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Montag, 31. Dezember 2012

Dietmar Wischmeyer

Passend zum Tag und zu -- nun ja, sagen wir: vielem anderen. Bei Youtube, und anderswo. Besonders hervorgehoben seien drei geniale Arbeiten von Wischmeyer:

Würzburger Doktorfabrik

Beim Aufräumen des Zeitungskorbs fällt mir ein Artikel aus der ZEIT (Nr. 47, 15.11.2012, S. 73, Rubrik Wissen) in die Hände, den ich übersehen hatte:

PROMOTIONEN || Würzburger Doktorfabrik || Ein Professor für Medizingeschichte soll über Jahre hinweg Dissertationen gegen Spenden selbst verfasst haben. Von Daniel Müller. | ... Wer sich mit diesem Fall befasst, dem begegnet eine grotesk verkommene Wissenschaftswelt. Es gibt dort Eitelkeit und Missgunst, Ruhmsucht und Denunziation. Es geht um den Verdacht auf gekaufte Doktortitel, um einen windigen Promotionsvermittler und merkwürdige Spenden, um angeblich gefälschte Beweise und anonyme Hinweisgeber. Und es geht um einen Mann, der sein Leben der Wissenschaft gewidmet hat und am Ende an ihr zerbrochen ist. | Wer den Fall verstehen will, muss zurückgehen ins Jahr 2005. Der ehemalige Lehrstuhlinhaber Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Gundolf Keil, der 25 Sprachen sprechen soll, ein »Mann von lexikalischem Wissen«, wie unabhängig voneinander gleich drei Kollegen sagen, ist seit 18 Monaten emeritiert. | In jenem Sommer 2005, Keil ist 71, wähnt sich der einflussreiche Mann auf dem Zenit seiner Karriere. Erst kürzlich hat er seine 250. Dissertation betreut, eine unglaubliche Zahl. »Er ist damit überall hausieren gegangen«, sagt ein emeritierter Professor der Fakultät. Für Keil habe in dieser Zeit nur noch der Ruhm gezählt, der Eintrag in die Geschichtsbücher. Doch dann entdeckt sein Nachfolger, Professor Michael Stolberg, eine ganze Reihe von Dissertationen, die ihm ungewöhnlich vorkommen. ... 

Den Artikel gibt es, mitsamt interessanter Leser-Meinungen, auch im Netz. Wissenschaft in Deutschland? Staunen, immer wieder auf's Neue.

Sonntag, 30. Dezember 2012


Patrick Mardellat: L’analyse économique du bonheur chez Carl Menger et Max Weber. Thèse de Doctorat. Université Paris X – Nanterre 2004.

Nur -- woher nehmen oder stehlen?

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Hübsch, der oben schon verlinkte WorldCat-Eintrag dazu:

"1 edition published in 2004 in Französisch and held by 2 libraries worldwide"

Eine Zusammenfassung wenigstens gibt es da:

"L'analyse économique du bonheur est le thème de recherche de ce travail d'histoire de la pensée économique. Il s'agit de retrouver l'héritage pratique de la pensée économique autour de la question du bonheur. C'est dans la tradition de pensée de langue allemande que celui-ci est repéré. Les œuvres de Carl Menger et Max Weber sont resitués dans cette tradition et arrachés à leur réception habituelle, néoclassique pour le premier, sociologique pour le second. La systématique de leur pensée économique articule une théorie pure non-mathématique saisissant l'origine, la fonction et l'essence des phénomènes économiques, et une histoire des transformations des formes de la vie économique. Contrairement à la théorie quantitative du bien être centrée sur la production, l'analyse économique du bonheur humain est centrée sur la consommation dont le caractère fondamental est ainsi affirmé. C'est l'action de consommation dans des institutions qui manifeste la possibilité du bonheur économique."

Samstag, 29. Dezember 2012

Respekt?

Die beiden toten Mädchen, 15 Jahre alt, in Günzburg, am Bahnübergang. Tragisch, ein Unglück. Wer ist schuld? Es muss ja immer jemand schuld sein. Die Bahn? Das Wetter? Das Wetter kann man nicht so recht beschuldigen. Und dann zucke ich zusammen, als ich das Folgende lese:

Bei allem Respekt | von Glariana Bauer | Die Bahn hat 150m vor der Schranke ein Schild das die Verkehrsteilnehmer vor einem Bahnübergang warnt. Danach, 100m vor dem Übergang steht noch so ein Schild. Ditto bei 50m. Dann ist da eine Klingel, 2 riesige rote Warnblinklichter und 'ne gottverdammte Schranke! Wer's dann noch nicht geschnallt hat, der hat in userem Gen-Pool nichts zu suchen, da sind Schwimmer gefragt.


Ist es jetzt zu weit gegriffen, wenn man annimmt, dass im deutschen Genpool vielleicht doch herzlose ... -- hier stand ein Wort, das ich streiche. Wir hatten da mal eine sehr dunkle Vergangenheit, da ging es irgendwie auch um einen Genpool, in dem die nicht so Tüchtigen nichts zu suchen hatten. Dass einen heute schon ein jugendlicher Blackout, wenn es denn einer war, ausreicht, um aus der Gesellschaft der Tüchtigen und Aufmerksamen ausgeschlossen zu werden. Gebe Gott, dass Frau Bauer nicht mal ein Vorfahrtsschild übersieht. Aber das kann bei ihr, einer mit guten Genen, wahrscheinlich nicht vorkommen.

Peer Steinbrück

Ok, Schluss für heute. Damit:

"Anwälte kassierten 1,8 Millionen Euro Steinbrücks, Finanzministerium bezahlte Kanzlei für Lobbyarbeit || SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück zahlte als Finanzminister 1,8 Millionen Euro an eine Frankfurter Lobby-Kanzlei 1.831.397,38 Euro Berater-Honorar erhielt eine Rechtsanwaltskanzlei in den Jahren 2005 bis 2009 vom Bundesfinanzministerium, für Mithilfe bei der Bankenrettung. Chef des Ministeriums in dieser Zeit war Peer Steinbrück. Später hielt Steinbrück eine Rede bei den Bekannten – und bekam 15 000 Euro."
(FOCUS Online)

Das ist nicht wirklich gut für einen Kanzlerkandidaten, vor allem, wenn er Mitglieder der SPD ist. Das alles wäre -- Schwamm drüber. Nur eben müsste Steinbrück als Politprofi wissen -- hätte wissen müssen, dass sowas in einer pressefreien Gesellschaft herauskommt. Er hatte doch Christian Wulff direkt vor Augen! Wenn er das nicht weiß und nicht wusste, dann ist die Frage, welche politprofessionelle Qualität man ihm bescheinigen soll.

Freitag, 28. Dezember 2012

SF

Wer Science Fiction schreibt, der hüte sich vor Jahreszahlen! Ich komme zufällig auf "2001: Odyssee im Weltraum". 2001! Wie lang ist das her? Und wie lächerlich waren ab 1975 die Damen mit Hütchen und mit alten Skihosen, die da servierten! Und "1984"! Nur um 1948 umzukehren? Und 1984 war weit, weit weg! Aber eben -- die Zeit vergeht, wie man so sagt: im Fluge. Und heute sieht man den Staub und die nicht eingetretenen Prophezeiungen. Von wegen 21-12-2012.

P. S. Ein besonders pfiffiger Anrufer in einer der Radiosendungen zum Untergang vom 20. Dezember 2012 meinte: In einem Paralleluniversum sei die Erde vielleicht untergegangen ... Meine Antwort: Ja, kann sein. Und in diesem Paralleluniversum gibt es diesen Anrufer gar nicht.

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Ich finde und finde kein Bild mit den Serviererinnen im Raumschiff, auf dem Weg zum Mond. So ungefähr sieht es da aus:

2001: Odyssee im Weltraum (1968)

No more excuses

Kleine Übersetzungsübung am Morgen:

No more excuses, Ald. Jackson | Too many aldermen are out to lunch instead of in the trenches || December 28, 2012 || Chicago Ald. Sandi Jackson, 7th, bristled recently when reporters asked about her lousy attendance at City Council meetings. | "I think my constituents understand this. I'm not going to respond to one or two people who have some angst about my attendance in City Council," she said. "This has been a tough year for me, there's no doubt about that." (Chicago Tribune Online)

Wenn es denn nicht in der nächsten Zeile stünde -- nicht leicht zu finden, die Abkürzung Ald. = Alderman, Stadtrat.

trench ist, hin oder her, ein Graben in unterschiedlicher Form. Muss hier in Chicago ein spezieller Ausdruck für den Tagungsraum sein, oder?

Freitag, 21. Dezember 2012

Über die Polizei und die Sprache

Das hier ist was für Sprachkritiker, nicht für Systemkritiker.

Was halten wir denn von dem Folgenden in Sachen Stil und Grammatik?

"Der Karikatur Kalender, der Bayern Polizei, grenzt an Humor und diskriminierenden Humor einiges ist stark übertrieben. Bei einigen dachte ich okay da ist was unbedacht geäußert worden,man kann nun nicht auf jedes Wort achten welches man äußert. | Allerdings sind die Karikaturen teilweise so gestalten das es teilweise wirklich fragwürdig ist ob das so in Ordnung geht. Rassistisch gesehen." (STERN Online - Leser-Kommentare)

Ach, ich hab jetzt einfach mal Lust, so kurz vor Weihnachten den Besserwisser und Volkserzieher zu spielen. Kostenlos. Egal was Volkes Stimme dann krächzt.

"Der Karikatur-Kalender, der Bayern-Polizei, grenzt an Humor und diskriminierenden Humor. [Was soll das denn heißen?!] Einiges ist stark übertrieben. Bei einigem [lassen wir mal klein, das einigem] dachte ich: Okay, da ist was unbedacht geäußert worden, man kann nun nicht auf jedes Wort achten, welches [welches ist spätes 19. Jahrhundert] man äußert. | Allerdings sind die Karikaturen teilweise so gestaltet [gestaltet, Mann, nicht gestalten!], dass es teilweise wirklich fragwürdig ist, ob das so in Ordnung geht. Rassistisch gesehen. [Wie bitte?! Rassistisch gesehen?!]"

Dass sich die Polizei da nicht bessert, bei der Sprachkraft ihrer Kritiker, das ist abzusehen.

Lorenz-Günther Köstner

Es ist zum Mäusemelken!

"Trainer-Wechsel in der Bundesliga || Köstner muss in Wolfsburg für Schuster Platz machen || Keine Belohnung für seinen Erfolg: Lorenz-Günther Köstner | Als Nachfolger von Felix Magath hatte Fußball-Trainer Lorenz-Günther Köstner beim VfL Wolfsburg Erfolg. Trotzdem darf der 60-Jährige nicht weitermachen – nun muss er seinen Platz enttäuscht für Bernd Schuster räumen. (FOCUS online)

Ich hab gar nichts gegen Bernd Schuster. Netter Mensch, der manchmal auf sympatische Weise etwas hilflos wirkt. Aber: Müssen die Trainer-Posten den immer nach Berühmtheit vergeben werden? Das lief doch für Wolfsburger Verhältnisse unglaublich gut mit Köstner aus Wallenfels! Warum also ihn nicht wengistens diese Saison zu Ende bringen lassen, um dann zu entscheiden?!

Wir werden ja sehen, ob es mit dem großen Namen noch besser wird. Oder vielleicht auch nicht. Im April schaun wir mal.

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Anschließend gefunden, in der SZ:

"Im Umfeld des Vereins hat die Personalie Schuster aber eher für Unruhe gesorgt. Zahlreiche VfL-Fans sind gegen die geplante Verpflichtung des früheren Meistertrainers von Real Madrid, der am Samstag seinen 53. Geburtstag feiert. Die Anhänger machen ihren Unmut und ihr Unverständnis für die Entscheidung von Allofs in Internet-Foren publik.
...
Schuster, der bisher noch keinen Bundesligaclub trainiert hat, gilt als Freund von Aufsichtsratschef Francisco Javier Garcia Sanz. Der bevorzugt bei seinen Personalentscheidungen gerne große Namen."

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Gangnam Style

Ich hab mir zum ersten Mal das Video angesehen: "Gangnam Style...". Was sage ich: Nicht mein Style. (Oder ehrlicher: Rather bescheuert.If you know what I mean.)

Immerhin, für Feinsinnige intervideoistisch interessant: "Der Song ist als Parodie konzipiert. Gangnam Style bezeichnet den verschwenderischen und luxuriösen Lebensstil, den man mit dem Bezirk Gangnam der südkoreanischen Hauptstadt Seoul verbindet.
...
Wenige Tage nach Erscheinen des Videos zu Gangnam Style auf YouTube drehten Fans aus der ganzen Welt Parodien von Gangnam Style und stellten sie ins Netz." (Wikipedia)

Lieber DFB!

Man sollte eine neue Topf-Regelung einführen, damit die Bayern nicht wieder im Viertelfinale gegen die Dortmunder spielen! Schlichtestes Verfahren: Die Verbliebenen Vereine werden nach formalem Stand Liga - Tabellenplatz in zwei Gruppen geteilt und es werden immer zwei, eine guter und ein schlechterer Verein, zu einer Begegnung zusammengestellt.

Wär das nichts?!


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Ok, ich hab mit Uli Hoeneß telefoniert. Der sagt: "Jaaa... Aber das würde natürlich -- den Glückspielcharakter aus dem Pokal ein Stück weit rausnehmen. Das mit der Lotterie ist ja Absicht."

Gut, wo er recht hat da hat er recht! (recht klein, natürlich)

Deutsch: einfach eine nicht einfache Sprache

Ich wollte mich doch einfach nur über diesen Film informieren. "Eine einfache Geschichte". Eben!

Herr Gott nochmal, schimpfe ich mit mir selbst, man darf mit der Wikipedia und überhaupt mit den sprachlichen Verlautbarungen der eigenen Zeitgenossen nicht zu kritisch sein!

Aber dann steht da immer noch dieser Satz, zitiert aus einer Kritik:

„Claude Sautets leises, hervorragend gespieltes Drama kreist um die Schwierigkeiten des privaten Glücks – und spiegelt auf kongeniale Weise auch das Leben seiner Hauptdarstellerin.“
– Kultur.Kino.Köln

Mich stört schon, leise, das hervorragend gespielte Drama. Aber das das Drama auf kongeniale Weise das Leben seiner Hauptdarstellerin spiegeln soll -- da stehe ich nur noch, wenn ich mal so sagen darf: stilistisch japsend da und ringe nach Luft.

Im Übrigen, dieser ganze Sautet-Film! Wenn man liest, was da über den Inhalt in der Wikipedia steht, dann kann man ihm nur Prädikat extrem verquer geben. WP-Auszug:

"Als Jérômes Neustart scheitert und sein zweiter Selbstmordversuch gelingt, kommen sich Marie und Gabrielle noch näher und fassen den Entschluss zusammenzuziehen – mit dem Wissen, dass Marie erneut schwanger ist, diesmal von Georges. Bei einem vorläufig letzten Treff mit ihm fühlt sich Marie in ihrem Glauben bestätigt, sie könne offenbar nicht Mann und Kind zur selben Zeit haben, denn Georges teilt ihr mit, dass er die Firma und Paris verlassen wird – mit seiner Freundin, die für ihn alles stehen und liegen lasse. So verschweigt Marie ihm die Schwangerschaft. Auf den Vorwurf einer der Freundinnen, das aufwachsende Kind habe dann nur sie, entgegnet Gabrielle selbstbewusst: Sie und mich."

Jetzt ziehen Marie und Gabrielle und das Wissen zusammen!

Ach, lassen wir das lieber ...

Krudes Leben, krude Beziehungen und oberkrude Beziehungskisten! Waren die 1980er so? Oder ist alles inzwischen noch schlimmer geworden? 

Der Neustart scheitert und der Selbstmordversuch gelingt? Schöne Anti-Parallele. Und man muss sich auch wundern, dass der Selbstmordversuch stehengeblieben ist, wo es doch in der WP nur hoch Suizidversuch heißen darf, weil die politisch und sonst auch Korrekten die Macht übernommen haben.

Montag, 17. Dezember 2012

Amok

Jetzt ernsthafter und inhaltlicher: Wenn man -- aus ganz unterschiedlichen Hinter-Gründen -- nicht über Waffenkontrollen der Anschläge Herr werden kann, dann bleibt nur eines: Es müssen Modelle gefunden werden, um die Risiko-Menschen zu erkennen, damit die dazu gebracht werden, sich weiter untersuchen und befragen zu lassen.

Wer das nicht will, der muss sagen, was er tun würde. Wenn Menschen Waffen kaufen und besitzen wollen und das, aus Tradition  als Teil ihrer persönlichen Freiheit ansehen. Wer dann sagt, das müsse man dennoch ändern, der kann dann auch sagen, dass er gegen schlechtes Wetter angeht, indem er sagt, man müsse das Wetter dennoch verbessern, indem man es dazu bringt, sich zu verbessern.

Es wird unter den politisch korrekten linksliberalen Kritikern der USA wieder das Wasch-mir-den-Pelz-aber-mach-mich-nicht-nass-Prinzip gelten: Bloß keine Freiheiten einschränken! (Das mit den Waffen ist aber kein Zeichen der Freiheit! Blöd nur, dass viele Amerikaner das nicht einsehen. Aber die sind eben nicht auf dem hohen Niveau ihrer Kritiker, und die Kritiker bestimmen, was das Niveau ist.) Aber natürlich alles sicher machen. Und niemand unnütz kontrollieren! (Sieht man doch, dass die US-Einlasskontrolle den liberalen Europäern zu streng ist. Und sie wollen sich auch nicht von den USA sagen lassen: "Dann bleibt halt zuhause, wenn es euch nicht passt!")

Und was kann man eigentlich denen entgegnen, die sagen, wir hätten in Deutschland immer noch 4.000 Verkehrstote im Jahr und würden das Autofahren nicht verbieten? Oder auch nur Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen einführen...

Trostlose Welt! Es geht alles durcheinander. Na ja, vielleicht kommt ja morgen das Jüngste Maya-Gericht!

Eile: Focus Online

Diesen offenbar eilig zusammengestellten Bericht aus FOCUS Online kann man mit Blick auf den Inhalt lesen. Man kann aber auch die Formulierungen ansehen.

Daneben hegte die getötete Mutter eine leidenschaftliche Begeisterung für Waffen – fünf waren in ihrem Besitz und registriert. Offenbar nahm sie ihre Kinder häufig zu Schießübungen mit. Dan Brown, ein Bekannter Toten, sagte der „New York Daily News“: „Sie war stolz darauf. Sie liebte ihre Waffen.“ Der Amokläufer hatte sich mit den Waffen ausgekannt, gut darüber „Bescheid gewusst“, berichtete eine ehemalige Highschool-Kollegin von Adam, Emily Edgerton, der „Dailymail“. Mit zwei der fünf Waffen der Mutter erschoss Adam Lanza schließlich 26 Menschen an der Sandy-Hook-Grundschule in Newtown – 20 Kinder, sechs Erwachsende – darunter seine Mutter – und schließlich sich selbst.
  • eine leidenschaftliche Begeisterung für Waffen hegen -- ? hegen?!
  • Dan Brown, ein Bekannter Toten, sagte der „New York Daily News“: ... -- Nicht der Dan Brown, oder?
  • eine ehemalige Highschool-Kollegin von Adam -- = eine ehemalige Mitschülerin?
  • Erwachsende -- Erwachsene. Null Problemo.
  • Mit zwei der fünf Waffen der Mutter erschoss Adam Lanza schließlich 26 Menschen -- Was da nicht stimmt, darüber muss ich noch nachdenken. Vielleicht ist es, dass hier der Focus auf die Zahlen gelegt wird und dass das nicht zur Ernsthaftigkeit und der Tragik des Themas passt, weil es die Erbsenzähler-Frage provoziert, wie viele Menschen er mit welcher Waffe erschossen hat.
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Und wenn wir schon bei den abwegigen Assoziationen sind: Ich muss, ob ich will doer nicht, immerzu an den Tenor Mario Lanza* denken. (Bitte keine Vorhaltungen und Einwände! So funktioniert das Assoziieren eben.)

|* "Mit dem Erfolg sah sich der Sänger zunehmend Angriffen der Fachkritik ausgesetzt und hatte darüber hinaus mit Problemen der Selbstdisziplin zu kämpfen. Extreme Stimmungsschwankungen machten ihn unter Kollegen gefürchtet, vor großen Auftritten musste sich Lanza zudem immer wieder rigiden Abmagerungskuren unterziehen. Er wurde Alkoholiker und konsumierte verstärkt Tabletten. Dazu blieb der Erfolg allmählich aus, und seine Karriere in den USA geriet ins Stocken. Lanza wich nach Italien aus und landete dort Ende der 1950er-Jahre noch einmal einige Filmerfolge. 1959 verstarb der erst 38-Jährige in einer römischen Klinik. Als offizielle Todesursache wurde ein Herzinfarkt angegeben." (Wikipedia)

Sonntag, 16. Dezember 2012

Begriff und Denken

Einer der klügsten und anregendsten Texte, die ich in dem jetzt bald vergangenen Jahr gehört oder gelesen habe:

Deutschlandfunk | Sonntag, 16.12.2012 | 09:30 bis 10:00 || Monika Boll: Autorität und Freiheit sind keine Gegensätze. Auf den Spuren von Hannah Arendt.

Sprachtheorie: Grammatik

Auf einer Korrektheitsskala von 0 = vollständig unkorrekt ... 10 = vollständig korrekt -- welchen Wert orden wir diesem Satz aus der Wikipedia zu:

"Banderas’ deutsche Synchronstimme stammt üblicherweise von Bernd Vollbrecht."

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Gewalt und Gesellschaft

Auch jetzt warte ich einmal ab, wann Hintergründe zu den Tätern genannt werden.

"Überfall am Hauptbahnhof | München || Jugendliche quälen Koch mit heißem Bügeleisen | Donnerstag, 13.12.2012 || Ein 22-jähriger Koch war auf dem Weg nach Hause: Zwei Jugendliche passten ihn ab, schlugen auf ihn ein, quälten ihn und gingen sogar mit ihm nach Hause. Dort machten sie weiter. Selbst die Polizei ist von der Schwere der Tat überrascht." (FOCUS Online)

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Ok, kein Migrationshintergrund jetzt. "Die Täter, ein 17-Jähriger und ein 19-Jähriger aus dem Oberland, sind gefasst. ... Unmittelbar nach der Tat hatten sich die beiden in ihrer blutverschmierten Kleidung in eine Bar im Bahnhofsviertel gesetzt, um ihre Beute zu verprassen. Dort wurden sie von Zivilpolizisten festgenommen, die ihnen bereits wegen eines anderen Raubs im Bahnhofsviertel auf den Fersen waren. Gegen den Schüler (17) und seinen berufslosen 19-jährigen Spezl erging inzwischen Haftbefehl."

Spezl? Na ja.

Amerell

Das Erste, das mir einfällt bei diesem Namen: Es gibt kaum einen schöneren. Namen, meine ich. Dann, auch wenn die Berichte über den Tod Amerells Tötung und Selbstmord ausschließen, fällt mir die Zeile ein: "... die Welt ist voller Morden."

"... Vor seiner Schiedsrichtertätigkeit war Amerell Geschäftsführer bei 1860 München (1970 bis 1975), beim FC Augsburg (1975 bis 1979) und beim Karlsruher SC (1979 bis 1984). Amerell hinterlässt seine Ehefrau und zwei erwachsene Töchter."

Dann: E-Mails in großer Zahl belegten, heißt es, dass die sexuelle Beziehung zwischen Amerell und Kempter "einvernehmlich" gewesen sei, heißt es allenthalben. Ehefrau, zwei erwachsene Töchter, Kollege, Abhänginger, gerichtsoffene Streitigkeiten ohne Ende. Tja, Modern Times. Und: genug Gründe, damit das Herz nicht mehr mitmacht. 

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Verwaltetheit der Welt

Das Problem der 'Verwaltetheit' der modernen Gesellschaft und der Bürokratie, ist, sehr kurzgefasst, dies:

Es gibt in der fortgeschrittenen Gesellschaft Menschen und Ämter und Einrichtungen jeglicher Art, die nur verwalten. Diese Verwaltungseinheiten werden auf Menschen losgelassen, die etwas anderes zu tun haben als auf Verwaltungseinlassungen zu reagieren.

Meine Idee: Alles, was Verwaltungen, auch die der Krankenkasse und der Sozialversicherung auf den Bürger loslassen, wird mit einer einfachen Marke versehen, z. B. "30 Min.". Das bedeutet: Wir gehen davon aus, dass Sie 30 Minuten brauchen, um das zu lesen und abzuschließen." Wenn er die Annahme für unrealistisch hält, kann der Bürger das auf einer Webseite eintragen.

Am Monats- und am Jahresende kann der Bürger und können die Ämter dann mal zusammenstellen, wie viel Arbeit sie mit der Verwaltung zugebracht haben bzw. wieviel Arbeit sie den Bürgern verursacht haben.

Samstag, 8. Dezember 2012

Fußball: Linienrichter-Mord

Heute morgen im Radio: Presseschau. Der niederländische Linienrichter, Amateurfußball, einfach so als 'Ehrenamtlicher' eingesprungen, ad hoc. Der dann von Jugendlichen totgeprügelt worden ist. Wir erinnern uns. Jetzt also in der Presseschau, eine Zeitung wird zitiert: Das sei ja gar kein Fußball-Problem, sondern ein Marokkaner-Problem. Die prügelnden Jugendlichen seien marokkanischer Herkunft gewesen.

Was haben sich unsere Zeitungen um dieses schlichte Hintergrund-Faktum herumgedrückt! Weil man den Rechtsradikalen, "unserer" NPD und in den Niederlanden Geert Wilders ja nicht zuarbeiten will. Dabei gilt eine Tatsache vor allem: Wenn man das Problem der Aggression von Seiten der "Migranten" nicht unter den Sachlichen, den Demokraten, den differenziert Denkenden diskutiert, dann erst wird es zu einem Rechten-Problem.

Verschweigen lassen sich solche Dinge eh nicht. Irgendwann steht es dann doch auch in den Zeitungen. Erst wenn man das Problem sachlich ins Auge fasst, dann kann man auch fragen, ob es denn überhaupt so ist, dass bei den Jugendstraftaten und bei den Straftaten die Migranten überproportionale Anteile haben. Wenn nicht: Dann reden wir woanders weiter. Wenn doch: Dann ist die Frage, in welchem Umfang und -- was können wir tun. Das reflexhafte Wegschweigen ist jedenfalls der falsche Weg.

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Der SPIEGEL hat in einem ersten Bericht das Stichwort "marrokanisch" gar nicht genannt. Es waren "niederländische Jugendliche". War das Stichwort noch nicht bekannt oder war die Angst vor dem Prädikat "rassistisch" zu groß?

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Die Bayern!

Jetzt freuen wir uns einfach mal. Und harren der Spiele, die da kommen sollen.

Dienstag, 4. Dezember 2012

Professoren

Was machen deutsche Professoren, die alten, großen, die mit "Lehrstuhl" und Hilfskräften und Assistenten, die sich wichtig nehmen und für manche in Sachen Examen und wissenschaftliche Karriere auch wichtig sind -- was machen die, wenn sie 65 Jahr alt sind und mit einem Schlag alle Wichtigkeitsmerkmalse verlieren und allein dastehen?

Manche gehen ihren Hobbys nach, andere schreiben noch ein wenig und manche anderen? Die schreiben munter an die wichtigen Leute und können nicht verstehen, dass man sie nicht so wichtig nimmt, wie sie sich selbst wichtig nehmen. Manchmal kommt dabei aber durchaus was für die universitäre heute-show heraus. So wie, beispielsweise, hier!

Sonntag, 2. Dezember 2012

Meinen Peter!

Echter Ohrwurm der Nacht, Qualität Tinitus, den ich durch Schrift bannen und zum Verschwinden bringen will:

"Durch so großen Schaden wurd' ich endlich klug,
Männer gibt es viele, Männer gibt's genug.
So bekam ich später 
meinen Peter.
Hier das Resultat, 
ihr Mädchen, hört den Rat:

Lacht ein junger Mann dich an,
sprich nicht drüber."

Wencke Myhre: Sprich nicht drüber