gelten im Scheidungsfall als Hausrat. Das mag grausam klingen, aber so ist die Rechtsprechung."

Zwischendurch steht da ein tolles Rechenexempel in Sachen Liebe und Ehe:*

"Was sind die Chancen, den Menschen fürs Leben zu finden? Der Mathematiker Peter Backus kam zu dem Ergebnis, dass es in der Milchstraße mehr intelligente Lebensformen gebe als Frauen, die für ihn auf Erden als Freundin infrage kämen. In einem Aufsatz mit dem Titel »Warum ich keine Freundin habe« stellte er folgende Kalkulation an: Frauen, die in der Nähe leben (London): 4 Millionen. Frauen, die dabei das richtige Alter haben (20 Prozent): 800 000. Anteil der Frauen, die Single sind (50 Prozent): 400 000. Frauen mit Hochschulabschluss (26 Prozent): 104 000. Frauen mit Hochschulabschluss, die man hinreichend attraktiv findet (5 Prozent): 5200. Frauen, die einen selber attraktiv finden (ebenfalls 5 Prozent): 260. Davon Zahl der Frauen, mit denen man auskommt (10 Prozent): 26. 26 Frauen, die als potenzielle Partnerinnen übrig bleiben: Dagegen sind die Chancen, einem Alien zu begegnen, mit dem man kommunizieren kann, in der Tat größer. Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich die Zahl außerirdischer Lebensformen in unserer Galaxie auf etwa 10 000 beläuft."

Und dann der allerletzte Satz des Buches. Jan F. kann es einfach nicht lassen! Aber wer könnte das schon, in so einem Fall?*

"Der Mathematiker Peter Backus hat vor zwei Jahren übrigens geheiratet. Sie heißt Rose."

Das mit den Chancen und dem Alien kann man natürlich nicht unwidersprochen lassen! Aliens müssen erst noch hierherkommen, durch all die lichtjahrweiten Entfernungen. Frauen sind schon da.

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* Die zwei Zitate auf S. 166 und S. 180. (Ja, die Amazon-E-Books kennen inzwischen die Seitenzahlen der gedruckten Bücher. Sehr angenehm ist das.)

** Und das mit des Mathematikers Heirat gegen die Wahrscheinlichkeit musste ich dann doch noch mal ein wenig genauer lesen. "In 2010 Backus figured out that there were only 26 women in the United Kingdom that would fit his age, educational and physical preferences. Then the University of Warwick professor had spent three years without a girlfriend, and described the study as just a funny little thing. But, despite the odds, he found his fiance Rose who ticked all the boxes. He told TODAY: ‘When you work out the numbers, they're not unreasonable, that's the reality people face. It might feel surprising, but most people work out the equation. ‘I met [Rose] at a dinner with some friends in London. It was just a chance meeting, just a friend of a friend.’" (dailymail.co.uk)

Dienstag, 10. Oktober 2017

Stilistisches zu Harald Glööckler

Eben da reingeschrieben, in diese einschlägige Diskussionsseite der Wikipedia:


Ich bin vom heutigen -- sehr lesenswerten -- "Streiflicht"* der Süddeutschen hierher geleitet worden. Dieser Satz ist mir in diesem WP-Artikel aufgefallen:

"Er wurde von Lollobrigida nach Rom eingeladen und lernte bei ihr seine Liebe zur Malerei kennen."

Klingt irgendwie schräg und, ja: auch ein wenig erotisch überhaucht. Aber so ist es wohl nicht gemeint. Leider weiß ich es inhaltlich nicht genau genug, um da etwas zu verbessern. Wie hat die Lollo denn unseren Harald ans Malen gebracht?

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* Auszug Streiflicht der SZ, wie immer Seite 1: "Hält man sich vor Augen, was die Predigt laut dem Lexikon für Theologie und Kirche ist oder sein soll, nämlich die „den Menschen einfordernde Anrede und Mitteilung Gottes in Christus durch den geweihten und amtlich befugten Diener der Kirche zwecks Einberufung und Zurüstung der sichtbaren Heilsgemeinschaft auf die Parusie des Herrn hin“, so drängt sich natürlich die Frage auf, ob Harald Glööckler der Mann für diese Aufgabe ist. Das ändert nichts an der Tatsache, dass sich der glamouröse Modedesigner jetzt auch auf diesem Feld zu schaffen macht, beispielsweise in Niederhöchstadt, wo er auf Einladung der risikofreudigen evangelischen Andreasgemeinde in einem Kino predigte. An seinen Füßen funkelten, wie man vom Höchster Kreisblatt erfährt, strassbesetzte Stiefeletten, doch war er ansonsten eher zurückhaltend ausstaffiert und hielt ein handfestes Plädoyer für Liebe, das die Zeitung wohl nur in Anspielung auf seinen Namen „pompöös“ nannte."

Heute kommt das Gif von Google ...

... besonders nett daher, finde ich.


Jetzt muss ich nur noch rausfinden, was es mit dem auf- und zuschlagenden Buch auf sich hat. Ach nein, dass ist ja der Pass von Nansen. Und -- was hat es mit dem so auf sich?

Sonntag, 8. Oktober 2017

"Messerstecher will nicht abgeschoben werden"

In Zeiten von AfD und Aufgeregtheit für Deutschland: Darf / soll / muss man solche Meldungen überregional verbreiten? BILD hat mal wieder den USP.

"PROZESS Messerstecher will nicht abgeschoben werden Abdul Hamid Al H. bei seinem Prozess vor drei Jahren am Saarbrücker Landgericht Seffen Meyer, 06.10.2017 || Saarlouis – Ab wann hat man das Recht verwirkt, sich im Saarland aufzuhalten zu dürfen? Die Zentrale Ausländerbehörde möchte Abdul Hamid Al H. (38) in den Libanon ausweisen. Grund: Er ist kriminell, sitzt im Saarbrücker Gefängnis ein fünfjährige Haftstrafe, zu der er 2014 verurteilt worden war – wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung. Abdul Hamid Al H. hatte im Lebacher Flüchtlingslager mit einem Messer auf einen Mitbewohner eingestochen. Außerdem hat der staatenlosen Palästinenser immer wieder kleine Straftaten begangen (Diebstahl, Leistungs-Erschleichung). Das brachte ihn vors Landgericht. H. wehrt sich gegen die Abschiebung und klagt vorm Verwaltungsgericht. Seine Anwältin Barbara Lang: „Wir sind der Meinung, dass das Bleibeinteresse dem Ausweiseinteresse überwiegt. Mein Mandant lebte vor der Festnahme zehn Jahre lang ohne Gefängnisstrafe in Deutschland. Und seine einzige Bezugsperson, sein Bruder, lebt in Berlin."

Und wie ist der Prozess ausgegangen? Kein Befund. Und die Saarbrücker Zeitung hat gar keine Meldung gebracht?

Sprachkritik

Kann man sich gegen den Sprachwandel stellen?

Ganze 2000 Zuschauer sahen zu.

Samstag, 7. Oktober 2017

„Für die Frauen ist es Liebe.“

Sind das denn nicht, nach den heute gelebten Maßstäben, zumindest Grenzgebiete des Juristischen? Muss da wirklich verurteilt werden? Oder spielt bei solchen Urteilen der Neid der Alten mit?

07.10.2017 Alice McBrearty (23) galt als talentierte junge Lehrerin mit einer vielsprechenden Zukunft. Nun wurde die Britin zu 16 Monaten Gefängnis verurteilt, weil sie mit einem Schüler eine viermonatige Affäre hatte. Sie kontaktierte den 15-Jährigen offenbar über soziale Medien, fragte nach seiner Nummer. Dann sie lud ihn zum Essen ein und kaufte ihm sogar Geschenke. Die beiden traten in der Öffentlichkeit als Paar auf. In einem Klassenzimmer sollen sich die beiden zunächst geküsst haben. Später kam es dann in einem Hotel zum Sex, das McBrearty gebucht hatte.* ... EXPERTEN ÜBER MOTIVE Darum gehen Sex-Lehrerinnen auf junge Schüler los || Warum vergreifen sich immer wieder Frauen an ihren Schülern? Ein Experte glaubt: „Für die Frauen ist es Liebe.“ Im Auto der Lehrerin soll es ebenfalls zum Geschlechtsverkehr gekommen sein sowie in einer Garage.* Das sei ein „Geburtstagsgeschenk“ für den Jungen gewesen. Auch im Londoner Haus ihrer Eltern – im Schlafzimmer – schliefen die beiden wohl miteinander. (bild.de)

Ein Experte glaubt: „Für die Frauen ist es Liebe.“ Na wer sagt's denn!

Ich meine -- das sind doch Träume von 15jährigen Jungen, oder! Dass die Lehrerin ihnen so ein Geburtstagsgeschenk macht. Und eigentlich doch: Wo kein Kläger, da kein Richter! Wer also klagt denn da? Der spießige Staat gegen Miss McBrearty?

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* An diesen Sätzen sollte BILD aber noch ein wenig feilen!

Inneneinrichtung ist komplett....

Wer ist's, der da den türkischen Wohnungseinrichtungsgeschmack dem deutschen oder englischen vorzieht? Na klar, unser Mesut!

"Protz-TV, Mercedes-Karossen und Adiletten: Hier zeigt Mesut Özil sein Luxus-Haus"

Klingt ungebührlich kritisch. Aber keine Angst, nur in der Überschrift steht das. Im Artikel selbst kommen dann weder TV noch Protz vor. Da geht es um gediegene Hofberichterstattung.

"... Auch im Wohnbereich geht es bei ihm nicht mehr um Sport, sondern um Gemütlichkeit. Unter kostbaren Kunstwerken verbringt er gerne Zeit mit Freunden auf dem Sofa. Die Gemälde zeigen einen türkischen Sultan und türkische Paläste, und die Inneneinrichtung ist komplett aus der Türkei. Auch die prunkvollen Mamorplatten, die viele Oberflächen zieren. | Aber die Einrichtung hat er nicht selbst entworfen. Eine befreundete Designerin half ihm, alles nach seinem Geschmack auszusuchen und zusammenzustellen."*

Jetzt würden natürlich die kostbaren Kunstwerke noch interessieren. Picasso eher nicht. Sondern eher vielleicht ein echter Antonio Tempesta? Würde doch auch eine Anmutung vom Kampf beim Fußball* haben!

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Man beachte auch die Quelle: businessinsider.de. Heißt: Wo Kohle ist, da ist Bussi. Quatsch! Business.

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Freitag, 6. Oktober 2017

Die Wikipedia als "Quelle"

Von einer Wikipedia-Diskussionsseite, von mir eben hinzugefügt:

"Eine Reihe Akademiker haben Wikipedia kritisiert, weil diese als verlässliche Quelle versage. In manchen Schulen und Universitäten darf Wikipedia zum Verfassen von Hausarbeiten nicht als Quelle verwendet werden."

Der Satz ist sehr unscharf und damit auch missverständlich. Ich muss gelegentlich auch sagen, wie ich es in Seminararbeiten usw. mit der WP halte. Mein Statement: Ich will die WP in akademischen Arbeiten nicht sehen, es sei denn quasi-metasprachlich, also wenn jemand z. B. darauf hinweist, dass eine falsche Definition im Buch X, auf S. Y, sogar in die WP übesrnommen worden ist. Sowas halt. Hinzugefügt habe ich immer: Ich sei nicht weltfremd. Jeder informiert sich normalerweise für die erste Übersicht, wenn es schnell gehen soll, über die WP, und dagegen sei natürlich gar nichts zu sagen. Aber: In der Forschung soll man sich mit der "echten Forschungsliteratur" auseinandersetzen, nicht mit den wohlfeilen Zusammenfassungen, die aus der Forschungsliteratur zusammengekocht werden. Aus diesem Grund will ich auch keine "Einführungen in..." und keine Fachwörterbücher als Beleg in wissenschaftlichen Arbeiten sehen. (Ausnahmen wie eben beschrieben.) -- Ich weiß, da gehen in den Fächern und Commmunities und auch innerhalb der Fächer die Meinungen auseinander. Ich bleibe dabei: Die WP, Einführungen und Fachwörterbücher als Belege für irgendwas in wissenschaftlichen Arbeiten verweisen rein formal auf Dünnbrettbohrerei.

Das russische und das deutsche "Narrativ"

"Fünf vor acht / Russland. Die Krim ist unser! Eine Kolumne von Alice Bota. | ... das war 2014 noch die politische Erfolgsformel in Russland. Nun sucht das Verteidigungsministerium nach einem Narrativ, warum man sich die Halbinsel geschnappt hat. || 6. Oktober 2017 || Ich habe mir den Film Krim angeschaut, der Ende September in den russischen Kinos angelaufen ist, beworben mit der Unterzeile "Liebe ist stärker als Hass". Nun hatte der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu dem Regisseur Alexej Pimanow den Film vorgeschlagen. Pimanow ist ein Freund des Verteidigungsministers und passenderweise zugleich Chef der Medienholding des Verteidigungsministeriums. Und wenn der Verteidigungsminister seine Finger mit drin hat; wenn sein Ministerium und staatliche Stiftungen den Film finanzieren; wenn die Elite aus Politikern und Showbusiness die Filmpremiere im Hof des Kremls feiert, dann kann es natürlich nicht nur um eine Liebesgeschichte gehen. ..."

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Mein Kommentar zu diesem Artikel, heute Morgen bei der ZEIT.


Ich glaube, man müsste mal das Pro-Russland-"Narrativ", das in den Köpfen vieler Deutscher vorhanden ist, ein wenig explizieren. Es geht m. E. so:

"Die westlichen Politiker, vor allem die der USA, sind auch keine machtpolitischen Waisenknaben. Kann man ein großes Land wie Russland nicht verstehen, wenn es viele seiner 'Sowjetrepubliken' an seinen Rändern in die Freiheit entlässt, und der Westen hat nichts Besseres zu tun, als diese Länder vor der russischen Haustür schnellstens in die NATO zu holen? Manöver und das machtpolitische Brimborium eingeschlossen. Und kann man unter dieser Voraussetzung nicht auch verstehen, wenn die Bürger auf der Krim, auch wegen der militärischen Bedeutung von Sewastopol, für einen 'Anschluss an Russland sind? Im Übrigen -- die Ereignisse auf dem Maidan sind nach wie vor umstritten. Der SPIEGEL nennt sie immerhin "Das unaufgeklärte Massaker". Ob die Politiker in den Randländern der Russen, die für den Westen und die NATO stimmen, wirklich die lupenreinen Demokraten sind, das muss sich im Einzelnen noch zeigen. Also: Ob seinerzeit der gewählte Präsident Janukowytsch wirklich illegitim war und wer am Ende auf dem Maidan auch aus taktischen Gründen auf wen geschossen hat, ist zumindest unklar."

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Donnerstag, 5. Oktober 2017

"Alles ist besser als noch ein Tag mit dir" > 3

Alles zu diesem Buch in diesem Blog ]

Dass es als fortschrittlich gilt, das "Schuldprinzip" bei Scheidungen aufzugeben, gilt als fortschrittlich.* Es geht angeblich darum, dass keine "schmutzige Wäsche" mehr vor dem Scheidungsrichter gewaschen werden soll. Schon immer eine relativ dumme Metapher, das mit der schmutzigen Wäsche. Finanziell allerdings werden, wie man da lesen kann, leicht aberwitzige Geschichten durchgespielt, mit komplexesten Was-wäre-gewesen-wenn-Drehungen.

Jan Fleischhauer stellt in seinem konkreten Fall die Sinnhaftigkeit des Draußenlassens der Schuld- und Verursacherfrage und die 'kontrafaktischen Geschichten' kritisch so dar:

"Da es keine Tabelle gibt, in der man nachschauen kann, über welches Einkommen man verfügen würde, hätte man sich anders entschieden, ist man darauf angewiesen, alternative Lebensläufe durchzuspielen. Kontrafaktische Geschichte nennt man in der Geschichtswissenschaft den Versuch, auf der Basis gesicherter Fakten eine spekulative Wirklichkeit zu entwerfen. | Dass man jemanden, der von einem abhängig ist, Unterstützung schuldet, wenn man ihn im Stich lässt, ist ein moralischer Grundsatz, der nahezu einhellig akzeptiert wird, und zwar weltweit. Wer geht, ist in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass derjenige, der zurückbleibt, nicht in Armut fällt – so einfach ist das. Aber verlassen werden und trotzdem weiterhin für alles aufkommen müssen? Das überfordert den stärksten Charakter."

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* Zu den Feinheiten vergleiche allerdings diesen FOCUS-Bericht! "Wer glaubt, dank des Zerrüttungsprinzips absolute Narrenfreiheit in seiner Beziehung zu haben, irrt."

"Alles ist besser als noch ein Tag mir dir" > 2


Jan Fleischhauer hat sich aus dem Trauma seiner Scheidung herausgeschrieben. Auch mit seltsamen Begebenheiten, bei denen man nicht weiß, ob man sie lachhaft, lächerlich tragisch-komisch oder einfach nur lustig nennen soll. Also ...

Wow! Wo hat er sowas nur her...?

"Es gibt auch komische Geschichten. Ein Mann wünscht sich von seiner Frau einen größeren Busen. Er nimmt einen Kredit auf und macht einen Termin beim Schönheitschirurgen. In der Klinik verliebt sich die Frau in den Arzt, der die Operation vornimmt, der Arzt findet über sein Werk hinaus ebenfalls Gefallen an der Patientin. Drei Jahre zahlt der Mann noch für den Busen, den jetzt ein anderer bewundert. Dann ist der Kredit getilgt. Der Mann würde jetzt vermutlich sagen, das war nicht komisch. Aber das ist nur eine Frage des Timings. 'Komödie ist Tragödie plus Zeit', hat Woody Allen einmal gesagt."

Mittwoch, 4. Oktober 2017

"Seit Jahrzehnten werden Polanski ..."

Sex ist für manche Männer eine verteufelte Sache. Für Roman Polanski zum Beispiel.

"... sexuelle Übergriffe vorgeworfen

Die Auslieferungsgesuche hatten ein seit Jahrzehnten laufendes Verfahren gegen den französisch-polnischen Regisseur zum Gegenstand: Polanski hatte 1977 im Alter von 43 Jahren im Haus des Schauspielers Jack Nicholson in Los Angeles Sex mit der damals 13-jährigen Samantha Geimer. | Der heute 84-Jährige war zunächst wegen Vergewaltigung angeklagt, später wurde der Vorwurf auf unerlaubten Sex mit einer Minderjährigen abgeschwächt. Der Filmemacher bekannte sich schuldig und verbrachte 42 Tage unter psychiatrischer Beobachtung. Im Gegenzug für das Geständnis wollte der damalige Richter von einer langen Haftstrafe absehen. | Unmittelbar vor der Urteilsverkündung gab es aber Zweifel an der Zusage. Polanski nutzte seine vorläufige Freilassung kurz vor Verkündung des Strafmaßes und floh nach Frankreich. Er hatte gefürchtet, dass die Strafe trotz einer Übereinkunft mit der Anklage höher als vereinbart ausfallen würde. Die USA betrat er seitdem nie wieder. | Geimer hatte die US-Justiz vor einigen Monaten gebeten, das Verfahren einzustellen. Der zuständige Richter in Los Angeles lehnte dies jedoch ab. | 2010 warf die britische Schauspielerin Charlotte Lewis dem Regisseur vor, sie Anfang der Achtzigerjahre kurz nach ihrem 16. Geburtstag missbraucht zu haben. Polanskis Anwälte wiesen die Anschuldigungen als "Lüge" zurück. Er sei "ziemlich verwundert" darüber, dass die Britin Jahre nach der mutmaßlichen Tat eine Rolle in Polanskis Film "Piraten" übernommen habe, sagte Anwalt Georges Kiejman. Lewis hatte 1986 - drei Jahre nach dem mutmaßlichen Vorfall - eine kleine Rolle in Polanskis Kino-Flop "Piraten" gespielt." (spiegel.de)

P. hat dabei doch einfach auch viel Glück gehabt. Die heutige Gesellschaft sieht diese Vergewaltigungen durch einen virilen Berühmten, der sexuell nicht an sich halten kann, doch nur noch als lässliche Sünde. Nur die prüden US-Richter, die sehen das natürlich mal wieder anders, verbissener.

"Народний фаст фуд ..."

[ narodne fast food -- Populäres Fastfood ] ... "Kleine Texte zur Ukraine, Musik und aus dem Alltag..."

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Was man nach der Google-Möglichkeit "Nächster Blog" doch zufällig so alles finden kann!

From previous trips I had remembered Warsaw's Chopin airport rather positively: medium size, well organized (just like about everything in Warsaw), agreeable gastronomy. However my experience after arrival yesterday night had a bit of a shock.

Hier geht es lang und weiter!

Kontext: Neuer Blog

Ich möchte einen neuen Blog anlegen. Immer wieder ist mir die Google-Anzeige "Neuen Blog erstellen" untergekommen, nur jetzt, wenn es darauf ankommt, weiß ich nicht, wo dieser Button steckt. Ich schau also bei Google selbst nach und finde eine CHIP-Seite.

Blogspot: In 10 Schritten zum Blog

Blog mit Blogspot erstellen
  1. Als erstes müssen Sie sich bei GoogleSEO für Einsteiger registrieren und den Google-Dienst "Blogger" öffnen.
  2. Anschließend gehen Sie auf den Button "Neuer Blog".
  3. Tragen Sie den Titel Ihres neuen Blogs sowie Ihre Adresse bei Blogspot ein. Optional können Sie eine Hintergrund-Vorlage für Ihren Blog wählen.
Das nehmen wir jetzt mal als verallgemeinerbares Bild: Wenn ich auf Blogger öffnen gehe, dann erscheint dieser schon vorhandene Blog und sonst nichts. Kein "Neuer Blog" weit und breit sichtbar. So etwas sollte man bei solchen Tutorials mit berücksichtigen.

Allgemeine Regel: Berücksichtige andere mögliche Umstände!

Nun ja, irgendwo werde ich die Sache schon finden. Dann vermelde ich es hier.

--- GEFUNDEN ---

Also, ich habe die Sache dann doch selbst gefunden.
  1. Den eigenen vorhandenen Blog aufrufen.
  2. In den Bearbeitungmodus gehen. (Also die Ansicht, in der oben links steht: Posts ... Alle / Entwurf / Veröffentlicht. Da auch Statistik usw.)
  3. Da ist dann noch weiter oben links, neben dem Blog-Namen, ein kleines, nach unten gerichtetes schwarzes Dreickeck.
  4. Wenn man da draufklickt, dann öffnen sich alle Blogs, die man hat.
  5. Ganz unten steht dann "Neuer Blog".

Dienstag, 3. Oktober 2017

Anschlag in Las Vegas -- Überlegungen

Wieder so ein schrecklicher, diesmal riesig schrecklicher Schusswaffen-Anschlag in den USA. Ich formuliere, auf der Kommentarseite der ZEIT, meine Überlegungen knapp und, was mich also angeht, ein für allemal.

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Also -- diese Diskussion um das US-Waffengesetz und die uralte gesetzliche Grundlage* mitsamt der Diskussion drum herum geht jedesmal, wenn ein solcher Wahnsinn irgendwo aus irgendeinem Grund vorkommt, erneut los. -- Versuch meiner Einordnung:

1. Die USA = eine Mehrheit ihrer einflussnehmenden Bürger ticken anders als Deutschland = eine Mehrheit ... .

2. Es geht um eine Schaden- / Nutzen-Abwägung, und da glauben die USA (immer wie oben definiert), dass Waffen in der Hand freier Bürger gegen staatliche und sonstige Unterdrückung notwendig sind. Die Deutschen glauben das nicht.

3. Irgendwo in ZEIT oder SPIEGEL hat mal vor Jahren ein US-Korrespondent versucht klarzulegen, wie ein durchschnittlicher US-Bürger die Waffengesetz-Vorwürfe aus Deutschland sieht: Die in Deutschland, nach den Untaten des 2. Weltkriegs verständlicherweise in Richtung Pazifismus unterwegs, seien heutzutage halt 'wimps'. ('wimp' -- dafür stehen die Übersetzungen "Schwächling, Feigling, Schlappschwanz, Waschlappen, Warmduscher, Weichei" zur Verfügung.)

4. Wer verstehen will, wie ein solcher rechtlich-kultureller Unterschied USA - D im Umkehrfall funktioniert, der sollte einmal bedenken, dass es in Deutschland unmöglich ist, eine allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen einzuführen, obwohl a) trotz aller bekanner Relativierungen der Interessengruppe 'Rasen' -- analog zu der National Rifle Association of America --, durch geschwindigkeitsbedingte Unfälle in D, relativ zur Einwohnerzahl, wahrscheinlich mehr Menschen sterben als durch Schusswaffen in den USA. Und obwohl b) alle vergleichbaren Industriestaaten solche allgemeinen Geschwindigkeitsbegrenzungen kennen. Was man ja als einen Indikator für 'allgemeine Weltvernunft' nehmen könnte.

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* "Amendment II. RIGHT TO BEAR ARMS Passed by Congress September 25, 1789. Ratified December 15, 1791. ... 'A well regulated Militia, being necessary to the security of a free State, the right of the people to keep and bear Arms, shall not be infringed.'"

Montag, 2. Oktober 2017

"Alles ist besser als noch ein Tag mit dir" > 1

Alles zu diesem Buch in diesem Blog ]

In loser Folge einige Zitate aus Fleischhauers Buch, das heute um Mitternacht auf den Kindle-Reader geladen wurde. Hier das erste:

Ein Mann, der seine Frau für eine Jüngere im Stich lässt, ist ein Dreckskerl, der Probleme mit dem Älterwerden hat. Eine Frau, die sich auf einen Jüngeren einlässt, ist einfach eine Frau, die ihrem Herzen folgt. (21)

Mein Mode-Blog 2: Maria Furtwängler

Früher als ich dachte: Der nächste Modeblog. Ad hominem. Nein, ad feminam, um korrekt zu bleiben.

Die Vorgeschichte ist die: Letzthin habe ich in einem der dritten Programme einen Tatort angeschaut. Von Anfang bis zum Ende. Was bei mir selten vorkommt. Titel: Das goldene Band, mit Maria Furtwängler als Kommissarin Charlotte Lindholm. 

Was das mit Mode zu tun hat? Nun, die Polizisten in den Tatort-Folgen kommen ja in der Regel leger bis leicht abgerissen daher. So auch Charlotte Lindholm. Aber Maria F. macht da eine überragend gute Modefigur. Sie ist einfach eine schöne Frau. In Alltagsklamotten eben.



Mehr Probesehen hier

So, und was jetzt kommt, tut mir ein wenig weh: Denn bei offiziellen Anlässen tritt Frau Furtwängler weit unter ihrem Aussehenswert auf. 

Auch hier ein paar Beispiele?* 

Bitte! [ 1 ], [ 2 ], [ 3 ].

Was sage ich in einem solchen Fall in meiner neuen Rolle als Modeblogger? "Wechseln Sie ihre Stilberaterin"? Das kommt mir anmaßend vor. Vielleicht einfach: Mehr in Richtung Tatort schauen und mal schauen, was ein legeres Abendkleid sein könnte. Ein Widerspruch in sich? Aber nein! Es ist einfach mal wieder: das klassische Abendkleid.

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* Schade. Das beste, anschaulichste Bild kommt und kommt nicht rüber!

Getty Images

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Das Youtube-Kommentar-Niveau

Und wieder aus den ZEIT-Kommentarspalten:

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"Denn der Effekt der hier angesprochenen 'Medien' ist, dass sich der politische Diskurs in diesem Land nur noch auf Youtube-Kommentar-Niveau bewegt."

Ja nun, das berühmte 'Niveau'. Ein extrem weites Feld. Denn man sieht es allüberall in den Kommentaren, denen der großen Zeitungen und in den kleinen, unwichtigeren, hier bei der ZEIT zum 'Beispiel: Für ein hohes Kommentarniveau hält jede und vor allem jeder, was seiner eigenen politischen Meinung entspricht.

Und ich erkenne bei mir, selbstkritisch wie ich nun mal bin, dass ich beispielsweise eine bestimmte Form der Kommentar-Jugendlichkeit -- die durchaus weite Anerkennung findet, sodass auch schon mal die Kanzlerin vorbeischaut -- nicht wirklich schätzen kann. Was daran liegen mag, dass ich über 35 Jahre alt bin.* Ich dringe da einfach wegen der formalen Oberfläche nicht zu den Inhalten durch. Um es mal so zu sagen.

Also generell mit Urteilen über das 'Niveau', schlage ich vor: ganz vorsichtig sein! Denn ich frage mich manchmal auch, ob Rechtschreibung und Zeichensetzung zum Niveau einer schriftlich vorgetragenen Argumentation gehören. Die allgemeine Meinung scheint im Moment zu sein: "Kann sein, muss aber nicht."

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* Probehören und -sehen! Florian Mundt, alias LeFloid.

"Heimliche Wahlhelfer der AfD"

Wieder haben ZEIT-Journalisten was AfD-iges ausgegraben!

"AfD-Wahlkampf. Heimliche Wahlhelfer der AfD || Offiziell nimmt die AfD keine Neonazis auf. Aber sie ließ sich in Wahlkämpfen von Vertretern eines Vereins helfen, der tief ins rechtsextreme Milieu verstrickt ist. Von Christian Fuchs und Astrid Geisler 2. Oktober 2017 || Im Sommer 2016 erreicht einen Funktionär der rechtsextremen Identitären Bewegung (IB) eine ungewöhnliche Anfrage. Ein AfD-Politiker aus Norddeutschland meldet sich. Offiziell arbeitet die Partei nicht mit den Identitären zusammen, weil die Gruppe von ehemaligen Neonazis durchsetzt ist und vom Verfassungsschutz beobachtet wird."


"Mein Gott, nimmt das mit der AfD denn gar kein Ende?! Lasst die AfD-MdBs sich doch erst mal im Bundestag zurechtfinden und nachschauen, wo die Toiletten sind! Und dann ihre ersten Reden vorbereiten und halten! | Dass die meisten der AfD-Wähler Protestwähler ohne rechtsextreme Affinitäten waren, wurde doch schon am Wahlabend von den Demoskopen betont. Und diese Protestwähler werden bei der Stange bleiben, solange eine geschlossene Phalanx der Zeitungen, die zur Gruppe der Linksliberal-Besitzstandswahrer und -Profi-Weltdeuter gezählt werden, nicht müde wird, der AfD berichterstattend hinterherzuhecheln."

Sonntag, 1. Oktober 2017

"Alles ist besser als noch ein Tag mit dir" > 0


Manchmal bekenne ich mich nach ein paar Sätzen schon zur Verehrung für einen Text. Und im gewissen Sinn auch für den Autor des Texts. Jetzt haben ich wieder so einen Fall vor mir. Jan Fleischhauer, den habe ich, weiß der Herr warum, immer für einen SPIEGEL-Jungspund und seine Kolumnen habe ich für Jungspund-Kolumnen gehalten. Seit gestern weiß ich, der Mann ist 55. Am Samstag habe ich im Seinen Auszug aus einem Buch von Fleischhauer gelesen. Ich wusste sofort: Wer so über etwas ganz und gar Persönliches schreiben kann, so balancierend auf des Messers Schneide, links die Rührseligkeit und rechts die Peinlichkeit, der ist ein Großer seines Fachs. Vielleicht sogar ein großer Schriftsteller.

"Ich habe mich im Som­mer vor sechs Jah­ren von mei­ner Frau ge­trennt. Na ja, das stimmt nicht ganz. Mei­ne Frau hat sich von mir ge­trennt, was die Sa­che für mich nicht ein­fa­cher mach­te. Es war eine scho­ckie­ren­de Er­fah­rung, die ich nicht mei­nem ärgs­ten Feind wün­sche. Noch heu­te schre­cke ich manch­mal nachts mit dem Ge­dan­ken auf, dass al­les wie­der von vorn be­ginnt. | Ich habe mei­ne Frau sehr ge­liebt, ein Teil von mir liebt sie ver­mut­lich noch im­mer. Ich dach­te, wir wür­den bis zum Ende zu­sam­men­blei­ben, trotz al­ler Schwie­rig­kei­ten, die un­se­re Ehe mit sich brach­te. Heu­te le­ben wir in zwei Städ­ten: ich in Mün­chen, sie in Frank­furt, bei­de gleich weit von un­se­rer ehe­ma­li­gen Ber­li­ner Woh­nung ent­fernt, die jetzt ei­ner net­ten äl­te­ren Dame ge­hört, von der ich nicht mehr weiß, als dass ihr On­kel Vic­co von Bü­low war, den die meis­ten Men­schen un­ter sei­nem Künst­ler­na­men Lo­ri­ot ken­nen. Für vie­le Men­schen ist eine Schei­dung die größ­te Ka­ta­stro­phe in ih­rem Le­ben, sie wis­sen es wie ich am An­fang nur noch nicht. Kein an­de­res Er­eig­nis hat, wenn es ei­nen schließ­lich er­eilt, solch ver­hee­ren­de Aus­wir­kun­gen, von schwe­ren Un­fäl­len und Krank­hei­ten ein­mal ab­ge­se­hen. Al­les, wor­auf sich das ge­wohn­te Le­ben grün­de­te, wird mit ei­nem Schlag in­fra­ge ge­stellt. Ver­lo­ren ist die ge­sell­schaft­li­che und emo­tio­na­le Si­cher­heit, die eine Ehe mit sich bringt, selbst wenn sie un­glück­lich ver­läuft. Vie­les, was bis da­hin selbst­ver­ständ­lich er­schien, muss neu er­lernt wer­den. Fi­nan­zi­ell droht der Ruin."

Fleischhauers Buch erscheint morgen. Ich habe es mir als E-Book vorbestellt. Was ich mir erhoffe? Vor allem: Dass ich mehr über die Frau erfahre, die diesen Satz gesagt hat: "Alles ist besser als noch ein Tag mit dir." Natürlich wird alles durch die Perspektive des Mannes gebrochen sein. Aber er wird sich bemühen, seiner Ex-Frau gerecht zu werden. Das immerhin. Ab morgen also lese ich das Ganze.


"Die ehemalige AfD-Chefin Frauke Petry..."

In der ZEIT geht es mal wieder um Frauke Petry. 

"Die ehemalige AfD-Chefin Frauke Petry hat nach ihrem Parteiaustritt eine Hexenjagd in ihrer einstigen Partei beklagt. Wer als Anhänger von ihr gelte, "wird wie ein Verräter behandelt und in den sozialen Netzwerken regelrecht verfolgt", sagte Petry der Welt am Sonntag. Wegen fortwährender Angriffe auf ihre eigene Person sei es ihr auch nicht möglich gewesen, nach der Wahl noch in der neuen AfD-Bundestagsfraktion mitzuarbeiten und sich erst später abzuwenden. "Man hätte, wenn ich dabeigeblieben wäre, nicht aufgehört mich zu demontieren", sagte Petry. Anders als andere Parteien gebe sich die AfD nicht damit zufrieden, "Leute auf bestimmten Posten zu verhindern und dann anderswo zu parken. Nein, in der AfD wird sehr gründlich entsorgt". Sie habe sich "in der Öffentlichkeit nicht noch weiter diskreditieren lassen" können."

Mein Kommentar:

Also mir kommen die hin und wieder aufgeführten Parallelen zu der Frühgeschichte der Grünen durchaus plausibel vor. Auch da gingen feindliche Flügel aufeinander los, es wurde aus- und eingetreten, so und / oder so. Privates vermischte sich mit Parteipolitischem. Immer mal wieder klopfte der Wahnsinn leise an die Tür. (Das Schicksal von Petra Kelly wird Frauke Petry ja erspart bleiben.) Und am Ende war es eine noble Partei, die mit dem Universitätsprofessor Joschka Fischer -- oder was war der noch mal im bürgerlichen Beruf? -- einen veritablen, geachteten Außenminister stellte.

Freitag, 29. September 2017

Nadja Ramadan und die Relevanzkriterien

Die ZEIT traut ihren Laienkommentatoren mal wieder nicht über den Weg.

"Liebe Leserinnen und Leser, in diesem Kommentarbereich prüfen wir alle Beiträge, bevor sie veröffentlicht werden. Ihr Kommentar erscheint, sobald er gesichtet wurde."

Ich mache mal einen Versuch mit dem hier:

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Stichwort: Relevanzkriterien der Medien

"Jetzt appelliert sie in einer Videobotschaft an die Kanzlerin, sie nach Deutschland zurückzuholen."

Ich habe jetzt noch nicht alle Kommentare zu diesem Artikel gelesen. Es kann also sein, dass jemand schon darauf hingewiesen hat, was ich hier sage. Aber wie dem auch sei. Dann eben ein doppelter Hinweis.

Die Überlegung: Es gibt unglaublich tragische und todtraurige Problemfälle im Land. Ein schwerkrankes Kind und die fehlenden finanziellen Mittel, um eine teure Behandlung zu bezahlen. Nur als Beispiel. Ein winziger Bruchteil der Menschen, die von solchen Schicksalsschlägen betroffen sind, wendet sich überhaupt "an die Öffentlichkeit" und kaum jemand gleich an die Kanzlerin. In den Zeitungen steht davon jedenfalls nichts. Und nun geht eine sehr volljährige Frau vollkommen freiwillig ins IS-Kampfgebiet, und als sie gefangengenommen wird, wendet sie sich gleich an die oberste Machtfrau des Staates. Und die Zeitungen berichten rauf und runter davon.

Ist da nicht etwas faul im Staate Dänemark, pardon: im Medienstaat Deutschland?

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Mal schauen, was draus wird.

Donnerstag, 28. September 2017

CDU, SPD > AfD

Heute sehe ich: Der ZEIT-Kommentator Zeit_User sagt unter #232:

In Deutschland ist über viele Jahre einiges schief gelaufen. Sei es in der Innen- oder [der] Außenpolitik. Zu verantworten haben dies die CDU und die SPD. Schaut Euch an, was nach 16 Jahren Vorherrschaft der CDU aus Deutschland geworden ist. Die Lücke zwischen Arm und Reich ist einfach zu [groß] geworden. Die sozialen Probleme im eigenen Land werden von Angela Merkel nicht gesehen. Die Ängste und Nöte der Menschen hinsichtlich sozialer Gerechtigkeit, innerer und äußerer Sicherheit werden ignoriert. Sei es von der CDU oder von der SPD. Angela Merkel sagte kürzlich, sie wisse nicht, was sie im Wahlkampf falschgemacht habe und sie kann sich das schlechte Abschneiden ihrer Partei nicht erklären. So etwas passiert, wenn mann allein entscheidet, sich über Abstimmungen hinwegsetzt, die Probleme im Land nicht erkennt und dem Wähler das Gefühl von "Ich regiere hier und das Volk hat mir zu folgen" gibt. Es gab in letzter Zeit sehr viele Austritte aus der CDU, weil sie die Entscheidungen von A. Merkel nicht folgen wollten und konnten. Die SPD konnte ich im Wahlkampf abmühen, wie sie wollte. Der Wähler hat ihre falschen Entscheidungen in den letzten Jahren nicht verziehen. Die AfD hat aus allem ihren Nutzen gezogen. Viele Wähler habe die AfD nicht aus Trotz gewählt, sondern hoffen, dass sich in Deutschland etwas ändert. Lest Euch das gesamte Programm durch, ca. 80 Seiten, und bildet Euch Eure eigene Meinung. Vieles, was dort steht, waren einmal Forderungen der CDU und der SPD.

Mittwoch, 27. September 2017

"Damit Sie auch morgen noch kraftvoll..."

Und jetzt halte ich zum Tages-Eintrageschluss auch das noch fest. Entlang dem werblichen Satz: Damit Sie auch morgen noch kraftvoll behaupten können!

BDLB #231 "Mit der AfD kommt eine Partei in den Bundestag, die im Kern anti-demokratisch ist." || Ich will jetzt mal einen gestandenen und vernünftigen Politikwissenschaftler hören! Der soll erklären, was "im Kern" heißt und was "anti-demokratisch" und ob dieser Satz dann vernünftig ist. Der posaunende Journalisten-Sprech hier ist doch das, was man aus der Poltik gewohnt ist: einfach kraftvoll-polemisch behaupten. Die anderen machen's ja auch so. Nur: So wird keine Einsicht erarbeitet, sondern eben nur: behauptet.

'Völkisch' und Angrenzendes

Und weil ich gerade dort bin, noch etwas Ungeschnittenes aus deM Bereich ZEIT-Komentar:

BDLB #486 "Völkische Ideologie ist in Deutschland leider noch immer attraktiv." || Mir fehlen die sprachlichen Feinheiten. 'Völkisch' ist sowas von gestrig, dass es heute niemand mehr versteht. Selbst die, die sich aufs Volk berufen (das sie und ihresgleichen dann nur selbst bilden) verstehen das Wort nicht mehr. | Wenn das klar ist, dann kann man mal wieder darüberdenken, was "Volk" überhaupt bedeutet oder bedeuten soll oder bedeuten könnte. Rational, im 21. Jahrhundert, müsste dann schnell herauskommen: 'Volk' ist heute ein Schimärenbegriff, wenn damit nicht eine 'Zusammensetzung verschiedener Gruppen mit verschiedenen Meinungen / Ideologien' gemeint ist. Rational ist einzig 'Volk' im Sinne von 'Wahlvolk'. Und da sieht man die ideologische Zusammensetzung im Moment ja frisch und ziemlich deutlich. Vom Bundeswahlleiter amtlich bestätigt. | In diesem Sinne: Man sollte in der ZEIT und anderswo nicht das Völkische dauernd herbeischreiben wollen, nur weil es so wohligen Grusel aus Vorgestrigkeit auslöst.

Klacksklacks #486.1 | Volk ist als Begriff in der Diskussion ungeeignet, weil er so viele sich wechselseitig ausschließende Bedeutungsinhalte in seinen verschiedenen Verwendungen hat. Interessant ist aber, dass der Begriff ganz ursprünglich einmal "Kriegsschar" meinte. | Antwort auf #486 von BDLB

BDLB #486.2 | Da sage ich, durchaus mit meinem beruflichen Hintergrund, immer: Die Etymologie sagt nichts über die Bedeutung eines Wortes heute. Als Belesenheitsnachweis interssant, aber nicht für die Analyse des Begriffs in seiner heutigen Bedeutung.

Die Mühen der ZEIT-Zensur

Ich stelle mir vor, dass das Leben der ZEIT-Zensoren ganz schön hart ist. Wahrscheinlich Jungredakteure, die sich die Augen wund lesen und blitzschnell entscheiden müssen: Bleibt oder Weg!


Thür #201 | Wer mit den "Braunen ins Bett geht" darf sich nicht wundern, dass etwas braun abfärbt. Bei Frau Petry etwas weniger, bei Weidel und Gauland viel, bei Höcke dunkelbraun. | Die letzten die davon noch frei waren und im Wesentlichen nur die Währungskrise kritisiert haben waren Lucke und einige z.T. renomierte Experten aus dem Finanz- und Wirtschaftsbereich. Aber das ist leider Geschichte.

Ich habe dazu irgendwie angemerkt, dass das doch aber auch rassistisch und polemisch ist, so pauschal von "den Braunen" zu reden und dann auch noch von "abfärben". Das geht natürlich nicht. Der Kommentar des ZEIT-Zensors lautet:

Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/mp

Dann natürlich auch, als Folge:

Thür #201.2 Der Kommentar, auf den Sie Bezug nehmen, wurde bereits entfernt.

Dabei hätte mich so sehr interessiert, was Thür mir geantwortet hat.

Ich nehme mir die Zeit in der ZEIT und antworte noch einmal.

Da muss ich jetzt aber schmunzeln. (Passiert mir immer mal wieder hier.) Ein launig-belustigter Kommentar zu der Wendung "mit den Braunen ins Bett gehen" und anschließend "abfärben" ist unsachlich? Warum dann nicht die Ausgangseinlassung des Mitkommentators Thür selbst?

Dienstag, 26. September 2017

Mein Mode-Blog 1: Ingo Antonio Zamperoni

*3. Mai 1974 in Wiesbaden. -- Aufnahme von gestern.

Also, die Mode:

Wer um alles in der Welt hat denn diesen unmöglichen Männerjackett-Kleidungsstil als modisch eingeführt! Diese Jäckchen wirken selbst an schlanken Männern viel zu eng, und diese seltsame, schrille Überkürze lässt gestandene Moderatoren auf einmal wie Konfirmanden aussehen, die kurz vor der Feier aus dem schon gekauften Anzug herausgewachsen sind.

Insgesamt: Es gibt doch Kerneigenschaften des klassischen Männerjacketts. Die muss man im Grunde genommen nicht variieren. Und wenn die Industrie doch nicht anders kann, dann sollte sie wenigstens darauf achten, dass bestimmte Lächerlichkeitsgrenzen nicht überschritten werden.


Auch über die Farbe dieses Jacketts kann man natürlich streiten. Aber da würde ich erstmal großzügig sein. Ist vielleicht das neue Yves-Klein-Blau, genannt: das ARD-Blau.

Laufzeit: 30 Jahre. Kosten: keine.

Notizbuch: Funde: Niklas Luhmann: Lakonisch

Ist dem folgenden Wikipedia-Trivium noch irgendetwas hinzuzufügen? Nein.

1969 gab Luhmann bei seiner Aufnahme in die neu gegründete Fakultät für Soziologie an der Universität Bielefeld als sein Forschungsprojekt an: „Theorie der Gesellschaft; Laufzeit: 30 Jahre; Kosten: keine.“ 28 Jahre nach dieser Antragsstellung (1997) veröffentlichte er sein Werk Die Gesellschaft der Gesellschaft, das als umfassende Theorie der Gesellschaft angesehen werden kann, wenig später starb er (1998).

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Nun gut, vielleicht noch das. Auf einer ganz anderen Ebene angelagert:

Nachlass 

Luhmanns Kinder stritten jahrelang vor Gericht um die Eigentums- und Urheberrechte an seinem wissenschaftlichen Werk einschließlich des berühmten Zettelkastens, worauf das OLG Hamm im Jahr 2004 entschied, dass allein seiner Tochter die Rechte daran zustehen. Luhmann hatte ihr noch zu Lebzeiten 1995 in einem Vorausvermächtnis alle Urheberrechte zugewendet, da es sein Wunsch war, dass sein geistiges Erbe in einer Hand bleibt. Der Wert seines wissenschaftlichen Nachlasses wird auf einen siebenstelligen Euro-Betrag geschätzt. || Die Universität Bielefeld erwarb mit Unterstützung der Krupp-Stiftung seinen Nachlass 2011, um ein Luhmann-Archiv zu errichten. Wichtigster Teil des Nachlasses ist der ca. 90.000 Zettel umfassende Zettelkasten, den Luhmann seit den 1950er Jahren gepflegt hat und der die Grundlage des umfangreichen Werkes darstellt. In einem von der Nordrhein-westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste geförderten Langzeitprojekt der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld in Kooperation mit dem Cologne Center for eHumanities (CCeH) werden ab 2015 sowohl der Zettelkasten als auch die im Nachlass befindlichen Manuskripte – darunter allein vier verschiedene Versionen einer Gesellschaftstheorie aus den 1960er bis 1990er Jahren – digitalisiert und ediert.

Samstag, 23. September 2017

Liebestolle Kundin verklagt unwilligen Maler

Unter Liebe versteht ja, grob gesprochen, jeder was anderes. Also wahrscheinlich auch unter liebestoll. Wenn das mal klar ist, die die folgende Meldung aber schon: zum Schießen!


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Liebestolle Kundin verklagt unwilligen Maler. Wer hat denn nun schlampig gestrichen? ... 17.09.2017 - 13:39 Uhr Bonn – Es gibt Pro­zes­se, die kaum zu glau­ben sind! Ein Zahn­arzt und seine Frau klag­ten gegen eine Mal­er­fir­ma, for­der­ten 1500 Euro wegen man­gel­haf­ter Ar­beit. Der An­strich ihrer Wände sei schlam­pig aus­ge­führt. Die Böden seien mit Farbe beschmiert gewesen, die Wände völlig fleckig. Doch der Ma­ler­meis­ter (46) be­teu­er­te: In dem Haus habe er kei­nen Pin­sel­strich getan. Denn die Zahn­arzt­frau (59) emp­fing ihn mit Sekt, Lachs­häpp­chen und ein­deu­ti­gen An­ge­bo­ten. Sie habe ihn an den gedeckten Tisch gebeten, offensichtlich etwas anderes als Anstreichen erwartet. Da habe er sei­n Arbeitsmaterial schnell wie­der ein­ge­packt und das Weite ge­sucht! Am nächsten Tag sei er wieder hin, habe gehofft, endlich in Ruhe arbeiten zu können. Doch niemand machte ihm auf. Die Rich­ter glaub­ten ihm: Amts­ge­richt als auch Land­ge­richt wie­sen die Klage des Zahn­arzt­paa­res ab. ... Vergeblich hatte die Zahnarztfrau beteuert: Bei ihr gab es weder Lachshäppchen noch Sekt. Auch habe sie nichts weiter von dem Maler gewollt als saubere Arbeit. Um die Aktion zu vertuschen, griff die Kundin wohl selbst zum Pinsel! Und wie war das mit dem schlam­pi­gen An­strich? Aus Angst, ihrem Mann er­klä­ren zu müs­sen, warum der Maler ab­ge­hau­en ist, hatte sie selbst zum Pin­sel ge­grif­fen. Davon ist das Gericht überzeugt. Ihr Mann war während des Vorfalls übrigens wandern …

Mittwoch, 20. September 2017

Klaus Siblewki, Luchterhand Verlag

Notizbuch: Interview mit Klaus Siblewki, Luchterhand Verlag, über den Berufsstand "Lektor" und Angrenzendes. (HAZ)

Geht es nicht statt um Identität eher ums Überleben? Schließlich drängen die sogenannten Selfpublisher auf den Markt, die ihre Bücher ohne Verlag veröffentlichen.
Der Beruf wird so bald nicht überflüssig werden. Die Arbeit eines Lektors, der aus einem Manuskript das Beste herausholt, wird künftig sogar deutlicher erkennbar: im Kontrast zu den Büchern, die ganz ohne Verlagsbeteiligung auf den Markt kommen. Egal aber, wie sich das Verlagswesen entwickelt: Ein Lektor sollte - auch bei den veränderten Marktbedingungen - den Ehrgeiz haben, seine Handschrift, sein grundsätzliches Verständnis von Literatur deutlich zu machen. Selbst wenn in Verlagen stärker punktuell und saisonal gedacht wird als früher.

Müssen angesichts der Menge an schlechten Manuskripten Lektoren nicht einfach lernen, öfter mal nein zu sagen?
Ich bin mir nicht sicher, ob es zu viel schlechte Literatur gibt. Ich meine vielmehr, dass es zu wenig unterschiedliche Literatur gibt. Außerdem legen wir zurzeit zu viel Wert auf das Erzählerische, dadurch kann sich eine vielgestaltigere, reizvollere Literatur nur schwer durchsetzen.

Die meisten Leser sind aber durchaus froh, dass jetzt auch die Deutschen erzählen und nicht nur verrätselte Texte produzieren.
Natürlich soll erzählt werden - aber erzählen ist nicht alles. Man soll auch nicht zu einer verkopften Literatur zurückkommen, aber man sollte im Blick behalten, dass es auch andere Formen von Literatur gibt: Die spannenden literarischen Entwicklungen finden im Moment eher in der Lyrik statt.

Interview: Martina Sulner

"dieser seltsame Verlußt" [sic]

Immer wieder einmal die Frage, welche Rolle formale Fähigkeiten und eben Nichtfähigkeiten im Sprachlichen in den "neuen Medien" noch spielen. Die Rechtschreibung ist nur ein Aspekt, allerdings ein ziemlich klarer und klar erkennbarer.

Für meine Beispielsammlung: Hier setze ich mal eine Stelle aus dem Wikipedia-Café ein. (Demnächst dann im Café-Archiv.)

Nein, es geht um mehr. Da ist vordergründig auch viel Sozialneid dabei und immer im Hintergrund (manchmal auch im Vordergrund) die Sorge um den Verlußt gemeinsamer kultureller Identität als Kulturnation. --84.61.74.154 19:50, 28. Jul. 2017

...Verlußt <sic!> kultueller Identität... - soweit ist es schon gekommen! Kulturelle Identität: sowas wie die deutsche Rechtschreibung, oder was? Allerdings: war es je anders? Scnr, --AMGA (d) 09:11, 29. Jul. 2017 (CEST) 

...IPs halt ... so bunt wie das Leben. --Ich meditiere auch für Kulturverweigerer e. V.

Bemerkenswert einerseits, dass der erste Beitrag eigentlich sprachlich impeccable ist, wäre da nicht dieser seltsame Verlußt. Andererseits: Wie unverhohlen scharf der User Amga da reagiert.

Dienstag, 19. September 2017

Flüchtlinge: Wie gut vor- und ausgebildet?


Was gerne übersehen wird, Migranten mit wirklich guter Ausbildung und Motivation bekommen in anderen Staaten viel bessere Stellungen, sowohl von der Bezahlung als auch vom Status, als hier und sie können dank ihrer Qualifikation auch ganz legal nahezu weltweit arbeiten.

--

Nachfrage 

BDLB

"... Migranten mit wirklich guter Ausbildung und Motivation bekommen in anderen Staaten viel bessere Stellungen, sowohl von der Bezahlung als auch vom Status ..."

Hier wären ein paar Hinweise wirklich hilfreich: a) In welchen Staaten, die b) Flüchtlinge in größerer Zahl (ohne Papiere?) aufnehmen? c) Wieviel besser sind die Löhne? Was ist d) eine "wirklich gute Ausbildung"? e) Gibt es einen 'Status' unabhängig von der Bezahlung, und wenn ja: wie sieht der aus?

Ich meine: Informatiker aus Indien kommen ja nicht als Flüchtlinge nach Deutschland, sondern mit einem Arbeitsvertrag von Infineon.

Sonette ...

Wenn es so etwas wie eine
contradictio in poema gibt,
dann hat der Gernhardt selig mal wieder
den Vogel abgeschossen!

Plumps. Und da liegt er nun.
(Der Vogel. Nicht der Gernhardt.)
Und wartet darauf,
ausgestopft zu werden.

Ich mache mich ans Werk und präsentiere -- voilà:

--

Sonette find ich sowas von beschissen,
so eng, rigide, irgendwie nicht gut;
es macht mich ehrlich richtig krank zu wissen,
daß wer Sonette schreibt. Daß wer den Mut

hat, heute noch so’n dumpfen Scheiß zu bauen;
allein der Fakt, daß so ein Typ das tut,
kann mir in echt den ganzen Tag versauen.
Ich hab da eine Sperre. Und die Wut

darüber, daß so’n abgefuckter Kacker
mich mittels seiner Wichserein blockiert,
schafft in mir Aggressionen auf den Macker.

Ich tick nicht, was das Arschloch motiviert.
Ich tick es echt nicht. Und wills echt nicht wissen:
Ich find Sonette unheimlich beschissen.

Robert Gernhardt

Montag, 18. September 2017

Amazon-Literaturkritiker

Meinem Freund N. N., der erkennbar traurig ist, weil sein neuestes Buch bei den Amazon-Kritiken nicht so gut wegkommt, sage ich eben am Telefon: "Ich hab mir diese drei Kritiken angeschaut. Mal in einer Analogie: Diese Kritiken kommen von Fußballspielern, auch wenn sie es nicht ausdrücklich sagen. Aber du hast über Schach geschrieben! Sie fragen die ganze Zeit: Und wann sagt er endlich, welche Mittelfeldspieler er aufstellen will?"

N. N. schaut mich durch das Telefon verständnislos an. Ich kann sowas spüren! Ich versuche also expliziter zu werden.

"Diese drei wollen Uta Danella oder, wenn sie jünger sind, dann von Poppy J. Anderson lesen. Aber du wolltest doch Franz Kafka und gleichzeitig Wolfgang Hildesheimer nachfolgen. Ohnehin ein gewagter Spagat, mit Verlaub. Aber bei dem, was du da abgeliefert hast, da werden natürlich Danella- und Anderson-Erwartungen schwer enttäuscht. Auf der andaeren Seite: auf diese Erwartungen solltest du nichts geben!"

Habe ich N. N. getröstet? Ach, ich weiß nicht ...

"Waisenkinder des Imperialismus"

Wieder mal eine kleine Diskussion aus der ZEIT herübergeholt.

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BDLB #20

"Die muslimischen Rohingya sind Waisenkinder des Imperialismus. Ihre brutale Vertreibung aus Myanmar ist eine späte Folge der britischen Kolonialpolitik." [Zitat aus dem ZEIT-Artikel]

Ein Onkel von mir pflegte zu sagen: "Ich größten Elend muss ich lachen!" Passt hier mal wieder prima. Wann wurde Birma unabhängig? 1948 glaube ich. Da hätten doch wohl alle Konfliktparteien viel Zeit gehabt, sich auf friedliche Lösungen zu einigen, oder? Sinnvoll ist allein die Aussage: Noch nie haben irgendwelche Gruppen, wovon auch immer zusammengehalten (Religion, Nationalismus usw.) irgendeinen historischen Grund benötigt, um gegeneinander anzutreten und sich umzubringen. Das ist schlichtweg eine menschliche Konstante. Wenn die eine Gruppe schwächer ist, dann wird das eben zur Verfolgung einer Minderheit. Ich frage mich hier und sonst: Woher kommt eigentlich die Neigung westlicher Linksliberaler, die eigene wahrhaft nicht rühmliche, sondern grausliche Vergangenheit für alle Übel der Gegenwart verantwortlich zu machen?

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Schaf999 #20.1

Im Artikel steht doch, dass sie sich eigentlich Bangladesch anschließen wollten. Warum das nicht geklappt hat, müsste man nachlesen, aber mangelnden Willen kann man ihnen nicht vorwerfen.
Antwort auf #20 von BDLB

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BDLB #20.2

"... dass sie sich eigentlich Bangladesch anschließen wollten."

Wenn ich mal den Wikipedia-Autoren glaube, dann ist die Sache so, wie sie meistens ist: verworren.

"Die westliche Geschichtsschreibung geht davon aus, dass die muslimische Bevölkerung in Rakhaing ursprünglich auf deportierte und geflohene Bengalis zurückgeht, die von Königen im 16. und 18. Jahrhundert angesiedelt wurden. Der Anteil an Moslems an der Gruppe kann jedoch nicht mit Sicherheit bestimmt werden. | Britische Aufzeichnungen aus der Kolonialzeit belegen, dass es Migration der muslimischen Bevölkerung aus Chittagong nach Arakan ab 1891 in verschiedenen Epochen bis 1971 gegeben hat. Der Historiker Leider beobachtete, dass Rohingya-Aktivisten den Einfluss dieser Einwanderung jedoch herunterspielen oder sie teilweise ignorieren, um die heutige Gemeinschaft als alleinige Nachkommen einer alten muslimischen Gemeinschaft von Arakan darstellen zu können."

Zusätzlich:

"Auf Betreiben Myanmars kommt es in verschiedenen Staaten zur illegalen Inhaftierung von Exil-Rohingya, so in Bangladesch, Indien, Pakistan, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Thailand und Malaysia."

Wie das illegal bei der "illegalen Inhaftierung" da bestimmt wird, müsste man noch mal schauen. Sicher ist aber doch wohl, dass die muslimischen Brüder die R. auch nicht so gerne haben. Wozu sollten sie sonst inhaftieren. Es ist wohl so wie bei den Palästinensern: Gegen Israel lassen sie sich prima instrumentalisieren, aber aufnehmen will sie am Ende auch kein muslimischer Staat. Weil ein "Stamm", der sich -- siehe Hamas vs. Fatah --nicht mal intern darauf einigen kann, wer ihn denn vertreten soll, politische Unruhe in jedes Land bringt.

Freitag, 15. September 2017

"Recherche als 'Reinigungskraft'"

Was man im Netz nicht so alles findet, wenn man nach dem Lohn für eine Putzfrau sucht!

Musca | Eine Journalistin bewarb sich zwecks Recherche als "Reinigungskraft " (a´la Wallraff) und berichtete darüber, dass sie teilweise gar nicht mehr als Person wahrgenommen wurde. Mit den Worten: Na endlich sind wir alleine, fielen zwei Büroangestellte (Männlein+Weiblein) übereinander her, während sie, die putzende Journalistin im gleichen Raum sauber machte. Ich finde daher die Wortwahl bei Berufsbezeichnungen weniger wichtig, als den Respekt vor Menschen, ungeachtet ihres Berufes. (stern.de - Rechtschreibung und Zeichensetzung leicht korrigiert)

Dienstag, 12. September 2017

Man kann ja zu Harald Schmidt ...

... stehen wie man will. Aber eines muss man einfach sagen: Reden kann er. Und: lustig ist er! Nehmen wir nur das hier:

Schmidts Daily. Weidel, die Peitsche. Unser Kolumnist hat den TV-Fünfkampf geschaut und fragt sich, warum er früher so viel Geld für Dominas ausgegeben hat. (daily.spiegel.de)

Da fällt mir ein: Harald -- noch ein Harald! -- Martenstein hat mal geschrieben: "Ich schreibe halt gern." Schmidt wird sagen: "Ich rede halt gern!" Da kommt einem so eine tägliche Daily-Kolumne doch gerade recht, wenn man so gern und so gut redet. Also -- den seinen gibt's der Herr im Schlaf. Glückwunsch, Harald Schmidt! 

"An alle politisch kreativen Denker ...": Migration 3

Orban hat solche "wenig einladenen" Lager doch schon gebaut. Das machen die Polen sicher auch, sollten wir ihnen mit unserem EU-Beschluss die 6000 jährlich schicken dürfen. Und dann gibt's noch einen schönen Doppelzaun mit Stacheldraht drumherum und 'ne schicke Hundestaffel mit Deutschem Schäferhund dazwischen. Vermutlich lassen die Polen die Wachen dazu noch in Feldgrau mit Nachttopf aufmarschieren. | Und psst, psst: Anstatt dass die Berberclans der Südsahara sich mit Menschenschmuggel was dazuverdienen, bekommen die nun "direkte Entwicklungshilfe" von uns. Voraussetzung: Keinen mehr durchlassen. Daür müssen die noch nichtmal jemanden abknallen. Macht alles die Wüste. Da gab's mal einen schönen Bericht von einem jungen Mann aus Sierra Leone, der sich kurz nach der letzten Ebola-Epidemie nach Europa aufmachte. Das Filmteam hat ihn in irgendeinem Nest am Südrand der Sahara wieder getroffen. Dann zwei Monate später wieder zurück in Sierra Leone. Sein Bericht war erschütternd. Weil er kein Geld mehr für die Schlepper gehabt habe, sei er allein nach Norden aufgebrochen. Nach drei Tagen durch die Steppe wurde ihm die Zahl der Leichen am Straßenrand zu unheimlich – alle hundert Meter eine. Also drehte er vernünftigerweise um. -- Janka 23:44, 5. Aug. 2017

wo bitte ist der "moralische" Unterschied zwischen einer Flucht vor Krieg/Bürgerkrieg/Vertreibung und der Flucht vor Verarmung/Verhungern/Unterdrückung? --Strange 14:29, 9. Aug. 2017

Es gibt keinen. Es geht bloß darum, die Asyl-Anerkennungszahlen niedrig zu halten und Kriegsflüchtlinge nach Beendigung der Kampfhandlungen wieder zurückschicken zu können. Arm, hungrig und unterdrückt werden die Menschen in Afrika auch noch in 100 Jahren sein. Bis dahin sind das 2 Milliarden mehr. Nichtmal ein Zehntel davon könnten wir nach Europa reinlassen. -- Janka 21:40, 10. Aug. 2017
Unabhängig von der Repräsentativität (gemäss Umfragen sind tatsächlich Mehrheiten nicht länger einverstanden, weil die Schwierigkeiten mit dem in den Ursprungsländern praktizierten Islam offenbar werden und die Wirtschaftsmigration in unsere westlichen Sozialsysteme unter dem Asyldeckmantel vielen ein Dorn im Auge ist): Merkel wird bloss gewählt, weil sie die beste schlechte Alternative ist. Zudem sind die Parteien in Deutschland extrem austauschbar. Kampfeinsätze im Ausland? Wer war's nochmal? Ah ja, die Grünen. Atomkraftwerke ausschalten? Die CDU (nachdem sie Merkel zuvor abstellen wollte). Quasseln ohne Inhalt wird nebst Unfassbarkeit von ihr quasi personifiziert. Wer aneckt, hat in der defekten Demokratie Deutschland 1. überhaupt keine Wahlchancen und wird 2. im Diskurs sofort mundtot gemacht. Politik findet sozusagen als professionelles Geschäft neben der Zivilgesellschaft statt. Dies als Betrachtung aus dem Ausland. --Muroshi 22:05, 20. Aug. 2017
@Amga "Grundsätzlich solltest du vorsichtig damit sein, Online-Kommentare in irgendeinerweise als repräsentativ zu betrachten." -- Nein, das mit dem Repräsentativ-nehmen, das tue ich gewiss nicht. Das Verhältnis ist so schwierig wie das zwischen der "veröffentlichten Meinung" und der "schweigenden Mehrheit". Allerdings weiß man, jenseits derer, die die Zeitungen als Verstärker haben, nur von den Leuten, die den Mund aufmachen bzw. zur Tastatur greifen und ihre Meinungen online stellen. (Mein Aufruf: Die ZEIT-Kommentare zu Migrationsthemen mal 1 Woche lang mitlesen!) Seien wir ehrlich: Jeder hat sein Gefühl von Volkes Meinung, die immer ein wenig in Richtung der eigenen Meinung geht, und die Vernünftigen wissen, dass sie damit gewaltig schief liegen können. -- Ich persönlich versuche in größeren Zeiträumen zu denken und Szenarien zu sehen: Was heute noch einigermaßen gut läuft, kann in 30 Jahren zu extremen Problemen führen. Was das Migrationsszenario angeht, fürchte ich weniger den kleinen oder großen Bürgerkrieg, sondern eine große Schicht der auf ewig Abgehängten und Allimentierten, die wegen ihrer Unzufriedenheit auch ein großes Gewaltpotential bilden. Aber: USA, Beispiel Chicago: Die Gewalt bleibt im Großen und Ganzen im Ghetto. Wenngleich -- auch da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. --Delabarquera 09:32, 25. Aug. 2017
Jaja, die dreckige, schmutzige... Politik muß in diesen (Wahl)Kampfzeiten mal wieder ein etwas ehrlicheres Gesicht zeigen (hinterher heißts dann wieder - was gehen mich meine Wahlversprecher an - das ist doch jetzt Schnee von gestern). MfG --Methodios 07:37, 3. Sep. 2017
Also, ich hab mir jetzt den sehr langen Beitrag von Antemister (11:45, 3. Aug. 2017) da oben mal durchgelesen. Ich war versucht -- weil es ja wirklich sehr viel ist --, Überschriften der 3. Stufe einzuziehen oder manches fett hervorzuheben; ich weiß aber nicht, ob das nicht ein Eingriff in das Recht auf das eigene Wort ist. Wie auch immer. Was ich bei dieser geballt-klugen Analyse vermisse: Vorschläge, was zu tun ist. Mit den Flüchtlingen. Mit dem Problem "Islam". Usw. Vorab würde ich ausdrücklich zustimmen, dass das deutsche Asylrecht 1948 auf 1949 mal geschaffen wurde, um im Falle ausländischer Hitler-artiger, nein, nicht der Mittelschicht, sondern den Thomas Manns aus diesen Ländern eine Zuflucht zu bieten. Ein paar arme Schriftsteller-Schlucker vom Schlage eines Hermann Broch hätte man auch noch aufgenommen. Wiedergutmachung für die gerade abgeschaffte Hitlerei sozusagen. An eine Massenauswanderung aus Afrika nach Europa und Deutschland hat seinerzeit, mitten im zerbombten Deutschland, sicher niemand gedacht. --Delabarquera 12:52, 11. Sep. 2017