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Donnerstag, 17. August 2017

Nicht-Empathen und Psychopathen

Das Wikipedia-Café bringt mich immer mal wieder dazu, wichtige Fälle und Überlegungen auszukramen. Hier zum Thema "Psychopathen" und "Nicht-Empathen" (später: im Archiv).

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"So soll Mutter Teresa nicht das geringste Mitleid mit den Slumbewohnern gefühlt haben, die sie pflegte."

Also, das ist ja noch mal was ganz anderes! Wie lautet der Terminus für die "berufsnotwendige Abstumpfung", die in vielen Berufen notwendig ist und antrainiert wird? Bei Chirurgen und Ärzten überhaupt, Rettungssanitätern, Katastrophenhelfern, Anwälten, Polizisten, ... Ich meine, der Chirurg, der sich vor, bei und nach jeder Operation voll-empathisch in seine Patienten einfühlt, wie lange wird der wohl so arbeiten können?

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"Naja, es gibt ja auch viel mehr 'normale' Menschen als Psychopathen."

Ach, und apropos -- kennt ihr den? Mein Lieblingsfall. Den Namen ''Jim Fallon'' sollte man sich merken, wenn man hin und wieder mal das Wort ''Psychopath'' in den Mund nimmt, finde ich.

"Normalerweise untersuchte der Wissenschaftler James Fallon Verbrecher-Hirne. Bis er feststellen musste, dass auch in ihm ein Psychopath steckt. 25.02.2015. | Jim Fallon ist ein wirklich charmanter Mann. Und er ist ein preisgekrönter Neurowissenschaftler, Professor für Psychiatrie an der Universität Irvine / Kalifornien. Er hat es zum wissenschaftlichen Berater des US-Verteidigungsministers gebracht, zwei Biotechnologie-Firmen gegründet und drei Kinder mit der Frau gezeugt, mit der er seit 45 Jahren glücklich verheiratet ist. Und er ist ein Psychopath." (kurier.at)

Und noch einmal ÜBRIGENS: Das ist ein hervorragendes Beispiel dafür, dass man unterscheiden muss zwischen "vollständiger Anlage" und "ausgebrochenem, gelebten Vollbild" einer Krankheit.

Mittwoch, 16. August 2017

Beste Fußball-Liga in Europa

Der Fall Dembélé führt die Experten bei der ZEIT in einer großen Diskussion zusammen. Ich berechne für mich die besten Ligen in Europa, nur nach CL-Endspielen. Rauf und runterschauen, was die Ablehnung dieser Rechnung angeht. 

Hier ein wenig erweitert:

Seit 1990: Letzte Spalte = Gesamtpunktzahl




Die letzten 10 Jahre


Dass die anderen Länder überhaupt noch antreten, nur um sich abservieren zu lassen, wundert mich inzwischen. Aber natürlich bringt auch die Teilnahme Viertelfinale ziemlich viel Geld. Und die Hoffnung stirbt wie immer zuletzt.
Mal wieder aus der ZEIT hierher gezogen:

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"...und ich denke auch Sie und so gut wie jeder hier, sich mit allen Mitteln wehren würde, wenn man kurz davor steht in ein Land geschickt zu werden in dem das eigene Leben bedroht ist."

Da haben Sie vollkommen recht.

Dann aber der Blick von der anderen Seite: Es gibt auf der Welt so viele Länder, in denen das Leben überproportional bedroht ist. (Irgendwie bedroht ist es ja überall.) Aus der Sicht Europa tun "die Menschen" bestimmter Gruppen in diesen Ländern auch alles, damit es so ist. Denn die Bedrohung fällt ja nicht wie der Regen vom Himmel. Dann die Frage: Kann Europa, kann Deutschland hier die Rettung für die selbstgeschaffenen Probleme in diesen Ländern sein? Vor allem, wenn die Hierherkommenden in einer zumindest publizistisch relevanten Anzahl die Mentalität ihrer Herkunftsländer mitbringen und also auch hierzulande zur Gewalt neigen? Ich denke, ich muss die Fälle nicht aufzählen.

Lösung? Die Weltgemeinschaft, UNO oder ein neues Gremium, müsste überlegen, ob nicht Länder mit extremer Gewalt in Teilen unter Aufsicht gestellt werden, mit starker Militärpräsenz. Auf dass die Modalitäten eines friedlichen Zusammenlebens und erfolgreichen Wirtschaftens mitsamt den damit verbundenen Vorteilen eingeübt werden. Dass das nicht einfach ist, zeigt Afghanistan. Aber welcher Weg bliebe sonst?

Antwort auf #1.8 von Sophi Avea

Das 5. Gebot, heute

Die katholische Katechismus-Fassung des 5. Gebots lautete dereinst, aus dem Gedächtnis: "Du sollst Vater und Mutter ehren, auf dass es dir wohl ergehe und du lange lebest auf Erden." Die offizielle Fassung heute: "Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit du lange lebst in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt."

In welcher Formulierug immer: Dieses Bild passt, als Negativ sozusagen, genau dazu:


Was ist das für ein Welt? Ja, sowas gab es schon immer, klar. Aber wirklich in dieser seltsamen Koinzidenz?

Dienstag, 15. August 2017

14-jährige Tochter, 15-jähriger Freund

Wiederum ein Zufallsfund:

17.05.2017 ERSTOCHENE FRAU IN VAREL Tochter (14) und Freund (15) unter Mordverdacht | Traute Börjes-Meinardus || Die 14-jährige Tochter der am Sonntag in Büppel erstochenen Frau wurde festgenommen. Bei ihrem 15-jährigen Freund wurde die Tatwaffe gefunden. Die Jugendlichen sitzen wegen dringenden Mordverdachts in Untersuchungshaft. || BÜPPEL Nachdem Sonntagabend in Varel (Kreis Friesland) eine 39-jährige Frau in ihrer Wohnung erstochen aufgefunden wurde, hat der Haftrichter am Dienstag für ihre 14-jährige Tochter und deren 15-jährigen Freund aus Varel Untersuchungshaft wegen des dringenden Tatverdachts des gemeinschaftlich begangenen Mordes angeordnet. || „Die mit Hochdruck geführten Ermittlungen richteten sich auf das nähere Umfeld des Opfers, sodass am späten Montagabend die 14-jährige Tochter und ein 15-Jähriger aus Varel vorläufig festgenommen werden konnten“, teilte die Polizei am Dienstag mit. || In der Wohnung des 15-jährigen Varelers hatten Polizisten am Montag die mutmaßliche Tatwaffe, ein Messer, gefunden. || Die Polizei hatte am Sonntag kurz vor Mitternacht die 39-Jährige in ihrer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus im Vareler Ortsteil Büppel gefunden. Nachbarn hatten laute Schreie gehört und die Polizei alarmiert. Der Notarzt konnte nur noch den Tod der Frau bestätigen, deren Körper mehrere Stichverletzungen aufwies. || Die Nachbarn in Büppel sind erschüttert, sie hatten die alleinerziehende 39-Jährige und ihre 14-jährige Tochter, die seit einem Jahr in dem Mehrfamilienhaus lebten, als sympathisch und harmonisch im Umgang miteinander erlebt. || Traute Börjes-Meinardus | Varel | Redaktion Friesland

"Part of the mystery"

Eben extrem zufällig gefunden.

Science cannot solve 
the ultimate mystery of nature.
And that is because, in the last analysis,
we ourselves are a part of the mystery.

Ich denke noch darüber nach ... 

Vorläufiges Ergebnis: Um so etwas sagen zu können, um zustimmen zu können, muss man den Inhalt fühlen können. Ich habe den Eindruck, dass die gegenwärtigen westlichen Gesellschaften -- die auch ganz im Osten liegen können -- danach streben, mit allen Mitteln den Menschen dieses Fühlen-können auszutreiben. Im Zweifelsfall, indem man diese Fähigkeit lächerlich macht und den Inhalt für dummes Zeug erklärt. Denn: Konsum und große Unterhaltung ist doch Lebenssinn genug!

Und wer hat es gesagt? Soll es gesagt haben. Na? Wer?

Montag, 14. August 2017

Genderism und die ZEIT

Am Ende eines langes Ferienstreifzugs durch die Online-Presse und ihren Foren noch das: In der ZEIT werde ich doch tatsächlich wegen Unsachlichkeit gelöscht. Ausnahmsweise reagiere ich ziemlich heftig:

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BDLB #24 3
Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/ts

BDLB #24.1
Wie bitte? Was war denn da unsachlich?
Antwort auf #24

BDLB #24.2
Ok, das reizt mich, wie ich eine Minute später feststelle, nun doch: Ich hatte doch wohl einfach geschrieben -- wenn kein Hacker mir ins Wort gefallen ist und abgeändert hat:

Sex sells > Genderism makes publicity.

Was um Himmels willen ist daran unsachlich? Ich buchstabiere mal aus: Berichte über Genderthemen sind, meiner Auffassung nach, gemessen an ihrer gesellschaftpolitischen Relevanz, publizistisch vollkommen überrepräsentiert. Das ist eine Meinunung, die man natürlich löschen kann. Oder auch nicht.
Antwort auf #24.1 von BDLB

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Mal sehen, was daraus wird.

"Hackers - Im Netz Des FBI" (1995)

Gestern diesen Film via Amazon Stream angesehen.

Normalerweise lassen die Hacker um Crash Override und Acid Burn andere in die Falle laufen. Doch jetzt versucht ein anderer Computerspezialist ihnen Unterschlagung, Korruption und Sabotage anzuhängen - und das bedeutet Krieg ... | Darsteller: Jonny Lee Miller, Angelina Jolie, Fisher Stevens | Laufzeit: 1 Stunde, 41 Minuten (3,99 €)

Die Beurteilungen auf der Amazon-Seite: 7 x 5*, 2 x 4*. Schon sehr gut. -- Befund und Erkenntnis:

  • Die 20jährige Angelina J. da spielen zu sehen war erstaunlich. Der Weg so deutlich, wenn man noch ältere und heutige Fotos heranzieht: vom Entchen zum Schwan!
  • Solche Filme wirken allein aufgrund des veralteten Computer-Equipements alt und verstaubt und also schlicht: ziemlich langweilig. Ich wollte das eigentlich zunächst nicht wahrhaben, aber es ist so. Vielleicht gibt es ja demnächst Methoden, im vorhandenen Film die alten Geräte gegen neueste auszutauschen? Würde das was reißen? Wahrscheinlich weitaus besser: einfach ein Remake machen.

ZEIT-Fragen: War Luther Antisemit?

Im direkten Anschluss an die vorausgehenden Anmerkungen im Forum der ZEIT. Zwei Diskussionsbeiträge in den Zitaten und meine Antworten.

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BDLB #8.12 — "Weiter oben gibt es einige differenzierte Posts zum Thema, z.B. Luther ..., etc. Vor lauter Eifer im Kampf gegen rechts haben Sie die vermutlich überlesen. Bleibt ja auch noch die Frage wer darüber bestimmen soll, ob der Hindenburgdamm in Straße der Willkommenskultur umbenannt wird."

Mein Wunsch vorab: Gemach! Und im Ton etwas weniger aufgeregt. Dann kommen wir leichter ins Gespräch.

"Kampf gegen rechts": Schon ziemlich witzig. Normalerweise werde ich als Rechter eingestuft. Dabei bin ich doch nur ein elfenbeintürmlerischer, über den Dingen schwebender Wissenschaftler, der ganz sachlich kapieren will, was abgeht in der gegenwärtigen Politik.

"Überlesen": Ja, das ist wohl so. Das liegt weniger am Kampf rechts, sondern mehr an der großen Menge des Geschriebenen hier. Ich bitte um Nachsicht. Hinweise aber jederzeit willkommen.

"Hindenburgdamm": Je nun, da gibt es ehrenwerte Argumente dagegen und dafür. Und in Münster -- was ich zufällig verfolgt habe, weil ich lange Jahr in Münster gelebt habe --, hat die Mehrheit der abstimmenden Bürger nach langer Diskussion beschlossen, aus dem guten alten Hindenburgplatz den Schlossplatz zu machen. Was inzwischen schon wieder einige Zeit her ist. Das halte ich für ein Ergebnis gelebter Demokratie.

Antwort auf #8.9 von melios 

BDLB #8.13 — "...aber aus meiner Sicht ist es ein gigantischer Unterschied, ob man einem Menschen auf Grund einer Weltanschauung attackiert, die er ablegen kann oder ob man ihnen auf Grund seiner Abstammung attackiert - und damit diesen Menschen die Möglichkeit verweigert etwas aus eigener Kraft zu ändern."

Kurz: Das, was Sie sagen, hat natürlich Konsequenzen, die bedacht sein wollen. Erst mal ist der Spruch alt und bekannt, aber immer noch bedenkenswert: "Alles verstehen heißt alles verzeihen." Dann: Wo bei, von heute aus gesehen, unbegreiflichen Einlassungen großer Denker soll man die exkulpierenden historischen Grenzen ziehen?

Um der Deutlichkeit willen übertrieben: a) Man kann auch Hitler in seinem kleinbürgerlichen Herkommen, seinen Künstlerambitionen, den erlittenen Demütigungen, dem subjektiven Gefühls der Verkanntheit, dem Versailler Vertrag, den Wirtschaftsproblemen der 1920er Jahre, der Politik und den Ansichten seiner Zeit, usw. so analysieren, dass keine persönliche Schuld, sondern nur noch Erklärung übrigbleibt. Ist das sinnvoll? b) Ich verurteile ja nicht Luther und Kant und andere für ihre von heute aus besehen schrägen bis verrückten Äußerungen in Sachen Juden und "Racen" und "Neger". Solche Leute mit ihren Äußerungen sind für mich einfach Exempel für die Wandelbarkeit des politisch-weltanschaulich Selbstverständlichen. Nicht mehr und nicht weniger. Da kann man allemal auch was für die Gegenwart und ihre Selbstverständlichkeiten lernen.

Antwort auf #8.7 von Zerberus.

Sonntag, 13. August 2017

"Die Negers von Afrika ..."

Herübergezogen aus den ZEIT-Kommentaren, meine Überlegung dort. Eine gute Aufstellung -- daraus auch das Kant-Zitat unten -- bei heise.de, Der verschwiegene Rassismus der Philosophen.

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Nachtrag von der heise.de-Seite:

Apropos Hannah Arendt (1906-1975): Letztes Jahr erschienen mehrere Bücher über die Denkerin, zudem kam der gleichnamige Film in die Kinos. Kein Wort jedoch verlor man darüber, dass Arendt massiv dagegen protestierte, dass in den USA schwarze und weiße Kinder zusammen unterrichtet werden sollen. | In ihrem Werk Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft (1951) behauptet Arendt, dass die "Neger" selbst mitschuldig seien am Rassismus, denn die "Rassen" Afrikas und Australiens zeugten von einer "katastrophenhaften Einförmigkeit ihrer Existenz" und seien "bis heute die einzigen ganz geschichts- und tatenlosen Menschen, von denen wir wissen, [... ] die sich weder eine Welt erbaut noch die Natur in irgendeinem Sinne in ihren Dienst gezwungen haben".

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"Wenn ich mir so als Halbpole ansehe, welche deutschen Gelehrten sich im 19. Jh. schwer abfällig über Polen geäussert haben..."

Machen wir Nägel mit Köpfen: Listen wir auf, was einmal politisch und gesellschaftlich als vollkommen normal angesehen wurde und heute nach westlichen Standards als gottsgrässliche ideologische Verrücktheit gilt. Es finden sich meist auch heute noch anerkannte großen Geister, die entsprechendes Befürwortet bzw. für selbstverständlich erklärt haben.

"Die Menschheit ist in ihrer größten Vollkommenheit in der Race der Weißen. Die gelben Indianer haben schon ein geringeres Talent. Die Neger sind weit tiefer, und am tiefsten steht ein Teil der amerikanischen Völkerschaften. […] Die Negers von Afrika haben von der Natur kein Gefühl, welches über das Läppische stiege."
Immanuel Kant
  • Sklaverei
  • natürliche Unterlegenheit der Frau gegenüber dem Mann
  • Missionieren für die Religion X mit Feuer und Schwert
  • Missionieren für die Religion X mit Worten und Geschenken
  • Gottesgnadentum der Herrschaft
  • Antisemitismus
  • Kolonialismus
  • Imperialismus
  • Verunglimpfung anderer Hautfarben als unterlegen
  • Verunglimpfung anderer Nationen als unterlegen
  • ...

Bei der Gelegenheit fragen wir dann auch noch, wo diese Zustände gegenwärtig noch Praxis sind.

Ich denke, in der Summe der Befunde wird Erstaunliches herauskommen.

Samstag, 12. August 2017

" Homo sapiens: Früher als gedacht in Asien?"

Notizzettel:

~ | Fossilien deuten auf Ankunft vor dem Ausbruch des Supervulkans Toba hin || Frühe Ankunft: Die ersten modernen Menschen könnten Asien doch schon vor dem legendären Ausbruch des Supervulkans Toba erreicht haben. Dafür spricht nun eine neue Analyse von Zahnfossilien aus einer Höhle auf Sumatra. Demnach sind die Funde zwischen 73.000 und 63.000 Jahre alt und eindeutig die Überreste anatomisch moderner Menschen. Die Forscher liefern damit neuen Zündstoff für die heiß diskutierte Frage, wann der Homo sapiens nach Asien kam. | Wann kamen die ersten modernen Menschen nach Asien? Über diese Frage streiten Wissenschaftler seit Jahren vehement. Lange Zeit gingen Experten einhellig davon aus, dass unsere Vorfahren Afrika vor rund 50.000 bis 60.000 Jahren verließen und sich dann in unterschiedlichen Strömen sowohl nach Europa als auch über den Nahen Osten nach Asien ausbreiteten. (scinexx.de)

Freitag, 11. August 2017

Flüchtlingspolitik

Die WELT hat ein Tool, auf dem abgestimmt werden kann. Nachdem man auf einer "Rundskala" seine Meinung angegeben hat, erscheint das Ergebnis aller bisherigen Abstimmungen. Hier also: "Ist die Flüchtlingspolitik von Angela Merkel ein Fehler?" Die überwiegende Mehrheit sagt, dass diese Politik extremen Schaden angerichtet hat. Ein kleinerer Teil findet die Merkel-Flüchtlingspolitik richtig. In der Mitte finden sich wenige.



Donnerstag, 10. August 2017

Liebe Ruhrnachrichten!

Ja, es hat sich rumgesprochen, dass es den "Printmedien" in Zeiten des Internets schlecht geht. Aber glaubt ihr wirklich, dass ihr mit solchen Maßnahmen da was ausrichtet?

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Im Güterwaggon am Hauptbahnhof gefunden | Rätselhaft: Mann ohne Gedächtnis | DORTMUND Er wird auf Ende 50 geschätzt, als höflich, bescheiden und gebildet beschrieben. Mehr weiß man nicht über den Mann, der im April 2017 in einem Güterwaggon am Dortmunder Hauptbahnhof gefunden wurde. Mehr weiß er selbst auch nicht über sich. Der Mann hat sein Gedächtnis verloren. Die Polizei sucht nun mit ihm nach seiner Identität.

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Ich jedenfalls schließe Zeitungen mit solchen Lockvogel-Zeilen von der zukünftigen Suche aus.

Was will ich damit sagen? Liebe Ruhrnachrichten! Liebe Zeitungen allüberall im Land! Schaut euch rechtzeitig nach einem neuen Geschäftsmodell um. Es wird nämlich die News-Flatrate kommmen, und die alten Zeitungen werden verschwinden. Natürlich nicht ganz. Mit dem Aufkommen der Autos sind ja auch die Pferde nicht ganz verschwunden. Aber der Auto-Pferde-Vergleich macht doch die Dimensionen der zu erwartenden Veränderungen deutlich.

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Dazu passend:

Tamedia plant ein Massaker (woz.ch, Andreas Fagetti) | Die Schweiz steht vor dem möglicherweise heftigsten Abbau ihrer Pressevielfalt. „Tamedia“, die größte private Mediengruppe in der Schweiz, bereitet den radikalen Umbau ihrer Tageszeitungen vor. Bestandteil des Umbaus: Der gemeinsame, von sogenannten Kompetenzzentren bestückte Mantel. Bei der „Berner Zeitung“ droht ein besonders heftiger Stellenabbau. Ende August, so munkelt man, entscheidet der Verwaltungsrat über ein konkretes Abbauprojekt. Dann stelle sich heraus, ob ein schleichender Abbau eingeleitet oder ein Erdbeben stattfinden wird. (woz.ch)

Dienstag, 8. August 2017

Die Arztgattin. Immer wieder einmal.

Wie man doch immer auf gewisse Stichworte zurückkommt: Arztgattin. Ein Wort, das aus der Zeit gefallen scheint.

Vielleicht aber machte sie sich auch einfach nicht viele Gedanken um ihren Lebenswandel und genoss, was sich ihr bot: die Sicherheit und den Status als Frau eines angesehenen Arztes, die verbotene Ekstase der Ehebrecherin, die Abhängigkeit mehrerer Männer. Das ganze pralle aufregende Dasein, das ihr, der Krankenschwester aus kleinen Verhältnissen, inzwischen gehörte. | Im Laufe ihrer elfjährigen Ehe soll Nicole S. immer wieder Liebhaber gehabt haben, jeden einzelnen hatte sie im Griff. "Denen erzählte sie alles Mögliche", so der Nebenklage-Vertreter Reinhard Peters. Einem habe sie gesagt, sie studiere Medizin, einem anderen, sie gehe als Ärztin nach Afrika. Ihrem Gatten erklärte sie wiederum, sie sei bei Freunden, wenn sie diese Männer traf, mindestens einmal habe ihr auch eine Kollegin ein Alibi gegeben, so der Rechtsanwalt. | Doch dann wurde Nicole S. schwanger. (spiegel.de)

Etwas, das einfach ein Film ist. Und wenn es den noch nicht gibt, dann wartet er auf seine Entstehung.

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So dachte ich bis heute nachmittag. Nun aber werde ich von der Wirklichkeit einge-, ja überholt.

BOCHUM. Die 33-jährige Arzthelferin, die im September 2011 ihren Liebhaber (36) umbrachte, um ihre damalige Ehe mit einem Arzt nicht zu gefährden, hat ihrem Rechtsanwalt die Urheberrechte an ihrer unfassbaren Geschichte übertragen. Die Tat, für die das Schwurgericht vor einem Jahr eine lebenslange Haftstrafe verhängt hatte, ging in die Bochumer Kriminalgeschichte ein. | Eines der spektakulärsten Verbrechen Bochums - der Mord einer damaligen Arzt-Ehefrau (33) an ihrem Liebhaber und zugleich Vater ihres Säuglings - wird eventuell einmal als große Geschichte im Fernsehen oder als Buch erscheinen. Wenn dieses Drama aus Sicht der Täterin erzählt würde, dann dürfte dies aber nur mit Zustimmung ihres Rechtsanwalts passieren. Denn die 33-Jährige hat die Urheber-Nutzungsrechte an dem Fall an Egbert Schenkel übertragen, der sie verteidigt hatte. | Hintergrund ist das enorme Interesse der Öffentlichkeit an diesem Mordfall. Die 33-Jährige hatte am 2. September 2011 einen Börsenmakler (36) in seiner Wohnung im Ehrenfeld mit einer Überdosis Morphium und Beruhigungsmitteln heimtückisch betäubt und gleichzeitig vergiftet und danach mit einem Käsemesser 14-mal auf ihn eingestochen, um auch ganz sicher zu sein, dass er tot ist. | Zwei Hiebe trafen das Herz. Sie wollte verhindern, dass ihre Affäre in ihrer damaligen Arztfamilie bekannt würde. Sie ahnte, dass der Junge, den sie erst zehn Tage vorher geboren hatte, nicht von ihrem Ehemann, sondern von dem Börsenmakler gezeugt worden war. Vor einem Jahr wurde sie wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. (waz.de)

Hätte ich ein Drehbuch geschrieben, in dem der Anwalt Egbert Schenkel heißt, ich wäre lächerlich gemacht worden. Aber so ...? Erstaunlich ist, dass man als Täter offenbar die Rechte auf die filmische Verwertung des eigenen Verbrechens hat.

Und nebenbei noch: Jetzt ist die Frau wieder Arzthelferin. Die Wendung "der Mord einer damaligen Arzt-Ehefrau" geht dann vollkommen daneben. Einer? Eine andere? Jaja, es ist nicht einfach, da die grammatische Fassung zu bewahren.

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Wieder eine Diskussion im Wikipedia-Café. Vorläufig hier. Später im Archiv.

Donnerstag, 3. August 2017

Max Plancks Chaffeur

Ich will einen alten Kalender entsorgen, einen mit Wissenschaftsanekdoten. Ein Blick drauf -- es fällt mir schwer, das Ding, Jahrgang 2016, einfach wegzuwerfen. Dann aber finde ich die Anekdote auch im Internet, auf der Seite der Süddeutschen Zeitung. Die Sache war die -- das rot Gedruckte:

Max Planck besaß nicht nur wissenschaftliches Talent. Im Schulchor bestach er durch seine helle Sopranstimme, er hatte ein absolutes Gehör und spielte Klavier sowie Cello. Als Student komponierte Planck sogar eine Operette. Doch das Stück mit dem Namen "Die Liebe im Walde" ist nicht mehr erhalten.

Nachdem ihm der Nobelpreis für seine Forschungen in der Quantenphysik verliehen wurde, hielt Max Planck in ganz Deutschland Vorträge zur neuen Quantenmechanik. Sein Chauffeur hörte zu und kannte das Gesagte bald auswendig. Einmal machten sich die beiden deshalb einen Spaß. In München hielt der Chauffeur den Vortrag, Planck hörte im Publikum zu. Als ein Physikprofessor eine Frage stellte, bewies Plancks Fahrer Schlagfertigkeit: "Nie hätte ich gedacht, dass in einer so fortschrittlichen Stadt wie München eine so einfache Frage gestellt würde. Ich werde meinen Chauffeur bitten, die Frage zu beantworten."

Die Welt kann froh sein, dass Max Planck damals nicht auf den Physikprofessor Philipp von Jolly hörte. Bei dem erkundigte sich der junge Planck im Jahr 1874 nach den Aussichten eines Physikstudiums. Jolly riet ab. Der Grund: In der Physik sei bereits alles erforscht - es gäbe nur noch einige Lücken auszufüllen. 44 Jahre später erhielt Planck den Nobelpreis für Physik.


Mittwoch, 2. August 2017

Heldenmut

Die Welt ist nicht verloren, solange Rocker Immanuel Kant zitieren!

"Am Dienstag folgte dann ein weiterer Facebook-Eintrag von Björn Affa: die Einladung zur Beerdigung seines Freundes. Er bittet seine Follower, den Post zu teilen und selbst zu kommen, um Ramazan Ö. die letzte Ehre zu erweisen. | Affa bewundert den Heldenmut seines Ex-Kollegen, sich einem Mann mit Maschinengewehr in den Weg zu stellen, „damit sonst niemand zu Schaden kommt.“ | Dazu zitiert Affa Immanuel Kant: „Den Tod fürchten die am wenigsten, deren Leben den meisten Wert hat.“ Der Beitrag wurde bereits fast 3000 Mal geteilt. (lhel) (derwesten.de)

Kippfiguren

Was sagen uns Kippfiguren über unsere politischen Überzeugungen und den Wert der Argumentation? Mal drüber nachdenken.

"Wenn 16-Jährige den Linienrichter totprügeln"

Notizbuch:

"Amateurfußball. Wenn 16-Jährige den Linienrichter totprügeln. In den Niederlanden töten jugendliche Fußballer den Linienrichter. Wie in Deutschland versucht der Verband Gewalt im Amateurfußball zu sanktionieren. Von Tobias Müller. 4. Dezember 2012 | 195 Kommentare" (zeit.de)

Das Problem der Herkünfte?

Seltsam, dass das eher neutrale Wort "Linienrichter" die Beiträge zu diesem Thema hier im Blog zutage fördert. Ich staune selbst. Die Sache scheint mich zu beschäftigen.

Diese Verbindung noch: "Pressekodex. Schluss mit der Selbstzensur. Der Pressekodex muss geändert werden: Journalisten sollten die Herkunft von Straftätern nennen dürfen. Von Horst Pöttker. 2. Oktober 2013, 8:00 Uhr Editiert am 11. Oktober 2013 | 13 Kommentare"

Dienstag, 1. August 2017

Beredtes Klagen: Android

Der doch recht große Speicher des Smartphones ist voll. Nichts geht mehr. 

Gefüllt -- womit? 

Das herauszufinden ist schwierig. Es ist nämlich nicht etwa so, dass alle Fotos und Grafiken in einem Ordner stehen. Es ist auch nicht einfach zu sagen: Welche Dateien sind älter als ein Jahr, um die dann zu archivieren. Ich lade extra ein Plug-in runter, das die Größen von Ordnern, nicht von Dateien anzeigt. Das funktioniert aber im Android-Unterverzeichnis nicht. 

E-Autos

Aus der ZEIT:

E-Auto. Schick, sauber, unbeliebt Millionen Pendler könnten schon heute guten Gewissens E-Autos fahren. Der Einzelne würde sparen, die Stadtluft würde reiner. Doch die Autonation kümmert das wenig. Noch. Von Dirk Asendorpf 31. Juli 2017 662 Kommentare


Seltsamerweise spricht wieder einmal keiner von den naheliegenden und mehr oder weniger aus dem Stand durchführbaren Energiesparmaßnahmen:
  • Tempo 130, nie drüber (wie in Europa sonst üblich, mit klarer Überwachung)
  • Höhere Besteuerung des Treibstoffs (die "Großen" müssen das, was sie in die Luft blasen, viel deutlicher merken), mit Querfinanzierung der Elektromobil-Forschung
  • Ein gesetzlich geregeltes, staatliches "Uber" = Vermeidung von 1-Personen-Fahrten mit Pkw, die für 4-7 Personen ausgelegt sind, via Internet-Zusammenführung der Personen. Da lässt sich gut sparen, für Fahrer und Mitfahrer.

Ja, alle drei Maßnahmen greifen in die alten Gewohnheiten der Auto-Nation* Deutschland ein, wo man sein Ego immer über die PS-Zahl definiert hat. Aber der Auto-Wahn auf der Auto-Bahn hat dann eben auch zu diesem unglaublichen Lug und Trug geführt. Ich hätte diesen Betrug ja selbst nicht für möglich gehalten.

--

* Sieht übrigens besser aus als 'Autonation', finde ich.

Montag, 31. Juli 2017

Rechtschreibung: vielmehr vs. viel mehr

Haben die Menschen kein Rhythmusgefühl oder ist ihnen die Rechtschreibung schlicht egal?
  • "Jobs spricht davon, dass in Monopolstrukturen die Mitarbeiter in diesen Abteilungen den Erfolg des Unternehmens vielmehr beeinflussen würden als beispielsweise Produktentwickler."
Den Sprechrhythmus befragen. Eigentlich ist das doch nicht so schwer:
  • "Um Wettbewerb ginge es gar nicht; es ginge vielmehr um die Monopolstrukturen einzelner Unternehmen."
  • "... dass in Monopolstrukturen die Mitarbeiter in diesen Abteilungen den Erfolg des Unternehmens viel mehr beeinflussen würden als beispielsweise Produktentwickler."

Sonntag, 30. Juli 2017

"Jener beste Mathe-Lehrer aus Schweden ..."

So langsam füllt sich mein Notizbuch. Die offenen Fragen aus daer Vergangenheit werden abgearbeitet, durch das Wikipedia-Café.

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Ich hatte ja schon einige Male Erfolg mit dem Crowd-Gedächtnis hier im Café. Also versuche ich es in einer mir wichtigen Sache von Neuem. -- Mein Gedächtnisinhalt: Es soll in Schweden, bei einem Ranking, einen Mathe-Lehrer gegeben haben, der mit Abstand der beste des Landes war. Dann gab es noch ein anderes Ranking: In Nordschweden gab es die schlechteste Mathe-Klasse von Schweden. Und dann: Man hat, ich nehme an: er hat da vollkommen freiwillig mitgemacht, den extrem guten Mathelehrer für ein Jahr nach Nordschweden versetzt, und dieser Mann hat es fertiggebracht, die schlechte Klasse zu einer guten, wenn nicht gar zu einer sehr guten zu machen. -- Kennt jemand die Geschichte und kann ein wenig präzisieren? Ich habe bei eigener Suche nichts gefunden, obwohl ich mir ziemlich sicher bin, was meine Erinnerungen angeht. --Delabarquera (Diskussion) 16:39, 24. Jul. 2017

Linktipp: [8] --SbstnGssng (Diskussion) 09:41, 25. Jul. 2017

Scheint relevant zu sein, der "Schwede": Stavros Louca in der sv:WP. GEEZER … nil nisi bene 09:52, 25. Jul. 2017

Kleines Detail: Örebro ist nicht Nordschweden, sondern Mittelschweden a.k.a. Svealand. @Geezer: schon klar, deine "" um "Schwede", aber wie der sv:wp-Artikel schon sagt Stavros Louca... är en svensk matematik- och fysiklärare..., was sollte man da sonst schreiben? --AMGA (d) 11:21, 25. Jul. 2017

Na ja, Zlatan Ibrahimović ist durch und durch blaugelb. Aber der braucht keine Mathe, der hat einen Angestellten, der ihm sagt, wieviel er hat. GEEZER … nil nisi bene 17:08, 25. Jul. 2017

Ja, sogar sein Herz, sagt er: You will always be in my blue and yellow heart. --AMGA (d) 17:55, 25. Jul. 2017

Ich hab hierher geschaut, und als am Abend nichts da stand, hab ich frohgemut gesagt: Diesmal wird es nix. Und dann jetzt: Wieder alles aufgedeckt und das Rätsel gelöst. Und sogar mit detaillierten Hinweisen! ("nicht Nordschweden, sondern Mittelschweden". Na ja, mein Gedächtnis halt. Sagt: Irgendwo weiter oben.) Hat man erst mal Stavros Louca, dann hat man die freie Auswahl. Beispiel. Von da an kann es weitergehen. Die Berichte in den Zeitungen sind ja noch einigermaßen allgemein und nicht gerade das, was man so operationalisierbare Aussagen nennt. ("Die Schüler müssen mich mögen. Dann mögen sie auch das Fach, das ich mag. Und sie wollen mich nicht traurig machen." Wie macht der Stavros das, dass ihn die Schüler mögen? Und ist das mit dem 'Machen, dass man gemocht wird' überhaupt lehrbar? Ist das -- im Fach Mathe! -- wirklich das Ausschlaggebende? Aber wie auch immer, die Richtung ist jetzt klar. Und immerhin: Irgendwie schon beeindruckend, wenn man dem Stavros zuschaut. Ein Beispiel für Migrationserfolg nebenbei auch. -- Jedenfalls: Ein großer Dank an alle "Mitwirkenden"! --Delabarquera (Diskussion) 16:15, 26. Jul. 2017

Usw.

Twitter trauert um Avril Lavigne

Das lief mir gerade über den Weg, also über den Bildschirm:

Twitter trauert um Avril Lavigne | 15 Mai, 13:43 Tim Osing | Avril Lavigne 2011 – oder ist das gar nicht Avril Lavigne? || Wurde sie schon vor Jahren durch eine Doppelgängerin ersetzt? | Eigentlich sollte doch alles gar nicht so kompliziert sein. „Why'd you have to go and make things so complicated?“, singt Avril Lavigne in einem ihrer ersten erfolgreichen Songs. „Warum macht ihr alles so kompliziert?“, diese Frage muss man mittlerweile dem Internet stellen. Bzw. Twitter. Denn dort ist Avril Lavigne gerade gestorben, schon wieder.

Nun ja, fake news oder nicht, die Welt wird immer undurchsichtiger.

Samstag, 29. Juli 2017

Fußpilz, Mittel gegen ~



Hohlspiegel. SPIEGEL heute, S.138

Donnerstag, 27. Juli 2017

Religion und Gewalt

Was die ZEIT nicht alles so ausgräbt!

"Atheismus. Die gottloseste Gegend der Welt. Ein Schlagerpaar aus Sachsen hat eine Kapelle gebaut. Darin gibt es weder Kreuze noch Altar. Es ist eine Geschäftsidee für Brautpaare im atheistischen Osten. Von Doreen Reinhard, Callenberg. 26. Juli 2017. 505 Kommentare."


"Der christliche Glaube hat vor allen Dingen militärische Auseinandersetzungen und Verfolgung religöser Minderheiten gebracht."

Das liest man so oft, dass es doch langsam langweilig wird. Aber egal. Es ist gewiss nicht der Glaube, der das Unglück gebracht hat, sondern das Eindringen der Politik in die religiösen Dimensionen. Die sich da nicht wehren können. Kaum gibt es eine Gruppe, die eine spirituelle Idee erfolgreich macht, kommen die Politiker unter den Gläubigen herbeigehüpft und schaffen Machtstrukturen und Ämter. Das ist aber eine Sache der _politica universalistica_, nicht der Religion. Dass es ganz ohne Religion geht beim Unterdrücken und Verfolgen, das haben die kommunistisch-atheistischen Systeme des 20. Jahrhunderts zur Genüge gezeigt.

Antwort auf #1.11 von welfe69

Dienstag, 25. Juli 2017

Halle Berrys Brüste

Halle Berry zeigt in Passwort: Swordfish ihre Brüste. 1 Sekunde lang sind sie im Bild. Darüber gibt es heftige Diskussionen im Netz. wo auch sonst? Hat sie wirklich eine halbe Million Dollar allein für diese Sekunde gekommen? Wäre doch ein ziemlicher Rekord. Youtube zeigt die Szene natürlich -- mit einem großen schwarzen Balken vor den Brüsten. Wie gut, dass Sat1 vor kurzem den Film unverbalkt gezeigt hat. Seitdem hab ich Halles Brüste auf der Festplatte. Als Jäger des vorlorenen Schatzes. So ähnlich jedenfalls.

"Keine Stunde der Populisten"

Mal wieder an einer Forumsdiskussion bei der ZEIT teilgenommen. Ausgangspunkt:

Bertelsmann Stiftung. Ein Drittel der Deutschen vertritt populistische Positionen. "Keine Stunde der Populisten". Laut einer Studie sind populistische Positionen hierzulande verbreitet, aber nicht mehrheitsfähig. Feinde der Demokratie gebe es kaum. 25. Juli 2017. 449 Kommentare.

Mein Kommentar:

Also es ist Peter Gauweiler, der mitunter grinsend verkündet, dass der Begriff 'Populismus' als Kampfbegriff in einer westlichen Demokratie einfach unsinnig sei. Denn: Dieser Begriff setze voraus, dass der Populus, das Volk, ein verführbares dummes Kleinkind sei, das man mit windigen Parolen zu allem Möglichen, auch zu Unsinnigem und Verbotenem bringen könne. Wenn wir vom Idealbild des mündigen Bürgers ausgehen -- wer hier möchte sich denn als politisches Kleinkind einordnen lassen --, dann hört dieser mündige Bürger ständig irgendwelche Parolen, von links und rechts und oben und unten, und er macht sich seine Gedanken und argumentiert und entscheidet. Auch immer mit Blick auf die nächste Wahl.

Und natürlich auch das noch: Der Populist ist, wie der Tourist, immer der andere!

Heißt: Mit Gauweiler bin ich dafür, den Begriff des Populismus ganz aus der politischen Diskussion zu verbannen. Wegen dem da oben Gesagten.

Samstag, 22. Juli 2017

"Gauland ist so ein hässlicher Alter ..."

Und hier in der linken Ecke des zweifelhaften Humors -- der Titelverteidiger:

saltiyap | Ähm sie haben falsch gegoogelt. Das auf ihrem Profilbild ist nicht Gauland. Bitte noch mal nachjustieren. Gauland ist so ein hässlicher Alter deutscher Mann mit ekelerregendem Gebiss | Antwort auf #11.2 von J-J-Rousseau

Und hier der Herausforderer in der rechten Ecke!

BDLB | #11.8 | "... ist so ein hässlicher Alter deutscher Mann mit ekelerregendem Gebiss" | Wenn wir schon auf der Ebene angekommen sind: Wie gut, dass alle in diesem Forum schöne junge Männer mit undefinierter Herkunft sind! Und das mit dem Gebiss: Wie haben Sie das denn rausgefunden? Doch nicht etwa ... ?

--

Nun ja, was Humor in solchen verminten Feldern ist, darüber kann man natürlich unterschiedlicher Ansicht sein. Die ZEIT-Kontrolleure haben das jedenfalls entfernt. Gut, dass ich es vorher hierher kopiert hatte.

Loyalität ist wie Liebe ...

Diesen ZEIT-Kommentar von mir bewahre ich auch hier auf:

BDLB #89.4´| "Loyalität ist wie Liebe und beruht auf Gegenseitigkeit. Ist DL denn loyal zu 'seinen Türken'?"

Das sind jetzt wirklich zwei Verständnisfragen: (1) Woran erkennen wir, wenn es um 'zwei Nationalitäten in einer Brust' geht, um es mal so zu sagen, wo die gößere oder die eigentliche Loyalität liegt?* (2) 'Deutschland' ist mir da zu abstrakt. Darum: Was müssten _die Deutschen_ denn beispielsweise tun oder lassen oder anders machen, um zu 'ihren Türken' loyal zu sein?

--

* Was (1) angeht, so plädiere ich immer dafür, dass für die, die sich für Fußball interessieren, die Fußnagelprobe (ok, blöder Kalauer) ist, zu welcher Mannschaft einer beim Spiel Deutschland : Türkei hält. Ich weiß, für viele ist das zu schlicht; es hat aber den Vorteil, wirklich klar und anwendbar zu sein. Was man von vielen anderen Entscheidungsverfahren in diesem Bereich nicht sagen kann.

Antwort auf #89.3 von Politberater1970

Freitag, 21. Juli 2017

Chester Bennington und Chris Cornell

Der SPIEGEL zeigt ein total windverrauschtes Video. Chester Bennington singt am Grab von Chris Cornell "Hallelujah". Aufgenommen offenbar aus großer Entfernung, über die Friedhofsmauer hinweg. Und die BILD-Zeitung vermeldet lakonisch:

21.07.2017 - 10:22 Uhr | Chester Bennington, der Frontmann der amerikanischen Rock-Band Linkin Park, ist tot. Er wurde am Donnerstag leblos in seinem Haus nahe Los Angeles gefunden, soll sich das Leben genommen haben. | Der 41-Jährige schied genau an dem Tag aus dem Leben, an dem Soundgarden-Sänger Chris Cornell (†) seinen 53. Geburtstag gefeiert hätte. Hat Bennington den Tod seines guten Freundes nicht verkraftet? | Chris Cornell starb am 18. Mai. Er nahm sich nach seinem Konzert in Detroit das Leben, erhängte sich im Bad seines Hotelzimmers.

Mut? Einsicht? Verliebt in die Symbolik und nicht angebunden im Leben? Was soll man sagen? Besser vielleicht: NIchts weiter.

BILD +


Ich habe auf der Diskussionsseite der Wikipedia mal nachgefragt:

Hat eigentlich BILD die Plus-Sache erfunden? Wäre, glaube ich, eine wichtige Information. Ich finde aber nichts Systematisches dazu. Inzwischen haben ja ZEIT, SPIEGEL, SZ und wahrscheinlich noch andere Zeitungen diese Plus-Idee ebenfalls umgesetzt. (Ich lese übrigens dieses "+" als Sterbezeichen der herkömmlichen Zeitungen. Der Abonnent, ich zum Beispiel, nimmt's als "Die können den Hals nicht voll kriegen!", obwohl wahrscheinlich jemand mal dachte, das sei eine tolle Idee in Zeiten der Not. - Aber das nur nebenbei.)

Mal schauen, ob jemand meine Unwissenheit in Wissenheit umwandeln kann.

Dazu hier auch schon: SPIEGEL PLUS macht bei mir Minus

Radfahrerbeine

Eigentlich schockt mich im Sport so schnell nichts. Aber dieses Bild ...?

Foto bei Instagram. So sehen Radfahrerbeine nach fast drei Wochen Tour de France aus. Der Großteil der Tour de France liegt bereits hinter den Radfahrern - und bei manch einem haben die Strapazen deutliche Spuren hinterlassen. Der Pole Pawel Poljanski zeigt das auf Instagram. (stern.de)


<Vergrößern? Auf Foto klicken.>

"14 heimliche Lover"

Auch das will betrachtet und bedacht sein. Aus dem SPIEGEL vom Sonntag, 26.10.2003. Der SPIEGEL zieht die BILD hinzu, um selbst genüsslich klatschen und tratschen zu können.

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Dianas Seitensprünge

Der britische Boulevard veröffentlicht Tag für Tag intime Details aus dem nicht ganz so märchenhaften Leben von Prinzessin Diana. Der Urheber dieser Indiskretionen ist ausnahmsweise mal nicht der Gärtner, sondern der Butler. Im Buckingham Palace macht sich Panik breit, ihre Söhne flehen um Gnade. Doch nun legt die "Bild" nach.

London - Die "Bild am Sonntag" nimmt sich zwei Seiten Platz für Dianas Männer. "Fünf, die ganz sicher ihre Lover waren": Neben Dodi al-Fayed, der mit ihr 1997 in Paris starb, ihr "gut gebauter Rittmeister" James Hewitt, der Kunstsinnige Oliver Hoare, der "knackige" Rugbystar Will Carling und der pakistanischen Herzchirurg Hasnat Khan ("BamS": "Für ihn trug sie bei einem Besuch nur Pelzmantel und Stöckel, sonst nichts").

Ins Spekulative gleitet die "Bams" dann schon bei den kommenden sechs Lieberhabern ab, "mit denen die höchstwahrscheinlich eine Affäre hatte": Den graubärtigen Elektronikmogul Gulu Lalvani aus Indien, das "Kuschelchen" James Gilbey, den Major David Waterhouse, den Rocker Bryan Adams (In seinem Song "Diana" heißt es; "Ich sterbe für Di, lass mich rein!") und ihr "liebvoller Tröster" und Bodyguard Barry Mannakee, der zwischenzeitlich auch tödlich verunglückte.

Donnerstag, 20. Juli 2017

Statistik, fragwürdig


Stefanie Kara: Statistiken. Kann das stimmen? Von Statistiken, Umfragen und Hochrechnungen lassen wir uns leicht beeindrucken – so erkennen Sie die Tricks der Täuscher. || 26. April 2017. ZEIT NR. 18/2017 | Statistiken: Auf den ersten Blick erscheinen Zahlen vertrauenswürdig. Man sieht ihnen aber nicht an, was hinter ihnen steckt. | Eine Million Männer gehen in Deutschland zu Prostituierten – Tag für Tag! 400.000 Prostituierte bieten auf deutschen Straßen, in Privatwohnungen und Bordellen ihre Dienste an ...

Die Zukunft der Zeitungen

Leute mit dem Problem X reden gerne über Y. Oder jedenfalls nicht über X. Jetzt konkret: Zeitungen, die sonst über alles und jedes reden und kein Problem auslassen -- wenn sie selbst grundlegende Probleme haben, reden darüber bis zum Schluss nicht.

Hier mal eine Ausnahme. Zwar redet die ZEIT da auch nicht über die eigenen ZEIT-Probleme, aber immerhin über die "der Zeitungen" im Allgemeinen.

Malte Buhse / Patrick Kremers: Zukunft der Zeitung. Wer sterben und wer überleben wird. "Frankfurter Rundschau", "Financial Times Deutschland": Zwei wichtige Tageszeitungen stehen vor dem Aus. Hat das große Zeitungssterben begonnen? 21. November 2012.

... | Schlecht ist die Stimmung in den Chefetagen der Verlage seit Jahren. Die Auflagen sinken, auch renommierte Blätter schreiben rote Zahlen. Der große Knall blieb jedoch aus. Die Frankfurter Rundschau wurschtelte sich viele Jahre irgendwie durch, die Financial Times Deutschland konnte zuletzt den jährlichen Verlust zumindest halbieren. Selbst die notorisch klamme taz liegt noch an den Kiosken. | Und das, obwohl in anderen Ländern die Tageszeitungen schon lange ums Überleben kämpfen. In Frankreich verdient keine einzige Zeitung mehr Geld. Viele Blätter haben aufgegeben oder sind ins Netz abgewandert, zuletzt die Wirtschaftszeitung La Tribune . Bei der spanischen El País muss ein Drittel der Belegschaft gehen. Und in den USA mussten allein in den den vergangenen fünf Jahren 14 große Tageszeitungen schließen, darunter traditionsreiche Blätter wie die Oakland Tribune . Andere wie die L.A. Times oder die Chicago Tribune meldeten Insolvenz an. Nun scheint es, als erreiche die Existenzkrise der Tageszeitungen auch Deutschland.

Das schließt an meine Überlegung in den Kommentaren der ZEIT an:

BDLB #186  vor 5 Tagen | Jetzt mal grundsätzlich, bei dieser Gelegenheit. Warum denn auch nicht.

Die gute alte "Zeitungslandschaft" wird, so scheint es, demnächst in einer Weise durcheinandergewirbelt, dass wir am Ende staunend dastehen werden. Das mit den kostenlosen Blättchen ist da nur ein leichtes Vorboten-Lüftchen vor dem Sturm.

Ich habe ZEIT, SPIEGEL und SZ abonniert, alle drei in Papierform und online, und ich überlege in letzter Zeit immer häufiger, wieviel % dieser drei Blätter ich noch lese. Es besteht die Gefahr, dass ich im Laufe des nächsten Jahres sage: Ich bestelle mal alle ab und setze auf die ganz neuen Medien. Was verliere ich schon? Ich probier mal aus ...

Früher war ich immer voller Erwartung: Was bringt das SZ-Feuilleton denn heute? In letzter Zeit: Ich habe den Eindruck, dass die Journalisten immer mehr für sich und ihre eigene Meinung schreiben. Selbstverständlich kann das mit dem Eindruck auch an mir liegen. Aber wenn ich nun nicht alleine bin? Wenn, mal im Bild gesprochen, das Zeitungstheater durch eine Zeitungsinternet ersetzt wird? Ich gehe dann noch hin und wieder ins Theater = an den Kiosk, aber meist hocke ich doch vor dem Monitor = lese mich durch meine Flatrate für 5 Euro im Monat im Internet.

Ja, was dann?

Mittwoch, 19. Juli 2017

Rechtschreibung

Welchen Stellenwert hat die Rechtschreibung, die Zeichensetzung, die Grammatik (RZG)

a) im Beruf
b) im Internet
c) im "normalen Leben"?

Natürlich soll man nicht Leute, die sich mit RZG schwertun, an den Pranger stellen. Auf der anderen Seite ist die Nachlässigkeit, mit der manche einfach etwas hinschreiben, ohne sich zu bemühen und ohne auch nur noch einmal drüberzulesen, manchmal schon envervierend. Vor allem, wenn der Inhalt voller besserwisserischen Selbstbewusstseins daherkommt.

Beispiel (nicht verlinkt):

ich weis nicht was ihr hier alles zusammen babbelt bekommt ihr Geld dafür?
klar in diese 32 Bit Software ist es auch einfacher für den Bundestrojaner einzuschleusen so wie Schadware die sehr oft mit 64 Bit nicht mehr funktioniert .
und deswegen gibt wohl diese 64 Bit Software nur offiziell für Linux 64 Bit und nicht für Windows 64 Bit, weil bei Linux64 ja eh nicht funktioniert mit dem Bundestrojaner .
und man stets gern eine Hintertür sich offen halte möchte wird man klar ermuntert
sich immer mehr 32 Software ins 64 Bit OS rein zu basteln.

Das sähe nach Korrektur so aus:

Ich weiß nicht, was ihr hier alles zusammenbabbelt. Bekommt ihr Geld dafür? Klar, bei dieser 32-Bit-Software ist es einfacher, den Bundestrojaner einzuschleusen. Oft funktioniert ja Schadware mit 64 Bit nicht mehr. Und deswegen gibt es wohl diese 64-Bit-Software nur offiziell für Linux 64 Bit und nicht für Windows 64 Bit, weil bei Linux64 das mit dem Bundestrojaner ja eh nicht funktioniert. Und man [wer ist 'man'?] sich stets gern eine Hintertür offenhalten möchte, wird man ermuntert,
sich immer mehr 32-Software ins 64-Bit-OS reinzubasteln.

Wie viele Fehler waren das nun? Gar nicht so einfach zu sagen.


Dienstag, 18. Juli 2017

Zensur?

Das hebe ich mir mal für ein längeres Nachdenken auf:

Wo verläuft die Grenze zwischen Zensur, aktivem Mitlesen (ggf. mit Löschung)  und 'Unterdrückung von Hate-speech'? 

Klar scheint zu sein: Auf der Kommentarseite der ZEIT hat die ZEIT das Hausrecht. Aber auf meiner eigenen Homepage oder der von Gleichgesinnten...?

Wir wissen ja schon, dass solche Frage in den USA und in D sehr unterschiedlich gesehen werden.

"Der Anwalt behauptete ..." (über Rezensionen)

Für's Notizbuch:

Im April 2014 veröffentlichte der Altphilologe Thomas Schirren, Professor an der Universität Salzburg, eine Rezension im „Arbitrium“. Die im Berliner Großverlag De Gruyter erscheinende germanistische Fachzeitschrift ist ein Spezialorgan, das ausschließlich Rezensionen enthält. Schirren besprach die unter dem Titel „Antike und Moderne. Friedrich Schlegels Poetik, Philosophie und Lebenskunst“ im gleichen Verlag veröffentlichte Doktorarbeit von Dorit Messlin, die am Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt forscht. Die ausführliche, fünf Druckseiten umfassende und mit vierzehn Fußnoten belegte Besprechung ist im Tenor kritisch: Der Rezensent weist der Autorin elementare methodische Versäumnisse nach und stellt fest, dass ihr philosophisches Vermögen „den gewählten Gegenständen kaum gewachsen“ sei. Gleichwohl zieht Schirren ausdrücklich ein gemischtes Resümee. Messlin stelle immer wieder originelle Zusammenhänge her, die geeignet seien, den romantischen Umgang mit der Antike zu erhellen. Die Ursache von Unzulänglichkeiten sieht der Rezensent nur zum Teil bei der Autorin. Ihre Betreuer hätten die anspruchsvolle Arbeit thematisch begrenzen müssen. || Knapp drei Jahre nach Veröffentlichung dieser Rezension erhielt Schirren Post von Messlins Rechtsanwalt. Er erklärte, seine Mandantin werde durch die Rezension in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt. Schirren solle verschiedene Passagen löschen. | | Der Anwalt behauptete, es widerspreche universitären Grundsätzen, „dass ein Universitätsprofessor ein begabtes und hoffnungsvolles Nachwuchs-Talent in dieser Art und Weise öffentlich an den Pranger stellt“. Eine Regel, dass Professoren nicht über Anfängerarbeiten urteilen, gibt es allerdings nicht. Die Besprechung eines etablierten Wissenschaftlers ist im Gegenteil gerade wünschenswert und signalisiert, das Werk sei beachtenswert. Wissenschaft erfordert Auseinandersetzung, und Schirren hatte seine Rezension nur auf Messlins Werk, keineswegs auf ihre Person oder andere sachfremde Erwägungen gestützt. Zudem hätte es universitären Grundsätzen entsprochen, wenn sich Messlin zunächst bei der Zeitschrift gemeldet hätte, statt einen Rechtsanwalt zu beauftragen, der dem Rezensenten auch noch schrieb, er werde seiner Mandantin strafrechtliche Schritte empfehlen. Welche das sein sollen, wird aus dem Schreiben nicht deutlich. (faz.net)

Samstag, 15. Juli 2017

"Ums Buch ist mir nicht bange..."

Eine Anmerkung zu etwas, was ich in der ZEIT zufällig gerade gesehen habe:

Indieschaf #3 — 21. September 2010
Was Gernhardt dazu sagte...

Jedes Mal, wenn ich wieder davon lese, dass das Buch bald abgeschafft werden soll, fällt mir dieses Gedicht von Robert Gernhardt ein - auch mit Verweis auf Kommentar Nr 2 :)

Ums Buch ist mir nicht bange.
Das Buch hält sich schon lange.
Man kann es bei sich tragen
und überall aufschlagen.
Sofort und ohne Warten,
kann man das Lesen starten.
Im Sitzen, Stehen, Knien,
ganz ohne Batterien.
Beim Fliegen, Fahren, Gehen.
Ein Buch bleibt niemals stehen.

[...]

© Robert Gernhardt

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir vollständige Gedichte aus urheberrechtlichen Gründen nicht verbreiten dürfen. Die Redaktion/sh

--

BDLB #3.1 — vor 1 Sekunde
"... dass wir vollständige Gedichte aus urheberrechtlichen Gründen nicht verbreiten dürfen. Die Redaktion/sh"

Weil ich das per Suchen / Zufall gerade sehe: Es ist doch schön, wenn sich wenigstens die großen Betriebe an die Gesetze halten!

Auf der anderen Seite ist das auch rührend, und es erinnert mach immer an die alten Luftbild-Aufnahmen. Da brauchte es auch eine große staatliche Erlaubnis, und die klang dann sehr hoheitlich und gravitätisch. Und dann kam Google Earth, und alle Straßen, die "der Russe" im Falle eines militärischen Konflikts hätte nehmen können, waren auf einmal für alle Welt sichtbar.

Ich glaube, irgendwann wird das Urheberrecht einfach vor der Kraft des Internet-Faktischen einknicken. Wenn ein Recht aus technisch-prinzipiellen Gründen nicht durchzusetzen ist, ist es obsolet geworden. Eine Vermutung, mehr nicht.

* "In der Bundesrepublik Deutschland galt bis 1990 eine Genehmigungspflicht für Luftbildaufnahmen. Nach Artikel 37 des 3. Rechtsbereinigungsgesetzes ist diese Genehmigungspflicht für Luftbildaufnahmen entfallen. Allerdings dürfen nach § 109 g Abs. 2 des Strafgesetzbuches auch aus Luftfahrzeugen Wehrmittel sowie militärische Vorgänge, Einrichtungen und Anlagen nicht fotografiert werden, wenn dadurch „die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland oder die Schlagkraft der Truppe“ gefährdet wird." (Wikipedia)

Antwort auf #3 von Indieschaf

Freitag, 14. Juli 2017

Grusel-Autorin

Dass ich eine von der ZEIT-Leser-Mehrheit abweichende Meinung zu BILD habe, habe ich hier schon mal notiert. Dass aber über diesen Fall so gar nichts außerhalb der BILD zu lesen ist, erstaunt mich am Ende schon.

GEVELSBERGER (NRW) GRUSEL-AUTORIN NADIA SAHLENBECK VON INTERNET-BEKANNTSCHAFT ERSTOCHEN | „Mama schläft“, sagte der Killer ihrem Sohn (4) | Nadin Sahlenbeck († 41) war Autorin für düstere Geschichten. Jetzt ist sie tot. Sie hinterlässt einen vierjährigen Sohn Von: STEFFEN MEYER UND KATRIN WEUSTER veröffentlicht am | 08.07.2017. | Gevelsberg (NRW)/Saarlouis (Saarland) – Ihre Bücher leben von Grusel und Gefahr. | Dafür liebten die Fans Horror-Autorin Nadia Sahlenbeck († 41). Bis die Gevelsbergerin selbst Opfer eines Mörders wurde. Wie brutal Hardy J.-S. (55) sein Opfer getötet haben soll, enthüllt jetzt die Anklage gegen den Killer aus Saarlouis. | Am 30. August beginnt der Prozess gegen den Wiederholungs-Täter. Im Internet hatte der ehemalige Informatiker die Schriftstellerin kennengelernt, sich verliebt. | Als sie ihn bei einem Überraschungsbesuch abweist, dreht er durch. | „Mama schläft“, sagte der Killer ihrem Sohn (4) | Sieben Mal soll er der alleinerziehenden Mutter ein Messer in den Körper gerammt haben. Er trifft die Lunge, den Magen, die Leber. Nadia verblutet im Flur, während im Wohnzimmer nebenan ihr vierjähriger Sohn spielt! Als das Kind in den Flur kommt, deckt Hardy J.-S. die Leiche ab. | „Mama schläft“, soll er dem Jungen gesagt haben, ihn mit einer Trinkflasche bei der Leiche in der Gevelsberger Wohnung zurück gelassen haben. | Die Oma fand später ihre tote Tochter und das behinderte Kind. Fast zeitgleich stellt Hardy J.-S. sich der Polizei. (bild.de)

Donnerstag, 13. Juli 2017

Herrmann / Brach

Fälschen. Ein schöner Artikel zum alten Fall Herrmann / Brach im Focus.

Maskulisten

Notizbuch:

"Er selbst [Werner Stahl, Pseudonym] hält seine sexuellen Anspielungen für harmlos: "Das darf man nicht so ernst nehmen. Wer will denn schon mit so einer Männerhasserin ins Bett?" Viele derjenigen, die er so beschimpft, sehen das anders. Etliche Frauen ziehen sich aus dem Internet zurück, weil sie in sozialen Netzwerken, in Kommentaren und per Mail angepöbelt und bedroht werden. Stahl fühlt sich nicht dafür verantwortlich. "Die haben doch ganz andere Probleme", sagt er. "Für die ist das doch nur ein Vorwand, um sich als Opfer aufzuspielen und ein paar Mitleidstränen abzubekommen."" (sueddeutsche.de)

Hans Hütt über Botho Strauß (2015)

Immer wieder mal solche Entdeckungen: "Die Schönheit des verbalen Kampfes!" Hier:

Die Selbstvernichtung eines Autors. Botho Strauß gilt als wichtiger Intellektueller. Nun äußert er sich zur Flüchtlingskrise. Über das Resultat kann man nur erschrecken. Es ist ein Dokument des Wahns. Von Hans Hütt* | 8. Oktober 2015. 136 Kommentare.

Ja, die Besprechung und die Kommentare dazu! Beide Textbereiche haben es in sich!

Hütt: 

"... Er rast aber bloß aus zweiter Hand. In den ersten Zeilen, einem Selbstzitat aus seiner Bewusstseinsnovelle von 2007, evoziert er Klaus-Michael Grübers Wintermärchen aus dem eiskalten Berliner Olympiastadion von 1977 und verwandelt sich in einen Wiedergänger von Hölderlins Hyperion. Aber das Rasen erlaubte es ihm schon 2007 nicht mehr, den eigenen Gedanken zu folgen. Sie degenerieren zur Masche, die er, kaum, dass er sie auch nur andeutet, schon wieder fallen lässt. Ein erratisches Strickmuster. | Die Selbstinszenierung als Last Man Standing, seine Hommage an einen japanischen Krieger, bleibt anakoluth, hängt wie Lewis Carrolls Grinsen ohne Katze in der Luft."

Kommentare:

"deep_franz #4.10 — 8. Oktober 2015 | Man muss das verstehen. Botho Strauß, war zu Zeiten einmal die literarische Hoffnung von tausenden von DeutschlehrerInnen oder Menschen, die gepflegt intellektuelles Theater sehen wollten, bei dem nicht allzuviel allzudeutlich gesagt wird und das einem ein wenig, aber nicht viel an Denkarbeit abfordert ohne dazu angetan zu sein, ernsthafte Schmerzen im eigenen, vermeintlich besonders erlesenen (und wer glaub das nicht von sich selbst?) Verstand zu verursachen. Man spürt ein wenig, daß Herr Strauß seinerzeit auch die Hoffnung des Herrn Hütt war. | Jetzt ist dieser Botho Strauß aber tatsächlich zu einer seltsamen Meinungsäußerung fähig, die so gänzlich nicht in die Wohlfühlzone des Botho Strauß-Konsumenten passen. Es ist völlig klar, vielleicht sogar legitim, daß Herr Strauß da als Verräter behandelt wird. Ein besonders herausragender Autor war er für mich allerdings nie.

Antwort auf #4.7 von dingensda | Besondere Aufgaben | #4.11 — 8. Oktober 2015 | Ich versteh's auch nicht (Chemie studiert, sorry), bin aber trotzdem beeindruckt: Den Ausdruck "anakoluth" habe ich tatsächlich noch nie gehört. Again what lörnd, gell."

anakoluth als Adverb, das ist allerdings schon sehr schöpferisch. Aber daran will ich mich jetzt nicht aufhängen. Anregend dennoch: Ich lese heute mal wieder nach, was Mynheer Peeperkorn so anakoluth gesagt hat. Ziemlich lustig!

--

* Ich dachte übrigens zuerst, dass Hans Hütt das Pseudonym eines ZEIT-Redakteurs ist. Ist es aber nicht! Hütt ist "Freischreiber", für die FAZ, die taz und ZEIT-Online. (Was heute doch so alles zusammengeht! Die FAZ und die taz! Ja da schau her! Muss er sich da nicht manchmal ein bisschen verbiegen, der Freischreiber Hütt? Oder ist inzwischen eh alles eins, die SPD und die CDU, die FAZ und die taz?)

Sonntag, 9. Juli 2017

Die größten Edit-wars in der Wikipedia

Notizbuch:

"[...] Genau diese Edit-Wars haben die Forscher [Taha Yasseri und sein Team von der Universität Oxford] anhand der Daten vom März 2010 unter die Lupe genommen, um die brisantesten Themen herauszufinden. Die Forscher arbeiteten unter anderem mit MD5-Alghorithmen, um jede Änderung verfolgen zu können. Untersucht wurden die Wikipedia-Lexika in zehn verschiedenen Sprachen: Englisch, Französisch, Spanisch, Deutsch, Arabisch, Persisch, Tschechisch, Ungarisch, Rumänisch und Hebräisch. | Erwartungsgemäß ist der Artikel "Gott" weitaus umstrittener als die Artikel über Kokosnüsse oder Waschmaschinen. Die Top Ten der weltweit am heftigsten diskutierten Themen lauten: Israel, Adolf Hitler, Holocaust, Gott, Atheismus, Europa, Evolution, Jesus, Islam und Mohammed. Auf den folgenden Plätzen finden sich unter anderem Barack Obama, Abtreibung, Kosovo, Astrologie, Google, die Simpsons und Faschismus." (heise.de)

Gott, Israel, Hitler und Faschismus -- klar. Aber Die Simpsons?!

"Die zentralen Konfliktthemen sind rund um den Globus politischer (25 Prozent), geographischer (17 Prozent) und religiöser Natur (15 Prozent). Dennoch zeigen einige Themen einen deutlich lokalen Einschlag, wie etwa in der spanischsprachigen Wikipedia Themen zu Fußballclubs (FC Barcelona auf Platz 7), im Tschechischen zu Sex und Gender (Homosexualität auf Platz 1) und im Ungarischen zu dortigen politischen Konflikten ("Gypsy Crime" auf Platz 1). | Die englischsprachige Top Ten lauten: George W. Bush, Anarchism, Muhammad, List of World Wrestling Entertainment, Inc. employees, Global Warming, Circumcision, United States, Jesus, Race and intelligence und Christianity. | Die umstrittensten Themen in Deutschland sind Kroatien, Scientology, Verschwörungstheorien zum 11. September, Studentenverbindung / Burschenschaft, Homöopathie, Adolf Hitler, Jesus, Hugo Cháves, Mindestlohn und Rudolf Steiner."


Kroatien! Das ist ja mal erstaunlich. -- Textprobe aus einer zurückliegenden Diskussion:

"Lieber Mazbln, Faktum ist nunmal, daß es die Meinung mancher Kreise ist, daß "Serbokroatisch" existiert (dies steht auch im entrechenden Artikel). Daß nur 0,16 % diese Sprache in Kroatien als ihre Sprache angaben ist ein weiteres Indiz, daß hier in dem umstrittenen Satz dieser Enzyklöpädie die Meinung einer bestimmten politischen Strömung abgesondert wird. Punkt und Ende.--Drozgovic 23:23, 7. Nov. 2007

Jaja, blabla, publiziere Deine Erkenntnisse mal in serioesen Fachzeitschriften. Fossa?! ± 23:28, 7. Nov. 2007

Ihr könnt den Artikel von mir aus 100 Jahre lang sperren. Stört mich nicht, dann steht da eben Blödsinn - die Wikipedia schadet sich nur selbst. V.a. schadet ihr Admins Euch nur selbst. Ich glaube aber nicht, dass ihr es schaffen werdet, die vorliegende Version lange so beizubehalten. Wetten! Viel Spass! :) --Capriccio 01:09, 8. Nov. 2007

Die Admins werden den Artikel hoffentlich nicht 100 Jahre lang sperren, sondern ihn so lange gesperrt sein lassen. Zu Peruns Einwänden weiter oben: wieviel die Souveränität mancher Staaten in Zeiten wie diesen Wert ist, hat man ja in den 1990-ern gesehen. Der Irak und Afghanistan sind übrigens auch souverän, haben sie deswegen Frieden? Faktum ist, dass in Kroatien intensiv Sprachpurismus betrieben wird, wie ja auch hier zu sehen ist. Darüber könntest du mal was schreiben, an fehlenden Quellen wird es wohl nicht scheitern. --El Cazangero 03:02, 8. Nov. 2007

Normalerweise kann ich mich ja sehr gut zusammenreißen, aber so einen gequirlten nationalistischen Blödsinn hab ich hier schon lange nicht mehr gelesen. -- j.budissin+/- 07:58, 8. Nov. 2007"

Samstag, 8. Juli 2017

Rettungstaten der NGOs

Ein auf das eigene Leben übertragbares Modell:
  • Retten!
  • Sich gut fühlen und von den eigenen Anhängern wegen der guten Taten feiern lassen.
  • Die Flüchtlinge aber dann "den anderen" übergeben, die gefälligst zu schaun haben, was aus ihnen wird.

Die Sache mit der argumentativen Ausweglosigkeit

Das Totschlagargument -- das dann ja auch erst mal einen lateinischen Namen erhalten muss -- ist wissenschaftlich noch nicht ausreichend erfasst, da taucht schon das nächste Begriffsproblem auf: die Flucht in die Satire -- die keine ist. Nur aus Angst, dass etwas doch nicht politisch korrekt ist. Das Folgende als Beispiel:

BDLB #2.38 | "War Gaddafi doch nicht so schlecht (für Europa)? Satire off." || Lassen Sie ruhig die Satire beiseite. Wir müssen lernen, die Dinge beim Namen zu nennen: Wenn man bei bestimmten Ländern in Serie erlebt, dass ein Diktator den vergangenen ablöst und ein vielleicht dazwischengeratener Demokrat ganz schnell weggeputscht wird, dann darf -- nein, dann muss man irgendwann fragen, ob diese Länder demokratiefähig sind oder ob es nur um Abstufungen der Diktatoren-Grausamkeit geht. Abstufungen, die schwer zu messen sind, schon klar. Das gilt im Übrigen für ganz Afrika (demnächst wahrscheinlich auch für Südafrika) und den Nahen Osten mit Ausnahme von Israel. | Antwort auf #2 von Ing.Kling

Tagesschau: Faktenfinder

tagesschau.de hat jetzt einen "Faktenfinder". Was mich sogleich wundert: Eine solche Institution wie de Tagesschau, müsste sich doch eigentlich einen Philosophen / Logiker / Linguisten leisten können, der erst einmal klarmacht, dass das mit dem "Faktum" so eine Sache ist. Richtung: Ein Faktum ist eine aus meiner Sichtweise interpretierte Darstellung eines Sachverhalts. Das würde auch erklären, warum die gefundenen Fakten sogleich von den Komentatoren zerpflückt werden. Weil jeder so seine eigene Sichtweise hat.

Beispiel:

Gerüchte über Schweden | Ein Land außer Kontrolle? | Stand: 07.07.2017 | Berichte im Netz zur Sicherheitslage in Schweden klingen brisant: Die Regierung habe die Kontrolle verloren, heißt es. Der Grund sei eine gescheiterte Flüchtlingspolitik. Vieles davon ist nicht ganz richtig oder schlicht falsch. | Von Christian Stichler und Andrea Rönsberg, NDR, ARD-Studio Stockholm

Nun ist das Gegenteil von 'nicht ganz richtig' -- was? Nun ja, je nachdem: 'vieles / das meiste / fast alles ist richtig'. Und selbst bei dem, was eindeutig falsch sein soll, haben die Kommentatoren so ihre Zweifel.

Die Epoch times, bei der ich auch schon einige Male gelandet bin, wird sogleich explizit angeführt. Ich weiß gar nicht, wer hinter Epoch Times so steht. Aber erst einmal das:

Es sind Berichte wie der auf der umstrittenen Website "Epoch Times", die im Internet für Aufsehen sorgen: Darin heißt es sinngemäß, in Schweden führe die gescheiterte Integration jetzt zum Zerfall des Rechtsstaats. Der Polizeichef des Landes, Dan Eliasson, wird mit den Worten zitiert: "Die Polizei kann die Einhaltung der Gesetze nicht mehr sicherstellen." Bezugnehmend auf einen UN-Bericht liest man dann, dass "Schweden bis 2030 ein Dritte-Welt-Land" werde. Auch auf Online-Seiten der AfD ist von einem Land außer Kontrolle die Rede.

Über Epoch Times die Wikipedia:

Die Epoch Times ist eine mehrsprachige, internationale Zeitschrift mit Sitz in New York. Von 2005 bis 2012 erschien sie als gedruckte Wochenzeitung auch in deutscher Sprache, zunächst unter dem Namen Die Neue Epoche, seit August 2007 unter dem Namen Epoch Times Deutschland. Der Umfang betrug 20 Seiten. Seit 2012 wird sie als reine Internet-Zeitung fortgeführt. | Sie berichtete schwerpunktmäßig in den Rubriken Deutschland, Internationales (mit einem Schwerpunkt auf China), Wirtschaft, Menschen & Meinungen, Wissen, Kultur und Lifestyle. Die Auflage der Epoch Times Deutschland betrug monatlich bis zu 180.000 Exemplaren, die in den deutschen Großstädten Hamburg, Berlin, Frankfurt, München und Düsseldorf in guten Wohnlagen verteilt wurden. Außerdem war die Zeitung im Abonnement erhältlich (Stand Mai 2016) [...] Die deutsche Epoch Times berichtet ausführlich über die Flüchtlingskrise in Europa seit 2015 und verarbeitet im Vergleich zu anderen nationalen Medien überproportional häufig negative Nachrichten über Migranten. Im Dezember 2015 berichtete Brigitte Baetz im Deutschlandfunk diesbezüglich kritisch über die Epoch Times Deutschland.[8] Der Branchendienst Meedia bezeichnete sie im März 2016 als Teil eines politisch „rechten Paralleluniversums“. | Auszeichnung | Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) zeichnete 2006 Die Neue Epoche für ihre „umfangreiche und regelmäßige Berichterstattung“ über Menschenrechtsverletzungen in China mit einem Medien-Sonderpreis aus.

Jetzt geht es ans Konkrete und Eingemachte. Was ist ein Faktum? Nachdem der Faktenfinder findet, dass das mit dem Demnächst-Drittwelt-Land Schweden so nicht gesagt worden ist und also nicht stimmt, die allererste Leserstimme:

Am 07. Juli 2017 um 13:31 von Norddeutscher22 | Gemäß einer Einschätzung der UN wird Schweden aufgrund der massiven Zuwanderung aus besonders rückständigen Ländern wie Somalia bis 2030 zurückfallen hinter Länder wie Kuba, Bulgarien und Mexiko. | Ein Viertel in Stockholm wird 'Klein Mogadischu' genannt, somalische Clans kontrollieren das Viertel. Eine katholische Webseite schreibt, in diesem Viertel herrsche eine Mischung aus 'Gesetz des Dschungels' und Scharia.

Die Sache ist leicht zu sehen: Es wird verallgemeinert. Nur eben -- die Errichtung einer Kategorie und anschließend das damit verbundene Faktum geht notwendig über Verallgemeinerungen von Einzelbefunden. Von diesem Punkt an beginnt die Auseinandersetzung, das Suchen ...

Der Bayernkurier wird da gefunden, zum Thema Vergewaltigungen in Schweden:

Immerhin wurden im vergangenen Jahr 50 Täter identifiziert – „sogenannte Flüchtlingsjugendliche vor allem aus Afghanistan“, so die Londoner Tageszeitung The Daily Telegraph. 200 junge Migranten bekamen Festival-Verbot. Und vor dem Festival war wenigstens gewarnt worden, wenn auch bewusst unklar-allgemein, vor jungen Männern, die sich in der Menge an Mädchen „reiben“ würden. | Polizeibericht: Heile Welt in Stockholm | Trotz der Rekordzahl von Mädchen, die während des Festivals solche Verbrechen meldeten, machte die Stockholmer Polizei das Phänomen nicht öffentlich. Die Öffentlichkeit bekam nichts mit, weder 2014 noch 2015. Im vergangenen Jahr klang die Polizeiberichtmeldung nach dem Festival regelrecht nach heiler Welt: „In Anbetracht der vielen Konzertbesucher gab es relativ wenige Delikte.“ Köln lässt grüßen.

Die Fakten lösen sich weiter auf ...