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Mittwoch, 31. Mai 2017

Die Moralisten

Wie oft ich mir schon diese Frage gestellt habe! Wer ist ein Moralist? Welche Handlungen und Eigenschaften machen einem Menschen zum Moralisten?

Heute gelesen:

 "... In der Familie [Proust] wurde offenbar kein Blatt vor den Mund genommen. Aus dem Nachwort erfahre ich, dass Proust-Kenner immer schon predigten, der Dichter sei ein großer Humorist. Dass er zu den französischen Moralisten gehört, leuchtet mir ein, denn diese heißen nicht Moralisten, weil sie Moral lehren, sondern weil sie die Sitten beobachten. Wer immer sich solche Beobachtungen leistet und dabei originell bleibt, kann gar nicht anders, als im Verhalten der Menschen die comédie humaine zu erkennen." (zeit.de)

Wir haben die Möglichkeiten, nach diesem Zitat: Moralisten =

* die, die Moral lehren
* die, die andere mit Blick auf deren moralisches oder eben: unmoralisches Verhalten beobachten

Es fehlt wohl:

* die, die selbst moralisch leben und öffentlich für ein moralisches Leben eintreten

Vielleicht noch ein paar andere Gruppen. Aber dass einen das bloße Beobachten + über die Beobachtungen auf diese oder jene Weise schreiben zum Moralisten macht, das leuchtet mir nun sowas von gar nicht ein! Das sind doch in der Regel Unmoral-Beobachter, oft sogar Unmoral-Voyeuristen!

So, und das nächste Mal frage ich, was wohl einen großen Humoristen ausmacht.

Dienstag, 30. Mai 2017

Die ZEIT macht nur vor dem Teufel halt?

(Man anhören, ansehen?)


Hallo Deutschland!

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BDLB #249 || Hier, Ende Kommentare 9 (von im Moment 62), mache ich mit dem Lesen Schluss. Und mein Schlussgedanke ist: Wenn diese Auseinandersetzungen hier eine kleine Vorausschau auf die Zukunft sind, dann sollte jeder froh sein, der über 50 -- was sag ich: über 70 ist. Die sozialen und ideologischen Auseinandersetzungen nehmen zu und werden härter. Und sie sind gekennzeichnet von einer gewissen Gnadenlosigkeit, die mit dem Wort Rechthaberei schon nicht mehr richtig bezeichnet ist.

Montag, 29. Mai 2017

Gutmenschen

Natürlich ist es beinahe vollkommmen sinnlos, auf den Kommentarseiten der Zeitungen etwas zu schreiben. Es entsteht da ein Kommentar-Chaos, das kaum einer liest und das vollkommen beliebig ist. Im Sinne des alten, ironischen "Gut, dass wir darüber gesprochen haben!" Auf der anderen Seite ist es so, dass manche Dinge, für einen selbst einmal festgehalten, ausgesprochen, doch vernünftig sind. Für einen selbst und die 10 Menschen, mit denen man ernsthaft-persönlich diskutiert. In diesem Sinne, mein heutiger ZEIT-Kommentar:

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"Eine junge Frau wollte wissen, wie man rechtfertigen könne, dass in diesem Jahr bereits über 1.500 Menschen auf ihrer Flucht aus Afrika im zentralen Mittelmeer ertrunken seien."

Ich sage das nicht zum ersten Mal: Es gäbe ein sehr einfaches Mittel, um zu verhindern, dass Menschen im Mittelmeer ertrinken. Die EU, ersatzweise Deutschland allein, müssten Fähren nach Nordafrika schicken und die Menschen rüberfahren nach Europa. Das könnte gegenüber der Schleuser-Entlohnung zu einem günstigen und dabei kostendeckenden Fahrpreis gemacht werden. Damit wären auch die so oft angeklagten Schleuser mit einem Schlag aus dem Spiel.

Warum geschieht das nicht? Warum werden von den Politikern, auch von der Kanzlerin, weiter die Schleuser vorgeschoben? Weil niemand weiß, wie Europa mit 1, 10, 40 Mio. Afrikanern umgehen kann, die dann vielleicht kommen.

Das Problem, das mit dem -- wirklich nicht schönen und langsam verbrauchten -- Wort "Gutmenschen" aufgezeigt werden soll, das ist: dass dies Menschen sind, die nicht in großen Zusammenhängen und in längeren Fristen denken wollen, vielleicht auch nicht denken können. Natürlich ist es gut, einzelnen Menschen in Not zu helfen. Wenn aber die Hilfe für Millionen auf längere Frist die Zielländer der Migration politisch und wirtschaftlich vollkommen destabilisiert und am Ende selbst zu "Problemländern" werden lässt, dann müssen immer die vielgescholtenen Realpolitiker ran, auf die die Gutmenschen dann mit den Finger zeigen können.

Samstag, 27. Mai 2017

"Im Verhör schilderte...

... der Angeklagte seine Vita. Demnach zählte sein Vater zu den größten Kakaoproduzenten Ghanas. Dessen erste Frau habe neun Töchter geboren, aber keinen Sohn. Also habe sein Vater mit einer Zweitfrau einen männlichen Nachkommen gezeugt: Eric. Nach dem Tod seines Erzeugers hätten Erbstreitigkeiten zum Kampf mit seinem Schwager geführt. Mit einem Knüppel habe er ihn erschlagen, gab der Angeklagte zu Protokoll. Vor der Rache seiner Stiefschwestern sei er über Libyen nach Italien geflohen. Neun Monate habe er im Flüchtlingslager verbracht. Am 10. Februar landete er in einer Aufnahmeeinrichtung in Frankfurt/Main. | Von da aus ging es nach Sankt Augustin. Gut einen Monat später lehnte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge seinen Asylantrag ab, weil er schon in Italien um Aufnahme gebeten hatte. Seit jenem 17. März hätte Eric X. abgeschoben werden können. Doch der Angeklagte schaltete einen Anwalt ein, der gegen den Bescheid vor dem Verwaltungsgericht klagte. Die Richter sahen sich außer Stande, zeitnah zu entscheiden." (general-anzeiger-bonn.de)

Eine Menge auf einmal. Vorher in dem Zeitungsartikel: dass eine Polizistin am Telefon geglaubt hat, der Anrufer, der Freund der Vergewaltigten, mache einen "Scherz".

Und der Rechtsstaat zerfällt, weil er ein Rechtsstaat ist. Er wird durach seine eigenen Maßstäbe zerstört.  Wenn Berufungen vorgesehen sind und zugelassen werden, wenn es extrem viele Prozesse und Berufungen werden, wenn dann nicht mehr 'zeitnah' entschieden werden kann, wenn dann freigelassen werden muss, weil eine andere Bestimmung das 'zeitnah' verlangt, dann geht am Ende nichts mehr.

Freitag, 26. Mai 2017

So, und jetzt ...

... machen wir einen noch weltberühmter als er eh schon ist. 

Ladies and Gentlemen!

We proudly present to you: 

Juergen ...

Teller!

"... in der Servicehölle von O2"

Es geht also nicht nur mir so? 

MOBILFUNKANBIETER | Willkommen in der Servicehölle von O2 || Von Johannes Wiedemann || Lesedauer: 6 MinutenWELT-Politikredakteur Johannes Wiedemann hat einen privaten O2-Handyvertrag. Früher war er von der Qualität des Kundenservice angetan – inzwischen hat sich das ins Gegenteil verkehrt || Unser Autor ist Privatkunde bei O2. Über Monate hinweg lieferte er sich mit dem Mobilfunkanbieter einen Streit über rund 200 Euro. Die wurden ihm für einen fiktiven Handytarif-Wechsel abgezwungen. Eine Abrechnung. || Mein Abstieg in die Servicehölle von O2 begann mit einer E-Mail: Ich hätte mich für einen Handy-„Tarif für junge Leute“ entschieden. Dafür solle ich einen Alters- oder Ausbildungsnachweis einreichen, forderte der Mobilfunkanbieter im Januar. Das war insofern seltsam, als ich in keinen solchen Tarif gewechselt war. Und auch seit vielen Jahren zu alt dafür bin: Besagte Option steht laut Unternehmens-Website Leuten unter 26 Jahren offen. Da ich seit 2008 meinen privaten Handyvertrag bei O2 habe, sollte bekannt sein, dass ich längst in meinen 30ern angekommen bin. Sollte. | Da aber in der Mail bereits ominös mit dem Wegfall von „exklusiven Tarif-Vorteilen“ gedroht wurde, wandte ich mich an den Kundenservice. O2-Kunden wissen: Telefonisch ist bei diesem sogenannten Telefonanbieter seit Monaten in der Regel niemand zu erreichen; wer mehr als eine Stunde gewartet hat, wird weggedrückt. Gäbe es einen Soundtrack zu meinen Albträumen, es wäre die Hotline-Musik von O2: sphärisch anmutender Chillout-Electro, der es aufgrund der Wartezeiten nie verfehlt, Aggressionen beim Anrufenden freizusetzen. (welt.de)

Ich habe jahrelang für eine Nummer bezahlt, die nachweislich nicht geschaltet war. Rückerstattung? Chancenlos! Die Überlegung ist klar. Geschäftsleitung an Sachbearbeiter: "Werden solche Leute wegen diesem Betrag vor Gericht ziehen? Doch wohl nicht!" Pech nur, wenn man dann mal an einen Journalisten gerät, der das ganze ins Blatt bringen kann.

Mein zusätzliches Pech ist: dass auch 1&1 sich so benimmt. Und Vodafone United, das auch Kabel Deutschland gefressen hat.

Donnerstag, 25. Mai 2017

""Ich verweigere jede Art von Verständnis ..."


"Ich verweigere jede Art von Verständnis für diese Art von Kultur. Ich will sie auch nicht importieren. Ich will keine Debatten führen über Kopftücher im öffentlichen Dienst, über Schwimmunterricht für Mädchen, über Männer, die Frauen keine Hand geben wollen, über Schweinefleisch in Kantinen und „kultursensible Pflege“ in Krankenhäusern. Und auch nicht darüber, wie viel Islam im Islamismus steckt. Ich will auch nicht genötigt werden, mich mit dem Koran zu beschäftigen, weder von weiß gewandeten Salafisten in der Wilmersdorfer Straße noch von Ihnen. Bleiben Sie bei Ihrer Wertschätzung für das „klassische islamische Recht“, das offenbar von den Kolonialherren versaut wurde. Und sobald Sie den Islam gefunden haben, der mit Demokratie kompatibel ist, sagen Sie mir bitte Bescheid."

Global Warming

Was man dem Herrn Schulz nicht alles voranstellen kann!

"Es gibt The­sen, die selbst dann über­le­ben, wenn kei­ne Be­wei­se für sie auf­ge­trie­ben wer­den konn­ten. Oder ge­nü­gend Be­le­ge ge­fun­den wur­den, um sie zu wi­der­le­gen. Die The­se, wo­nach der Kli­ma­wan­del nicht von Men­schen ge­macht sei, ist solch ein Fall. Die ori­gi­nel­le Be­haup­tung, wo­nach es Bie­le­feld gar nicht gebe, hält sich eben­falls hart­nä­ckig. Hin­ter fal­schen The­sen ste­cken im­mer hand­fes­te In­ter­es­sen. Sie sind nicht tot­zu­krie­gen, weil man­che Men­schen im Schat­ten von Wind­rä­dern le­ben und eine ak­ti­ve Kli­ma­schutz­po­li­tik als per­sön­li­chen Nach­teil emp­fin­den. Oder weil sie ganz ein­fach ei­nen tie­ri­schen Hals auf Bie­le­feld ha­ben." 

(MAR­KUS FEL­DEN­KIR­CHEN: DER GE­SUN­DE MEN­SCHEN­VER­STAND. Der Anti-Schulz-Hype. SPIEGEL 21 / 2017 -- Vielleicht ohne Abo nicht abrufbar.)

Aber zu der Sache hier: "Hin­ter fal­schen The­sen ste­cken im­mer hand­fes­te In­ter­es­sen." Interessen, irgendwelche? Ja. Einen Jux will er sich im Zweifelsfall machen mit dem Nicht-Bielefeld. Aber handfeste, ernsthafte Interessen? Wirklich immer? Nicht vergessen: Manchmal geht es einfach auch um wissenschaftliche Klarheit. Wenn ein Nobelpreisträger beispielsweise den menschengemachten Klimawandel sonor in Frage stellt.

Nun gut, da hat der SPIEGEL natürlich auch gleich eine Meinung: Der Mann befindet sich auf Abwegen. Nur -- das ist eine Meinung und wissenschaftlich gedacht ist das nicht. Der Mann weiß ja, wovon er redet. Man muss mal zuhören! (Nein, ich stimme Ivar Giaever nicht zu. Aber das mache ich als politischer Mensch mit einer Meinung, nicht als Wissenschaftler.)

Hat Ge­schlecht "et­was mit Bio­lo­gie zu tun"?

"Die St. Pau­l's Girl­s' School, eine bri­ti­sche Pri­vat­schu­le, er­laubt ih­ren Schü­le­rin­nen jetzt, Jun­gen­klei­dung zu tra­gen und sich mit Jun­gen­na­men an­spre­chen zu las­sen. Die Schul­lei­te­rin be­grün­det dies laut „FAZ“ da­mit, dass wir uns „auf ei­nen Punkt zu­be­we­gen, an dem das Ge­schlecht eine Fra­ge der Wahl ist“. Das ist in Zei­ten, in de­nen noch im­mer vie­le Men­schen glau­ben, Ge­schlecht habe et­was mit Bio­lo­gie zu tun, eine er­freu­li­che Hal­tung."

SO GE­SE­HEN. End­lich Wahl­frei­heit. Warum wir uns unser Geschlecht nicht vorschreiben lassen sollten von Clara Neukirch. SPIEGEL 21 / 2017.

Sagen wir mal so: Wenn die Mädels das lustig finden, dann -- nur zu. Nur als irgendwie fortschrittlich und verbunden mit einem 'endlich' sollte man solchen Klimbim nicht verkaufen. Wer mag, kann männlich / weiblich gerne mit den Mondphasen wechseln lassen und sein Geschlecht esoterisch verorten. Er sollte das nur möglichst in einem abgeschlossenen Terrain tun und anderen -- auch den SPIEGEL-Lesern -- damit nicht auf die Nerven gehen. Sonst könnte es sein, dass es demnächst eine Menge ehemaliger SPIEGEL-Abonnenten gibt.

--

Ja, aber -- doch nur triefende Ironie? Von wegen: der Ralf? Ach -- so! Der Schlawiner aber auch!

"Bei mei­ner letz­ten Kan­di­da­tur muss­te ich ei­ner lie­ben Kol­le­gin den Vor­tritt las­sen, weil sonst das Min­der­hei­ten­quo­rum nicht er­füllt ge­we­sen wäre. Aber das kann nur ein An­fang sein. Wenn ich mein Ge­schlecht frei wäh­len könn­te, dürf­te ich die Da­men­toi­let­ten im Fuß­ball­sta­di­on be­nut­zen, was eine gro­ße Er­leich­te­rung wäre. Au­ßer­dem wür­de mei­ne Le­bens­er­war­tung stei­gen. Und ich wüss­te end­lich, war­um ich nach 15 Jah­ren Ar­beit für mein Ma­ga­zin im­mer noch nicht Chef­re­dak­teur bin: die glä­ser­ne De­cke, Sie wis­sen schon. Mit mei­nem Na­men bin ich oh­ne­hin un­zu­frie­den. Ich fin­de Cla­ra schö­ner als Ralf. Nur Mi­ni­rock wür­de ich nicht tra­gen, auch wenn ich es dürf­te. Ich habe ein­fach nicht die Bei­ne da­für."

Mittwoch, 24. Mai 2017

Nachhilfe: "Der erotische Wiedereinstieg"

Hand aufs Herz, Frau Expertin. Meinen Sie das wirklich ernst?

Kann man Sex verlernen? || KEINE LUST AUF SEX? | So gelingt der erotische Wiedereinstieg | Manchen Langzeit-Singles haben oft Angst, in Sachen Matratzensport nicht mehr gut zu sein. Tipps für erotische Wiedereinsteiger

Ich dachte schon, ich würde die Seite nicht mehr finden. Aber -- natürlich BILD! Und, ja, 'Matrazensport'. Ich glaube, die Welt, die WELT und die BILD -- ist da überhaupt ein Unterschied? -- tickt einfach nicht richtig.

Politisches Argumentieren und die Emotionen

Mein Gott, lange her! Und heute wieder aktuell. Also hierherkopiert.

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16.02.2006 um 09:39 Uhr

In der ZEIT von heute (16. Februar 2006, S. 15ff.) ein Dossier über Musliminnen in Saudi-Arabien. Die inhalte so bizarr wie interessant. Auf der Leserbriefseite (S. 20) dann, neben anderem, Stellungnahmen zu verschiedenen Islam-Artikeln in zurückliegenden ZEIT-Ausgaben. In dem vieltönenden Chor, dissonant, am Ende nur eins: Jeder hat so seine Meinung, die auf Gefühlen aufruht. Darüber wird dann eine Konstruktion aus Sätzen errichtet, die Argumentation ergeben soll. Dabei ist Argumentieren sinnlos, wenn es keine verbindlichen und anerkannten -- nein, nicht: wenn es keine Regeln, Normen, Werte gibt. Sagen wir ruhig mal, mathematik-angelehnt: wenn es keine anerkannten Axiome gibt.

Viel gewonnen ist schon, wenn man sich seiner eigenen Gefühle versichert. Wie sehr mag ich die Muslime? Wen mag ich überhaupt? Welche Eigenschaften sind für meine Sympathien und Antipathien verantwortlich.

Und: das ganze Gerede aus der Multikulti- und Political-Correctness-Ecke, was kann ich damit anfangen?

Ich lege also einmal Rechenschaft ab:

1. Hinweise auf die Geschichte. Was die Europäer den Entwicklungsländern angetan haben und daß die deshalb verständlicherweise so sind und so regieren wie sie sind und wie sie reagieren. Die Palästinenser ohnehin. -- Mein Gefühl sagt mir: Wenn in Deutschland die Flüchtlinge nach dem 2. Weltkrieg in Zeltstädten an der Ostgrenze untergebracht worden wären, hätten wir dort heute in Abständen immer wieder mal eine veritable Intifada gegen die Polen und die Tschechen.

Oder anders: Wo ist die Grenze des zeitlichen Bezugs? Haben die Israelis nicht das Recht auf Palästina, weil sie dort vor den Palästinensern waren, und müßten die Israelis nicht die Italiener als Rechtsnachfolger der Römer, also wegen der Sache mit Titus 70 n. Chr., vor den Gerichtshof in den Haag bringen?

Das ist keine Gedanken-Karikatur, sondern es soll die Feststellung vorbereiten: Die Geschichte kann nicht ewig und für alles herhalten. Natürlich ist der Geschichtsbezug eine kaum wegzudrückende Instinktsache, wenn es um Gerechtigkeit geht. Wir müssen uns aber Gedanken über die dahinterstehenden Grundsätze und Grenzziehungen machen.

2. Nicht alle Muslime sind so. Ja, natürlich nicht. Aber das menschliche Gehirn ist auf Stereotypisierung und Vereinheitlichung angelegt. Da kann man wenig machen. Oder mal bildhaft gesagt: Wenn sich herausstellen würde, daß 90% der Attentäter der vergangenen 20 Jahre zur Gruppe der -- im Wortsinn jetzt -- blauäugigen Menschen gehören, dann würden die Blauäugigen unter Generalverdacht geraten. Auch wenn vollkommen klar und jederzeit unbestritten ist, daß a) 10% der Bombenbastler nicht blauäugig waren und daß b) 99,95% der Blauäugigen mit den Attentaten nichts zu tun hatten. So ist das nun mal mit dem menschlichen Bewußtsein und den darin enthaltenen Verallgemeinerungstendenzen.

3. Gekaufte Fähigkeiten. Die Entführer im Irak filmen ihre Opfer mit Camcordern, die aus Japan stammen, und kurven mit Autos aus Europa und Japan herum. Das Problem, das kaum jemals ausgesprochen wird (außer von H. M. Enzensberger im SPIEGEL, mit etwas taumelnden Sätzen): daß die Muslime im Nahen Osten von dem leben, was sie auf der Welt einkaufen, ohne selbst etwas Technisches, Wissenschaftliches, Innovatives hervorzubringen. (Selbstverständlich haben sie hervorragende Einzelwissenschaftler und wahrscheinlich auch hervorragende Automechaniker. Aber sie haben keine politische Kultur, um ein Autowerk mit innovativen Automodellen aufzubauen. An Geld würde es ja wahrhaftig nicht fehlen.) Würden die Muslime des Nahen Ostens als Amish -- nein, als Muslim People die Scharia nehmen und sich abschotten -- sie wären ein wohlgelittenes Großkuriosum in der Welt. Das Problem entsteht, weil da Menschen in der Moderne anerkannt sein und mitreden und mitspielen wollen, ohne die Regeln der Moderne anzuerkennen. Und ohne Leistungen zu erbringen, die sie als Mitglieder der Moderne ausweisen.

Vision of Humanity

In der ZEIT verlinkt jemand auf eine Seite, die Fakten zum Terrorismus bringt. Bemerkenswerte Datensammlung!


Montag, 22. Mai 2017

Chinesinnen heute

Auf der ZEIT-Seite ein Video: Junge Chinesinnen benutzen Apps, um ihre Selfies aufzuhübschen und finden das vollkommen normal. 

"Selfie | Digital aufgehübscht in China | In China boomen Smartphone-Apps, die Selbstporträts mit wenigen Klicks aufhübschen. Besonders junge Frauen teilen in den sozialen Netzwerken mit Vorliebe eine "verschönerte" Version ihrer selbst."

Ich erinnere mich auf einmal an einen leicht grausamen TV-Beitrag, schon ein paar Jahre her. Damals ging es vor allem um längere Beine bei Frauen. Vielleicht geht ea aber auch oft nur um Körpergröße. 

Natürlich steht dazu auch was im Netz:

GESUNDHEIT CHINA | Mit der Knochensäge zu mehr Körpergröße | Von Pascale Trouillaud | Veröffentlicht am 26.04.2010 |  | Operative Beinverlängerung in China: In vier Monaten um acht Zentimeter wachsen Operative Beinverlängerung in China: In vier Monaten um acht Zentimeter wachsen | Der Leidensdruck muss enorm sein – sonst würden sich Menschen einer solchen Prozedur sicherlich nicht unterziehen. In China lassen sich immer mehr kleingewachsene Menschen mit Säge und Schraubenzieher die Beinknochen strecken. Der Lohn: sechs bis acht Zentimeter mehr Körpergröße.

Über politische Fähigkeiten

Es gilt nicht nur:

A: "Der Klügere gibt nach!"
B: "Ja, deshalb sind überall die Idioten an der Macht."

Es gilt auch:

A: "Phantasie zu haben -- sich in andere hineinversetzen können, das ist eine große Fähigkeit!"
B: "Aber sich nicht in andere hineinversetzen können, das verleiht politische Durchschlagskraft! Andere aggressiv anfunkeln und für verrückt zu erklären, das muss der Politiker beherrschen."

Die Macrons

Unter den Entwürfen dieses Blogs findet sich das:

Warum die Macrons ein so ungewöhnliches Paar sind | Emmanuel und seine Lehrerin | Von Thomas Ley |  20.04.2017 | Die romantischste Affäre des französischen Wahlkampfs spielte sich vor 23 Jahren ab: Emmanuel Macron, damals 16, verliebte sich in seine 24 Jahre ältere Lehrerin Brigitte Trogneux. Heute haben die beiden gute Chancen, das ungewöhnlichste Paar im Elyséepalast zu werden. [...] Kann diese Liebe echt sein? | Es ist nicht schwer, derlei Zweifel anzufachen. Gerade wenn man, wie Russlands Wladimir Putin, eine weitere Präsidentschaftswahl im Westen mit Gerüchten beeinflussen will. Vor zwei Monaten deuteten russische Zeitungen prompt an, Emmanuel Macron sei schwul – und die Ehe nur Fassade. | Macron reagierte mit eher unbeholfenem Humor: Ein Doppelleben sei doch zu schwierig für ihn – schliesslich sei seine Frau dauernd neben ihm. Damit wird er die Gerüchte kaum zum Verschwinden bringen. Umso mehr, als Julian Assange, Chef des Kreml-treuen Enthüllungs-Portals Wikileaks, «brisante Informationen» ankündigte. (blick.ch)

Schnee von gestern. (Wie heißt es irgendwo: Der Schnee von gestern ist der Paris Match von heute. (Neues aus Kalau!))

Sonst sind sich doch immer alle einig, dass solche Dinge zum Privaten gehören. Aber am Ende natürlich -- was sind schon die Normen, wenn es um Politik geht!

Eduard Wirths

Funde, allesamt für die Martenstein-These:

Eduard Wirths (* 4. September 1909 in Geroldshausen bei Würzburg; † 20. September 1945 im Internierungslager Staumühle) war ein deutscher SS-Standortarzt in Auschwitz. || Wirths, der aus einer betuchten Unternehmerfamilie stammte, begann 1930 ein Medizinstudium an der Universität Würzburg, das er 1935 abschloss. Mit der 1936 erschienenen Dissertation Der heutige Stand der Pseudarthrosen promovierte er zum Dr. med. Wirths heiratete 1936 eine Kommilitonin, das Paar bekam vier Kinder. Im Mai 1933 wurde er Mitglied der NSDAP (Mitgliedsnr. 3.139.549) und der SA. Wirths wechselte Anfang Oktober 1934 von der SA zur SS (SS-Nr. 311.594). Während seines medizinischen Praktikums war er ab 1936 im Thüringer Landesamt für Rassewesen tätig. Von Dezember 1936 bis März 1937 arbeitete Wirths im Gesundheitsamt in Sonneberg und wechselte danach als Assistent zur Universitätsfrauenklinik in Jena, wo er bis September 1938 beschäftigt war. Danach wurde er Landarzt in Merchingen, nachdem sein Onkel aus der Praxis ausgeschieden war. 1940 arbeitete er bei der Reichsärztekammer. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges gehörte Wirths ab Anfang Mai 1940 einer Sanitätsersatzkompanie der Waffen-SS an. Von Ende Juli 1940 bis Anfang Februar 1941 war Wirths bei der Sanitäts-Inspektion der Waffen-SS tätig und danach bei der 6. SS-Gebirgs-Division „Nord“ eingesetzt. (Wikipedia)

Donnerstag, 18. Mai 2017

"The Donald without comb"

Ich wusste doch, dass ich den Typ schon mal gesehen habe! Ja, das ist er, "The Donald without comb". Ja, Donald ohne Kamm!

Brexit | Boris Johnson: Brüssel soll Rechnung für EU-Austritt zahlen | Die Europäische Union wolle sein Land ausbluten, sagt der britische Außenminister Boris Johnson. Von möglichen Brexit-Rechnungen für Großbritannien hält er nichts – im Gegenteil. | 13.05.2017 (faz.net)

"Wir können auch anders!"

Von der SPIEGEL-Seite rübergeholt:

--


Ich versuch es noch mal:

"Türkischer Minister zum Streit um Incirlik: 'Wenn die Deutschen gehen wollen, ist das ihre Sache'".

Wenn das jetzt die nächste Drehung in der T-D-Beziehungsverschlechterungsschraube bringt? Außenamt: "Wenn die Ditib-Imame gehen wollen, ist das ihre Sache."

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/imam-ausbildung-in-deutschland-14329287.html

Und das alles unter NATO-Verbündeten?

[(Sollten Diskussionen geschlossen sein, dann wäre es gut, wenn das klar wäre, bevor man losschreibt.) Das, weil ich das chon mal geschrieben hatte und dann kam die Meldung, dass die Diskussion beendet sei.]

"Moderne Vorbilder": Marianne

Auch das halten wir fest:

Der Verein der Bürgermeister von Frankreich (AMF) wählt regelmäßig bekannte Französinnen aus, die für die Marianne Model stehen dürfen. Schließlich stehen die Büsten später in ihren Rathäusern. Brigitte Bardot war 1970 die erste prominente Schauspielerin, gefolgt von Mireille Mathieu, Catherine Deneuve, den Mannequins Inès de la Fressange und Laetitia Casta sowie Sophie Marceau. 2013 soll eine ukrainische Femen-Aktivistin für eine Marianne-Briefmarke Patin gestanden haben, was landesweite Diskussionen auslöste. Das Nationalsymbol weckt also noch heute Emotionen. (xn--franzsisch-icb.com)


Dienstag, 16. Mai 2017

Rechtschreibung 'schiefgehen'

Zu meiner Überraschung will der Duden schiefgehen, nicht schief gehen. (Letzteres natürlich: Vor Schmerzen konnte er nur noch schief gehen. Na gut, stilistisch nicht sonderlich elegant.)

Und natürlich lache ich mich auf ewig kaputt angesichts der Tatsache, dass die Rechschreibreform mal was vereinfachen wollte.

AfD vs. LKR

Das nehme ich von den ZEIT-Kommentaren doch noch schnell mit rüber, bevor es in den Archiven versinkt:

BDLB
Die Rechnung ist ziemlich einfach, glaube ich: Die drei Themen "Zu viele Flüchtlinge", "Islam und Parallelgesellschaften" und "Europa- und Europrobleme" würden die AfD zweistellig machen. Aber nicht, wenn sie Nazi-Romantiker in ihren Reihen hält und andauernd innerparteiliche kleine Schlachtfeste mit Intrigen jeglicher Art veranstaltet.

U. Witt #121.1
Wieso hat dann Luckes neue Partei keine zweistelligen Ergebnisse?

Antwort auf #121 von BDLB
Nun ja, ich glaube, weil bei Lucke nur das letzte Themengebiet wirklich auf der Agenda steht. Genauer: Im Parteiprogramm* gibt es natürlich migrations- und islamkritische Töne; in der öffentlichen Darstellung, soweit es die überhaupt noch gibt, sind die aber nicht zu sehen.


Und die Umbenennung von "Alfa" zu "Liberal-Konservative Reformer" (*schnarch*) zeugt ja auch nicht gerade von Professionalität. Ich meine, wenn jemand eine Partei gründet, dann sollte er sich doch vorab informieren, ob der vorgesehene Name nicht anderweitig schon vergeben ist.
Antwort auf #121.1 von U. Witt

Donnerstag, 11. Mai 2017

Geigen 2: Dieses Thema ...

... interessiert mich schon seit ewigen Zeiten! Also nicht nur bei den Geigen, aber auch bei denen. Mein gegenwärtiger Kenntnisstand: Es gibt Menschen, die alles tun, damit man ihren Vorurteilen nicht zu nahe kommen kann. Schlicht gesagt: Ausreden -- Darumsaiten müssten es sein auf der Stradivari, usw. -- finden sich immer. 

Der gute alte Ephraim Kishon, Gott hab ihn selig, hat das ganze ja für die moderne Kunst durchgespielt. Wer kann da direkt vor dem Kunstwerk stehend und ohne einen Einflüsterer nebens ich Wertvolles von Stümperhaftem und Beliebigen trennen? Man lese: "Picasso war kein Scharlatan" und "Picassos süße Rache"!

Ach, was wünsche ich mir eine Rubrik in der ZEIT zu diesem Themengebiet! Gute Weine? Heute das "Streiflicht" der SZ zu unserem Thema hier. Lesen! 

Einleitend in der SZ: 

Vor einigen Jahren hatte Robert Hodgson, emeritierter Professor in diesem Fach [Statistik / Weinkenner], die Idee, die Weintester zu testen. Bei Nordamerikas ältestem Weinwettbewerb, dem California State Fair, jubelte er den Prüfern dreimal zu verschiedenen Zeitpunkten den gleichen Wein unter, und es kam, wie es Skeptiker hätten vorhersagen können: Die professionellen Weinnasen merkten nicht nur nicht, dass nichts Neues in den Gläsern war, sondern bewerteten das immer Gleiche auch sehr unterschiedlich.*

So nebenbei finde ich heraus, dass diese Sache mit den Geigen in der ZEIT schon im Jahr 2012 angemerkt wurde.

(Ich glaube, ich habe eben an völlig falscher Stelle im SPIEGEL das hier posten wollen! Ich bin beschämt!)

--

* Noch ein Fund zu Hodgson:

Retired statistics professor Robert Hodgson has owned Fieldbrook Winery in northern California for 35 years. Several years ago he released a study which showed that wine judges at the California State Fair gave dramatically different scores to the same wine when tasting it blind on two different occasions. The study has popped back into the mainstream media this year, cited as proof that wine tasting is "junk science" or "bullshit." W. Blake Gray asked Hodgson what the study really means. ... (wine-searcher.com)

"Mein Leben als Luftballon" (Literarische Skizze)


"Er hatte eben eine E-Mail an einen ihm unbekannten Forscher geschrieben, und er dachte jetzt über die Gepflogenheiten nach, die galten, wenn man sich auf diese Weise unbekannten Kollegen näherte. Er sagte sich auch gleich, dass das, was ihm da soeben als Bild aufgegangen war, für alle Kontakte galt. Man näherte sich dem anderen wie einem Luftballon. Also extrem vorsichtig. Warum war das so? Es entstand doch kein Schaden, wenn sich Luftballons zu nahe kamen, gar aneinanderstießen. Sie prallten voneinander ab, ohne Schaden zu nehmen. Was war da also los?

Nun, sagte er sich, die Ballons hatten Angst, dass der andere Ballon, aus welchen Gründen auch immer, eine Nadel an seinem Äußeren eingearbeitet hatte. Er kam näher, und wenn man die Nadel sah, war es schon zu spät: Peng! Und das wissenschaftliche Leben, die eigene Reputation war dahin. 

Also signalisierte man dem anderen: Ich werde dir nicht zu nahe kommen! Keine Angst. Selbst wenn ich eine Nadel an meiner Außenseite trage, ich werde dich nicht in Gefahr bringen. Und der angenehme Effekt für mich ist auch -- Du wirst mich nicht in Gefahr bringen können. 

Und wenn uns andere, die dieses Spiel nicht kennen, als aufgeblasen bezeichnen? Sollen sie ruhig. Sie gehören ja nicht zu uns." (BDLB)

Dienstag, 9. Mai 2017

Geigen: "Test im Konzertsaal"

Na endlich mal! Ein Test, ob der Hype um die sagenhaft teuren alten Geigen gerechtfertigt ist. Das Mittel ist einfach und wohlbekannt: ein Doppelblindtest.

Klangforscherin Fritz wollte diesmal wissen, ob das Urteil über Stradivaris im Konzertsaal anders ausfällt. Denn viele Violinisten seien überzeugt, dass Stradivaris in der Konzerthalle einen besseren Klang erzeugen als moderne Geigen, auch wenn sie direkt am Ohr leiser klingen, schreiben die Wissenschaftler. | Sie luden ein fachkundiges Publikum - Geigenbauer und -spieler, Musiker, Musikkritiker, Komponisten und Akustiker - in eine Konzerthalle in Paris ein, die für ihren guten Klang bekannt ist. Renommierte Solo-Violinisten spielten den 55 Zuhörern mit verbundenen Augen nacheinander jeweils auf einer neuen Geige und einer Stradivari. Für das Publikum war der Blick auf das Instrument durch einen Schirm verdeckt. (spiegel.de)

Und siehe da:

Das Ergebnis: Violinisten wie Publikum irrten so häufig bei der Einschätzung, ob es sich um ein neues oder ein altes Instrument handelt, dass die Trefferquote letztlich der Zufallsverteilung entsprach. Außerdem bescheinigten sie den neueren Geigen überwiegend eine bessere Klangausbreitung und größere Lautstärke. Am ehesten neigten noch die Violinisten, die selbst ein altes Instrument spielen, zu den Stradivaris. Für die Beurteilung war es dabei unerheblich, ob die Geiger solo oder mit Orchester spielten.

Jetzt machen wir das Ganze auch noch mit den billigen und teuren Bildern von Künstlern, mit Rot- und mit Weißweinen. Und dann kommen wir auch noch auf andere Dinge, denen die traditionellen Irrationalitäten ausgetrieben werden müssen.

Sonntag, 7. Mai 2017

"Sei­nen Wäh­lern ver­spricht er ...

... das Blaue vom Him­mel"

Der SPIEGEL 18 / 2107, also der mit dem Titelbild zum Abitur-Glücksspiel, wird etwas unsicher, wenn es um Südafrika geht:

"SÜD­AFRI­KA | Der rote Teufel vom Kap | Seit Wochen protestieren Tausende gegen Staatschef Zuma, fordern seinen Rücktritt. Der ehemalige Jugendchef der Regierungspartei hat sich an die Spitze der Bewegung gesetzt."

Der große oppositionelle 'Jugendchef' präsentiert sich vor sehr weinrotem Hintergrund mit gleichfarbener Lederjacke, großer Sonnenbrille, und weinrotem Barett. Er wirkt wie der Anführer einer schrägen Jugendgang.* Aber: Er wirft Zuma Korruption vor und will alles besser machen. Wie? Da kommt dann auch der SPIEGEL ins Sinnieren:

„Juju“, wie ihn das Volk nennt, der Mann, der sich als wah­rer Nach­fol­ger des ver­stor­be­nen Na­tio­nal­hel­den Nel­son Man­de­la sieht, ver­kün­det land­auf, land­ab ein schlich­tes Cre­do: Die Bon­zen der Re­gie­rung ha­ben euch be­tro­gen und be­rei­chern sich nur. Wir aber, die EFF, wir wer­den die Wen­de voll­enden und nach der po­li­ti­schen die wirt­schaft­li­che Frei­heit für euch er­kämp­fen. Sei­nen Wäh­lern ver­spricht er das Blaue vom Him­mel: Wohn­raum, Was­ser, Strom, al­les soll künf­tig um­sonst sein. Und na­tür­lich wer­den alle Ar­beits­plät­ze be­kom­men. Und Land, frucht­ba­res Land. | Aber wie will er das er­rei­chen? Ganz ein­fach, sagt Ma­le­ma, das Volk sol­le sich neh­men, was die Ko­lo­nia­lis­ten einst ge­raubt ha­ben. „Kein Wei­ßer ist der recht­mä­ßi­ge Ei­gen­tü­mer von Land, nicht in Süd­afri­ka und nicht auf dem gan­zen Kon­ti­nent.“ Er will die Groß­grund­be­sit­zer ent­eig­nen, ohne Ent­schä­di­gung, so wie es Ro­bert Mu­ga­be in Sim­bab­we vor­ge­macht hat. Der Dik­ta­tor, der durch die Mas­sen­ver­trei­bung der wei­ßen Far­mer sein Land rui­niert hat, zählt zu Ma­le­mas Vor­bil­dern.

Sagen wir es doch etwas klarer: Wenn einer, wer auch immer, die Weißen aus Südafrika rauswirft, dann wird das Land innerhalb von 5 Jahren zu einem zweiten Simbabwe. Es wird vor sich hin verelenden, es wird zu einem großen Mmigrationfall werden.

Hat das Deutsche wieder eine schöne Redewendung für dieses Problem mit Zuma? Ja. "Den Teufel mit Beelzebub austreiben."

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Und jetzt doch das so sprechende Bild des Heilsbringers.


(Ich habe keine Bildrechte. 
Wer möchte, dass das Bild weggenommen wird, 
möge sich bitte kurz melden.)

Freitag, 5. Mai 2017

Sehr geehrte Firma Netto!

Da haben Sie also diese Tegelmann-Filiale übernommen. Es gibt keine Frischfleisch- und keine Käsetheke mehr. Alles ist abgepackt. Discounter eben. Nur dass es in fußläufiger Entfernung jetzt keinen Nicht-Discounter mehr gibt. Anyway.

Gestern wollte ich zum ersten Mal Pfandflaschen zurückbringen. Bei Tengelmann war das vorher immer easy. Hin und wieder war eine Flasche dabei, die der Automat nicht geschluckt hat, aber es war selten. Nun aber -- habe ich gut die Hälfte der Flaschen wieder mitnehmen müssen.

Kleine Anfrage bei einer Verkäuferin. Sehr kühle Auskunft: Zurückgenommen würde bei Pfandflaschen nur, was Netto auch anbiete. Kundenfreundlich ist das nicht. Und schon gar nicht wird das dazu führen, dass ich jetzt vermehrt bei Netto einkaufe. Im Gegenteil, ich werde über die Wiese zu Edeka marschieren. Nein, Quatsch, ich werde das Auto nehmen müssen. Zu weit weg.

Ach, und auch das noch! Heute steht in der Süddeutschen, dass Amazon sich von Berlin her anschickt, frische Lebensmittel ins Haus zu bringen. Demnächst auch in München. Was für eine Zeitersparnis! Und wenn dann die Pfandflaschen bei Netto so behandelt werden, wie sie behandelt werden, nun, dann hat bei mir Amazon fresh glänzende Prognosen.

Donnerstag, 4. Mai 2017

Informationen über Täter

Vielleicht eine Allerweltsmeldung von einem schrecklichen Ereignis. Aber auch ein Beispiel, dass von Tätern wenig bis nichts mitgeteilt wird. Drogenabhängiger? Einfacher Krimineller -- in welcher Richtung? Migrationshintergrund ja oder nein? Darf einen das interessieren oder nicht?

"Ein polizeibekannter 24-Jähriger hatte sich offenbar eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert ..." (abendblatt.de)

"Ein mutmaßlicher Taxidieb war laut Polizei am Morgen mit "stark überhöhter Geschwindigkeit" in falscher Richtung unterwegs." (spiegel.de)

"07:22 Ein Taxifahrer ohne Gäste war demnach in falscher Richtung unterwegs und kollidierte mit einem anderen Taxi, in dem sich drei Menschen befanden." (stern.de)

Das mit dem Taxifahrer ohne Gäste kann man streichen. Da war über den Taxi-Diebstahl offenbar noch nichts bekant.

«Carte blanche»

Gestern abend im französischen Fernsehen. So schlimm, wie in den deutschen Zeitungen charakterisiert, war dieser Schlagabtausch nicht, finde ich.

23h24 - «Carte blanche». Emmanuel Macron choisit de parler du handicap. Marine Le Pen, elle, ne choisit aucun sujet et attaque son adversaire. Cela ne lui échappe pas : «On vous demande une carte blanche et vous salissez votre adversaire».

23h13 - Passe d'armes sur les affaires. «Le parti des affaires, c'est le vôtre», lance Emmanuel Macron. Marine Le Pen réplique en soulevant la question du patrimoine d'Emmanuel Macron, qui rappelle à son tour que le patrimoine de Marine Le Pen est également en question. Elle décrit Emmanuel Macron en «candidat à plat-ventre». «Je suis debout, (...) je n'ai pas besoin de salir», réplique-t-il. «J'ai toujours respecté les Français qui ont voté pour vous. (...) Vous ne méritez pas leur colère.»

...

21 heures - Le débat commence. Marine Le Pen prend la parole la première, se dit «extrêmement heureuse» de la façon dont se déroule ce second tour. Elle attaque bille en tête Emmanuel Macron, accuse François Hollande d'être «à la manoeuvre». Elle s'en prend à «l'enfant chéri» du système et, comme elle l'a déjà fait ces dernières semaines, dénonce «la froideur du banquier d'affaires». Emmanuel Macron lui réplique : «Vous avez démontré que vous n'êtes pas la candidate de l'esprit de finesse.» «Depuis 40 ans dans ce pays, nous avons des Le Pen qui sont candidats à l'élection présidentielle.» Il affirme qu'elle est la candidate de «l'esprit de défaite».

20 heures - Bienvenue sur ce direct! Le débat entre Emmanuel Macron et Marine Le Pen doit commencer à 21 heures. Sous l'oeil de 14 caméras, le candidat d'En Marche! et la candidate du Front national vont s'affronter à moins de quatre jour du second tour de l'élection présidentielle. Selon la dernière vague de notre sondage quotidien «La Présidentielle en temps réel», Emmanuel Macron demeure largement favori, avec 60% d'intentions de vote, contre 40% pour Marine Le Pen.

Wie wird das wohl sein, wenn La Merkel gegen Le Schulz antritt?

Mittwoch, 3. Mai 2017

O je, die Lendenkräfte!

Also, dieser Text ist nicht einfach "vom SPIEGEL", sondern von Stephan Lohr. Aber sei's drum. Dass sowas im SPIEGEL steht, verwundert. "Namhafte Silver Ager". *brrrh*

Der eine hat eine Frau, die als Model der Generation 50 plus erst Karriere, dann die Biege macht. Dem anderen versagen beim Akt mit der wunderschönen, 30 Jahre jüngeren Leyla im entscheidenden Moment die Lendenkräfte: Probleme alternder Männer sind das Thema zweier höchst unterschiedlicher Bücher, geschrieben von namenhaften Silver Agern der deutschsprachigen Literatur.

Dienstag, 2. Mai 2017

Ich kommentiere in einem ZEIT-Kommentarteil ...

Das ist ja schon seltsam, denke ich. Ich kommentiere in einem ZEIT-Kommentarteil, bei einem Artikel über eine Expertenerklärung zum Islam und mein Kommentar wird gelöscht:

"Entfernt. Nutzen Sie den Kommentarbereich bitte um sich sachlich über den Artikelinhalt auszutauschen. Danke, die Redaktion/rc"

Zuerst verstehe ich gar nicht. Dann dämmert es mir, und ich schreibe eine Entschuldigung mitsamt einer Erklärung.

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[[ Ok, hier folgt eine Entschuldigung. Ich habe die Sache rekonstruiert: Ich war beim Runterscrollen von diesem ZEIT-Video

Religion | Fünf Fragen an den Islam | Nach unserer Artikelserie zum Islam erreichten uns viele Leserfragen. Der Wissenschaftler und Autor Ali Ghandour beantwortet fünf der wichtigsten. || Von Jan Lüthje

auf diesen Artikel gekommen. Hierher passen meine Kommentare, vor allem der angehängte zweite, der gelöscht wurde, tatsächlich nicht. (Es ging da um ein SPIEGEL-Zitat, um die Ermordung einer Frau aus Afghanistan, nach Deutschland geflüchtet, durch einen Landsmann. Erstochen wurde die Fra wahrscheinlich, weil sie zum Christentum konvertiert war. Das hat wenig bis keinen Bezug zu diesem Kamasutra-Artikel.) Insofern ist auch der erste Teil meines Kommentars, der noch oben steht, am falschen Ort. ]]

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Die Problematik, wenn es um konkrete Verhaltensweisen von muslimischen Flüchtlingen geht, sind aber natürlich insgesamt sichtbar. Der SPIEGEL-Bericht, der bei der ZEIT gelöscht wurde, ist der:

Zweifache Mutter aus Afghanistan erstochen | Ermittler prüfen religiöses Motiv für Bluttat am Chiemsee | In Oberbayern ist eine Afghanin vor einem Supermarkt erstochen worden. Sie soll zuvor zum Christentum übergetreten sein. War das der Anlass für die Tat? || Dienstag, 02.05.2017 14:58 Uhr | Im Fall der tödlichen Messerstiche auf eine zweifache Mutter in Prien am Chiemsee prüft die Polizei ein religiöses Motiv für die Tat. Die "Bild"-Zeitung hatte berichtet, die 38-jährige Afghanin sei von einem 29-jährigen Landsmann getötet worden, weil sie zum Christentum konvertiert sei. || Ein Polizeisprecher sagte, man habe Erkenntnisse, dass es den Übertritt gegeben habe. Es sei gut möglich, dass es einen Zusammenhang gebe mit der Tat. Die Ermittlungen seien aber wegen der Sprachbarrieren schwierig. Es gebe noch keine gesicherten Erkenntnisse zum Motiv. || Kinder in Obhut von Behörden || Die Frau war am Samstagabend vor den Augen ihrer Kinder vor einem Supermarkt in der oberbayerischen Gemeinde niedergestochen worden. Sie starb wenig später im Krankenhaus. Der mutmaßliche Täter wurde in eine Nervenklinik eingewiesen. Die beiden fünf und elf Jahre alten Kinder sind in der Obhut von Behörden. || Der Sprecher sagte, der 29-Jährige habe in einer Unterkunft für Asylbewerber gewohnt, die Frau in einer Privatwohnung. Beide hätten sich gekannt.

"Mein Michael!". Oder: Das Lustprinzip

BILD weiß es halt manchmal doch am besten! Zum Hotel-Michael-Urteil das:
02.05.2017 - 15:23 Uhr Mit einem fast Unbekannten verbringt eine Frau aus Halle vier Tage im Hotel: Neun Monate später kommt ein Kind zur Welt. Daraufhin will die junge Mutter Auskunft vom Hotel: Wer war der Mann, von dem sie nur einen Vornamen kennt? Als sich das Hotel weigert, klagt die Frau auf Herausgabe des Namens. Doch das Gericht urteilt: Das Hotel hat richtig gehandelt – ein Anspruch auf Auskunft besteht für die Frau im konkreten Fall nicht. BILD zum Thema und der Frage, wie Hotels mit den sensiblen Daten ihrer Gäste umgehen müssen. || Zusammen mit ihrem männlichen Begleiter mietete die Frau im Juni 2010 ein Hotelzimmer in Halle. Mehr, als dass sein Vorname Michael war, wusste sie nicht über ihn. Im März 2011 bekam die Frau einen Sohn und wandte sich an das Hotel, um den vollständigen Namen und die Adresse ihres damaligen Begleiters zu erfahren. Auch, um Unterhalt für ihr Kind einzufordern. Sie ist der Meinung, dass ihr nach dem Bundesdatenschutzgesetz ein Auskunftsanspruch zusteht, dem das Hotel nachkommen müsse. Doch das Hotel ist der Ansicht, dass kein Anspruch auf die Weitergabe persönlicher Daten der Gäste besteht. Insbesondere, da zum betreffenden Zeitraum vier männliche Personen mit dem Vornamen Michael im Hotel zu Gast waren. (bild.de)
Mich würde nicht wundern, wenn die Richterin, die da den Datenschutz hat hochleben lassen, im Geheimen und zu sich selbst gesagt hat: "Wenn eine solche ... vier Tage lang dem Lustprinzip frönt und über den Mann rein gar nichts weiß, dann geschieht ihr alles Nachfolgende recht!"